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Darmstadt, 27. September. Seine Königliche Hoheit der Großheizog haben heute Vormittag 11 Uhr den seither am hiesigen Hofe beglaubigten Großherzoglieh «.edifchcu aukerorbentlichcn Gesandten und bevollmächtigten Minister, Geh. Jut» von Pfeuff^r, behufs Uebergabe seines AbberufungSschreidenS in besonderer Audienz

«?n Artikel der an Rohheit seine- Gleichen sucht, schließt in der Prager Politik" mit folgenden. WuthauSbruche gegen Beust:Graf Beust ist gegen alle Angriffe, er besitzt weder den Ehrgeiz, «U M« Seiner Mapstat unbescholien d.r Oeffenllichkeit gegenüber zu stehen, noch auch den pout.sch-n Ehr- geiz, von der öffentlichen Meinung getragen zu sein. Einem solchen Manne gegen, über haben wir keine Wünsche, in der Frage Beust haben wir nur die inständigst Bitte: Seine Majestät geruhe, die Böller Oesterreichs endlich einmal von einem Menschen zu befreien, der ihnen allen gleich antipathisch ist, der jede Regierung gefährdet und da» Ansehen der Krone herabsetzt."

Baden-Baden, 26. September. Die Kaiserin Augusta hat heute den Be. such des Königs von Dänemark empfangen. Der Grotzherzog und die Groß' Herzogin von Baden treffen am 28. von der Mainau hier ein. Gleichzeitig wird da« deutsche Kronprinzenpaar von WilhelmShöhe erwartet. « -(, , <

Lausanne, 25. September. Eytel eröffnete in einer begeisterten Pra^ial rede den Eongreß der Friebensliga. Ucber den Gang der L:g,^b-richteten Gogz und Frau Gogg. Der Congresi wurde von Sonnemann aus Frankfurt Namen» ver deutschen Demokraten begrüßt. Die Mittel zur Ausdehnung des Be.etn« wur­den besprach.n und dar Wi-der-rsch-inen de« Berein-blattes beschlossen. «n»e[enb waren Lemmonier und Bellanger au« Paris, Sonnemann au- Frankfur, Gag, aus Baden, Simon aus Trier, Mauromaech, au« Italien. Mazzint, LouiSi L an und Edgar Quinet billigen brieflich das Congreßprogramm, entschuldigenihre Abwesenheit. Gambetta sandte gleichfalls ein Schreiben, hebt hervor, Sran're » müsse zuerst wieder zu nationaler Kraft und Einfluß kommen, ehe ei sich an k°-m°

" ~*?. (S. M.)

Eongreß der Friedens- und Freiheit-M'

uunll ......fg.nommen und versichert habe, daß er, wa« in feinen Kräften stehe, gern thun Sowohl dieiwerde, um den Wünschen der Katholiken gerecht zu werden.

Darmstadt, 25. September. Heute Morgen haben die Wahlen zum hiesigen

- . Die Betheiligung an denselben ist eine

bi Delegirteneongreß der Altkatholiken hat in seiner dritten Sitzung ntept . ohne lebhaften Kampf in seiner Mitte einen Beschluß gefaßt tn Betreff eigener 1 rftchücher Gemeinoeverbände mit eigenen aitkatholischen Seelsorgern. Die Gegner < de« Anträge« erblickten tn solcher Gemeindebildung den Anfang eines -Schisma «, zu dessen Vermeidung man lieber den gegenwärtigen Nothstand n°» 'ang-r er ra- °en solle. Die Anhänger erklärten da« für unmöglich - und sie fanden schließ Uck die fast einmülhige Zustimmung der Versammlung gegen nur cttoa 20 no» Wider »rechende. Es ist am Ende nur natürlich, daß die Altkatholiken die Seel- sorget und die kirchlichen Gnadenmiltel nicht auf unbestimmte Zeit entoehren wollen l9unc eben so ist, wenn überhaupt noch, ein versöhnlicheres Einlenken de« Epis­kopal« woh! eher von der Furcht vor der Ausbreitung eine« ^""besonnenen Schisma'« als von dem Mitleid mit der geduldigen Ertragung.des "N°'hst^s

