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harte Probe gestellt worben.
6 Uhr Morgens, abzogen, wird von ähnlichen Kundgebungen berichtet.
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schädigung für den Unterhalt der Besatzung solcher Kauffahrteischiffe, welche durch feindliche Bedrohung in autzerdeutschcn Häfen zuruckgehalten oder zum Einlaufen in solche Häfen genöthigt wordcn sind, pro Tag wie folgt festgesetzt: In europäischen Häfen einschließlich aller Häfen des Mittelländischen, Schwarzen und Asow'- schen Meeres für Schiffsführer 30 Silbergroschen, für Steuerleute, Aerzte, Ingenieure, Maschinisten, Proviant- und Zahlmeister 25 Silbergroschen, für den Schiffemann 45 Silbergroschen; in außereuropäischen Häsen resp. 40, 30 und 20 Silbergroschen. Die Liquidationen sind ungesäumt und unter späterer Anberaumung eines PcäclusioterminS unter der Adresse: „An die Reichsliquidationscommission für Rhedereischäden, Berlin, Wilhelmstraße 74", franftrt einzureichen.
Nach dem „Leipziger Tageblatt" ist im Bereich der preußischen Truppen der Befehl erlassen worden, daß, um den Offizieren und Mannschaften den Genuß des Sonntags nicht zu beschränken, die Paraden am Sonntag, mit Ausnahme der ersten Feiertage, in Zukunft wegfallen sollen und die Parole unabhängig vom Aufziehen der Wache ausgegeben wird. Damit jedoch die Generale und Com- mandeure auch ferner Gelegenheit haben, die Offiziere zu dienstlichen Besprechungen zu versammeln, so sind die Paraden, wie bisher Sonntags, künftig jeden Mittwoch abzuhalten.
Die „Schweizerische Greuzpost" schreibt: Persönliche Informationen an zuverlässiger Quelle setzen uns in den Stand, mit voller Ueberzeugung eine früher in diesem Blatt gemachte und seither angezweifelte Angabe zu wiederholen, daß französische Offiziere der Vourbaki'schen Armee ousgesagt haben, sie hätten Wei- sing gehabt, unter Umständen den neutralen Boden der Schweiz nicht zu berücksichtigen. Mehr dürfen wir nicht sagen, ohne inbiscret zu sein.
Das „Journal des Debats" läßt sich aus Amiens telegraphiren: 22. Juli, 5 Uhr 25 Min. Amiens ist in festlicher Stimmung. Die Preußen haben heute
früh die Stadt geräumt. Fahnen wehen in allen Straßen. Der Oberst des 33. Linienregiments hat an der Spitze seines Generalstads den Platz aus den Händen des preußischen Commandanten übernommen. Um 10^ Uhr rückten zwei Bataillone, die mittelst besonderen Zuges von ArraS gekommen waren, unter Führung des OberstlieutenantS ein. Die Behörden und viele Neugierige erwarteten die Truppen auf dem Bahnhofe. Dem Oberstlieutenant wurde ein Banket gegeben; die Musik spielte unter allgemeiner Begeisterung patriotische Lieder. Vier deutsche Soldaten, welche sich verspätet hatten, wurden von Gassenjungen verfolgt und mußten sich auf den Bahnhof flüchten. (!) In der Bevölkerung herrscht allgemeine Freude; ihre Geduld war durch die Anforderungen der Deutschen auf eine
Gleichsam als Fortsetzung dieser Versammlung sand um 11 Uhr eine allgemeine socialdemokratische Volksversammlung statt, in welcher unter eigenem Präsidium des Herrn Hasenclever den erschienenen 3000 Andächtigen ebenfalls das Evangelium des Normal - Arbeitstages und die Offenbarung in Bezug auf den Maurerstrike gepredigt wurde. Um die dort mit Stentorstimme proclamirten Ansichten über den Normal-Arbeitstag mit anzuhören, dazu bedurfte es keiner großen
Bote" schreibt wörtlich:
