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Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.

Nr. 137. Freitag dm 14 Juni

1872.

Amtlicher T b e t L

Bekannt niachung.

. , Au5 ^,en.n*$ gebracht, daß in der am 31. Mai l. I. stattgehabten ordentlichen Sitzung des Bezirksraths zu Mitgliedern

dk Herren4 ^^etzes vom 14. Juli 1S<1, die Ausführung des Neichsgesctzes über den Unterstützungs-Wohnsitz betreffend, zu bildenden Commission

Karl Gail, Wilhelm Keller und Karl Schwan

gewählt worden sind.

Gießen, den 6. Juni 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. N ö d e r.

Deutschland.

Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 28. enthält:

1) Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, die Errichtung eines Generalkonsulats der französischen Republik für das Grvßherzogthum bitreffend.

2) Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, Abänderungen der Statuten der Bank für Hantel und Industrie betreffend.

3) Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israelitischen ReligionSgimeinben des Kreises Nidda.

4) Zusammenstellung der Ergebnisse der StaatSschulven-TilgungSkaffe-Rech- nung für 1869.

5) Bekanntmachung Großh. Commission für Post-Angelegenheiten, die Er» richtung Kaiserlicher Postagcnturen betreffend.

6) Uebersicht der für das Jahr 1872 von Großh. Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal» Bedürfnissen in den Ge» meindcn des Kreises Gießen.

7) Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestrei» tung der Communal-Bedürfniffe in den israelitischen Religionsgemeinven des Kr. Friedberg.

8) Bekanntmachung Großh. KreiSamtS Offenbach, den SteuerauSschlag zur Bezahlung des Gehaltes des Rabbirun zu Offenbach für das Jahr 1872 be- treffrnd.

9) Erhebung in den Adelstand.

10) Ertheilung eines Erfindungspatents.

11) Namensveränderungen.

12) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog Haden allergnädigst geruht: am 15. Mai den von dem Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die evang. Pfarrstelle zu Güttersbach, im Dek. Erbach, präsentirten Pfarramts» Candidaten Hermann Bichmann aus Lich, im Kr. Gießen, für diese Stelle zu bestätigen; am 18. Mai den Ortseinnehmerei - Rendanten Eduard Langsdorf zu Mainz zum HauptsteueramtS-Rendantcn, die OrtSeinnehmerei-Controleure Caspar Magel und Johannes Philipp Schüellbacher zu Mainz zu RevisionS-Cvntroleuren, die Ortseinnehmerei» Assistenten Johannes Martin Bender und Hermann Philipp Justus Lang zu Mainz zu HauptsteueramtS-Assisteuten 1. Klasse bei dem mit dem 1. Juni l. I. in Wirksamkeit tretenden Hauptsteueramte Mainz, den zweiten Canzlei- diener bei dem Hofgerichte der Provinz Oberheffen, Jacob Krau«, zum ersten Canzleidiener bei diesem Gerichtshof und den Fahnenträger im 2. Großh. Jnf.- Reg. (Nr. 116), Jacob Betz, zum zweiten Canzleidiener bei dem Hofgerichte der Provinz Oberheffen zu ernennen; am 22. Mai dem SchulamtS-Aspiranten Bern- Hard Frolob aus Oppenheim, im Kr. Oppenheim, die 3. katholische Schulstelle daselbst zu übertragen; an demselben Tage den DistrictSeinnehmer der Distrikts» einnchmcrei Fürth, Luowig Theodor Leonhardt, in die DistrictSeinnehmerei Ost­hofen, den DistrictSeinnehmer der DistrictSeinnehmerei Groß-Felda, Adolph Hippen­stiel, in die DistrictSeinnehmerei Groß» Karben und den DistrictSeinnehmer der DistriktSkinnchmerci Wörrstatt I., Friedrich Bechtold, in die DistrictSeinnehmerei Alzey H. zu versetzen, sowie den HauptzollamtS-Assistenten 2. Klaffe bei dem Haupt- zollamte Worms, Philipp Losekam, zum DistrictSeinnehmer der DistrictSeinnehmerei Gau-AlgcSheim , den Finanz» Aspiranten Carl Wilhelm Berthold Gutflcisch aus Alsfeld zum DistrictSeinnehmer der DistrictSeinnehmerei Groß-Felda, den Finanz- Aspiranten Carl Ludwig Breitwieser aus Affenheim zum DistrictSeinnehmer der DistrictSeinnehmerei Wörrstadt I., den Steueraufseher Phil. Fischer zum Districts- einnehmer der DistrictSeinnehmerei Fürth, den Steuercontroleur Carl Maria Götz zum HauptzollamtS-Rendanten bei dem Hauptzollamte Bingen, die HauptzollamtS- Assistenten 2. Klaffe bei dem Hauptzollamte Mainz, Georg Battenfeld und Michael Jacob, zu HauptzollamtS-Assistenten 1. Klaffe bei diesem Hauptzollamte, den Haupt­zollamts »Assistenten 2. Klaffe bei dem Hauptzollamte Mainz, Johannes Georg Schreiber, zum Hauptzollamts-Assist-nten 1. Klaffe bei dem Hauptzollamte Gießen, den HauptzollamtS-Assistenten 2. Klasse bei dem Hauptzollamte Darmstadt, Georg Stahl, zum HauptzollamtS-Assistenten 1. Klasse bei dem Hauptzollamte Bingen, den Finanz - Acc.ssisten Wilhelm Dornseiff aus Holzhausen zum HauptzollamtS- Assistenten 1. Klaffe bei dem Hauptzollamte Worms, den dermalen bet dem Vereins-