erwarten Allein die in der betreffenden von Pros. ». Schulte formulitten Resolution an den Staat gerichtete Forderung wird schwerlich so einfach erfüllt werden können.Wir haben ein Recht darauf", heißt es in der angenommenen Resolution,unsere Priester vom Staate, wo und so lange kirchliche Akte Vorau«- fttzungen bürgerlicher Rechte find, al« zur Vornahme solcher berechtigt anerkannt zu sehen." Hier werden unsere« Erachten« zwet Falle zu unterscheiden fria. Stil- Leber bandelt e« sich um altkatholische Gemeinden, die al« katholische Gemeinden eine" bereit« anerkannten Bestand haben, und also ihre Kirchenbücher al« C.v. - ftandsregister schon besitzen, wie z. B. in Mehring. Da wird der Forderung woh nicht« entgegenstehen, dieselbe wird vielmehr al« selbstverständlich erscheinen. Oder

,8 gundelt sich um neue Gemeinden, die sich ans den alten Pfarr- verbänden ausscheibendenexeommunieirten" Minoritäten vielleicht gar tn der Diaspora zusammensetzen. Da wird der Staat schwerlich so leicht eigene, neue altkmhoiische" Kirchenbücher al« Eivilregister anerkennen. In der Zer plitterung ßet lo'alen Civilreglster nach kirchlichen Sekten noch weiter fortzuschreiten, lauft dinet gegen da« Interesse der bürgerlichen Gesellschaft. Unsere Zett verlangt hürgerftch^e Eivilstandsbehörden und die Altkatholiken werden für sich praktisch atatn die jesuitische Geschäst«°rcnung am energischsten protestirten und, um ihren Protest wirksamer zu begründen, Einsicht in die Geschäftsordnung dc« Tridentiner Coneil«, welche sich tn den vatikanischen Archiven befindet, verlangten. DieJe- füllen wußten dies mit Ersvlg zu verhindern, und bewirkten sogar die plötzliche AmtSentsetzung des päpstlichen Archivars, Dr. Augustin Thetner, den sie tm Ver­dacht hatten, er werde die Geschäftsordnung den opponirenden Bischöfen zugang- lich machen. Run ist sie doch bekannt geworden. Es ist nämlich im^erlage von Karl Geroldi Sohn in Wien ein Buch unter dem Titel: «Die EleschaftSordnung des Coneil« von Trient; au« einer lateinischen Handschrift de« vatikanischen Archiv«, rum ersten Male genau und vollständig in deutscher Sprache an « Licht gestellt, nebst einer Parallele zwischen der Geschäftsordnung der Trientiner Kirchenversamm- luna und jener des Vatiean-Coneil-," herausgekommen, welche« die deutsche Ueber- ekuna de! vatikanischen Handschrift ist. Die Gewaltthai des letzteren Gonc.U anr> nicht schlagender, al« durch Vie Vergleichung mit der Geschast-vehandlung de« Trftentiner Coneil« illnstrirt werden. Die Geschaft-oednung de« letzteren ist keine der Versammlung vom Papste auferlegte Zwangsordnung. Das Trienter Concil hat selbst seine Geschäftsordnung festgef.ellt, und das pub wirte Dorument ist daher auch nicht« Anderes al« die Beschreibung der ihaisachlich gehandhabten

Dresden, 26. September. Freiherr v. Falkenstein ist von der Leitung de« Cultusministertum« entbunden und gleichfalls au« dem Staatsdienste uberhaup unter Anerkennung der geleisteten Dienste entlassen. Dem Professor Gerbi: t(l oom 1. Oktober ab das CultuSministerium unter Ernennung zum Otaatsmtnister ube. tragen^ September. Der Lieutenant Freiherr v. Waldenfel« vom