An Europas Regierungen ist cs jetzt, einen Entschluß zu fassen. Zwei politische Wege stehen ihnen offen. Wählen sie jenen, der dem Papste die Herrschaft wiedergibt, so werden sie in den Katholiken die gehorsamsten Unterthanen finden, welche in allen Fragen rein politischer Natur leicht zufrieden zu stellen find. Wenn sie aber im Gegenteil die Beraubung der Kirche (d. h. den italienischen Staat) anerkennen wollen, dann haben sie einen Krieg auf Leben und Tod gegen die neugeschaffene Ordnung der Dinge zu gewärtigen, einen thätigen entschiedenen Krieg ohne Rast und Ruhe. Die Regierungen mögen es wissen, unsere Geduld war groß, aber sie ist zu Ende. Wir Katholiken haben das Recht, die Freiheit unserer Kirche zu fordern, und die Regierungen haben die Pfl'cht, unsere Forderungen zu erfüllen; wir zahlen ihnen die Blutsteucr, aber wir sind es satt, durch eitle Versprechungen immer wieder betrogen zu werden. Die einzige Versicherung, die wir verlangen, ist die Rückkehr Victor Emanuel's und die vollständige Wiederherstellung des ganzen Kirchenstaates. Diese Garantie erbitten wir nicht schüchtern als Gnade, nein, wir fordern sie gebieterisch als unser Recht. Hört eS, Ihr Mächtigen, Regierungen Europas, wie immer Ihr Euch nennen möget, Bismarck, Gladstone, Beust, Andr?ssy; die Katholiken mahnen Euch, zu Gunsten des heiligen Stuhles einzuschreiten und ihre gerechten Forderungen zu erfüllen; glaubt uns, verkennt unfern Mahnruf nicht. Entweder werdet Ihr die katholische Kirche in alle ihre Rechte wieder einsetzen, oder nicht Eine von all' den heutigen Regie
rungen bleibt bestehen.
Hört man ine solche Sprache, so kann man es den Regierungen allerdings nicht mehr verübeln, wenn ihnen endlich die Geduld reißt.
t Die Agitation der socialistischen Partei für Herabsetzung der Arbeitszeit und hinterher folgender oder gleichzeitiger Erhöhung des Arbeitslohnes hat bei Der Ausdehnung, welche sie gegenwärtig in Berlin nimmt, nicht verfehlen können, die größte Aufmerksamkeit in RegierungSkreisen hervorzurufen. Die Regierung, die naturgemäß über den Parteien stehen soll und daher für die Interessen der Arbeitgeber nicht minder olS für diejenigen der Arbeitnehmer in die Schranken zu treten berufen ist, hat sich selbstverständlich immer streng an den gesetzlichen Standpunkt gehalten, der die volle Coalitionsfteiheit gewährt, wie wir das ja auch bet den Unruhen in Königshütte zu beobachten Gelegenheit hatten; sie beschränkt sich ausschließlich darauf, den Einschüchterungen und Drohungen ein Ziel zu setzen, welche die Führer der Sinkenden gegen diejenigen Berufsgcnossen anzuwenden versuchen, die ihren Verlockungen widerstehen und sich dem Erwerbe nicht abwendig machen lassen. Dieses ruhige und energische Vorgehen der Behörden gegen die Agitatoren wird übrigens nicht verfehlen, einen wohlthätigen Rückschlag auf die Massen der Arbeiter auSzuüben, denn wer andauernd Gelegenheit hat, das ungeschminkte Ur- theil der Betroffenen über die unausgesetzten Strikehetzereien zu hören, der wird leicht die Ueberzeugung gewinnen, daß die große Menge der Arbeiter sich sehr wohl der nicht unerheblichen materiellen Nachtheile bewußt ist, die ihnen aus den periodischen Arbeitseinstellungen und aus der daraus resultirenden anhaltenden Verbitterung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber erwachsen, und daß sie einer viel ruhigeren und besonneneren Auffassung der Arbeiterfrage zugänglich sind, sich viel energischer wie jetzt von den heutigen Demonstrationen fern halten würden, wenn sie wüßten, daß sie durch die Staatsgewalt gegen die Drohungen und Vergewaltigungen lärmsüchtiger und ehrgeiziger Agitatoren in Schutz genommen werden. In dieser Beziehung weist das neue deutsche Strafgesetzbuch jedoch eine erhebliche Lücke auf, Denn wenngleich schon einige vierzig Maurergesellen