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!d. Zchüttler
Dreis vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Zost bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr.
Oicßmer Anzcigtr.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags.
Expeditton: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiefen.
Nr. 8» Dicnstag den 25. April ’ istIl
Besteümng-n auf den Gieße«,« Anzeiger ^^S,W;L.!rSL5
Abomieiltell. ivelck'e den Anzeiger bei der Erpedition abvoien lassen, erhalten denselben für 1 fl. vr. Hnnrinl
Amtlicher The t l
Betreffend: Verzeichnisse über entstandene Beitreibungskosten vom 1. Quartal 1871 Gietztn, am 15. April 1871.
A, , Gratzhrr-osliche Kreisinl Girtzen
an die Grohherzogllchcn Lurgermel,tere.en des Kreises, mit Ausnahme derjenigen zu Dorf-Gill, Cberstadt, Groß-Busec Groß-Luiden, Grunmgen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Lollar, Ober-Hörgern, Oppenrod, Reiskirchen, RntterShausen, Staufenberg, Steinbach und Wieseck.
Wir erinnern Sie an die Einsendung der rubrieirten Verzeichnisse binnen acht Tagen.
________ v. Starck.
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der Socialismus nicht eine einzige hervorragende Persönlichkeit hervorgcbracht hat.
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^nn uns denn doch vernünftigerweise kein unbefangener Beobachter zumuthen ■ ^udirect haben wir der Versailler Regierung jeden möglichen Vorschub geleistet. ' Wir haben ihr die Ansammlung von Truppen weit über das Maß der Vertrags- stipulaeionen hinaus gestattet; wir haben in großmüthiger Berücksichtigung ihrer 1 Verlegenheit uns alles Drängens in Bezug auf die von ihr übernommenen pecu- niären Beipflichtungen cnthalten. Diese Loyalität batte in der Thal einen besseren ank verdient, als die abgeschmackte, unbegründet , und, sprechen wir es offen aus, perside Andeutung des Herrn Favre über ein von deutscher Seite gestelltes Anerbieten einer bewaffneten Einmischung. Abe. selbst diese höchst unlöblichen Aeußerungen haben wir uns gefallen lassen, in Rücksicht darauf, daß Unwahrheit und Entstellung von Thatsachen nun einmal zu den berechtigten Eigenthümlichkeiten der französischen Staatskunst gehören, und daß auch Herr Jules Favre, so ehrlich er auch als Mensch ist, als Staatsmann doch, um sich über den Wogen zu halten, der blaguc gebührend Rechnung tragen muß.
Vielleicht wäre es Herrn Thiers und Herrn Favre ganz erwünscht, wenn wir ihnen unsere freundschaftliche Einmischung mit Gewalt aufzwängen, so baß sie die Hände in Unschuld waschen, und vielleicht noch gar gegen eine Vergewaltigung von deutscher Seite Protest einlegen könnten. Daß wir uns dieser eigenthümlichen Art von Dankbarkeit aussetzen, wird man uns aber in England doch wohl nicht zumuthen.
gerecht zu werden. Hoffen wir, daß Herr Thiers durch die freie wir ihm gestattet haben, in den Stand gesetzt werden wird, seinen Frankreich und gegen Deutschland nachzukommen.
Deutschland und der Bürgerkrieg in Frankreich.
In der englifäjtn Presse find wiederholt Stimmen laut geworden, welche sich an die Großmuth Deutschlands wenden und eine thätige Einmischung der deutschen Heeresmacht zu Gunsten der rech,mäßigen Versailler Regierung forde-n Wer derartige Wünsche hegt, geht dabei von der Ansicht aus, raß Thiers und tie Nationalversammlung viel zu schwach seien, um mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln mit den Pariser Rebellen fertig zu werden. Und in der Thai hat die Regierung bis jetzt mit Paris wenig Glück gehabt; und da sie rie Ge- ringsügigkei, ihrer bisherigen Erfolge durch ihre Ungeschicklichkeit und moiaiische Schwäche selbstverschuldet hat, so schein, die Besorgniß nicht ganz ungerechtfertigt, daß auch im weiteren Verlauf der Kampfe denselben Ursachen dieselben Wirkungen entspringen werden. Allerdings scheinen in den letzten Tagen die Versailler Truppen einige Fortschritte gemacht zu haben; aber eine entscheidend- Bedeutung ist auch der Besetzung v«n Arniere« nicht mit Sicherheit beizumessen, da sich noch gar nicht absehen läßt, ob es den RegierungSIruppen gelingen wird, sich in dem Besitze i« behaupten, und, wenn sie sich behaupten, ob sie im Stande sein werden, Den errungenen Vortheck weiter zu verfolgen. Die beständig hin- und. herschwankenden Kämpfe um Neuilly zeigen, wie unendlich schwer es den Versaillern fällt, in ihrem Fortschreiten festen Fuß zu fassen.
