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Deutschland
Darmstadt, 5. Oct.
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Majorität aus den mittleren Elementen zu bilden, so wird voraussichtlich noch im Laufe des Winters Frankreich zur Wahl einer neuen, constituirenden Versammlung schreiten. Welche von beiden Eventualitäten eintreten wird, da- liegt zum größten Theile in den Händen der Eonservativen.
machen, weil es hindern wolle, daß von katholischer Seite Tendenzprozeffe geführt werden, die nur darauf berechnet seien, eine Märtyrerschaft zur Schau zu tragen welche sie in den Augen ihrer Anhänger glorificircn solle.... Wie die „Elb. Z." erfährt, wird in Regierungskreisen diesen Ausführungen entschieden entgegengetreten. Man sagt im Gegentheil, daß die preußische Regierung wünsche, der Bischof möge den Rechtsweg betreten. Sollte sich in der That Herausstellen, daß eine Lücke in der Gesetzgebung vorhanden, so sei dann die Gelegenheit geboten, sie durch Vor- lagen an den Reichstag oder Landtag auszufüllen.
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. In Baden-Baden hat man den dort zum Gebrauch der Bäder sich aufhaltenden deutschen Invaliden untersagt, das Conoersationshaus und den oberen Raum der Pro. menade zu besuchen, damit die eine Welt nicht durch ihren Anblick — mir?
Ist das der Dank für die Tapferkeit und Aufopferung dieser Braven? ' 8
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Belgien.
Brüssel, 2. Oct. Die hiesige klerikale Presse hat soeben eine Subskription ür die „in Genf und Norddeutschland verfolgte Kirche" eröffnet.
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Frankreich.
Paris, 5. October. Das „Journal officiel" enthält eine Note, wonach ünf Ofsiciere der Grenobler Garnison, welche an der politischen Kundgebung vom 26. v. M. Theil genommen hätten, vom Kriegsminister zu anderen Re- gimentern versetzt, sowie mit sechstägigem Arrest bestraft worden seien, den sie nach ver Ankunft bei ihren neuen Corps zu verbüßen haben würden. Die Note erklärt, daß die Aufgabe der Armee im Innern darin bestehe, das Gesetz zu vertheidigen und die Ordnung aufrecht zu erhalten, was jede Beschäftigung mit Politik aus- chließe. Alle Ofsiciere des betreffenden Grenobler Regiments hätten übrigens zegen Vas Verhalten ihrer Cameraden protestirt. — Das „Journal officiel" meldet, daß gestern von Toulon ein Evolutionsgeschwader in See gegangen sei. Ein Theil desselben werde Ajaccio besichtigen, während der andere nach der Küste von Tunis und den östlichen Gewässern des Mittelländischen Meere« bestimmt sei. — Alle großen Pariser Blätter werden morgen eine Subscription zu Gunsten der in Paris angekommenen elsässisch-lothringischen Auswanderer eröffnen.
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«n - A^l, 3. Oct. Der größte Theil des Locomotiv- und Zug-Personals der Matn-Wefer-Bahn, Bebra-Hanauer Bahn und Hannoverschen Staatsbahn hat sich, m Folge der ergangenen Aufforderung, zur freiwilligen Dienstleistung beim Betriebe occupirter Bahnen im Falle eines Krieges dem Handelsministerium
Vermischtes.
