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Preis vierteljährig 1 st. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 29 kr.
Gießener Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen.
Nr. ISS). MittNwch Ml 14. August " 185
Amtlicher T h e L l.
Bekanntmachung,
Morgens 8 Uhr resp. 12 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar:
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Die von der Militär-Commission nach gegenseitigem Übereinkommen erkauften Pferde werden
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Alsfeld, Nieder-Gemünden, Nidda, Nieder-Wöllstadt,
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Gernsheim, Goddelau, Groß-Gerau, Bickenbach, Groß-Bieberau (8 Uhr), Groß-Umstadt (12 Uhr.) abgenommen und gegen Quittung so-
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den Ankauf von Remonten pro 1872 betreffend.
Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei, und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, stnd im Großherzogthum Hessen nachstehende n Hf.....Cv. A O 11 f.« ü« am wt 4- rtrSnn nun 1YVX A T *
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September in Lorsch (8 Uhr), „ Bürstadt (12 Uhr),
foTt £aar@Iloe^’“nnte Luxuspferde werden bei zu hohen Preisforderungen vom Handel ausgeschloffen, ebenso die zu wenig entwickelten, oder solche, die zu schwach schwerfällig und ordinär, den Ansprüchen an ein Militär-, Zug-oder Reitpferd nicht entsprechen, auch Pferde, welche durch zu frühen Gebrauch gelitten Laben manaelhaft gebaut, mit bedeutende» Knochen oder anderen erheblichen Fehlern behaftet und nicht gängig sind.
h ' Werde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückzunehmen. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eme neue starke rmdlederne Trense mit starkem zweckmäßigem Gebiß, eine starke Kopfhalfter, von Leder oder Hanf, mit zwei mindestens sechs Fuß langen starken Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. ö • Kriegs - Ministerium Abtheilung für das Remonte-Wesen.
gez. von Schön. ________S ch in i ch. _____
Politischer T h e i l.
Deutschland
worden.
eine Demonstration zu Gunsten des geeinigten Deutschen Reiches machen wird, zu dessen Gründung er ja auch die Initiative ergriffen hat.
Unter den zahlreichen Conjccturen über das Programm, welches den im kommenden Monat gelegentlich der Monarchenzusammenkunft in Berlin stattfindenden Ministerberathungen zu Grunde liegen wird, kann wohl die, welche auf eine Besprechung der polnischen Frage hinweist, am meisten Anspruch aus Glaubwürdigkeit machen, da die drei Mächte Preußen, Oesterreich und Rußland gleichmäßig bei derselben interessirt sind. Ein Correspondent der „Elbfld. Ztg." weist auf den eigenihümlichen Zufall hin. daß die Vorbereitungen zur Drei-Kai,er- Zusammenkunft grade mit der Erinnerung an jenen unseligen Act zusammenfallen, welcher Polen zerstückelte und das Exiflenzrecht einer ganzen Nation zerbrach. Bittere Klageartikel bringen die polnischen Blätter zum Gcdäcktniß dieses Trauer- tages, und was noch besonderen Wermuth in die Klage gießt, ist grade der Uwstand, daß um die Zeit jenes Gedächtnisses die Träger jener Kronen, welche einst Polen unter sich getheilt, sich anschicken, zusommenzutreten und zu erneuter Freundschaft einander die Hand zu reichen; ja noch mehr, daß ganz Europa in diesem Ereigniß ein Unterpfand für die Erhaltung des Friedens erblickt. Das muß allerdings bitter sein für die Hoffnungen und Trävme der polnischen Patrioten, und die kühl Denkenden unter ihnen, werden Anfängen, an das Wort Palmerston'S zu glauben! das Reich Polen sei wie das Reich Gottes, es ist nicht von dieser Welt. Zu diesen kühl Denkenden gehört z. B. „Kraj", der die Hoffnung auf einen günstigen Umschwung nahezu aufgiebt und gerechte Anklage erhebt gegen die zerrütteten Zustände der polnischen Gesellschaft. Erst möge Polen, ehe e< an Wiedergeburt denke, sich einen Bürgerstand bilden, welcher ter eigentliche Nervus rerum moderner Staaten sei. Was seit dem 5. August 1772 in Polen besser geworden sei, verdanke es den Usurpatoren, wie z. B. die Erlösung der Bauern von der Hörigkeit. „Kraj" kennt wahrscheinlich die Verhältnisse in Preußen nur wenig, sonst würde er haben hinzufügen können, was Alles ein Theil Polens seiner Zusammengehörigkeit mit Preußen verdankt. „Gazeta Narodowa" und „Dzennik Polski" sind nicht so kleinlaut und wollen die Hoffnung nicht fallen lassen, ebenso „Czas", welcher den Kaiser Franz Joseph ausruft, jetzt offen mit der Theilungspolitik zu brechen, denn der neue Bund mit Rußland und Preußen werde ihn zur Beuie des PanslaviSmuS und Pangermanismus machen. Es mag fein, daß solche Sprache in Petersburg übel vermerkt wird, wie ja auch die galizische Politik Oesterreichs schon vielfach Mißstimmung am russischen Hofe, der eine freie Discussion der polnischen Presse nicht duldet, hervorgerufen hat. Auf Grund dieser Sachlage mag wohl die neueste Conjectur in Wien ersonnen sein, i daß die russische Regierung nacv Berlin und Wien habe Andeutungen gelangen lassen in dem Sinne, daß zwischen den drei Reichen für die NationalitätS- ; bestrebungen eine bestimmte, nicht überschreitbare Grenze zu ziehen wünschenSwerth
