(Eingesandt.)
flöten gestellt worden ist,
Deutschen Ordens gedacht. Es hat bisher der Deutsche Kaiser, wenn er Ver- dienste um das gemeinsame Vaterland anders als durch Dotationen belohnen wollte, sich daraus beschränken müssen, preußische Orden zu verleihen, wie ja auch das Eiserne Kreuz ursprünglich ein preußisches Ehrenzeichen ist. Da eine entsprechende Dekoration für Civilverdienst noch fehlt, so soll diesem „Mangel" durch Stiftung eines Ordens des Deutschen Reichs abgeholfen werden.
. . ------- /--r. eine Forderung, und zwar auf Pi
mithin hat eine solche auch nicht abgelehnt werden können; vielmehr
an der spanischen Küste zu kreuzen. Andere Schiffe werden ihm zu derselben Bestimmung folgen, und in den Instructionen des Befehlshabers soll die Eventualität einer Cooperation mit einem gleichfalls in den spanischen Gewässern sich sammelnden italienischen Geschwader vorgesehen sein. Natürlich nicht zu Zwecken irgend welcher politischer Action, sondern eintretendenfalls lediglich zur Sicherstellung der Person des Königs und der Interessen der beiderseitigen Nationalen. Die intimen Mittheilungen aus Madrid lassen die Lage als sehr ernst erscheinen.
Wien, 4. März. Der ministerielle UkaS gegen die Altkatholiken wird von einer subvevtionirten Wochenschrift mit der Bemerkung vertheidigt, nur ein flach- köpsiger Radikalismus könne Einwendungen gegen denselben erheben. Die unabhängige Presse aber findet, daß die „liberalen und verfassungstreuen" Minister Stremayr und Glaser wohl das Recht haben, sich selber ins Gesicht zu schlagen, wenn es ihnen Vergnügen wacht oder von oben befohlen wird, nicht aber die Befugnih, jene Katholiken, welche das im 1.1870 von den höchsten k. k. Behörden selbst für staats- gefährlich erklärte Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkett nicht annehmen wollrn, ihrer gesetzlichen und verfassungsmäßigen Rechte zu berauben und sie zu zwingen, sich entweder der römischen Hierarchie zu unterwerfen ober als rechtlose Secte erst bet der k. k. Bureaukratie um Anerkennung zu betteln. Die Wiener „Morgenpost"
sagt, die Altkatholiken seien jetzt auch von der Staatsgewalt mit dem Interdikt belegt. Da- Stremayr'sche Rundschreiben sei ein Schlag gegen den LiberaliSmu- und ein Triumph für die Ultramontanen. Oesterreich sei nun wieder ein römisch- katholischer Staat geworden, wie zur ConcordatSzeit und der liberalen Partei bleibe nichts Anderes übrig, als eine Adresse an den zu scharf angegriffenen Ex- Cultusminister Iireczek zu richten, denn dieser habe sich wenigstens den Altkatho- liken gegenüber weit liberaler gezeigt, als das gegenwärtige Ministerium. Alois Anton, das Haupt der Wiener Altkatholiken, wird nächsten Donnerstag vor dem Wiener Geschwornengericht erscheinen, da er sich als Verfasser eines Zeitungsartikels über die Ohrenbeichte genannt hat, wegen dessen die k. k. Staatsanwaltschaft Klage erhob. Der Vertreter der Staatsgewalt fand, daß der altkatholische Priester Anton die römisch-fatholische Kirche beleidigt habe. — Die städtischen Volksschulen Wiens sind von einem Lehrerstrike bedroht. Der Magistrat, welcher jetzt Brücken mit vergoldetem Geländer Herstellen läßt, hat in seiner Weisheit beim Schulwesen die größte Sparsamkeit entwickelt, indem er anstatt der Unterlehrer, welche jährlich mindestens 400 fl. bekommen müssen, provisorische „AushülfSlehrer" anstellte, welche mit 79 Kreuzern täglich „entlohnt" werden. Da nun aber sogar die Gassenkehrer in Wien täglich mindestens 90 Kreuzer erhalten, so haben die AushülfSlehrer beschlossen, durch eine Deputation bei dem Bürgermeister definitive Anstellung zu verlangen und im Falle der Abweisung die Arbeit einzustellen.