Frankfurt. Hiesige Blätter melden; Man ist wieder bestrebt, wie folgende Beb-, spiele zeigen, ble Kartoffelpreise in die Höhe zu treiben und so dieses in so reicher und outer Weise ausaeWßpf Product der heurigen Ernte in unverantwortlicher Weise zu
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by mgefidüen ©egmßänbe hervortrat. war diejenige de- Herr» -- ; J: ’r®urf,n- shm, ««mm»,
u. . . o- , ,, ®ie Kürbis des Herrn Ruziczka zu Rüdesheim fsoaen. Herkuleskeule-»
botanisch interessanten Früchte deS hiesigen botanische« Garten«, so u. A. Eierfrucht, Bataten, Topinambur, Spanischer Pfeffer, Kaffeebaum, YamS-
BerllN, 4. Oct. Der gegenwärtig in Osnabrück tagende deutsche Prote- stantentag hatte sich zu feinen Festpredigern Pfarrer Schröder in FreirachSdors und yjfarrer Lang in Zürich gewählt. Das hannoversche LandeSconsistorium hatte edoch zu diesen Predigten die Benützung der Kirchen verboten. Pfarrer Schröder ist wegen btharrlicher W-ig-rung, das apostolische Glaubensbekenn,nist bei der geil. Taufe in kirchenordnungsmäßiger Weife anzuwenden, »vm Conststorium >u Wiesbaden feines Amtes entsetz, worden. Pfarrer Lang ist Verfasser mehrerer Schriften, welche sich sehr offen und ehrlich die Vernichtung der gegenwärtig evangelischen Kirche zur Aufgabe gemacht haben. Er selbst sagt in seiner Schrift- „Martin Luther, ein religiöse« Eharaeterbstd", daß er eine Kirche wolle, die in allen Stucken ungefähr da« Gegentheil ist von der jetzigen. Dann sagt er wört- lich: Man kann an der Lehre Luther'S nichts flicken, man muß sie stürzen, man muß die kirchliche Mythologie, welche die Vorausfetzung für das Denken des Erasmus, wie Luther bildete, gänzlich abthun: Die Mythologie eines außerordentlichen Gottes, der dem Endlichen als ein allwissendes und allmächtiges Wesen dualistisch gegenübersteht, die Mythologie eines Sündenfalles, durch welchen die ursprünglichen Kräfte der Menschennatur gebrochen fein sollen, die Mythologie eines Gottes, ter vom Himmel auf die Erde niedersteigt und Mensch wird, die Mythologie endlich eines Himmels, der anderswo, als im menschlichen Gemüthe liegt, daher die Ungewißheit über feinen Besitz stets mit sich führt, einer künftigen Seligkeit, die ihre Bürgschaft in etwas Anderem fleht, als in dem Gefübl der gegenwärtigen. I
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Loeal. Notizen.
7. October. Der im Jahre 1869 gegründete Gartenbau-Verein der Provin» ^berHessen anV5- d«. seine erste Ausstellung in den Räumen der Turnhalle Die
9 -r ift Wn ane3 (Srroatten reichhaltig beschickt, Sammlungen der schönsten Obstsorte« und Gemüse, sowie Blumen lachten dem Besucher entaeaen bafi ,« LV 1 ?
jii be« fch^üen Hoffnungen seitens be« Gartenbau-Vereins berechtigt,. Zu wünsche/ wäre “e« wenn °Nl°hr ch «a. Aasft-llavg bfef.r Att durch b,n genannten Verein «folg,- Da« 3nt«eff- ib"r??lbü7ln arü^r M B-°iilkewng mehr gehoben unb geförbert unb b,r Mult," ®,b‘ ibt StlbBt In «reSttem Maß- abgetrotzt. Mög« da« Publikum aber auch b-m Vereine bik wabl, verblente Wurblgung unb Anerkennung zollen, bi, er für seine Mühen unb Arbeiten verdient — au^Me" »“ tfübr« ß<UUn9 juruckzukommen, wollen wir unseren Lesern einig, der Haupt-
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,erste Ra«g durfte wohl der Gartenbaugesellschaft zu Frankfurt a. M. ae« buhren, welche e^n So^tment von circa 100 Sorten Aepfel und Birnen zur Ausstellung schickte. Dasselbe war pomologisch richtig bestimmt und bestand in ausgezeichneten Gremplaren. An diese Eamm- lung recht sich biqemgc deS Herrn Touchon au« Hohenheim bei Mainz, welche namentlich da- ; ^ne±ntMtoar' M fie flu< 300 ™ Manb, welch! in dem eigenen Gart?«