ländifchm Hauptzollamte Hamburg mit Versehung einer Assistentenstelle beauftragten HauptzollamtS-Assistenten 2. Klaffe, Georg Fuhry, zum HauptzollamtS-Asststenten 4 Klasse, die Finanz-Aspiranten Heinrich Finger au« Ober-Ramstadt und Carl Weiß aus Bechtheim zu HauptzollamtS-Assistenten 2. Klaffe bet dem Hauptzollamte Offenbach, den Steueraufseher Christian von Gödke, die Zollaufseher Friedrich Henkel und Heinrich Daniel Rausch, den Finanz-Accessisten Gustav Poseiner aus Grünberg und den Finanz-Aspiranten Johannes Baptist Bradner aus Bingen zu HauptzollamtS-Assistenten 2. Klaffe bei dem Hauptzollamte Mainz, den Finanz- Aspiranten Johannes Metzendorf aus Schlitz und den Finanz-Accessisten Adolph Kolb aus Offenbach zu HauptzollamtS-Assistenten 2. Klasse bei dem Hauptzollamte Darmstadt, am 27. Mai den von dem Gemeinberath zu Nieder-Wöllftadt auf die 2. evang. -Lchulstelle zu Nieder - Wöllstadt, im Kr. Friedberg, präsentirten SchulamtS-Aspiranten Conrad Falk von Steinfurth, im Kr. Friedberg, für diese Stell? zu bestätigen.

13) Dienstenthebung.

14) Dienstentlassung.

15) Charakterertheilung.

16) Versetzungen in den Ruhestand.

17) Concurrenzeröffnung. Erledigt ist: die evang. Pfarrstelle zu Bechto!«» heim, im Dek. Wörrstadt, mit einem Gehalte von 1468 fl. 3 kr.

18) Sterbefälle. Gestorben sind: am 12. Mai der penstonirte Schullehrer Philipp Hebenstreiti, zu Rimbach; am 23. Mai der Landgerichts-Actuar Größer zu Grünberg; am 31. Mai der penstonirte Oberförster Klump zu Butzbach.

Darmstadt, 12. Juni. Die Heidelberger Conferenzen in Betreff der Ver­waltung der Matn-Neckarbahn sollen keineswegs resultatlos verlausen sein und verschiedene Veränderungen mit Beginn des nächsten Jahres zur Folge haben. Der Ausschußantrag, auch für die Hinterbliebenen von penstonirte« Beamten eine bis jetzt noch nicht übliche Fürsorge zu treffen, «freut sich des ungetheiltesten Bei­falls und entspricht verschiedenen anderen Gesetzgebungen. So gewährt z. B. das württembergische Gesetz vom Jahr 1821 der Wittwe und den Kindern unter 18 Zähren eines Pensionärs bei dessen Ableben einen Stcrbe-Nachgehalt für 45 Tage über den Todestag hinaus. Nach dem preußischen Gesetz vom 27. März d. I. wird die Pension noch für den auf den Sterbemonat folgenden Monat nach- bezahlt.

Berlin, 11. Juni. Heute Dienstag 11. Juni, Abends 7 Uhr, wurde der Luxemburger Eisenbahn-Dertrag unterzeichnet von Minister Delbrück, Geheimerath Herzog, Geschäftsträger Foehr. Deutschland tritt in das früher von der franzö» sischen Ostbahn - Gesellschaft innegehabte Pachtverhältniß unter den bekannten Be­dingungen. Im 17. Art. erklärt Luxemburg dem Sinne nach, daß e« keine Ga- rantie übernimmt wegen der Rechte Dritter, während Deutschland die von Luxem­burg weg«, solcher etwaiger Ansprüche gewünschte Garantie übernimmt. Herr Minister Servais ist heute Abend nach Luxemburg adgereist.

Berlin, 12. Juni. DieMainzer Zeitung" erfährt untern 10. Juni, daß angesichts der jüngsten Vorgänge in Sachen des preußischen Cultusministeriums gegen den renitenten Bischof von Ermeland und den Militärbischof NamSzanowSki am 16. Juni oder am 18. Juli d. I. in Fulda eine allgemeine deutsche Katho- likenvcrsammlung abgehalten werden soll. Dieselbe soll energischen Protest gegen das seitherige Vorgehen der Regierung einlegen und sich zugleich gegendie Ein- griffe de« Staates in die heiligen unveräußerlichen Rechte der Kirche" verwahren. Zu demselben Zwecke werde schon vorher eine zweite Eptscopal-Conferenz zusam» mentreten. Ueber den Ort, an welchem dieselbe stattfindet, verlautet bis jetzt nichts Bestimmtes.

Bekanntlich Haden bei der Belagerung von Straßburg und Paris schon einige 21cm. Mörser eine Anwendung gesunden, deren Geschoßgewicht zu 180 Pfund angegeben wurde, und sinben dem Vernehmen nach jetzt Versuche statt, ebenfalls zu Belagerungszwecken ein kurzes gezogenes Geschütz von demselben Kaliber zu construiren, bas, nach dem gleichartigen Geschütz der Marine zu schlie­ßen, ein Geschoß von mehr als 200 Pfund versenden würde. Die Wirkung der BelagerungSarüllerie müßte bei so riesigen Kalibern allerdings schon aus der ersten Artillerie-Ausstellung ganz auße ordentlich gesteigert werden. Auch sind, wie ver­lautet, den Belagerungsparks jetzt definitiv einige der eroberten französischen Mi-