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sregatteu mit zusammen 2130 Pferdekraft, 1586 Mann Besatzung und 68 Ge- schützen, größtentheils 7- und 8zöllige Armstronggeschütze. Noch treten dazu 2 Schraubencorvetten mit 1400 Pferdekraft, 358 Mann Besatzung und 36 Ge­schützen und 40 Dampfer mit zusammen 2679 Pferdekrast, 3293 Mann Besatzung und 116 Geschützen. Auch in dieser so bedeutenden Seemacht liegt sicher eine Gewähr, daß die Expedition nicht diesem Staate gelten kann. Don dem neuer­dings fast der Reihe nach als der Zielpunkt derselben genannten centralamerika­nischen Republiken besitzt hingegen nur die Argentinische Republik eine Seemacht von 7 bewaffneten Fahrzeugen, darunter eine Schraubencorvette von 12 Kanonen. Alle anderen entbehren einer solchen ganz. Zum Theil bleiben diese Republiken iudeß auch nur als Binnenstaaten zu betrachten, und gilt dies namentlich von Bolivia, das sich fast ganz durch die Küste von Peru gedeckt findet. San Sal­vador besitzt hingegen die Hafenstädte La Union, La Libertad und Acajulla; Costa Rica besitzt Simon und Punta Avenas; Honduras am Atlantischen Ocean Truxilla und Omoa; am Stillen Ocean Amapala und Medina. Der Handel dieser kleinen Republiken, von denen keine mehr als eine bis anderthalb Millionen Einwohner zählt, wird jedoch vorzugsweise mit Nordamerika geführt, und ist das Verhältniß dieses letzten Staats zu denselben bisher immer als bas einer Art Schutzmacht angesehen worden.

Oesterreich.j

Wien, 3. Jan. Für die österreichische Nordpolexpedition, welche unter der Leitung des Genielieutenants Payer und des Schiffslieutenants Weyprecht unter­nommen werden soll, find in Wien bereits über 50,000 fl. gezeichnet worden. Graf Hans Wilczek allein gibt 30,000 fl. dazu.

Prag, 2. Januar. Wegen Weigerung des Landesausschuffes, die rück­ständigen Landesbeiträge zu den Ausgaben der Schulbezirke auszuzahlen, wurde die Beschlagnahme der Landesfondszuschläge bis zur Höhe der rückständigen Bei- träge ausgesprochen.

Belgien.

Brüssel, 5. Januar. In Charlerot ist ein Strike der Bergwerkarbeiter ausgebrochen und hat bedenkliche Dimensionen angenommen. Angesichts derselben drohen die dortigen vereinigten Kohlenbergwerkbesitzer, sofern die Internationale eine Ardeitsverkürzung und Lohnerhöhung veranlasse, sämmtliche Zechen zu schließen.

Brüssel, 5. Januar. In Bezin (Prov. Namur) ist ein Strike auSgebro- chen. Ein Bataillon Soldaten ist dahin abgegangen. Ein Gensd'armerielieutenant wurde verwundet. Arrestationen sind vorgenommen.

Brüssel, 6. Jan. Man schreibt derJndep. belge" aus Versailles: Von 17 Sitzen dürften die Republikaner am Sonntag 14 erringen. Die Börse is sehr verdüstert durch das Gerücht von bedeutenden Fallissements.

Namur, 6. Jan. Der Strike von Vezin scheint sich auf die angrenzende Provinz Lüttich auszudehnen. Die Behörden sind in Thätigkeit, um dies zu ver­hindern.

Frankreich.

Paris, 5. 3mar._

wahrscheinlich werde die Commission dem Entwurf der Regierung ihre Zustimmung geben. In der gestrigen Sitzung der Academie beschloß dieselbe, die Demission des Bischofs Dupanloup nicht anzunehmen. Das Kriegsgericht. wird Montag mit der Aburteilung der wegen Ermordung der Geißeln Angeklagten beginnen.