Belgien.
Brüssel, 6. März. Die Kammer hat auf die Erklärung der Regierung, daß SolvynS beim König Victor Emanuel in Rom als Gesandter beglaubigt sei und bleibe, die Beibehaltung der Vertretung Belgiens beim Papst mit 63 gegen ; 32 Stimmen bewilligt. Die Linke, mit Ausnahme von drei Deputirten, stimmte ’ dagegen.
berg aus den Coupons ist übrigens von sämmtlichen Proceß - Deputationen des < Stadtgerichts ausgesprochen worden.
3n Abgeordnetenkreisen will man wissen, daß die Dotationen verdienter i Männer aus dem letzten Feldzüge, deren Namen am Geburtslage des Kaisers i veröffentlicht werden sollen, in vier Kategorieen zerfallen. Danach erhielten 300,000 i Thlr. der Prinz Friedrich Karl, der Feldmarschall Gras Moltke, der Kriegs-Mi. 1 njster Graf Roon und der General v. Manteuffel; 200,000 Thlr. Staats-Mlnister 1 Delbrück, General v Werder u. A.; 150,000 Thlr. würden zur Verthetlung dem Könige von Bayern überwiesen; 100,000 Thlr. würden erhalten die Generale v Stosch, v. Fransecky, v. Kirchbach, v. Kameke u. s. f. (Es heißt, auch die Erben des kürzlich verstorbenen Generals v. Hinderfin würden in dieser Kategorie bedacht.) Im Ganzen würden 22 Dotationen vertheilt. So weit die Angaben, für welche wir keine Gewähr übernehmen.
Berlin, 6. März. Wie wir von gut unterrichteter Sette erfahren, hat sich aus den in Posen stattgehabten Untersuchungen die überraschende Thatsache er- geben, daß der Erzbischof v. Ledochowski vom Papste zum Primas von Polen ernannt worden ist und derselbe den ihm verliehenen Charakter angenommen hat. Es handelt sich dabei offenbar um mehr, als um einen bloßen Titel. Der Charakter als Primas von Polen hat doch einen Sinn, welcher mit der Stellung und der früheren Haltung des Genannten nicht übereinstimmt. Die Würde eines Primas fetzt gewissermaßen die Existenz eines Königreichs Polen in seiner alten AuSdeh- nung und mit der alten Verfassung voraus. Mit dem Amte sind nicht nur Attri- bute der geistlichen Würde verbunden, sondern nach der polnischen Verfassung ist der Primas der Stellvertreter des Königs und der Träger der politischen Gewalt, wenn der Thron erledigt ist. Man ist daher zu dem Schluß berechtigt, daß v. Ledochowski sich den national-polnischen und deutsch-feindlichen Bestrebungen angeschloffen und mit seiner früheren vermeintlichen Loyalität für das preußische KönigSthum in entschiedenen Widerspruch gesetzt hat. (Post.)
Mit dem Herbste nächsten Jahres steht nach der Bestimmung der neuen Armeeorzanisation von 1861 für die acht altpreußischen Provinzen Vie Reduktion der Landwehr-Verpflichtung bis zum 32. Lebensjahr in Aussicht. Die Verfügung darüber ist indeß noch nicht veröffentlicht worden und dürfte auch wohl keinesfalls vor ver nächsten Etatfeststellung erfolgen. Gegenwärtig bilvet für diese Provinzen nach der mit Abschluß des letzten Krieges erlassenen kaiserlichen Bestimmung die Grenze der Landwehrverpflichtung noch das 34. Lebensjahr. Ebenso würde für die 1866 neuerrichteten preußischen Truppentheile und die norddeutschen Truppen- körper 1873 die erste Überweisung eines Gesammtjahrgangs an Mannschaften zur Landwehr erfolgen müssen. Das wirkliche Statthaben dieses Vorgangs darf tndeß wohl davon als abhängig angesehen werden, ob und inwieweit sich die in Anlaß des letzten Krieges bet dem Reservestande dieser Truppentheile durch Tod und Invalidität erzeugten Verluste schon gedeckt befinden.
