Einzelbild herunterladen

lefud).

^ger

' Lors >6ct^ennf: .fJ ? ttlttn ''-«ft Lehr- t,c Exped.

H°usbursche kann

«fei

* MMh« ?nn Neidel bauen B. 35. ' ^geseUji Wäft'Miig 3- Alker.

mstraßk. p"'

gesucht.

^WjiöiteiubH Ahnung und Kost ^AnlageCL. Medaillon ist vom Babnbof verloren Finder wird ge- nt gute Belohnung ornsriff abzu-

lccf,

Schneider.

). August stdet beim ur gute Reifen

erein.

s.M.

am Forsthaus.

13,500.

Weiter ff. 2.30. a^eit.

Verein*.

ät

10,000.

16,008. 8.

551,383-19-

106,232. 43-

«SS gen gtgku 8

zxüb-

«6 f nslr^.i/rshtiA.

m AnnK

Preis vierteljährig 1 fL 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.

Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Auf­nahme Sonntags.

Expedition: Canzletberg, Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen.

Nr. 190. Donnerstag den 15. August 1872.

1111 Wl111* 1 |l11*1

Amt! i ch e r T hei L

Bekanntmachung.

Betr.: Auswanderung nach Canada.

A»s einer von dem Consiil des Deutschen Reichs zu Taronio (Canada) an das Reichskanzleramt gemachten Mittheilnng geht hervor, daß nach Canada oder nach anderen englischen Colonien auswandernde Deutsche in bett englischen Besitzungen nach einer gewissen Zeit wohl die Rechte aller eingeboklnen engüschm Bürger erwerben können, daß dieselben jedoch auf den Schutz der englischen Regierung im Auslande und besonders in Ländern, wo das Paßsystem besteht, vorläufig entweder gar nicht, oder doch nur höchst ausnahmsweise Anspruch machen rönnen.

Wir bringen dies in Auftrag Großh. Ministeriums des Innern hierdurch zur öffentlichen- Kenntniß.

Gießen, den l 3. August 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Röder.

Deutschland.

Darmstadt, 14. Aug. Sicherem Bernehmen nach soll von großherzoglicher Regierung beabsichtigt sein, die direkten Steuern vom 1. Januar k. I. nicht mehr, wie bisher, allmonatlich, sondern in sechs, je 2 Monate umfassenden Terminen erheben zu lassen. Wie man hört, sollen die in Butzbach garnisonirenden beiden Escadronen des großherzoglich hessischen 2. Dragonerregiments nach Darmstadt verlegt werden. Der Grund hierzu würde in der schlechten Beschaffenheit des Butzbacher Exercierplotzes zu suchen sein, welcher für Hebungen der Cavallerie fast unbrauchbar sein soll.

Darmstadt/ 14. Aug. In dem Befinden des von einem Schlaganfall be­troffenen Staatsministers v. Bechtold, ist eine Besserung eingetreten. Der Ge- setzgebungsausschuß der zweiten Kammer tritt beute nicht zusammen, da es nicht möglich war, Vie beschlußfähige Anzahl von Mitgliedern zu versammeln.

