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Dole ist von den Preußen besetzt.
Aus Dijon wird unterm 21., 10^ Uhr Abends, gemeldet: Heute Morgen 8 Uhr Kampf in der Umgegend von Dijon gegen zahlreiche feindliche Truppen. Der Kampf entwickelte sich namentlich in der Nähe von Daix, NorgeS, Fontaine, Talant und St. Seine. (Diese Orte liegen nördlich im Halbkreise um Dijon.) Französischerseits waren Truppen von Bossack, Ricciotli und Menotti Garibaldi im Gefecht. Im Allgemeinen behaupteten die Franzosen ihre Stellungen. Die preußischen Truppen gehören dem pommer'schen Armeekorps an. Die französischen Lerluste sind erheblich. Man glaubt, die Schlacht werde morgen von Neuem beginnen. Die preußischen und französischen Vorposten stehen einander gegenüber in nächster Nähe.
Lille, 22. Jan. Cambrai soll aufgefordert worden sein, sich zu ergeben. Die Frist dazu ist bis 3 Uhr Nachmittags gestellt. Gambetta hat heute Morgen zahlreiche Deputationen der Bevölkerung empfangen und in einer dabei gehaltenen Rede erklärt, Frankreich sei eher bereit, einen ewigen Krieg auszuhaltcn, als sich verstümmeln zu lassen. Die Norvarmee stellt sich rasch wieder her. Die zersprengten Soldaten kommen massenhaft zurück. General Faidherbe, der hier einige Tage Rahe gehalten, gebt heute wieder ab-
Saarbrücken, 23. Jan. Der König erließ im Hauptquartier zu VersaillcS am 18. Januar anläßlich der Uebernahme der Kaiserwürde folgenden Armeebefehl: •Mt dem heutigen Tage, für Mich und Mein Haus so denkwürdig, nehme Ich im Einverständnis mit allen deutschen Fürsten und unter Zustimmung der deütschen Völker neben der durch Gottes Gnade ererbten Stellung des Königs von Preußen auch die des deutschen Kaisers an. Eure Tapferkeit und Ausdauer, für welche Ich wiederholt Meine vollste Anerkennung aussprach, beschleunigte das Werk du neueren Einigung Deutschlands, ein Erfolg, den Ihr mit Einsetzung Eures Blutei und Lbcns erkämpftet. Seid eingedenk, daß der Sinn für Ehre, treue Kamerad- schäft, Tapferkeit, Gehorsam eine Armee groß und siegreich macht. Erhaltet Eucj in diesem Sinne, dann blickt das Vaterland immer wie heute mit Stolz auf Euch
Berichterstatter der „Sckl. Ztg.": „Es darf angenommen werden, daß die Ursprung, lich auf vielleicht 150,000 Mann zu bemessende Armee Chanzy's durch den Abgang an Todten, Verwundeten, Zersprengten, Ausreißern und Gefangenen auf die Hälfte ihres Bestandes revucirt, also ein Resultat erzielt wurde, das sich dem der entscheidendsten Schlachten ebenbürtig anreiht. Die Ziffer der Gefangenen erhöht sich noch täglich. Diese gewaltige taktische Niederlage kann auf den Nest der Armee, welcher ja überdies der feste Halt militärischer Disciplin fehlt, nur im höchsten Grade entmuthigend wirken; außerdem aber ist sie strategisch insofern von der höchsten Bedeutung, als sich das feindliche Heer nach divergirenden Richtungen hin zurückgezogen hat und als ein Ganzes nicht mehr zu betrachten ist. Menn nun auch anzunehmen ist, daß unsere eigenen Truppen nach ihren sechstäg'-gen, in rastlosem Vorwärtsgeben durchgeführten Kämpfe der Ruhe bedürfen mögen, so kann doch erwartet werden, daß wenigstens unsere zahlreiche Cavallcrie dem flüchtigen Gegner noch eine Strecke Weges an der Ferse bl.iben und zur weiteren Ausbeute des Sieges das Ihrige beitragen wird. Dann aber wird es in der Hand unserer Führer liegen, ihre Aufgabe im Südwesten vorläufig als gelöst zu betrachten oder die Operationen in der eingeschlagenen Richtung bis zur Küste fortzusetzen. Zu einer Offensive ist der Gegner unbedingt auf Wochen hinaus nicht mehr befähigt und der Entsatz von Paris von Seiten der einzigen Armee, die durch ihre Zahl als bedrohlich gelten konnte, darf als definitiv vereitelt gelten. Will man auf deutscher Seite im Südwesten nicht weiter vorgehen, so reichen zwei bis drei Armeccorps als Wächter an der Sarthe und an der Loire vollkommen aus, und cs stehen dann ein oder zwei Corps zur Verfügung, um, je nach Bedarf, den General v. Göben im Norden oder den General v. Manteuffel im Osten zu verstärken. Unsere gcsammte strategische Situation hat sich also sehr erheblich günstiger gestaltet."