de« Herrn Touchon gezogen waren und dadurch große Liebe zur Pomologie erkennen lassen Eine weniger zahlreiche aber doch sehr schöne Sammlung stellte Herr Garteninspector Fischer n Homburg v. d. H. au«. Ueberhaupt müssen wir noch bemerken, daß genannte drei Aussteller ihre Sorten m einem bevorzugteren Klima ziehen als wie da« unsrige ist, folglich di« Obstsorte« schöner und reichhaltiger sei« könne». Genannten drei Ausstellern steht nun, was Cultur " anbe- Sortiment des Herrn Hofgärtner Junker in Lich in keiner Beziehung nach Die m.t Frucht behangenen Zwergbäumchen, die Melonen und Gurken, sowie die richtige pomologi^e ", ro ü9- <f< ®°?ccHon 4" einer werthvollen. Die Grupp, d,S Herrn Lehrer Rückest
au« Rodhe.m de« Herrn Hofgärtner Well, zu Affenheim, des Herrn Kammerrath Freseniu- ^gärtnere! in Ilbenstadt, sowie des Herrn Büchs le r in fll. --- —*..... •- ««« vuii yuHvtiemininerium zur t,^l'dufeck boten «n Fruchten auch de« SehenSwerthen viel und erregten namentlich die Kar-
DiSpoflNon gestellt. Dieselben haben sich innerhalb vier Tagen na^ beföhlet Ld*rbür* ® b., @in, Sammlung
litjen Generaldirection der Reichseisenbahnen ressortirende EisenbahnbetriebScom- Aepfeln unb Birnen. Die Kürbis beS Herrn Ruziczka VM ImImS V14 I Ha A r.n • m ... f. t r. r . t « , - ’
Spanien.
Madrid, 3. Oct. Seit gestern Nacht steht das Escurial in Flammen. Ein Blitzstrahl verursachte den Brand. Das Feuer hat bereits die Bibliothek ergriffen, doch ist Hoffnung vorhanden, die Bücher zu retten.
Madrid, 3. Oct. Die im Kloster zum heiligen Laurentius im Escurial ausgebrochene Feuersbrunst wurde gelöscht und die Bibliothek gerettet. Der Schaden wird auf drei Millionen Realen angeschlagen.
Rumänien.
Cettinje, 4. Oct. Der Senat beschloß die Bestrafung der Personen, welche der Herbeiführung der stattgehabten Grenzkämpfe schuldig befunden werden. Der Fürst bietet hierfür Garantien an. Weitere Verwickelungen dürste« voraussichtlich nicht hervorgerufen werden.
Türkei.
Konstantinopel, 5. Oct. Die Pforte forderte den Agenten des Fürste« von Montenegro in Scutari auf, die Stadt zu verlassen. Das Gerücht, der russische Botschafter habe anläßlich des türkisch-montenegrinischen Conflicts bei den Vertretern der anderen Mächte eine Collectivnote beantragt, ist gänzlich erfunden. Die russische Botschaft beschränkte sich auf die Mittheilung, daß sie ben beide« Parteien Mäßigung anzuempfehlen beabsichtigte.
Allerhöchster Entschließung vom Heutigen den HofgenchtSrath bet dem Vosgertcht ( der Provinz Starkenburg Ludwig Hallwachs zum Ministerialrath bei dem Mini- \ sterium der Justiz zu ernennen geruht. ’
Mainz, 3. Oct. Seit einigen Tagen machen Verhaftungen und Haus- fuchungen von und bei äußerlich höchst achtungswerthen Herren etwas Aufsehen, wenn man auch unter denselben ein und das andere Individuum erkennt, welches i das einträgliche Gewerbe des „Bauernfangens" betrieb. Seit geraumer Zeit war, 1 wie auch äußerlich an den Gestalten, welche die Dampfschiff-Landestellen und die Bahnhöfe frequentirten, leicht erkennbar war, unsere Stadt eine Art Mittelpunkt dieser gefährlichen Gaunerei, welche auch den Zuzug anderen Gesindels vermittelte und ermuthigte. Die Rückwirkung dieses Zustandes auf die Nachbarstädte war höchst fühlbar. Es blieb ein Räthfel, daß dieses lästige und gefährliche Unwesen trotz aller Wachsamkeit der Polizeimannschaft weder an Ausbreitung noch an Kühnheit verlor. Jene Verhaftungen und Haussuchungen haben nun den Schlüssel zu Dem Räthsel geliefert, indem sie die Verbindung eines Polizeischreibers mit dem Gesindel dargelegt haben. Diese Verbindung scheint eine Art Theilhaberschaft und, wie das Gewerbe selbst, recht einträglich gewesen zu sein. Was die Untersuchung noch zu Tage bringen wird, ob, wie das Gerücht sagt, auch der betreffende Po- lizeicommiffar Ahnung von der Sache gehabt, läßt sich für jetzt noch nicht sagen; die betreffenden Amtshandlungen hat ein anderer, regelmäßig zu diesen nicht com- petenter, Polizeicommiffar vorgenommen. (D. Pr.)
