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Dem neuen französischen Geschäftsträger, Herrn v. Gabriac, hat der Magistrat der Stadt Berlin einen seltsamen Empfang bereitet und zwar durch Uebersendung einer Quittung über Miethssteucrrestc, die sein Vorgänger, der bekannte Herr v. Benevetti, bei seinem etwas übereilten Rückzüge von hier zu begleichen vergessen hatte. Auch an Haussteuer soll der Magistrat noch eine Restforderung an die französische Nation, der das betreffende Grundstück gehört, haben.

Die dem Fürsten Bismarck als Dotation verliehenen Domänen im Herzog- thum Lauenburg, tragen, wie zur Berichtigung anderweiter Mittheilungen zu er­wähnen ist, gegenwärtig 34,016 Thlr. ein, unter welcher Summe 3500 Thlr. Pacht für Jagd und mehr als 2000 Thlr. Pacht für künftig wegfallende Zwangs- und Bannrechte begriffen sind. Der ganze Besitz besteht in Forsten, welche nach Abzug obiger künftig wegfallender Rechte ein Einkommen von 28,000 Thlr. gc- währen.

Berlin, 19. Juli. DieProvinzial-Correspondenz" sagt bezüglich der Ver- thcilung ver Reichsbeihülfe für die Reserve und Landwehr, daß nach den Be­schlüssen des Bundcsrathes auf Preußen nahezu 2^ Millionen gefallen sind. Die Staarsregierung hat beschlossen, % von diesem Betrag auf die einzelnen Pro­vinzen zu vertheilen und zur späteren Ausgleichung und Deckung der in den einzelnen LandeStheilen etwa hervortretenden Mehrbedürfnisse vorläufig zurückzu­behalten.

München, 15. Juli. DerSchweizer Grenzpost" wird von hier aus feie.

: ,,(5)utem Vernehmen nach ist die Antwort des Königs auf Antrag der "x betrtffent) Aufhebung des königlichen PlacetS, festgestellt. Dieselbe lautet abschlägig und enthält zugleich eine ausführliche Entwicklung des staatlichen Stand- pun les gegenüber dem UnfehlbarkeitSdvgma, das mit den Staatsintercssen un-

V t V Hierdurch hat die bayerische Regierung, die so lange zwischen den beiden katholischen Parteien schwankte, einen Schritt vorwärts ge- tyan, und zwar ist derselbe, wie der obige Drahtbericht andeutet, weitgehender, alö man wohl erwarten kannte. Nicht nur das Dogma von der Unfehlbarkeit a de" Interessen des Staates unvereinbar dargestcllt, sondern es wird m! , Trennung von Kirche und Staat ausgesprochen, um den

Altkatholiken zu ihren Rechten zu verhelfen. Gleichzeitig mit diesen Verfügungen! soll, wie dleBad. Lanvesztg." vernimmt, auch die Auflösung der Kammer ins

Frachtbriefe für die Main-Weser-, CvlnMindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt.

Die Beziehungen Rußlands und Preußens haben in der letzten Zeit einen in der That sehr freundschaftlichen Charakter angenommen. Nicht nur, daß die russische Regierung den Wünschen der preußischen Regierung in Bezug auf die DerkehrSverhältniffe der beiden Nachbarreiche entgegenkommt; auch an den deutschen Hofen, wo noch russische Gesandtschaften existiren, hat sich der russische Einfluß zu Gunsten der deutschen Interessen geltend gemacht. Rußland, welches früher die Mittelstaaten in ihrer widerstrebenden Politik gegen die norddeutschen Großmächte begünstigte, vertritt jenen Staaten gegenüber jetzt das Interesse Preußens. Von Oesterreich läßt sich dasselbe nicht behaupten; cs sind leider Anzeichen genug vor­handen, welche darauf schließen lassen, daß di- österreichische Politik noch immer nicht den Gedanken aufgegeben hat, das Verhältniß der süddeutschen Staaten zum deutschen Reiche eventuell rückgängig zu machen.