Mainz, 10. August. Die Annahme, daß die Verlegung des 118. (4. darm- städtischen) Infanterie - Regiments durch Händelsucht der Mannschaften veranlaßt sei, ist nicht begründet. Nach dem bekannten Vorfall mit Mannschaften des dritten brandenburgischen FefiungS-Artillerie-Regiments am Abend des 22. März (Geburtstag des Kaisers) war wohl, da die Veranlassung zu jenem Conflict nicht aus Seiten der Hessen zu finden war, unter diesen eine Zeit lang solche Aufregung zu bemerken, daß der Gedanke der Verlegung damals austauchte. Nach verlässigen Angaben scheint die Maßregel aber erst durch andere Umstände vollständig gereist, wenn nicht überhaupt nur durch diese veranlaßt zu sein. Händel oder Streit sind wenigstens seit jenem Tage nicht mehr vorgekommen. Dagegen hat sich, da das Regiment mitten in seinem Rrkrutirungsbezirk steht, de° Zug nachMuttern" etwas zu stark gezeigt und manchen Sohn veranlaßt, den heimathltchen Herd auf eine oder zwei Stunden aufzusuchen, wenn die Colonnen vom Schieß- oder Uebungsplatz oder vom Probemarsch in der Nähe des Geburtsortes vorüber führten. Außerdem hat das Ausbleiben über den Zapfenstreich, welches trotz der auf 10 Uhr Abends hinausgerückten Zeit ganz außerordentlich um sich griff trotz aller Strenge, in der letzten Zeit die äußersten Maßregeln gegen die Säumigen nöthig gemacht. Im Umgang mit den anderen Mannschaften der Garnison (Hessen-Nassauer und Nassauer) ließ sich zwar keine Freundlichkeit erkennen, sind aber auch keine Veranlassungen zu Klagen entstanden. Es war eine Zeit lang sogar eine Verlegung außerhalb des Großherzogthums in'S Auge gefaßt, man scheint auf Veranlassung des Divisions-Commandos davon abgegangen zu sein. Mit Verlegung des 117. Regiments in die hiesige Garnison wird sich ein ähnliches Verhältniß wie mit den beiden anderen Infanterie- Regimentern Herstellen, bei denen die Nähe der Hetmath weniger auf Diseiplin einwirkt. Auch die durch die erwähnten Umstände eingetretene Anhäufung der Strafen und Rückfälle gehört zu den Ursachen der Maßregel, welche ebenso im Interesse des Regiments selbst, wie der Dtsciplin im Allgemeinen liegt.

Berlin, 11. Aug. Seit dem ersten Bekanntwerben der Berufung einer Conserenz von Kirchenrechtslehrern durch den CultuSminister sind an diese Thal- fache fast täglich neue zum Theil einander widersprechende Mittheilungen in die Oeffentlichkeit gelangt. Um so mehr ist es von Interesse, das Tbatsächliche der Vorgänge nach Angaben unterrichteter Personen in das Auge zu fassen. Hiernach stehen die Conferenzen zunächst in gar keinem Zusammenhänge mit irgend einem einzelnen Differenzfalle zwischen dem CultuSministerium und einem katholischen Geistlichen; sie sind also durchaus nicht mit der Angelegenheit des Bischofs Krementz in Beziehung zu bringen. Ferner handelte es sich nicht um die Ab­fassung von Beschlüssen, sondern lediglich um gutachtliche Aeußerungen über Gesetz- gebungsfragen, welche das Verhältniß des Staates zur Kirche betroffen. Man wird annehmen dürfen, daß dieser gutachtlichen Befragung ganz bestimmte Plane, etwa in der Form eines Programmes, unterbreitet worden, worüber dann ein Meinungsaustausch stattfand. Es haben zu diesem Behufe überhaupt zwei Be- sprechungen stattgefunden. Außer dem genannten Professor Friedberg haben übri­gens u. A. an den Conferenzen Theil genommen: Die Professoren Gneist, Hübler, Hinschius, Meyer aus Rostock. Die. Conferenzen waren vertrauliche, ihr näherer Inhalt wird daher nicht bekannt werden; wohl aber verlautet, daß man Grund hat, mit ihrem Verlaufe und ihren Resultaten zufrieden zu sein. Die Aus­

führung des Iefuitengesetzes ist augenblicklich Gegenstand weiterer Berathung, welche sich namentlich die ganz bestimmte Fixirung der Kategorie der den Jesuiten verwandten Orden" zur Aufgabe gestellt habe. Die Ernennung von Schul- inspectoren nimmt ihren ununterbrochenen Fortgang. Die Regierung hatte bisher Ursache, den Widerstand, der ihr auf diesem Gebiete entgegentrat, als einen neuen Beweis dafür aufzufaffen, wie dringend nothwendig der Erlaß des Schulaufflchts- gesetzes und ein weiteres Vorgehen in dieser Richtung gewesen ist. In dem Etat des Cultusministeriums werden bedeutende Mehrforderungen für die Univer­sitäten und das Voiksschulwesen den Schwerpunkt der Veränderungen gegen die bisherige Aufstellung bilden. Bei der glänzenden Finanzlage des Staates ist kaum anzunehmen, baß gerade diese Forderung eine Bemängelung im Finanz­ministerium erfahren soll.