7 Znf-Reg., welcher jüngsthin vom MilitärbezirkSgericht In Landau wegen des Verbrechens der Desertion and der Feigheit zum Tode «erurti>eilt wurde , hat gegen diese« Urtheil die Nichtigkeitsbeschwerde erhoben. Dieselbe wird in der S,tzng de« Geneeals-Auditoriats am 3. Oktober zur Verhandlung gelangen und hierbei zugleich die Osfikialprüfung de« Tode-urthetl- stattfinden.

München, 26. September. Der König hat dem bisher,gn, Gesandten Badens, Robert v. Mohl, anläßlich der Abberufung desselben, da« Großkreuz dei bayerischen Krone verliehen. _

Müncken 27. September. Soeben wurde der Landtag durch den Prinzen Luitpold im Auftrage de« König« im Sitzungssaale der Abgeordnetenkammer er­öffnet. Eme Thronrede wurde nicht verlesen. Der Minister de« Innern eerla»

Darmstadt, 24. September. DieMainzeitung" willdurch Zufall" er- - - ....

fahren Haben , daß am 21. Januar d. I. dem G-oßherzog eine Deputation von »"li-^en Bestrebungen be heiligen to» . Katholiken die Fuldaer Denkschrift wegen Wiederherstellung der weltlichen Herr-! Lausauuc, 26. S-ptemder. Der

befürchten: damit fiele aber auch der Hauptgrund weg. eine y s v _ njL...£ ^a» «« Wt«»« ^Triften gebe atm thun

Omcifcl ob nicht die Cunvenuon doch noch zu Stande kommt. - , . <

Nation lzeftung" die in dieser Angelegenheit, wie e« scheint, von Pari« au« - - -..... « - -

diplomatisch bedient ist, Folgende« vom 23. d. M. me den, wa« wohl d n neueflen Stand der Sache repräsentirt: Der Minister de« Auswärtigen, Remusat, I ist gestern Morgen aus Turin zurückgekehrt und war schon am Nachmittag aus der preußilchen Botschaft, wo er eine lange Unterredung mit dem Grafen Armm batte Man versicherte heute Morgen in Versailles, Herr v. Remusat habe Herrn Thier« niS J ungünstige Nachrichten zurückgebrach. Es he ßt ferner, da Graf Arn'm eine Rückantwort auf den von ihm nach Berlin beförderten Vorschlag d Herrn P°up7-Quer.ier hinsichtlich der Fassung dc« Artikels der Conven. on erhalten habe und daß dieselbe nicht absolut ablehnend laute, der Vorschlag ff erst einer näheren Prüfung unterzogen werden. Die Unterhandlungen dauern als sott. Wie sich denken läßt, sind die zunächst bei der Sache interesfirten e sassi chen Fabrikanten in großer Aufregung und lassen e« an drängenden Schritten n Berlin und Versailles nicht fehlen. Wie mir einer dieser Herren, mit dem i» heute Moraen bei der Rückkehr von Versailles zusammentraf, vorrechnete, wurde die Ein udr ftan östscher Fabrikate im Elsaß nur 'einen sehr unbedeutenden Umfang erret- ken selbst wenn man die weitgehendste Au«sührung des Artikel« 3 Eahme, und nicht den letzten Vorschlag des französischen Finanzministers, weither bekanntl ch die Sin ubrveraünstigung auf ein geringes Quantum reCuciren will. In Versa.lles bie6 e« heute Morgen, Gras Arnim werde im Laufe de« Tages heruberkommen Jui im Pläsecturgebäude mit Herrn Thiers und den Ministern eine Conferenz