General Shermann bemühte sich, den Indianern begreiflich zu machen, daß sie unbedingt zu Grunde gehen müssen, wenn sie fortfahren, dem Andringen der Civilisation Widerstand ;u leisten, und sich nicht auf die ihnen angewiesenen Re­servationen, welche den doppelten Flächenraum des Staates Newyork haben, beschränken. Er war zu dem Zwecke selbst im Indianergebiet. Ein großer Rath wurde zu Okmulgee abgehalten, und Anstalten werden getroffen zur Bildung eines regulären Indiancrterritoriums als Vorbereitung zu einem Staat. Das wäre allerdings das Einzige, was den Rest der Rothhäute retten konnte. Es ist damit geboten, daß sie ihrer Stammesgliedcrung entsagen und sich zu Einem Volk ver- einigen. Darin aber liegt eine vollständige Verleugnung des IndianercharacterS. Zum Gelingen de- Experiments würde cs wesentlich beitragen, wenn der General den Indianern die Unverletzlichkeit des Gebiets, auf welches er sie verweist, gewähr­leisten könnte.

E', 18. Juli. Der Kronprinz von Preußen ist heute Abend gegen 8^/4 Uhr hier cingetroffen. Am Bahnhofe wurde er von den hier weilenden Fürst­lichkeiten und dem kaiserlichen Gefolge empfangen. Von der Bevölkerung wurde er jubelnd begrüßt; die Stadt war beleuchtet, so wie auch die umliegenden Hohen.

Berlin, 18. Juli. Die glänzende und herzliche Aufnahme, welche der Kron­prinz des deutschen Reiches bei den Einzugs-Feierlichkeiten in München gefunden, hat in den Berliner ministeriellen Kreisen begreiflicher Weise die freudigste Sen­sation erregt und der preußischen Negierung dar Bewußtsein gegeben, daß die­jenigen Bestrebungen, welche auf eine Verhinderung der Consolidirung des deut­schen Reiches gerichtet sind, nur noch einen sehr schwachen Halt in der Bevölke- rung Bayerns haben.

t Berlin, 18. Juli. Die Ernennung des Ministers Grasen Eulenburg zum Domherrn von Brandenburg erregt ein gewisses Aufsehen, da es bisher noch nicht vorgekommcn ist, daß ein activer Minister zugleich Domherr von Branden­burg wurde. Dieser Titel bezeichnet eine Sinecure im wahrsten Sinne des Wortes, da mit ihm eine Iahresrente von mehren tausend Thalern verknüpft ist, wofür eine Gegenleistung nicht erfordert wird. Der letzte Domherr war der General v. Manteuffel, der mit dieser Dotation beglückt wurde, als es schien, als wollte er dem Staatsdienste Valet sagen. Usus war es bisher überhaupt, daß hohe Staatsbeamten nur bei ihrem Ausscheiden aus dem Amte eine solche Sinecure zugctheilt erhielten und dieser Umstand dient denn auch der Erneuerung des Ge­rüchts zur Grundlage, daß der Minister Eulenburg demnächst eine andere Mission erhalten würde, etwa die eines ersten Verwaltungschefs für das Elsaß.

Nachdem durch Errichtung von Filialen der preußischen Bank, der Berliner Unionbank und der Darmstädter Bank in Straßburg dem Creditbedürsnisse des Elsässer Großverkeyrs Genüge geleistet ist, soll nunmehr auch mit der Gründung einer Schulze-Delitzsch',chen Genossenschaftsbank zur Befriedigung des geschäftlichen Crcdits der Mittelklassen und des Handwerkerstandes vorgegangen werden. Die Anwesenheit eines rheinischen Genossenschaftsmannes in Straßburg, des Directors des Verbandes der rheinisch-westfälischen Creditvereine in Straßburg, Herr Spiet- hoff von Düsseldorf hat bereits Veranlassung gegeben, Behufs Gründung einer ; Straßburger Gcwerbebank die einleitenden Schritte zu thun, denen in nächster Zeit i weitere folgen werden.

Vermischtes.

