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Besondere Bekanntmachungen.

Edictalladunq.

2699) Nachdem Großberzoqliches Hofge­richt der Provinz Oberhessen über das Ver­mögen des Philipp Alb ach von Burk­hardsfelden den förmlichen Concurs erkannt hat, werden alle Diejenigen, welche For­derungen oder sonstige Ansprüche an den­selben zu bilden haben, aufgefordert, solche im Termin

Dienstag den 30- Juli d. I-, Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden und mit etwaigen Vor­zugsrechten zu begründen, widrigenfalls stillschweigender Ausschluß von der Masse erfolgen wird. In diesem Termin soll zu­gleich ein Arrangement versucht und in dessen Entstehung zur Wahl eines Gläu­biger^ Ausschusses und Masse-Curators ge­schritten werden. Die durch gehörig Be­vollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden deshalb insoweit als den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger beitretend angesehen.

Gießen, den 28. Mai 1872.

Großherzogliches Landgericht Gießen.

Bötticher, A- Bramm, Landrichter. Landaer.-Assess or.

3133) Da bei der am 24 Zuni 1872 im Gießener Skadt walde in den Districten Amiaberg, Wanne, Hochwart und Faulerboden abqehaltenen Holzveisteipernnq der Erlös bei dem Brennholz be­deutend unter dem Tarifpreise ge­blieben ist, so wird diese Versteige­rung nur bezüglich des Bau-, Werk- und Nutzholzes ge­nehmigt.

Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden er­sucht, dies in ihren Gemeinden be­kannt machen zu lassen.

Gießen, am 29. Juni 1872. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Vogt.

'Versteigerungen.

B e k a n n t m a ch u n g.

3120) Nächsten Freitag den 5. Juli d. I., von Vormittags 9 Uhr an,

sollen im Kloster Arnsburg nachstehende, den Müller Andreas Scbäfer's Eher leuten doselbst gehörigen Mobiliargegenr stände öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden:

3 Wagen,

2 Pferde,

2 Kühe,

mehrere Pflüge,

1 Egge,

2 Pferdegeschirre,

eine Quantität Mist und allerlei Hausgeräthe.

Eberstudt, den 29. Juni 1872.

Großherzogliches Ortsgericht Eberstadt.

_____________________Görlach.__________

Versteigern n g.

3121) Freitag den 5. Juli d. I., Mittags 1 Uhr,

soll zu Leihgestein das Gemeinde-Backhaus, 32 Fuß lang, 16 Fuß breit und 14 Fuß hoch, von Eichen Holz erbaut, auf den Ab­bruch versteigert werden.

Leihgestern, am 28 Juni 1872.

Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern.

________________Heß.______________

3132) Mittwoch den 3. Juli d. I., Vormittags 10 Uhr,

sollen in dem Piandlocale dahier die zu dem Nachlaß des Schlossers Ioh Menget dahier gehörigen Röcke, Hosen, Westen, Stiesel, Kisten rc. meistvietend versteigert werden.

Gießen, den 1. Juli 1872.

Grobherzogliches Orisgericht Gießen. S emml er.

Feilgebotenes.

2713) Neue Matjes- Iläringe emo fingen

3- A. Busch Söhn e.

Adelhcidsquclle

Ludwigsbrunnen

Marienbader Kreuz­brunnen,

Salzhausener, Salzschlirser, Schwalbacher Stahl-

Weinbrunnen, Schwalheimer, Selterser (Nassau),

3127) Ein ordentliches, starkes Kinder- | Mädchen wird gesucht- Näheres -bei der 1 Exoed. b. BÜts.

i 3100) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet ivermiethet Lehrer Mayer,

Neue-Bäue Nr. 101.

3115) Ein Junge, welcher zu aller Ar­beit willig i|t und Kegel aufstellen kann, wird gesucht für die

Nestau ration Bram m.

Wildunger,

Carlsbader Sprudelsalz. ,

Appolinarisbrunnen, Carlsbader Schloß- unb|

Mühlbrunnen,

Emser Kessel- und Krän- chesbrunnen, Friedrichshaller Bitter­wasser,

Homburger Elisabethen- brunnen,

Kissinger Nakoczy,I

2027) Die Mineralwasser-Handlung von Emil Fischbach,'. 3095) Ein ordentliches Mädchen, welches Seltersweg, empfiehlt nachverzeichnete Sorten in stets frischen Füllungen;$, 1°cht^elle.^NäAr?s^i^'^

Adelheidsauelle, I Ludwiasbrunnen, lawüiitr, Löwengasse.

3114) Einen guten Arbeiter und einen Lehrling sucht H. Haßler, Schuhmacher, QUfc Wallthorstraße.

643) Thür- und Grab­schilder, sowie Klingelgriffe and Taffen werden mit beliebiger Schrift angefertigt bei

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3131) Gute Kartoffeln verkauft PH. M. Krailing, ______________________Neuenweg.______

3123) Die Heu-Erudte von mehreren Wiesen ist zu verkaufen bei _________________________H. Becker. ...1876) Thürschoner in Erystall und Por­zellan bei Wilh. Balser.

Hausknecht gesucht von (3090)Ehr. Wallens. ls.Hofgerichtsadvocat Engelbach II.

Restauration Lahiistein.

3134) Montag den 1. Juli:

Großes

Vocal- und Instrumental - Concert. Erstes Auftreten der hier zum ersten Male anwesenden Tonkünstler. Familie Ehr. Geul aus Hannover.