Paris, 6. Jan. Der Graf v. Saint - Dallier wird heu^ in Paris ein­treffen. Es geht das Gerücht, Duchatel werde seinen Antrag auf Verlegung der Regierung und Nationalversammlung nach Paris zurückziehen, sobald Victor Hugo zum Abgeordneten gewählt werde. Ein Brief des Herzogs v. Gramont de- mentirt das Gerücht, als habe er die Verantwortlichkeit für den Krieg auf Bene- detti zu werfen gesucht.

Versailles, 6. Jan. Die Nationalversammlung beschloß in ihrer heutigen Sitzung auf Bericht der Commission für den Vorschlag, gewisse Journale in An­klagezustand zu versetzen, die Regierung zu ermächtigen, gegen 10 Journale wegen Beleidigung der Nationalversammlung das gerichtliche Verfahren einzuleiten. Der Beginn der Discussion über die Steuer auf Mobilienwerthe wurde von der Ver­sammlung in Uebereinstimmung mit der Regierung aus Montag festgesetzt.

Versailles, 6. Jan. General Cremer wird in der Angelegenheit des als preußischer Spion erschossenen Kaufmanns Arbinet von Dijon gerichtlich verfolgt. Das Gerücht, wonach die deutsche Regierung der diesseitigen Bemerkungen über das Militärbudget hätte machen lassen, entbehrt, derAgence Havas" zufolge, jeder Begründung. Es verlautet, daß der Finanzminister Pouyer-Quertier nicht auf der Besteuerung der Rohstoffe bestehen werde; in diesem Falle würde die Na- tionalversammlung, nach der Genehmigung der Steuer auf die Mobiliarwerthe, wahrscheinlich die zur Herstellung des Gleichgewichts des Budgets erforderlichen Zuschlagssteuern votiren.

Versailles, 6. Jan. Thiers leidet in Folge von Erkältung an den Augen, ohne jedoch dadurch am Arbeiten gehindert zu sein.

England.

London, 3. Jan. Ohne jeden Commentar geben wir die folgende Zu­schrift, welche dieTimes" unter der Ueberschrift:Alabama - Ansprüche" ver­öffentlicht:

Mehrere in England ansässige Deutsche haben, nachdem sie die Forderungen der Vereinigten Staaten gegen England gelesen, beschlossen, eine Petition an den Fürsten Bismarck zu richten und ihn zu ersuchen, daß er von der amerikanischen Regierung eine Entschädigung von wenigstens 100 Millionen Sterling verlange, wegen der durch amerikanische Waffenverkäufe an Frankreich verursachten Ver- längerung des französisch-deutschen Krieges von 1870/71. Es ist eine notorische Thatsache, daß der Krieg bald nach Sedan zum Ende hätte kommen müssen, und zwar wegen einfachen Waffenmangels auf Seiten der Franzosen, hätte nicht Hr. Gambetta Geschütze und Gewehre in Masse von amerikanischen Fabrikanten be- schafft. Was nun aber dem Einen recht ist, ist dem Andern billig, und die Ameri- kaner, welche die abgeschmackte Theorie wegen Verlängerung des Krieges in die Welt gesetzt haben, dürfen sich nicht sträuben, eine Entschuldigung und eine gute Summe klingender Münze nach Deutschland zu schicken. Ein in England an­sässiger Deutscher."

London, 3. Jan. Die UniverfitätSbehörden und der Senatus academicus von Edinburg sind jetzt wegen der Frage der Zulassung des weiblichen Geschlechts zum Studium der Medicin in offner Fehde begriffen. Der Senat hatte Auf­hebung der Bestimmungen über die medicinifche Ausbildung von Frauen an­empfohlen. Die Universitätsbehörden weigern sich, dieser Empfehlung Folge zu leisten, verwahren sich aber ausdrücklich gegen Aussprechung irgend einer Ansicht über die Ansprüche der Frauen oder die Befugnisse der Universität zur Verleihung medicinischer Diplome.

Griechenland.

Athen, 4. Jan. Nachdem das Ministerium bei den Ausschußwahlen mit 75 gegen 76 Stimmen in der Minorität geblieben, bot dasselbe heute seine De­mission an.