ju empfa^-^g @eptembfr. Die Agitation der Altkatholiken hat nicht ver­mocht , in den hiesigen RegierungSkreisen eine größere Aufmerksamkeit für sich zu rrwecken. Ein Gegengewicht gegen die klerikalen Bestrebungen ist in Welben kaum zu suchen, denn der JndifferentiSmu« unter den Massen gegen religiöse An- aeleaenheiten ist zu groß, al« daß die Aiikatholiken sich zu einem Faitor erheben konnten^ mit dem die Staatsgewalten zu rechnen hatten; dies wurde nur bann der Fall sein, wenn sie sich mit dem Protestantenverein verbinden wollten, der ;a eben­falls einer kirchlichen Orthodoxie, wenn auch einer gematzigten, huldigt. Ja dem eigentlichen Volke werden die Altkatholiken eben so wenig Sympathien finden, denn dieses hat das Hauptgewicht immer darauf zu legen, daß der unbedingten Religionsfreiheit von Seiten des Staats entgegengesetzt, und da^z namentlich der Klrcbenrwana überall beseitigt wird.

4- Pertti! 26. September. Eines der hiesigen Börsenblätter will wissen, der BundeSralh habe sich bereite definitiv für den Uebergang von Goldwährungen resp. zur Doppelwährung schlüssig gemacht, und wird als Beweis dafür ernersett- Dit Einstellung des Verkaufs englischer Wechsel aus dem Portefeuille der preußischen i Regierung, anderseits die Steigerung der Course der Napolconöd orS ange uhrt. So wünschenSwerth die Bestätigung dieser Nachricht tm commerciellen Interesse auch wäre, so darf man sich doch nicht verhehlen, daß gerade m den preußischen RegierungSkreisen bisher die heftigste Opposition gegen die Einführung der Gold- Währung wurzelte, und daß noch jüngst bei Gelegenheiten »er Berathuugen M volkswirthschastlichen CongresseS über dieses Thema die preußischen RegirrungS- Drgilne den Uebergang zur Goldwährung al« mindestens verfrüht bezeichneten. Immer wird die Nachricht also mit großer Vorsicht aufzunehmen sein.

Ueber den Termin der Eröffnung der neuen Reichstags - Zession treibt in oen Zeitungen ein Gerücht da« andere, und doch ist, wie wir bestimmt versichern können, noch gar kein bestimmter Entschluß hierüber gefaßt, und zwar au« dt«> einfachen Grunde, weil sich zur Stunde noch gar nicht absehen laßt, an welchem Tage das provisorische ReichStagödau« seiner Benutzung wird übergeben werden können. Soll der Bau in drei Wochen fix und fertig gestellt werden, so wird es noch fast übermenschlicher Anstrengungen bedürfen; heute war man damit be- schäftigt, den Sitzungssaal von den Gerüsten zu säubern, übermorgen gedenkt man mit 6er Aufstellung der Sitze zu beginnen. Aus dieser Thatsache erhellt u. a. auch die Glaubwürdigkeit der Nachrichten derD. R -C-", weicht schon in »-"»eigen Woche genau anzugeben wußte, welchen Sitz der und lener Abgeordnet lt3 ^Berlin, 26. September. DieProv.-Corrtsp.' sagt in einem »Zum 28. September" überschriebenen Artikel betreff« der Stimmung der elsaß-lothringischen Bevölkerung: Wir dürfen nicht verlangen oder erwarten, daß in kurzer 8riü eine chtliche, offenkundige Wandlung der politischen Gesinnung e ntrete. Die Ver­waltung de« Lande« würde leicht auf Irrwege oder zu grundloser Entmuthigung gelangen, wenn sie sich bei ihren Maßnahmen etwa durch d e Hoffnung bestimmen ließe, schon jetzt eine günstige politische Stimmung hervortreten zu seh n. Eine estt, ihre« Ziele« klar bewußte, dabei milde und wohlwollende Verwaltung darf aber sicher sein, daß die Früchte ihre« Wirken« auch in der Volksstimmung reifen

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