anstaltern, welche den Umzug fortzusehen wünschten, zurückgehalten. Da die Mah- nungrn der Poltzeiorgane sich als vergeblich erwiesen und denselben Widerstand geleistet wurde, erfolgte die Verhaftung dreier der Haupttheilnehmer. Als nun die Kameraden die Freilassung der Verhafteten stürmisch verlangten, erschien Bürgermeister John und gab die Versicherung, daß, sobald die Identität der Verhafteten und doS von ihnen begangene Reat festgcstellt sein würde ihre Frei- lassung erfolgen solle. Diese auf Manneswort gegebene Versicherung konnte jedoch ebensowenig wie eine später vom Rechtsrath Langhans gehaltene Ansprache, welche zur Ruhe ermahnte, eine Wirkung auf die immer mehr anwachsenbe Menge aus- üben und so begannen die geschilderten Ausschreitungen. Rach Eintreffen des Militärs wurde die Aufruhracte verlesen, worauf die Action der Truppen begann. Die Zahl der Verdüsteren beträgt über 30
Straßburg, 1. Oktober. Vielfach glaubte man, unsere Stadt werde gegen Ende September in Folge des Wegzuges der Optanten in fieberhafte Aufregung gerathen. Seit einigen Tagen verlassen nun manche Familien die Stabt, aber es ist nichts von Aufregung oder gar einer Kundgebung zu bemerken; die Physiognomie der Stadt ist vollständig die gleiche wie früher; denn die Fortziehenden sind meistens Pensionäre und Arbeiter, die hier vollständig ungekannt und unbeachtet verschwanden. Uebrigens sind mit dem Heutigen die Auswanderungen noch nicht beendigt; dieselben dürfen bis zum 3. d. M. fortdauern, an welchem Tage die Behörde das Verzeichniß der Ausgewanderten und Dableibenden fesistellen wird. Erklärungen für die französische Nationalität wurden hier für 4750 Personen abgegeben, was circa 5 pCt. der Gesammtbevölkerung ausmacht. So weit man es aber heute berechnen k nn, wird die Zahl de thatsächlichen Auswanderer nur 1, höchstens l1/, pCt erreichen. Für Metz nimmt man 5, für Mühlhausen 4, für die anderen Städte */, bis 2 und für das Land im Durchschnitt */2 (Elsaß) bis 1 (Lothringen) pCt. der Auswanderung an. Der Umstand, daß viele Familien nur mit Reisekleidern versehen in benachbarte französische Orte ziehen, ohne ihre Häuser zu verkaufen oder die Aufgabe ihrer Geschäfte anzuzeigen, deutet allerdings nicht darauf hin daß diese ihrer Heimath auf ewig den Rücken kehren wollen. In welcher Weise sich die deutsche Behörde mit ihnen bei ihrer Rückkehr auseinandersetzen wird, ist allerdings nicht klar. Eine sehr erfreuliche Bemerkung läßt sich in letzter Zeit in der Beziehung machen, daß unter den jungen Leuten die Militärfurcht im Abnehmen begriffen ist. Täglich geschehen Anmeldungen znm Freiwilligendienst und — was noch höher anzuschlagen ist — es haben sich viele vor dem 30. September heimlich ausgewanderte Jünglinge bereits freiwillig wieder gestellt.
Straßburg, 3. Oktober. Die „Straßburger Zeitung" meldet, daß am 1. October 400—500 Elsässer als Freiwillige in die in Straßburg garnisonirenten Regimenter eingetreten sind. Etwa V4 davon sind einjährig Freiwillige.
gelangt, daß der englische Acvocat durch eine vorherige Verständigung zwischen England und den Vereinigten Staaten verhindert wurde, sich dieses Arguments, das, wie Lord RedeSdale glaubt, England von seiner Verbindlichkeit gänzlich frei- gesprochen hätte, zu bedienen. „Ich fürchte" — schreibt Genannter — „daß unsere Regierung, um ihren unglückseligen Vertrag zu retten, mit den Amerikanern zu einer Verständigung gelangt ist, dahin gehcnd, baß, falls sie die Fortsetzung des Schiedsverfahrens gestatten, nachdem die Schiedsrichter beschlossen hatt n, die in- direkten Forderungen zu verwerfen, ein Verbiet zu ihren Gunsten für eine Pauschalsumme erfolgen solle."