Rumänien.

Bukarest, 4. Jan. Der Senat hat das von der Kammer genehmigte Eisenbahngesetz in Berathung genommen und will dasselbe bis morgen votiren.

Türkei.

Constantinopel, 30. Dec. Wie dieTurquie" meldet, haben römische Geistliche versucht, Proklamationen in allen den Christen des Orients geläufigen Sprachen ballenweise in's Land zu schmuggeln und die christliche Bevölkerung gegen die ottomanische Staatsbehörde aufzuwiegeln, die doch bekanntlich in Betreff der Religionen die toleranteste der ganzen Welt sei. Die Ballen sind aber am 22. December beim Zollamt aufgefangen und mit Beschlag belegt worden. Der zu mehrjähriger Verbannung verurtheilte Expräfect von Constantinopel, Haidar Effendi, wurde vom Sultan begnadigt.

Amerika.

Newyork, 3. Jan. Brigham Ioung hat sich dem Gerichte in Utah gestellt und befindet sich in Haft. Der Großfürst Alexis besucht Chicago.

Asien.

Smyrna, 27. December. In Kleinasien herrscht, demPesther Lloyd" zu­folge, große Bewegung unter den Mohamedanern. Einige Tausend derselben sind zum Christentum übergegangen, darunter auch Mullahs, was eine bedeutungs­volle Erscheinung wäre.

Aus Calcutta wird vom 2. Jan. telegraphirt: General Bourchier meldet von der linken Colonne der Expedition gegen die Looshais unterm 29. December, daß die TylhooS von Khülen gekommen sind, um Frieden zu bitten. An Menschen­leben und Eigenthum haben sie sehr schwer gelitten. Die Bedingungen sind in Erwägung. Inzwischen werden die Vorräthe mit Schnelligkeit nachgeschoben. Auf englischer Seite war der Verlust gering.

Vermischtes.

Frankfurt a. M., 2. Januar. In den letzten Jahren hatte man sich der Hoffnung hin- gegeben, daß der nach althergebrachter Sitte in der Syloesternacht in Frankfurt ftattsindende Unfug nach und nach ganz aufhören werde. Diese Erwartung wurde durch die jüngste NeujahrS- niänienb ru Schanden gemacht. Seit einer Reihe von Jahren zeigte sich die Rohheit in der ersten ucachl oes Jahres mcyr jo fiiwwv rote in dieser. Nicht mehr menschenähnlich war das Rufen:Prost Neujahr", sondern es war ein thierischeS Gebrüll. Daneben wurde geschossen, als fände ein Tirailleurgefecht statt oder machten die Detonationen der Mordschläge die Haus­bewohner erschrecken. Wie man hört, soll einer dieser Feuerwerker abgefaßt worden sein. Die Fahrgaffe wurde von einer wilden Bande durchzogen, welche an jeder Schelle rissen, wobei ein Individuum mit furchtbarem Prügel auf die HauSthüren schlug, als gelte es, sie zu zermalmen. Doch damit ist eS nicht genug. Ein verhafteter Bursche, wie man sagte, soll er aus Sachsen­hausen sein, brachte auf" der Eonftablerwache dem Schutzmann Schäfer einen Messerstich jn'S Genick bei und ist die hierdurch entstandene große Wunde nicht unbedenklich. Damit die Glaser etwas zu thun bekommen, wurden Scheiben eingeworfen, um mufikalische Ohren zu beleidigen Katzenmusiken gebracht. Kurz, von einer Besserung der Sitten war nichts wahrnehmbar, ja eine Verschlechterung war geradezu zu bemerken; denn auch Frauenzimmer betheittgten sich' an dem Unfug, und wenn manche Herrschaft nicht weiß, woher ihre Magd die Kratzspuren im Gesicht und die blauen Augen hat, so wollen wir e6 ihr verrathen: da« kommt von der Neuiabrsnackt 1872 auf der Zeil.