Havre, 22. Jan. Die Deutschen haben Orbec besetzt, nachdem sie ein Gefecht nut der Nationalgarde gehabt. Lisicux ist bedroht. Gace soll 45,000 Frs. Contribution entrichten und hat davon 10,0Q0 Frs. bereits bezahlt. In einem Gefechte wurde der Cavitän der Nationalgarde gctödtet. Die Preußen rückm eben in Bernay ein. (Alles Städte südöstlich von Caen.)
Bordeaux, 22. Jan. Die französische Regierung läßt folgende Nachrichten verbreiten:
Ihr werdet immer sein starker Arm sein.
Brussel 21. Jan. „Etoile belge" meldet aus Cambrai vom 20. Jan.' Die Nvrdarmee erlitt eine furchtbare Niederlage, von welcher sie sich schwerlich erholen wird. General Faidherbe schätzt die deutschen Streitkräfte auf hundeil- tausend Mann. Der Rückzug der Franzosen begann Mittags, von den Deutsch» verfolgt. Der Bericht des „Etoile belge" entwirft ein trauriges Bild von dtt Unordnung, welche bei den in Cambrai angekommenen Franzosen herrschte. Viel! marschirten mit nackten Füßen, es war eine Armee in Lumpen. Von der Rott- armee find nur noch Trümmer übrig.
Brüssel 21. Jan. Pariser Ballonbriefe vom 17. d. melden: Das Feui: des Fundes ist äußnst heftig. Die Geschosse erreichen die Quais d'Orleuns uni Bethun, einige sogar die Seine. Bei Val de Fleury demaSkirte der Feind mm Batterien. — Jules Favre befragte die Maires bezüglich der Theilnahme an du Couferenz. Die Ansichten waren gethcilt.
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„Daily Telegr." unterm 16. Jan. Folgendes:
„Die Batterien an der südlichn Cernirungölinic sind bis auf 800 Ellen von den Forts vorgeschoben worden. Am 14. erwiderte Montrouge noch das Feuer und geuern nur aus einem Geschütze an der Wcstsront. Jssy hat auS zwei Geschützen wieder das Feuer, aber in langen Zwischenräumen, ausgenommen. Am Sonnabend eröffnete eine Feldbatterie vorBuzanval ihr Feuer aus mehrere Häuser an der südlichen Abdachung von Moni Valerien. In diesen Häusern waren französische Scharfschützen stationirt, die sofort die Flucht ergriffen. Die Batterie wagte sich unverzüglich ins Frete pinaus, nahm etwa 2000 Ellen vom Fort ent fernt Stillung, feuerte tret Ladungen Gran -len in die Citavelle, protzte auf und relirirte in kurzem Galopp nach ihrer Deckung. Durch die Kühnheit der kleinen Bakterie und den Erfolg ihres Coup zur Wuth gereizt, eröffneten Valerien und dessen Außenwerke, die viele Stunden geschwiegen hatten, em wüthenves Feuer nnci? allen Richtungen hin, das aber weder Mann noch Pferd der qu. Batterie verwundete. Gerüchte von Unterhandlungen circubren überall, und die Unterbrechung des Bomoardemints feit den letztrn 24 Stunden wird von vielen Hochstehenden Personen dieser Lage der Dinge zugeschneben."