Berlin. Dem Wunsche des Reichskanzlers Fürst Bismarck nachkommend, hat der Minister der geistlichen rc. 'Angelegenheiten die practische Prüfung eine- von dem «lenzer Arzt Dr Struck derzeit bei der Armee >n Frankreich, angegebenen Verfahrens zur Behandlung der Menschenblattern (ingeorbneL DaS Verfahren besteht in Abwaschungen des ganzen Körpers des Kranken mit Holr- esstg und V>(( ebensowohl die AnsteckungSfahigkeit dieser Krankheit auf ein höchst geringes Maß zurncksuhren, als auch einen sehr raschen und nahezu ungefährlichen Verlauf derselben sichern. Dr. Struck wendet diese Abwaschungen folgendermaßen an: 1) Im Ausbruchsstadium der Krank­heit findet einmal des Tages eine Waschung mit unverdünntem Holzessig statt. 2) Im Stadium der Hohe deö leidens eine dreimalige Waschung im Tage mit einer Verdünnung von zwei Theilen Wasser ans einen Thetl Holzessig. Bei besonderer Heftigkeit der Fiebererschcinungm passen Bäder von 18 bis 22 Grad Wärme und zweckentsprechender Dauer mit 10 pi§t. Holzessig. 3) 3m Elternttgöstadium sind täglich zweimalige Waschungen des ganzen Körpers mit reinem -Holzessig angezeigt. Zum Mundwasser und zu Localumschlägen verwendet Dr. Struck eine lOprocentiae Mischung des Mittels mit kaltem Wasser. Eine gute Ventilation des Zimmers, häufiger Wechsel der Leib- und Bettwäsche und ein kühles Verhalten der Haut sind dabei nicht zu vernach­lässigen.

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- - - -- - I Summen aus beiden Lagern angenommen haben, im Sande verlaufen zu wollen.

1 Einmal von Rom emancipirt, wird sich die katholische Kirche auch in größerer ? o">yeit entwickeln können, und dies wird auch für die politisch-freiheitliche Ent- ? ® «lunfl nur von heilsamen Folgen begleitet sein. Wer die Geschichte verfolgt, 1 ' daß sich nirgends die kirchliche und die staatliche Entwicklung von

i einander trennen lassen. 0

Bonder Rems, 15. Juli. Großes Aufsehen machen allerwärts die schweren Ruhestörungen, deren Schauplatz in den letzten Tagen das schöne Pfarrdorf Mögg­lingen, Oberamts Gmund, gewesen ist, woselbst dem geistlichen und weltlichen Orts- vorstand unter schweren persönlichen Bedrohungen einer anstürmenden Volksmenge Dlc Anfter eingeworfen wurden, so daß gestern zur Unterdrückung der Unruhen ein Militärkommando von Gmünd requirirt und die Aufruhracte verlesen werden mußte. Es ist schwer aus der Masse der hierüber umlaufenden Gerüchte einige Sicherheit über Motive und Zusammenhang der Sache zu erhalten; so viel wird uns aber von verschiedenen Setten mitgetheilt, es seien in Folge der Anzettelungen eines, als Stellvertreter des erkrankten Ortsgeistlichen functiouirenden, früher geistes- kranken Caplans Spaltungen unter der Bürgerschaft zum Theil wegen des Dogmas entstanden, welche zu Streitigkeiten über die Benützung der Kirche geführt hätten und durch Verweigerung der Kirchenschlüssel Seitens einer in der Sache überhaupt unberechtigten Person in Hellen Flammen aufgelodert seien. Die Thätigkeit des Untersuchungsrichters hat bereits mehrere Wagen mit Arrestanten unter militärischer Escorte in die Oberamtsstadt befördert, und wir hoffen im Stande zu sein, bald Sicheres über den Thatbestand und das Ergebniß der Untersuchung mittheilen zu können. Was aber den allgemeinen Eindruck der Sache betrifft, so wundert man sich weniger über diese unausbleiblichen Früchte des vatikanischen Iesuitentrumpfs, J/J? Abst ein Cardinal Rauscher als einer Kriegserklärung gegen die alt- katholische Kirche gewarnt hat, als darüber, daß diese faulen Früchte bei uns zuerst in einem Orte vom Stamme fallen mußten, der bisher wegen feiner cleri- kalen Obedienz als ein wahrer Leibtrost geistlicher Herren belobt und als muster- giltig gepriesen war. (Schw. V.-Z.)