Berlin, 12. August. Der Ende d. M. in Frankfurt a. M. zusamwen- tretende zehnte deutsche Iuristentog wird sich mit der hochwichtigen Frage der Umbildung des Geschworenengerichts beschäftigen. Wie bereits mitgetheilt, liegen dem Iuristentog mehrere Gutachten über die Frage vor, ob in den Strafgerichten höchster Ordnung an die Stelle des Gerichtshofes (als Richter des Rechts) und der Jury (als Richter der That) ein einheitliches Collegium von Juristen und Laien treten soll und in welchem Zahlenverhältniß beide Elemente vertreten sein sollen. Wie man der D. Z. mittheilt, wird der Iuristentog, da derselbe bereits im vorigen Jahre für die Schöffengerichte im Allgemeinen ausgesprochen hat, jetzt nur noch über die Frage berathen, ob unter Beseitigung der Geschworenen­gerichte nur Schöffengerichte eingeführt werden sollen, oder ob unter den Ge­schworenengerichten, welchen auch künftig die Mitwirkung bei der Aburtheilung von Verbrechen zu belassen, auch Schöffengerichte zur Aburtheilung von Vergehen einzurichten seien.

Berlin, 14. August. In der gestrigen Generalversammlung der Tischler- gesellen, welche 3000 Mann stark erschienen waren, wurde beschlossen, beute Mittwoch den 14. partielle Strikes anzufangen, trotz der von den Meistern bewilligten O^stündigen Arbeitszeit zu l1/s Thlr., da die Meister sich über die Zulage von 162/3 pCt. bei Akkordarbeiten nicht ausgesprochen hätten. Die Einführung von Schiedsgerichten uud Einigungsämtern wurde einstimmig ver­worfen.

Mit Spannung sieht man den bevorstehenden Ereignissen in München ent­gegen. Wird der junge König, welcher durch den Vorschlag, den König von Preußen zum Kaiser des deutschen Reiches zu proclamiren, den ersten Schritt zur Einigung Deutschlands that, die M:nisterkr>sis durch eine reichsfeindliche Wahl beendigen oder wird er den Jntriguen der patriotifch-partikularistisch-ultramontanen Coalition widerstehen und Herrn v. Lutz, der seine deutsch-patriotische Gesinnung erst kürzlich gelegentlich des Münchener Universttätsjubiläums in so glänzender Weise vocumentirte, an die Spitze des Ministeriums stellen? So fragt man sich in banger Erwartung. Thatsache ist, daß der bayerische Gesandte in Stuttgart, Freiherr v. Gasser, als er sich vor einigen Tagen zur Abreise nach Stuttgart an­schickte, feine Ernennung zum Minister des Auswärtigen bereits in der Tasche hatte, daß der König sich aber veranlaßt fand, sein Wort wieder zurückzunehwen, weil die übrigen Mitglieder des Ministeriums ihre Entlassung für den Fall der Ernennung des Freiherrn v. Gaffer angeboten hatten. Ob diese Niederlage der reich-feindlichen Partei damit definitiv entschieden ist, läßt sich bis jetzt noch nicht erkennen; die Entscheidung ist von Neuem vertagt, da König Ludwig Bedenken zu tragen scheint, die Führung einer reichsseindlichen Coalition der Mittelstaaten zu übernehmen.

Wir hoffen und wünschen, daß diese Bedenken die Oberhand behalten und den König zu einem Entschlüß führen mögen, der zum Heile des gesammten Vaterlandes gereicht. Originalnachrichten aus München melden übrigen-, daß die im Versailler Vertrage getroffenen Verabredungen bezüglich der Modalitäten, noch welchen die bayerischen Truppen der Bundesinspection durch den deutschen Kron­prinzen unterworfen werden sollen, jetzt die Genehmigung des König- Ludwig erhalten haben. Außerdem meldet der Telegraph, daß der deutsche Kronprinz am Dienstag der Königin Mutter von Bayern in Hohenschwangau einen Besuch machte. So geringfügig auch auf den ersten Blick diese Nachrichten erscheinen mögen, so gewinnen sie doch an Bedeutung, wenn man sie mit jenen pessimistischen