Ueber Vie Niederlage der französischen Loire-Armee bemerkt der militärische
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Sctbätiaung ihrer kriegerischen Leistungsfähigkeit; nichts Anderes ist ihr Ziel, als Heilung der Wunden, den dieser uns aufgezwungene Krieg auch uns geschla. aen als rastloser Fortschritt in den segensreichen Werken de« Friedens, als Frieden'zu halten mit Allen, die mit uns Frieden haben wollen. Dies ist die heu- tiflt Bedeutung des Semper Augustus.“
Der StaatSanzcigcr" veröffentlicht in seiner zwecken Ausgabe eine De- «eftbt des Grafen Bismarck an den Gesandten der Schweiz, Herrn Kern in »ari« vom 17. Jan. Dieselbe beantwortet ein am 13. Jan. an den Grafen Bismarck gerichtetes Schreiben, welches von ten Gesandten der Schweiz und Amertka'S sowie anderen Diplomaten unterzeichnet war, und in welchem riesel- den nachsuchten, daß cs ihren Landsleuten ermöglicht werde, Paris jetzt zu verlassen Graf Bismarck iührt in seiner Antwort aus, das; riese Reclamatron völkerrechtlich nicht begründet sei und erinnert an die am 26. September und 4 Ortober erlassenen Noten, welche auf die Gefahren des Pariser Aufenthalts binwrisen Weber Gesetz noch Gewohnheit verpflichte dazu, den Belagerten Operationen ' tu r.nen die Belagrrung sortjchreite, anzuzeigen; daß bei dem fortge- setzten Widerstande die Beschießung von Paris erfolgen würde, darauf mußte man gefaßt fein; dagegen liege kein rechtsbegründeter Einwand vor. Dte_b.n Mitaliebrrn des diplomatischen Corps ertdeilte Ermächtigung werde, als Sache der internationalen Courtotste, aufrecht erhalten bleiben, obwohl dies schwierig und störend sei' die zahlreichen Landsleute derselben den mit der Belagerung verounvenen Gefahren zu entziehen, dazu jedoch läge gegenwärtig kein anderes Mittel vor, als die Kapitulation von Parts.
Gestern ist schnridrnde Kälte cingctrctcn.
51 m (8. fand die Ordrnssestfeier im hiesigen Schlosse Stall. Der Garmsons- vrediaer Rogge hielt die Festpredigt.
dobura, 19. Jan. Ein Telegramm aus Versailles vom heutigen Tage meldet' Der König wurde gestern im Spiegelsaale des 'Schlosses, im Beisein der icutftben Fürsten und umgeben von den Repräsentanten verschiedener Regimenter, -um Deutschen Kaiser proelamirt.
4 Schwerin 19. Jan. Der Mecklenburger Anzeiger erfahrt, die hiesige Mi- litärbehdide habe die Mittheilung empfangen, daß von den Gefangenen, welche die Übergabe von Paris nach Deutschianv führen werden, 2200 nach Meckten- bürg kommen sollen. Das genannte Blatt knüpft hieran die Hoffnung auf die baldige Einnahme der französischen Hauptstadt, da dem Falle von Metz ähnliche Vorkehrungen «orhergegang n seien. .
Sriincl 19. Jan. Das Echo meldet: Gestern Abend ist bet Ruremonde ein Ballon niedergegangen, der in Paris am Morgen um 3 U,r aufgcjliegtn ttar Die mit demselben angelangten Nachrichten resumiren sich dah,n: Das Bombardement auf die Forts und die Stadttheile wird ununterbrochen fortgesetz,. Di' durch das Bombardement entstandene Verwüstung ist ziemlich bedeutend. Große Schwierigkeiten verursacht da, Mahlen des Medls, da viele Mühirn zerstört sind. Täalich werden ea. 15 Personen durch das Bombarrement getdciet.
Die Jnkependance meldet aus Akivll vom 19. Ja».: Das Bombardement auf Longwp wurde heute heftig fortgesetzt, 300 Bomben fielen in die Stadt, der Kirchiburm ist geborsten, mehrere Häufer demoliit.