Die Drei-^Kaiser - Zusammenkunft scheint sich zu einem Fürsten - Ccngreß
erledigen. — Zufolge einer Cabinetsordre des Großherzogs ist — wie schon ge- . rottet — dem Prinzen Alexander die oberste Leitung der Theater-Angelegenheiten i übertragen worden. Geh. Hofrath Tescher ist in Folge dieses Actes nur noch technischer Director. Bei Engagements und allen finanziellen Verpflichtungen, ! welche die Hosbühne übernimmt, ist der Prinz allein maßgebend. Wie es scheint, ist durch diesen Act auch die seither bestandene Theatercommission beseitigt und dürste wohl deren Aufhebung zu erwarten fein. — General v. PodbiclSki hat sich bei der kürzlich von ihm vorgenommenen Inspektion unserer Artillerie sehr aner- kennend über die Leistungen deS Corps geäußert. r
Berlin, 10. Aug. lieber die neuen Zwanzig - Markstücke wird hinsichtlich ihrer P.äaung vielfache Klage erhoben. Als Beitrag hierzu theilt die Ger.-Ztg. Folgendes mit: „Der Leser wird sich des Vorfalles erinnern, daß vor einigen Wochen im hiesigen Eiskeller-Etablissement die Verhaftung eines Herrn veranlaßt wurde, weil derselbe angeblich falsche Zwanz'g-Markstücke verausgabt hatte. Em hoher preußischer GerichtSbeawter, Herr H. aus N. logirte in dem Weißen Noffe in einer Rheinstadt. Er berichtigte seine Zeche mit Zwanzig-Markstücken, die der Kellner für Falsificate erachtete, indem er gleichzeitig dem Hotelbesitzer von dieser Entdeckung Mittheilung wachte. Letzterer stellte den Gast zur Rede, erhielt zedoch von dem entrüsteten Herrn eine entschiedene Zurückweisung mit der Erklärung, daß die beanstandeten Goldstücke aus seinem, des Gastes, letzten Gehaltsbezuge benührten. Der Wirth stellte der Abreise "des Beamten nichts weiter m den Wta wendete sich aber unmittelbar an die Staatsanwaltschaft, und es soll in der Thot eine Untersuchung eingeleitet worden sein. ES dürfte, wofür tn erster Reihe die amtliche Stellung des Herrn H. bürgt, bet der Sanzen Angelegenheit, wie gesagt, derselbe Jrrthum vorliegen, der die oben gedachte Verhaftung h er verlaßte Die Wiederholung derartiger Vorkommnisse ruft indessen em berechtigtes Bedenken hervor. Abgesehen von den Unannehmlichkeiten, denen renentge sich möglichenfalls aussetzt, der gezwungen ist, mit neuen Goldstücken zu zahlen, schemt uns der immer wiederkehrende Jrrthum nur zu geeignet, um ru "nem Vmuche verbrecherischer Industrie der Fabrikation von Falsificaten zu verlocken. Uns wil. daher bedünken, daß es Pflicht der königlichen Münze wäre, zene klang osm Goldstücke nicht in den Cours zu bringen und die bereits im Verkehr befind ich n nach Möglichkeit wieder etnzuziehen, um so mehr, als der Prägung dieser klang losen Münze ein technischer Fehler zu Grunde liegt." . . Lpeflnnfc
Berlin 12. August. Der Generaladjutant von der Tann, welcher bekanntlich in allerhöchstem Auftrag den deutschen Kaiser in Nürnberg empßng u nach Regensburg begleitete, hat dem Vernehmen nach dem König von -Mtr" einen .n Regensburg geschriebenen Bries deS Kaisers nebst dessen freundschaftlichen
Ierweitern zu wollen. Mit den Kaisern von Oesterreich und Rußland werden . , gleichzeitig der König von Württemberg, die Großherzoge von Baden, Hessen,
Darmstadt, 1L Aug. Gestern verbreitete sich die Nachricht, der Präsident Mecklenburg und Oldenburg is Berlin erwartet; der König von
des Ministeriums des Innern, v. Bechtold, sei von einem Schlaganfall betroffen sich wahrscheinlich durch den Kronprinzen Albert vertreten lassen. Zwnselhast st worden Die betreffenden Gerüchte reduciren sich auf ein leichtes Unwohlsein, nur noch das Erscheinen des Königs Ludwig von Bayern. Doch loffe» dte das Bechtold, nachdem er vorgestern einer sechsstündigen Sitzung des Gesammt- Gerüchte über eine der ReichSelnhett günstige Wendung der Ministerkrtsis in Ministeriums beigewohnt, befallen. Auf ärztlichen Rath mußte er gestern das München, sowie der in Aussicht gestillte Besuch des deutschen Kaisers m der wimmer hüten, ohne jedoch gehindert zu werden, die laufenden Dienstgeschaste zu bayerischen Residenz hoffen, daß der Zunge Komg durch seine Reise nach Berlin *3. d-s ffimthprion« ist — wie schon ae- eine Demonstration iu Gunsten des geeinigten Deutschen Reiches machen wird, zu