der Staatsanwaltschaft unter der Bezichtigung des Hausfriedensbruches und Der Nöthigung vorge- sührt sind, Dürfte es doch schwerlich zu irgend einem Prozesse kommen, weil nach Der neueren Gesetzgebung zur Bestrafung Des Angeklagten ein Strafantrag des Beschädigten erforderlich ist; dieser ober wird aus Furcht vor späteren Nachtheilen nur in den seltensten Fällen gestellt werden. In Den Regierungskreisen ist die hohe politische Bedeutung der jetzigen Arbeiterbewegung, die namentlich in der Beförderung des sogenannten Klassenbewußtseins, in Der Erweckung des Gefühls zu suchen ist, daß die Arbeiter einen bedeutenden politischen Factor bilden, mit dem Der Staat zu rechnen hat, natürlich nicht unbeachtet geblieben. Würde die Re- gierung der Agitation soweit freien Spielraum gestatten, daß sie dieselbe ganz ignorirt, so möchte ihr die Bewegung bald über’n Kopf wachsen und sie in die Unmöglichkeit versetzen, ohne Anwendung außerordentlicher Mittel die Strömung wieder in ein ruhiges Bett zu geleiten. Aus diesen Gründen ist Die Regierung, wie wir erfahren, fest entschlossen, ohne die Vorschriften des Vereins- und Versammlungsrechts irgendwie zu verletzen, doch alle solche Versammlungen von vornherein zu untersagen, Deren Zweck außerhalb des Gebietes der Belehrung — und dieses ist ja dehnbar genug — und Der VerstänDigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gesucht werden muß.
t Die angeordnete thierärztliche Untersuchung aller vom Kriegsschauplatz hier eingeführten Pferde wird durch Den vielfachen Verkauf derselben aus Der Rückreise seitens Der heimkehrenven Fuhrleute zum Nachtheile sämmtlicher Pserdebesitzer umgangen. Es unterliegt keinem Zweifel, Daß viele dieser Thiere Den Keim zu ansteckenden Krankheiten hierher bringen und demnächst verbreiten. Um dem Ueoel zu steuern, sollen die GenSd'armen angewicsen werden, jeden Verkauf auf der Landstraße zu inhibiren, wenn Der Verkäufer nicht ein Attest über die stattgehabte Untersuchung des verkauften Pferdes vorweisen kann.
t Das Gesetzblatt für Elsaß^Lothringen publicirt das Gesetz, betreffend die Einführung des Deutschen Reichsgesetzes über die Wechselstempelsteuer vom 10. Juni 1869 in Elsaß-Lothringen. In Kraft bleiben jedoch für Daß neue Reichsland die Bestimmungen der jetzt geltenden Gesetzgebung insoweit, als sie sich auf Die Stempel- Pflicht solcher Papiere beziehen, welche nicht nach Dem vorerwähnten Gesetze zu beurtheilen sind. Der Reichskanzler wird Die zur Ausführung Des Gesetzes erfor- Derlichen Anordnungen erlassen.
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Darmstadt, 24. Juli, lieber Die Art und Weise der Verwendung Der auf Den hessischen Autheil entfallenden französischen KriegScontribution werden in maß- gebenden Kreisen verschiedene Projecie debattirt. Fest steht bereits, daß in dem nächsten Budgetentwurf eine Erhöhung Der allerdings nach den jetzigen Verhältnissen knapp bemessenen Gehalte Der Subalternbeamten vorgesehen ist. Die in Reoe stehende unerwartete, allerdings mit theuerem Blut erkaufte Staatscinnahme kommt unseren Finanzen in sofern zu gut, weil Der Staat in Folge Der übernommenen ZinSgarc.ntieen für Die oberhessischen Eisenbahnen und Die neueren Linien Der Ludwigsbahn jährlich mindestens eine Summe von iy2 Mill. Gulden aufzubringen hat, welche bei einem jährlichen Staatsbudget von etwa 10 Millionen Gulden gewichtig in die Waagschale fällt. — Am 29. d. kommt vor hiesigem Bezirksstrafgericht ein voraussichtlich nicht uninteressanter Preßprozeß gegen die „Mainzeitung" wegen Beleidigung des Domcapitulars Dr. Moufang zur Verhandlung.