Darmstadt, 3. Januar. Bei den früheren, durch das Gesetz vom 12. October 1867 ab- gcschafften Pässen ließ der farbige Unterdrück kaum Fälschungen zu oder doch leicht erkennen Nachdem die früheren Pässe verschwunden sind, fallen dem Aufsichtspersonal die von den reisenden Jadustrierittern geführten gefälschten Legitimationspapiere nicht mehr auf und ein und derselbe Stromer reist jetzt nicht selten auf 510 Metiers, um bei den betreffenden MeisternUmschau" zu halten. Es gibt Fälscher, welche alle Amtssiegel täuschend nachahmen. Einer der größeren und gemeingefährlichsten Fälscher ist ein gewisser Ad. Wilh. Hugo Schrage von Berlin, der unter dem falschen NamenMar Cosbau" in Gießen verhaftet wurde und momentan in Calbe a. S eine ömonatliche Gefängnißstrafe verbüßt. Der noch jugendliche, erst 23jährige Verbrecher der die Realschule zu Fürstenwalde besucht hat, macht mit der größten Leichtigkeit die Amtsfiegel der Behörden und Stempel der Kaufleute und Fabrikanten nach, so daß die Fälschungen kaum erkenn­bar sind.

Hadamar, 3. Januar. Am Sylvester ist hier ein schreckliches Unglück pasfirt, an welchem die ganze hiesige Bevölkerung den schmerzlichsten Autheil nimmt. Der Provisor in der htestqen Apotheke hat nämlich bet Zubereitung eines RecepteS statt einer vorgeschriebenen Quantität Chinin Morphium gegeben, in Folge dessen Genusses die Patientin, die 24jahriqe Tochter des Herrn Gymnafialoberlehrerö C., sofort verschieden ist.

DieTroppauer Zeitung" schreibt: Bei einer vor Kurzem in der Nähe abgehaltenen Jagd wurden 101 Hasen, 1 Fuchs, eine Eichkatze und ein Bürgermeister, bei einer kurze Zeit später in einem noch näher liegenden Reviere abgehaltenen Jagd 98 Hasen, 1 Rebhuhn und ein Bürgermeisterssohn geschossen, die beiden Letztgenannten, nämlich Bürgermeister und Büraer- meifterSsohn, zum Glück bloS leicht angeschossen. Wackere Schützen!

Die Liverpooler Polizeirichter sind im Begriff, ein neues Mittel zur Unterdrückung der Trunksucht zu erproben. Sie beabsichtigen, neben der Verurtheilung der Trunkenbolde zu Geld­bußen, deren Namen und Adressen zu veröffentlichen, indem fie glauben, daß eine solche Maßregel abschreckender als eine Geldbuße oder der Verlust einiger Stunden Freiheit wirken werde. Der Urheber dieses Planes ist, wie der LiverpoolerMercury" erfährt, Herr Robert Gladstone, ein Bruder des Premierminister«.

Handelsberichte.

Darmstadt, 5. Januar. In der heute fortgesetzten 36. Verloosung der Großherzoglich Hessischen Fünfzig-Gulden-Loose find weiter herausgekommen: Nr. 33,900 mit 50,000 fl. Nr. 6550 mit 3000 fl., Nr. 46.548, 84,498, 85,145 mit je 1000 fl., Nr. 27 30 670 49,243, 60,353, 64,276 mit je 400 fl. '

Umtausch der TaunuSbahnactien. Nachdem der zwischen der Hessischen Lud- wigSbahn und der TaunuSbahn abgeschlossene Vertrag wegen gemeinsamer Betreibung der Er­bauung verschiedener Bahnstrecken in Nassau und der Einleitung der Fufionirung von den General­versammlungen beiderseits genehmigt ist, hat die Hessische Ludwigsbahn die Actionäre der TaunuS­bahn zum Umtausch ihrer Actien gegen Action der Hessischen Ludwigsbahn durch Bekanntmachung eingcladen. Dieser Umtausch ist selbstverständlich vorerst facultativ und kann in der Frist vom 2. bis 22. Januar in Frankfurt a. M. der Filiale der Bank für Handel und Industrie und in Mainz bei dem Effectenbureau der Ludwigsbahn bewirkt werden.