Mühlhausen, 17. Juli. Heute sind nach derN. Mühlh. Z." aus Berlin em Wachtmeister und 19 Schutzleute zur Verstärkung der hiesigen Polizei einge- troffen. Auch werden die früher französischen Polizei-Agenten in nächster Zeit mit der Uniform der deutschen Schutzleute bekleidet werden. Die Damen Mühl- Hilfen« legen die Trauerkleider ab und die91. Mühlh. Zig." erklärt das in sarkastischer Weise mit der herrschenden Hitze.

0"li. DerSoir" schreibt:Der Erzbischof von Tours ist zum Erzbischof von Paris ernannt worden. Der Kultusminister fährt heute nach Tours , um dem Erwählten seine neue Ernennung anzuzeigen; es scheint, diese Formalität sei unentbehrlich."

Paris, 18. Juli. In v-rflossrner Nacht ist das Museum von Nancv voll, ständig mit feinen gesammtcn Schätzen niedergebrannt.

. . - ^7$' 18- 5"li, 4 Uhr 50 Min. Die Geldabundanz ist so stark, daß die Kreditinstitute mittelst Circular anzeigen, sie vermochten nur 2 pCt. Conto- Corrent zu vergüten.

Versailles, 18. Juli. Wolowski wird heute in der Assemblee die lieber-- Adelung derselben von Versailles nach Paris verlangen. Man glaubt, daß der Vorschlag mit starker Majorität zurückgewiesen wird. Die Provinz ist dagegen.

DemStandard" zufolge beabsichtigt Gladstone, den Stellenkauf in der Armee durch ein königliches Dekret aufzuheben.

. , 17. Juli. Das officiösePrager Abendblatt" dementirt energisch

die Nachricht derPolitik" von der Austreibung der deutschen Beamten aus Böhmen und greift auch die Journale an, welche die Angelegenheit in publicistische Diskussion zogen. Die Nacyricht derPolitik" sei völlig erfunden; sie sei ein Seitenstuck zu Der Ente von der Zerstückelung Schlesiens.

18. Juli. DemNaplo" wird aus Fiume gemeldet: Bei der feier­lichen Eröffnung des Tupuker Tunnels wurden die Fiumaner vom Volke gehindert, die ungarische Fahne aufzuhissen, die herbeigerufenen Stadtvertreter schwebten in Lebensgefahr. Der aus Nokoe zurückkommende Ban und der Gouverneur von Fiume wurden sehr mißgünstig aufgenommen. Das Volk geberdete sich tumultuös. Madnd, 18. Juli. Ein Gerücht sagt, daß der Marschall Serrano dem Könige den Vorschlag gemacht habe, die Internationale für gesetzwidrig zu er- klaren und in allen Fragen der öffentlichen Ordnung eine kräftige und starke Po- litik walten zu lassen. Von der anderen Seite schlägt Zorrilla, der Minister des Innern, einen im weiten Sinne liberalen Ausbau der Constitution von 1869 vor. Er wünscht die Einrichtung einer Bürgerwehr von 400,000 Mann. Das heute Abend umlaufende Gerücht ist, daß die Ideen der Versöhnung unter den -^gliedern der Majorität vorherrschen. Sagasta soll erklärt haben, daß er sich oon einer jecen Combination fern halten werde, die nicht aus einer Versöhnung Der liberal-monarchischen Parteien beruhe. Der Staats - Minister hat heute den Marquis de Bouille und den neuen italienischen Gesandten empfangen.

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die Erben:

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d-iSlASl teM und ' die Berechtig Ais fviche r zu A. des 1) Jobs.

2) Heinr 3) die Kir Kasp g. Kath

Stdnt b. Mari c. Marii d. Georg e. ßattia chardt i zu B. beffei 1) die Kind) Anna ( lichte Sd a. Balth, Steinbe' b. Heinri

2) die Kindi Christi

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