Anfang 8 Uhr. Entree ä Person 12 fr.

Außer Solos für die Violine, Waldhorn und Clavier kommen unter Anderem zur Aufführung: Ouvertüren, Potpourris, Walzer rc. nebst tragischen und komischen Gesängen.

Da obige Familie dem geehrten Publikum einen ganz außergewöhnlichen musikalischen Kunstgenuß bietet, ladet zu einem recht zahlreichen Besuche ergebenst em__________________________________B. Werminghoff.

Wirthschasts - Eröffnung.

3119) Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich von heute an in dem früher Drechsler Hellwitz'sch u Hause auf dem Neuenweg eine Wirthschast errichtet habe. Für gute Speisen und Getränke werde stets Sorge tragen und wird es mein Bestreben fein, die Wünsche meiner geehrten Gäste bestens zn befriedigen.

Gießen, 29. Juni 1872. Baltb. Oswald.

3061) Es wird ein zuverlässiger Bursche auf 1. August oder früher als Hausbursche aesucht von

Vermiethungen.

3122) Eine größere Wohnung vor der Stadt mit Garten, in freundlichster Lage, tft zu vermiethen und am 1. October be­ziehbar. Nähere Auskunft ertheilt

Ehr. Vix, _________________am Neuenweger Thor.

3129) Ein möblirtes Zimmer zu ver­miethen. Lit. C- Nr. 8.

3130) Ein Logis an eine stille Familie zu vermiethen bei PH.'M. Krailing,

Neuenweg.

3087) Das von mir seither bewohnte Logis im früher Möhl'scheu Garten ist zu vermiethen und im August beziehbar.

Fr. Schwa ab.

3068) Möblirte Zimmer zu vermiethen in Wenzels Garten.

Vermischte Anzeigen.

3085) Ein braves Mädcken, welches mit allen Hausarbeiten vollständig vertraut ist, wird gegen guten Lobn alsbald in Dienst gesucht. Näheres bei der Expedition b. Bttts.

3086) Ein tüchtiger Arbeiter wird zur Uebernahme einer Russenstem - Brennerei auf Accord gesucht von Fr. Schwa ab.

3088) Ich warne hiermit Jedermann, meiner Frau Mathilde, geb. Kaspar, auf meinen Namen etwas zu borgen, indem sie mich böswillig verlassen hat. ______________ Friedrich Noll.

3124) Gesucht

ein braves Dienstmädcherr in eine stille Haus­haltung. Zu erfragen bei der Expedition d. Bltts.__

Eisengießer

>finden dauernde Beschäftigung. Schul- straßc 13, Sachsenhausen (Frank- ,furt a. M.)___________________(3125)

I 3128) Schuhmacher finden dauernde Beschäftigung bei Emil Junker.

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Aufruf

zur Unterstützung einer sehr armen, durch Feuerswuih beschädigten Wütwe in Staufenberg.

Gestern, am 27. Juni, Nachmittags um V?3 Uhr, wurde unsere Gemeinde durch Feuerrnf und Sturmglocken in nicht geringen Schrecken versetzt. Die Schenne der armen Andreas Jung Wittwe war bis jetzt noch auf eine un­aufgeklärte Weise in Brand gcrathen; das Feuer fand in dem eingeerndteten, sehr gut gcrathenen Wintersamen reichliche Nahrung und legte die Scheune trotz der schnell heibcigeeiltcn thätigen Hülfe unserer Nachbargemeinden in kurzer Zeit nieder. An ein Löschen war nicht zu denken. Es kostete die größte An­strengung das nahestehende Wohnhaus und die angrenzenden Nachbargebäude zu retten.

Da nun die abgebrannte Scheune, in welcher sich auch Stallungen befanden, nur zu 550 fl. in der Brandkasse versichert ist wofür sie bei den gegenwärtigen hohen Holzpreisen und Arbeitslöhnen nicht wieder aufg,baut werden kann und außerdem dieser armen Wittwe nicht nur die sämmtliche Winrersamen-Erndte, mit der sie verschiedene Schuldposten tilgen wollte, sondern auch ihr Stroh­vorrath, die ganze diesjährige Heu-Erndtc und fast alles ersteigerte (noch nicht bezahlte) Brennholz mit verbrannt ist, nicht zu gedenken all' der Kleinigkeiten, welche in Ställen und Scheunen gewöhnlich ihre Plätze haben. die aber, um sie wieder neu anzuschaffeu, viel Geld kosten; so thnt äußere Hülfe und Unterstützung hier um so mehr Notb, als diese arme Wittwe schon von so manchen herben Lebcnsschicksalen betroffen wurde.

Die Unterzeichneten wenden sich deßhalb an den bekannten Wohlthätigkeits- sinn unseres Volkes in Stadt und Land mit der dringenden Bitteeine, und wenn auch geringe Gabe, für die bart betroffene Wittwe zu opfern." Wittwen und Waisen in ihrer Trübsal besuchen, ist ja der rechte Gottesdienst.

Die Gaben selbst bitten wir an die Großh. Bürgermeisterei in Staufen­berg zu senden. Später soll Rechnung darüber abgelegt werden.

Staufenberg, den 28. Juni 1872.

Der Bürgermeister: Der Beigeordneter: Der Lehrer:

Bogel. Fischer. Gompf.

Nedaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckeret (Fr. Ehr. Pietsch) tn Gichen.