Wie der „B. B. C." hört, wird in Regierungskreisen an die Stiftung eines
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3n Frankfurt a. M. beobachtete man das Gleiche 3 Uhr 40 Minuten.
, . ' I'dia'rz. Herrenhaus. Generaldiscussion über bas SchulaufsichtS-
gejetz. F"r dasselbe sprechen Goßler und Bernuth, dagegen Senfft - Pilsach und ÄÄ. TcTIt n ?ET- M “ in seiner gestrigen Red- k-in7-«e s tk Theorie der beschrankten Unter,hanenverstanbcs habe reactiviren, sondern nur bemerken wollen, daß man in einzelnen Fällen sein eigene« Urthei, demjenigen der WsSt',“n& man Bet?fluc' unterordnen müsse. Der Ministerpräsident schließ,; L'9?<nn<=? 's9 a7" L6*1® ber Mann an der Spitze der Regierung von seinem hohen Standpunkte nicht so viel sehe, al« Sie von Ihrem Standpunkt von der ’f* p^re meinen Platz cinzunehmen, statt mir Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Dar ist nicht patriotisch. Nachdem noch Mevissen und
G-n«ölvi«7,I< 9^en die Borlage gesprochen, wird der Schluß der
b J angenommen, worauf der Berichterstatter Kleist-Retzow die Com.
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h g 2. März. Da« hiesige „Kreisblatt" veröffentlicht folgenden Erlast
L-n°ra,H.S,ellv-r,r-,er- ». Aulock: Im höheren Auftrage mache ich den Ma- mnCr Endlichen Polizeiverwaltungcn der Kreises zur Pflicht, alle politisch thatigen Personen, welche nicht ihre Eigenschaft als deutsche Unterthanen oder sonst ihre verfassungsmäßige Berechtigung zu ihrem Aufenthalte im hiesigen Kreise
Dresden, 6. März. 77' das Schulgesetz fort und nimmt
Frankreich.
„ Pmjs. 7. W'k .C°nsti.uti°nn-l^me.d-.^au-,E-r Quell.
woll-ch " In 8onbcn ä“ <rnEnnen' N"F"N der Herzog v. Broglie abdiciren
Italien.
-i ■ k In den ersten Tagen der künftigen Woche wird Prini
Friedrich Karl von Preußen sich nach Neapel begeben. Heute Abend wird der g's'i'"' F°'dmarschall den deutschen Künstl-rver-in mit seinem Besuche beehren. ? ka ' rc i8 “ ' zu diesem Zwecke festlich decorirt und die hier weilende deutsche Colonie zum Feste geladen. — Msgr. Ehigi ist im Batican stark in Un. gnade gesallen. Die Berichte des Nuntius haben viel dazu beige,ragen, in den dortigen Kreisen Illusionen zu nähren, welche durch die Ernennung Fourni-r'- grausam zerstört worden sind. Gestern noch al« ausgezeichneter Diplomat ver- marck"an h »etr b?un"us heute als ein Mann, der sich von Th,er» und Bi«, marck an der Nase ha, herumsuhren lassen und nicht einmal das ABC seines B-. rufes kennt. '
m ,piksten, 8. März. In Nr. 58 des Gießener Anzeigers hat ein Artikel aus den .foeffifrfun Solföb attern Aufnahme gefunden, welcher einer Berichtigung dringend bedarf. Denn von zwei . 4"^". abgesehen enthält er nicht« als Unrichtigkeiten. Er bespricht einen Vorfall ver f-st drei Monate alt ist, so daß schon da- „unlängst" und „kürzlich" mit welchem der Artikelschreiber seine Erzählung als eine Neuigkeit bezeichnet, eine Unwahrheit ist Unwahr ist Tbätlickk^ten^,'^W S»}W<n einem Verbindungsstudenten und einem Eorpsstudenten zu
SÄ fuhrt haben vielmehr ist der erstere von dem letzteren auf der Stra e ohn U . fache und Veranla lun-, nnS ...r» , . .. -. . - - "
Vermischtes.