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Aber sollte es auch gelingen, alle Punkte auf der Linie Asnieres-Puteaux unter dem Schutz der Kanonen des Mont Dalerikn so fest zu besetzen, daß di- Aujstäydischen die Hoffnung auf Wiebereroberung dieser Position aufgeben um ihre Streitkräfte an dieser Stelle in das von der Ringmauer umschlossene Gebiet zurückziehen müssen, so steht noch der Straßenkampf bevor. Zwar hofft man in Versailles noch immer, daß eine Erhebung der Pariser Bevölkerung gegen die Commune die Regierung der Nothnendigkcit, ihre Regimenter gegen die haupi städtischen Barrikaden zu entsenden, überheben werde. Aber mag auch der besser, und vernünftigere Theil der Pariser Bevölkerung auf die Commune im höchsten Grade erbittert sein, so hegt er andererseits auch gegen die Nationalversammlung das lebhafteste Mißtrauen, welches durch das von d eser beschlossene Gemeindegesetz durchaus nicht gemindert worden ist. In solcher Lage ist der Mensch nur allz» geneigt, zur Passivität seine Zuflucht zu nehmen und sich durch Nichtsthun über alle Schwierigkeiten, Verlegenheiten und Gewisstnsbedenken hinwcgzuhelfen. Und deshalb scheint denn die Hoffnung auf ein wirksames, thätiges Eingreifen der Pariser Ordnungspartei zu Gunsten ter rechtmäßigen Staatsgewalt auf ziemlich unsicherem und schwankendem Grunde erbaut.
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immer ist der Kampf nicht entschieden, der zwischen der Regierung von Versailles und der Pariser Commune geführt wird. An der endlichen Niederlage der Revolution ist freilich nicht zu zweifeln. Alle Andeutungen über die wankende Treue der Regierungstruppen haben sich als unbegründet erwiesen. Nicht nur die Gensd'armen, die Prätorianer der Versailler Republik, sondern auch die Marinesoldaten, die Soldaten der Linie, haben überall ihre Schuldigkeit gethan. Die Friedensbedingungen sind dahin modificirt worden, daß die Executivgewalt jetzt über eine Macht von 100,000 Mann disponirt, eine Truppeuzahl, die viel» leicht genügt, um die Zufuhr von Lebensmitteln abzuschneiden und damit einer günstigen Bewegung im Inner» von Paris in die Hände zu arbeiten, wenn sie auch noch nicht ausreicht, um tie verschanzten und verbarrtkadirtcn Straßen von Paris im Sturm zu nehmen. Kein politischer Zwischenfall scheint den allerdings längere Zeit in Anspruch nehmenden Actionsplan der Regierung durchkreuzen zu wollen. Der Gedanke einer unmittelbaren Begründung des Königthums und gor
Unsere bewaffnete Einmischung hat erst dann einrutreten, wenn unsere Interessen sie erfordern. Sollte d?r Fall eintreten, so würde sie ohne Zweifel rasch und mit der Entfaltung der äußersten Energie erfolgen. Daß aber diese Nöthigung uns auferlegt werden wird, ist zum Glück sehr unwahrscheinlich. So kläglich und unentschieden auch der bisherige Verlauf der Kämpfe von Paris ist, so ist doch die Vermuthung gerechtfertigt, daß die Regierung schließlich des Aufstandes Herr werden wird. Sie weiß ja selbst cm besten, daß ihre und Frankreichs Existenz von ihrem Siege bedingt ist, und sie darf daher kein Opfer scheuen, l'M zum Ziele zu gelungen. Aber sie hat die Opfer zu bringen, nicht wir. An uns wird die Frage, ob wir noch einmal zum Schwerte zu greiftn haben, erst ?onn treten, wenn wir die Uebcrzeugung gewonnen haben werden, daß die Regie- ning durch die Anarchie völlig gehindert wird, den uns gegenüber eingegangenen Verpflichtungen gerecht zu werden. Hoffen wir, daß Herr Thiers durch die freie
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Vielleicht steht man in England die Lage der Regierung zu schwarz an; daß sie indessen peinlich und schwierig genug ist, wird man zugeben müssen, auch denn man durchaus nicht zur Schwarzseherei geneigt ist. Aber mag die Lage ver Versailler auch noch so bedrängt fein, welche moralische Pflicht nöthtgt uns d.nn, ihnen in ihrer Noth mit unseren Waffen zu Hilfe zu kommend Die Herren Thiers und Favre haben ja Alles aufgeboten, um die heilige Stadt vor der Belehrung durch die deutschen Barbaren zu schützen, was ihnen zwar nicht roll- bändig, aber doch so weit gelungen ist, daß sie sich wenigstens eines „großen Erfolges" in dieser Beziehung vor Frankreich rühmen konnten. Damals secundirten die englischen Blätter den Herren Thiers und Favre, weil sie zu kurzsichtig waren, die Folgen voraus zu sehen, welche die Schonung der Hauptstadt haben würde. Jetzt treten die Folgen hervor. Paris zeigt sich |o wenig erkenntlich für die ihm
durch H^rrn Thiers ausgewirkte Schonung, daß es ihn und Favre und Picard
vnd die Nationalversammlung für vogelirei erklärt und daß die Nationalgarde
Folge der verkehrten Politik des Herrn Thiers in ihren Händen .—v... ^rt ^tvulut „„„ ........ orgrunoung ocs jtomgrDume und aar
ffia . (Inb, unbeDcnfli« gtgtn tu „barbarischen Horben" ihre« wohlwollcnben der Napoleonischen Dynastie hat jeden Boden verloren. Bemerkenswert!! ist dasi
onner« und Fürsprecher« richtet. der Sociali«mu« nicht eine einzige hervorragende Persönlichkeit hervorgcbracht hat
„„ ,“nlcr Umstanden unsere Truppen den Gefahren eine« Straßenkampfe« Der sociaiistische Gedanke beherrscht in breiter Ausdehnung die Massen, aber er -zusetzen, blos um den Truppen des Herrn ThicrS diese Gefahren zu ersparen, hat keine Geister gesunden. Die Internationale mag cs sich selbst zuschrnben,


