Gießener Anzeiger
Anzeige und AmtsKlatt für den Kreis Kielen
Nr. 163
Montag den 15. Juli
1872
"Mission.
den
23.
den 21.
September in Biblis,
der Militär-Commission nach gegenseitigem Uebereinkommen
zur Stelle
Von dem Denkmal Steins.
tr. U6.
24.
26.
27.
29.
20.
20.
ff
ff
23.
24.
25.
26.
27.
27.
werden
Die von fort baar bezahlt.
Pr6S vierteljährig 1 st. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.
Bestellungen auf den Gießener Anzeiger »- '■ •»>-> »*
Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpeditio.i abholen lassen, erhalte« denselben für das III. Quartal zu 1 fl.
Jetzt aber begannen für Stein die Tage der Enttäuschungen. Er vermochte er nicht zu hindern, daß Talleyrand in Wien hochmüthig das große Wort führte. Elsaß und Lothringen verblieben auch nach den heroischen Anstrengungen und Thaten Preußens im Jahre 1815 dem besiegten Feinde: Preußen wurde durch Metternich's Künste um den besten Theil des SiegeSpreiseS beeinträchtigt, Deutschland wurde statt eines Reiches ein lockerer Staatenbuud.
Und eben so wenig entsprach die fernere Entwickelung der Dinge den Wünschen Stein's: die erschöpfte Welt war nicht fähig, die großen Anschauungen Sterns zu fassen, noch weniger, nach ihnen zu arbeiten. Nicht einmal der Platz für eine amtliche Wirksamkeit fand sich in dem wiederhergestrllten Preußen für den Staatsmann, der am meisten zu feiner Wiederherstellung beigetragen hatte. Und er selbst verlor in den trüben und schwächlichen Verhältnissen der Gegenwart viel von der Schwungkraft des Geistes, die ihn im Kampfe wider den gewaltigen Zwingherrn noch über seine milstrebenden Zeitgenossen emporgehobeu hatte. Ihn
Der 9. Juli — es ist in diesen Blättern schon ausgeführt — verdient, dem deutschen Festkalender eingereiht zu werden, als Erinnerungstag an einen jener großen Männer, in denen das höchste Streben einer Periode sich concentrirt, die aus dem nationalen Gedanken, der ihre Zett bewegt, die Kraft zum staatsmännischen Wirken schöpfen, die Gedanken und Wunsche in Thaten umzuwandeln vermögen, und die selbst in ihren Träumen als Propheten sich bewähren. Das Gedächtniß dieser Männer lebendig zu erhalten, ist nur die schuldige Pflicht der Dankbarkeit. Das Denkmal, welches Deutschland dem edlen Freiherrn gefetzt hat, ist das Symbol unseres Dankes. Die wahre Dankbarkeit aber eines Volkes, das aus den Thaten der Vergangenheit den Antrieb zu den Thaten der Zukunft
Gernsheim, Goddelau, Groß-Gerau, Bickenbach, Groß-Bieberau (8 Uhr), Groß-Umstadt (12 Uhr.) abgenommen jund gegen Quittung so-
bt 1870.
»onnement auf
Besitz eines enehme Weise
verstimmten die kleinlichen und kleinmüthigen Maßregeln der Regierungen, ihn verstimmten, mehr als sie es ihrer Bedeutung noch verdienten, die revolutionären 1 Bestrebungen, die doch nur vereinzelte Ausbrüche einer an sich sehr erklärlichen Mißstimmung waren, welche die reactionären Regierungstendenzen auch in den 1 tüchtigsten Patrioten, ja vor allen anderen in Stein selbst, erweckt hatten.
Stein Hot die Erfüllung feiner Wünsche, die Verwirklichung feiner Ideale mcht erlebt. Er schied mit Sorge, aber doch nicht muthlo-, nicht ohne Hoffnung, "US dem Leben: so wenig wie fein treuer Freund Arndt, der feine „Wanderungen und Wandelungen" mit den Worten schließt: ,So wenig Luther in feinen Tagen sein großes deutsches Werk der Kirchenbesserung und durch diese die hohe Kräftigung und Einigung seines Volke« nicht vollbringen gekonnt hat, so wenig ist auch Stcm's großer Gedanke der Einheit, Macht und Majestät des edelsten größten Volkes der neuen Geschichte nicht vollbracht worden. Aber Stein und sein erhabener Gedanke soll leben und wird leben in den Enkeln und Urenkeln, und sie werten seinen Gedanken festhalten, sie werden vollbringen und einigen und zusammenbinden, was als ein stolzer politischer Traum vor dem Geiste des treuesten, tapfersten, unüberwindlichsten deutschen Ritters gestanden hat."