einen ne^nXK.k^V?^ ^xmon^ ,3n Newyork fahnden die Geheimpolizisten auf ...deiī aULben aeni^r fiebe" iI,tn in aller Form angetraute Frauen
zu gleicher 3eit Anspruch machen. Die Earriere, die dieser Bursche in Amerika gemacht bat
a ff Newyork kam Seitz im Jahre 1865 an, von Grün berg
ff er Gerichtsschreiber gewesen war und eine Frau mit vier Kindern
hatte sitzen lassen Seine Frau hatte ihm 20,000 Gulden mit in die Ehe gebracht äber daS Geld hatte der lebenslustige Gemahl, der ein großer Feinschmecker war, verjubelt. In Newvork 9Bltttoc' dle eine Wirthschaft hatte, Aufwärter und nach einigen Tagen NMirtbickaftibt Ehemann. AlS solcher verkaufte er sehr bald die ^irthjchaft und lebte mit dem ErloS dieses Verkaufs kurze 3eif in dnL-i inhiin ßa;„4r k " ibn üb-rdrüsfig, jagte fi, -ine« Tage« ,um Hause binanff u^d al«
f/o bJ a vtd)- au£ ble Straße zu setzen, erklärte er mit der größten Kaltblütig- komme» «L-d-n 5raU “ Ämbet m Deutschland besäße dl- sehe bald ju ihm h.rnb^
Oesterreich.
Ti . Der hiesige Officiöse der „Karlsruher Zeitung" meldet •
»"«8‘nMllf des österreichische» Escadre-Commandanten ist abgegangen, um
R-s-rv-vfsijl-r sich -i« prin-ipi-„.n Gegner b,s Duell« «kiär. hab. ünwähr st' aß d msckbe« von s.mem R-g>mn,«-C°mmand-ur -in. Alternativ- g-ft,llt wurden sei; unwahr ist ei„^ Wtclomation "achBerlin gerichtet worden sei und ebenso unwahr demzufolge, daß von Berlin aus das^chrengerichtliche Urthe.l bestätigt worden sei. Was bleibt nun von dem ganzen Attike! noch
m«t ft Kammer fährt in der Sp.cialdebatt. über sÄ- -d'L7rSun?:Lall!n7n'd
eine öffentliche Anstalt her cs b , Ausschusses, die Volksschule als worden. Unwahr ist, daß von dem Corpsstudenten überhaupt eine Forderung, und zwar auf Pi
gänglich tu mach b uh ne Unterschied des Glaubensbekenntnisses zu- Re^erveofsi' itt b ^at eine ^ül.*e auch, nicht abgelehnt werden können; vielmehr
Ä r ä’v, ..................... -..........
Dresden, 6. Ma>, ^ r er 1n,utbe °'-s- Frage vernein,.
Helm dem Könige daß Kaiser W-l-
sächsische» Kriegsminister °. Fabrice aus' dem^Doiaiions^ndb D,m
100,000 Thalern verliehen worden sei, um damit ! die Summe von desselben um die Reorganisation und die bewährte Krieastückti^^^^^a!'^" Armeerorps seine kaiserliche dankbare Aner/^nln ÄS sächsischen .. Chemnitz, 6. März. Heute Nachmittag wurde hier ein llärker Erdi, B spurt, welchem mehrere schwache folgten. ver-
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