Loudon, 1. October. Der Exkaiser Napoleon ist mit seiner Gemahlin und bem Prince Imperial nach Camden-place, ChiSlehurst, zurückgekehrt. Die exkaiserliche Familie verließ gestern Cowes in Lord Harrington's Lust-Aacht „Dtarbin" und fuhr nach Portsmouth, von wo aus sie die R-nse nach ChiSlehurst in einem mit Blumen geschmückten Salonwagen der London, Brighton und Southlorst- Eisenbahn forlsetzte.
Loudon, 3. October. Bei KerSlebridge, nördlich von Carlisle, hat gestern ein Eisenbahnzusammensioß stittgefunven, wobei 1l Personen getövtet und mehrere schwer verwundet wurden.
Rußland.
Warschau, 27. September. Die ColitriblNion, welche die polnischen Guts- belttzer in den südwestlichen Gouvernements seit dem Aufstande von 1863 zu
zahlen haben und der man seit einigen Jahren den Namen Einkommensteuer
gegeben hat, ist für die nächsten 3 Jahre auf 20 pCr. der Bruttoeinnahme fest-
gestellt worden. Dieser enorme Steuerbetrug wird für viele Gutsbesitzer, die mit
schulden überbürdet sind, kaum erschwinglich se n und ihren vollständigen finanziellen Ruin herbeiführen. Eine andere nicht minder große Last ist den Gutsbesitzern polnischer Nationalität in den südwestlichen Gouvernements neuerdings dadurch aufgebürdet worben, baß ihnen die Verpflichtung auferlegt ist, an den nicht hinlänglich mit Landbesitz dotirten orthodoxen Pfarreien eine bestimmte Anzahl Djesiatinen des besten und für den Pfarrer am bequemsten gelegenen Bodens unentgeltlich von ihrem Grundbesitz abzutretin und Dreiviertel der Bau- und Reparaturkosten der oithobox n Pfarr- und Wirthschafsgebäuve zu übernehmen. Bisher waren die polnischen Gutsbesitzer, Vie innerhalb orthodoxer Parochien wohnen, von diesen kirchlichen Lasten befreit. Von der Regierung beauftragte Feldmesser und Baumeister sind bereits damit beschäftigt, die zur Dotirung der Pfarreien bestimmten Ländereien zu vermessen und den Werth der Pfarrgebäude abzuschätzen. Dem polnischen Abel wird für seine Revolutionsgelüste von der russischen Regierung in der Thal eine schwere Buße auferlegt!
Frankreich.
Türkei.
Paris, 3. Oktober. Das „Journal officiel" enthält das Dekret, welches die Verlegung der ehemaligen Straßburger medicinischen Facultät und pharmazeutischen Schule nach Nancy anordnct. — Wie die „Agence Havas" erfährt, hat aber die zu Deusschtand ^'^taf/en.n'M,rL ba6 tic diplomatischen B--
Italien.
Konstantinopel, 2. October. Der Sultan hat heute den hierher zurück- get^-», französischen Botschafter, Vogue, empfangen und demselben eigenhändig ven Grop Osmante-OrdenS übergeben.
England.
in. mn^ie ""politanlsche Zeitung „Roma" in Neapel schreibt: Man streitet fid, 1“, ®‘“i,a" Wn»arli8 um zwei Fragen: wo wird da« nächste Conelao abak hatten «erdcn und wer wird nach dem Tode Pin«' IX den Stusl Petri L
K Die «esuiten bleiben dabei, da- Conclave muß außerhalb Italiens öder nigttich^atten°°u?ma»t"^b^^l?" Territorium», welches das sogenannte Kö- S?e ?lben ° m « ? ' ^gehalten werden; und ste sind für die Stadt Trient. Lir,n m„ „ $ , na* tofe Rom und Italien baldmöglichst zu ver-
ßWMMMZW Sfo.ja wurde -ine Crea.ur An.onelli's sein, der ihn vollständig beherrschen würde'.