Berlin, 4. Oct. Dem preußischen Staatsministerium ist, wie der „B. B.-C." mittheilt, eine Denkschrift katholischer Staatsbürger zugegangen, in der dasselbe gebeten wird, auf Maßnahmen bedacht zu sein, durch welche einerseits der Bestand und die Rechte derjenigen Religion und Kirche, welche bisher unter dem Namen der katholischen verstanden worden ist, gewahrt, andererseits die von Seiten der „neuen katholischen" Religion und Kirche drohenden Gefahren abgewehrt werden. Insbesondere bitten die Petenten, im Wege der Gesetzgebung event. richterlichen Entscheidung folgende Fragen endgiltig zum Austrage zu bringen: 1) Können die der bisherigen katholischen Kirche zugestandenen Rechte nach ihrer totalen Um- Wandlung noch ferner von ihr in Anspruch genommen werden? 2) Können die mit der bisherigen katholischen Kirche abgeschlossenen Verträge, die unter Voraus- setzung des bisher geltenden Begriffes vom Katholicismus gefaßten Beschlüsse und gemachten Versprechungen von Seiten Einzelner, so wie ganzer Gemeinden noch als verbindlich angesehen werden? 3) Haben die dem Papste gegenwärtig will fahrenden Bischöfe das Recht, denjenigen Pfarrern, welche an der alten Lehre festhalten, deshalb ihre Einkünfte zu entziehen, und diese einem anderen, trotz ÄISÄ Weile,k« ju Zwecken der neuen Religion und Kirche verwendbar? 5) Kann es zulässig erscheinen, daß die ueue katholische Lehre der Jugend eingeprägt, und da der neuen katholischen Kirche die Heranbildung der Volkslehrer überlassen bleibe
Dieser Tage wurde von ultramontaner Seite in Eirculation gesetzt, daß d Regierung in Der Lage fei, Den Bischof Krementz zu hinDern, in Sache Der Tem- poraliensperre Den Rechtsweg einzufchlagen. Das Ministerium fei entschlossen
sBerlin. B^anntlich ist etz Die Ausgabe der Oberrechnungskammer u. A auch die sammtlichen Rechnungen zu prüfen, welche dem deutsch-französischen Kriea ih?t r „ . ,r ----° wiunHumui |ti rarscylvssen, Daß sie mit einer bis in's geringste Detail gehenden Accuratesse
ergänzten Die Clerikalen, von Den ihm zu Gebote stehenDen Mitteln Gebrauch zu * 'ine Geschichte, welche man sich in^^Berliner'^Offiziers-
macben, weil es bindern wolle, dab von fnthntu*»» (R.Uo erzählt, liefert hierfür einen neuen Beweis. Die Oberrechnungskammer bat
nämlich unlängst auch dem Gra en Moltke ein Monitum zugestellt E^mmer hat Grafen wahrend des Feldzuges em - Pfund Schnupftabak geliefert und de7 Betrau mit einem Thaler zehn Silbergroschen in Rechnung gestellt worden. Die Oberrechnunas- kammer rügte dies Verfahren nut dem Bemerken, es könnte die Reichskasse schlcchttr- dings nicht mit einer Ausgabe belastet werden, die sich auf die Privatbedürfnisie eines juXuaablem0'’ ^^zufolge ist der Feldmarschaü angehalten worden de^Betrag
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