Sie haben es vollbracht; was als stolzer Traum vor dem Geiste Stein'« gestanden hat, ist Wirklichkeit geworden. Preußens König hat im Greifenalter mit Jugendkraft im heißen Kampfe das Vaterland geeinigt, und mit dem Sieges- lorbeer schmückt die Kaiserkrone sein Ehrfurcht gebietendes Haupt. Ein anderer großer Staatsmann, der Mann der That, hat das Werk ausgenommen, das Stein unvollendet hat lassen müssen. Ueber Erwarten gewaltig hat Deutschlands Kraft in den Tagen der Entscheidung sich bewährt, über Erwarten schnell sind die Hoffnungen der Besten in Erfüllung gegangen. Ist es nicht eine herrliche, wunderbare Fügung, daß das Denkmal, welches die dankbare Verehrung der Nation dem deutschesten seiner Staatsmänner gesetzt hat, unter den Augen des deutschen Kaisers enthüllt worden ist: des deutschen Kaiser«, der das Reich wieder hergestellt, und dem neuen Reiche im gerechten Kampfe zurückerobert hat, was daalte Reich in seiner Schwäche verloren hat, und was auch nach dem Kriege von 1813/15 Stein'« glühendste Bemühungen den Händen des besiegten Feindes nicht zu entreißen vermochten!
ff erkauften Pferde
Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Lanzletbera, Lit. B. Nr. 1.
erenz
Groß-Linden ndern erst acht cn 24, Juli,
n. Straik.
„ „ Bürstadt (12 Uhr),
bet fernen Reichsfreiherrn, des großen Staatsmannes, des gewaltigen Vorkämpfers für Deutschlands Befreiung vom französischen Joche, ist die Hülle gefallen. Der deutsche Kaiser und die Kaiserin, so wie der Kronprinz des deutschen Reiches hoben an der Feier Theil genommen, begrüßt von dem Präsidenten des deutschen Reichstags. Die Generation der Gegenwart hat das Gedächtniß des großen Staatsmanns mit dem erhebenden Gefühle feiern können, daß sie zur Erfüllung gebracht hat, was jenem als höchstes Ziel des Strebens vorfchwebte. Er leitete die gewaltige, angestrengte Arbeit, durch die Preußen, der Staat feiner Wahl und feiner Hoffnung, aus tiefem Falle sich zu neuer Kraft emporfchwang; er befreite den Bauernstand, er legte den Städten die Pflicht der Selbstverwaltung auf, auf der allein ein freies Staatsbürgerthum, dem das Recht nur als Die Folge und Ergänzung der erfüllten Pflicht gilt, sich ausbauen kann. So bereitete er Preußen durch Erweckung des in tiefen Schlummer gesunkenen Gemeinflnns zu dem großen europäischen Befreiungskämpfe vor, den anzufachen er mit rastlosem Feuereifer bestrebt war. Von Napolen's Haß verfolgt, der dem großen Mann durch fein AechtungSdecret die glänzendste Huldigung varbrachte, berteth er den Kaiser Alexander in den schweren Tagen der Prüfung, hauchte er ihm das Feuer feiner eigenen Seele ein. Und als Preußen, das von ihm und feinen großen Mitarbeitern gestählte, sich erhoben, als es mit feinem kräftigen „Vorwärts" auch die Widerstrebenden fortriß, als Oesterreich nach langem Schwanken und endlich auch die Rheinbundsstaate» dem großen Bunde sich angefchloffen hatten: da war er es, der vor Allem darauf bestand, daß der begonnene Kampf auch wirklich zu Ende geführt und nicht durch einen schmählichen Frieden abgebrochen werde. Das fetzte er, Dank der Energie des Blücher'schen Hauptquartier«, auch i Durch: Die Waffen wurDen nicht eher nieDergelegt, als bis Der FeinD nieDer- ! geworfen war. ,
•T 7'/^ Art
>:kb
's"’* ov) den Ver-
wonach en lodenen Co- N'Stickereien, Federn, n, oder Fgfon
Matter.
„ Nieder-Gemündeu,
„ Nidda,
„ Nieder-Wöllstadt,
„ Lich,
September in Lorsch (8 Uhr),
lück, -Fabrikant.
t erhalten dau- Schneider. 'gesellen Wftigung Alker.
Kriegs-Ministerium Abteilung für das Remonte-Wesen. » » s
__gez. von Schön. S ch m i ch.
B e k a n ll t m a ch u n g,
den Ankauf von Remonten pro 1872 betreffend.
»r,.,,«3«""»1 ” SMÄ ,7d *' Unt "’f *”■ 1,1,1 «"»-»«'»- «*>
August in Alsfeld,