«oeal, Notizen.
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an die^°Tii^S""mit°'eine" ""Oberhauses, Irin heute in einer Zuschrist toe8en »iebstaht« b-zw^Beihüf?hierz> ä*"ÄÄr ....................-
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Geschichte mitgetheilt: In Grodek, einem Stäbta?011”©renje folgende ergötzliche "angene Woche zwei Organe der öffentlichen Sich erb n"""r- ^"bcrg .bemerkten vcr- Rundgang absoloirien, auf der Gas e eine weiße Gestört aILf,c eben ihren nächtlichen / ’« sich hinhielt und einen Heiligen chein um en die Arme
l. fiel gleich vorweg ohnmächtig zu Boden, währendber2 Emer der Wächter r - davonzulaufen. Auf den Lärm, den e?im@emeum flanje Rumorwache des Ortes, mit Stöcken fSäfMnrückte nun die stattet, aus, und als man än ber ©Me'anaeö mnr b r?nb"^ Waffen ansge- immer in der Ohnmacht Umarmung d?lag fiel sie wie An Mann in'I Knierad noch der Erscheinung zn beten; denn es warda kein andettr als Är b ^k um JU Nepomuk vom Himmel herabgestieaen um firf) nm Johannes von
Stadium des Betens an uf4«u ö ’ nft ^,e ®r“bdtt Rumorwache im
Johannes in jeder Hinsicht ÖÖgöruh?t m bie7ben M eÄW' und der heilige kitzelte die Erscheinung mit dem Stabe und als er die ®mer ^'n Herz und
da an etwas Hartes gestoßen, betastete e? die weike t»?»„r?.??ung machte, daß er eine leibhaftige Holzstatue sei, wie eine solche vorder ? »nd eonstatirte, daß es Run schritt man an die G™nftaUrL ®ro[be!liu fte^n vf^e.
von Nepomuk, unb biemeilen bie ältesten Personen'bes Johannes
„Ersche nung" auf her Straße tbentisch i m“bö Cannes;%6efunbe(en baß bie unb weil man bes Ferneren letztere auf ihren, ! ”or der Kirche,
»weiße Gestalt" auf bie Schultern unb tranäferM?”??/0^ fanb,J)ob man bie Tags barauf würbe auf bie Bösewichter gefahndet inerte i.®tanb‘,uartier-
und da sich bie Ulanen ber börtiaen @Jrnifön «h’kJ”' ®?atue d'sloeirt hatten, hohe Militärbehörde über das, S in7°lchen Fällen Sn/ffTBten' °£rfÜ9,e
®i,6S-M;f««k,bia9*m,@^63 H^'eL'ö. Ä7i7b ®*öti,rn,l"'b Wallersdorf, wegen fätschung; Bertheids Gwßtz'Hofg^.-Ad°. D°r"« u7s?ettchb °°u Friedberg, wegen Urkunden.
»• -Meck, wegen Urkunde^
"Nd «hetrau von Herchenhain
n,e«en Diedst!hls ^Bettheid^er" Gwßh^ H°fg'er.-Ad7 D°!'°D t «»i-nstein-ik, '
--tzenrod, wegen Dieb.
stahl«; Bertheidtger: Dr°ß^"^ofger'Adv"Tho^wa W ®^nb‘"6- wegen Dieb.
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OC b -"'»"'vu.wrn, uno ttOTD Nkvesoale will nun wissen Vertheidiger: Äroßh. Hofge?.-Ad». ܰn w<gen Dleb-
ee den Schitdsrlchtern unterbreitet wurde. Inzwischen ist der Lord zu dem Schluffe Mitscher »0° Schliy, wegen