Scill 19. Jan. Der schwe'zerifche große Gcneralstab lst nach Bafel em- berufen. Die Franzosen sind auf allen Punkten der schweizer Gränze zurückgegangen. Französische Flüchtlinge treffen massenhaft in Damvant ein.
Bern 19. Jan. Dem „Bund" wird aus Pruntrut, 19. Jan., telegraphtrt: Gestern verjagt-n die Deutschen die Franzosen aus allen französischen Gtänzort- schäften Die Bevölkerung flüchtet bet Damvant auf Schweizerboden."
Dem Berichte der AUg. Militär-Zeitung von einem Augenzeugen entnehmen Wir Folgendes: „ „Onkel Baldrian - (wie der Mont Valerien im Munde der deutschen Soldaten heißt) li bt cs, hier und dg seinen großen Musiker „Beethoven" auffpielen zu lassen: ein Geschütz von außerordentlicher Stärke; aus diesem scheinen schon am 30. Ros mbrr Granaten bis Argenteuil (dies habe ich aus dem Munde des dort befehligenden preußischen Majors) gelangt zu sein, bald nachher eine su che b>r Glutignp, nördlich und nahe dem Thor von Versailles, auch bis vor das Gitteithor gegen Ville d'Äorap zu hdies ist weniger gewiß,, feraer bis zum Aauäduct re Marly bei LouveetenneS. Am 23. Dreember sah ich selbst mit vielen auCertn der besten Zeugen eine solche bis hart östlich an den Hof Le Peey, gegenüber St Germain en Luye an der Seine, wohin schon einige Tage vorher em. gelangt war, ft egen und 20 Minuten nachher eine andere über die S.me ine Buschwerk am U er unter der Halde der Stabt, wo sie platzte. Es ist dies eine entjemung von «500 Meter 28,300 badischen Fuß ober 10,300 Schritt, fast li/, deutsche Meile. Um dieselbe Zeit flog eine solche noch mehrere (sechs) Hundert Schritt über das Swloß Beauregard (östlich halbwegs an der Straße fischen V rsailles und St. Germain). Dies sinb wohl die größten bis bahin vor Paris erreichten Schuß- oder eher Wurfweiten."
Ueber die Beschießung von Paris berichtet der Versailler Correspondent be-
Kriegs nachrichten.
Saarbrüäcn, 19. Jan. Aus Versailles wird vom 18. gemeldet: Dem Vernehmen nach hat Jule« Favre gestern den Geleit,che,n erbitten lassen, um sich iUt Couferenz nach London zu begeben.
Die Armee Chanzv's zeigt Spuren der Auflösung.
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Darmstadt, 22. Jan. Wohl im Hinblick aus die bevorstehende Cap'tul^ tion von Pans ist Großherzoglichem Kriegsministerium der Auftrag geworden für die Aufnahme von 3000 Gefangenen Räumlichkeiten herzustellen, und >.' deßhalb die sofortige Errichtung eines Barackenlagers auf dem Exerzierplatz' gegenüber der Reitercaserne, angcordnet worden. Die Arbeiten, unter Leitunj des Militärbaumeisters, Herrn Baurath Weyland, haben bereits gestern bego° nen, und wird das Lager in etwa 3 Wochen fertig dastehen. Es werden Hoh zelte mit doppelter Verschalung, Werkstätten für Schuhmacher und Schneid" eine große Küche, Wohnung für den Lagerinspicienten, Wachtlocal rc. errichü! Das Ganze wird mit einem Graben umzogen.
Darmstadt, 23. Jan., Mittags. Saeben findet der festliche Einzug d! fünf von der Compagnie des Hauptmanns Kattrein aus Schloß Chamas iroverten Kanonen statt. Die Hauptstraßen haben geflaggt. Die Kanon" vom Großherzog mit Lorbeerkränzen geschmückt, werden vor dem Zeug^av
1 Berlin, 18. Jan. Gutem Vernehmen nach sollen Allerhöchster Anordnuß gemäß die aus Elsaß und Deutsch-Lothnngen stammenden französischen Kriegt gefangenen sofort in ihre Heimath entlassen werden, wenn sie sich zuvor verpfllchtc bei Verlust ihrer Habe, nicht mehr gegen Deutschland zu fechten. Diese Ano^