(F. 3.)
Fulda, 24. Juli. Auch hier haben wir heute Nacht wieder eine Säbel- affaire erlebt. Ein Soldat vom 80. Regiment brachte einem Civilisten bei einem Wortwechsel einen solchen Säbelstich bei, daß man dessen Tod jeden Augenblick erwartet. Der Thäter ist bis jetzt noch nicht verhaftet.
t Berlin, 24. Juli. Der neue Präsident der Socialdemokraten, Herr Hasenclever, hat die zweifelhafte Genugthuung, das Treiben der „deutschen Arbeiterpartei" wieder in Den Vordergrund des öffentlichen Interesses zu ziehen und in dieser Beziehung ist mithin Die Amtsthätigkeit des neuen Arbeitertribunen recht glücklich inaugurirt. An agitatorischer Kraft scheint Hr. v. Schweitzer ebenfalls einen würdigen Nachfolger gefunden zu haben, Der Den Strike der Maurergesellen eifrigst benutzt, um in Die Köpfe Der glaubensseligen Proletarier wieder und immer wieder die Lehren des Socialisten einzutrichtern, Der das einzige Heil aus dem „Sumpfe Der Kapitalstprannei" in Dem utopischen Socialistenstaat erblickt, wo Der Macht und freien Thätigkeit des Arbeiters die schönsten Hoffnungen blühen. Bis zur Etablirurig dieser so heiß ersehnten Commune, verherrlichen diese socialistischen ZukunftSmänner die schnöde Gegenwart durch den Schlachtruf: „Strikes aller Orten!" und durch laute Proclamirung der socialistischen Tendenzen, Die schließlich Den Staat Der reinen Vernunft und der Arbeiterherrschaft herbeiführen sollen. So waren Seitens Der socialdemokratischen Partei zu Sonntag hierselbst nicht weniger als drei große Versammlungen veranstaltet, die fast sämmtlich ausschließlich mit den schwebenden Strikes sich beschäftigten. Bald nach 9 Uhr Morgens wurde eine General - Versammlung der Maurergesellen eröffnet, „über 7000 Personen stark", sie lm Laufe der Debatte resolvirt wurde, in Wahrheit aber kaum mehr als halb so viel Köpfe zählend. Nach längerer Debatte, welche fast ausschließlich aus Ermahnungen zum Aufrechthalten Der einmal aufgestellten Forderungen bestand, gelangte folgende Resolution zur Annahme: „Die heutige General- Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend, über 7000 Personen zählend, erklären unter heutigem Datum, den Kampf für den Normal-Arbeitstag mit aller Entschiedenheit ^urchzusetzen, trotz aller von Seiten der Arbeitsgeber angewandten Pallintivmittcl, selbst wenn ein Thaler für Die letzte Stunde bezahlt würde. Sie erklärt ferner, daß sie diejenigen, welche länger als von 6 bis 6 arbeiten, nicht
Personen, welche notorisch mehr für Die Interessen Der römischen Kirche als für; Nach einer Bekanntmachung Der Reichsllquivattonsconimission für Rhederei. diejenigen des preußischen Staates besorgt sind, einen entscheidenden Einfluß haben schäden ist die in Art. 2 des Rkichsgefttzes vom 14. Juni D. I. gedachte Ent auf Angelegenheiten, deren eminente Wichtigkeit für Die Stellung Der Kirche zum Staate von Niemand in Zweifel gezogen werden kann. — Die beiden Räthe, welche bisher mit Der Bearbeitung Der katholischen Angelegenheiten im Cultus- ministerium betraut waren, sind übrigens nicht einer andern Abteilung zugewiefen, sondern zur Disposition gestellt worden, und möchten auch wohl schwerlich Aussicht haben, je wieder in Aktivität zu treten. — Allein was nützen d rlei Mittel- chcn gegenüber dem mächtigen Krebsschaden, an dem daö gesummte preußische Kirch.n- und Schulwesen krankt, so lange der burschikose Por. und Freidenker a. D., der Gatte der Frau v. Mühler, das Portefeuille der geistlichen Angelegenheiten trägt?
Der zu Bensheim im Großherzogthum Hessen erscheinende „Starkenburger
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