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Versteigerungen.

4941) Montag den 20. November, Nachmittags 2 Uhr,

werden in der Scheuer des PH. Lampus am Wallthor und in derjenigen des Chr. Jughard III. vor dem Wallthor:

1 Fuder 3 Gebund ungedroschenes Wai- zenstroh, 43 Gebund ungedroschenes Ger­stenstroh, sowie eine Partie Dickwurzeln und Weißkraut,

öffentlich versteigert.

Gießen, den 17. November 1871.

M. Pilger.

FeilgeboteneS.

Garantin sichere Heilung der Unterteibsbrüche, selbst bei veralteten Fällen, durch meine eigens dazu construirten, selbstgefertigten Bruchbänder.

Zeugnisse von Personen, welche durch diese Bänder geheilt worden sind, liegen stets zur Einsicht offen. (4802) I. Th. Haubach, Univ.-Instrumentenmacher u. Bandagist.

fandet zur Berücksichtigung übergeben. Bezüglich der Beschwerde des Sagan- Prottauer land- und forstwirthschastlichen Vereins über die Differenzialtartfe der Eisenbahnen wird beschlossen, dieselbe dem Reichskanzler mit dem Ersuchen zu über- weisen, die Frage der Differenzialtarife durch eine Sachverständigen Commission untersuchen zu lassen, und dem Reichstag das Resultat mitzutheilen. Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr.

©erlitt, 16. November. Heute Nachmittag fand der formelle Act der Con- stituirung einer rumänischen Eisenbahnactiengesellschaft statt. Die bisher angemel- deten Obligationen betragen ein Capital von 50 Millionen.

Berlin, 17. November. Neichstagssitzung. Zweite Berathung des Reichs- wünzgesetzes. Bei §. 1 befürwortet Mohl ein Amendement, wonach die Reichs- goldmünze genau 25 Francs entsprechen soll. Dundescommiffär Meinecke hebt die Schwierigkeiten hervor, welche diese Münze während der UebergangSzeit dem 23er- kehr bereiten würde, während das Marksystem für die Staaten mit der Thaler» Währung, mithin für vier Fünftel der Reichsbevölkerung, ohne Schwierigkeit fei. Redner verweist bezüglich der Gründe gegen ein internationales Münzsystem auf die erste Berathung und bemerkt, daß sich England und Amerika gegen die Welt­münze abwehrend verhielten. Auch sprächen dagegen die Bestimmungen des Munz- vertrages von 1857 , welche die deutschen Regierungen zu vollwichtiger Prägung verpflichten, während die französischen Münzen statt 900 nur 899 Theile Feinge- halt hätten. Gegenüber dem Wunsche auf Einführung des Guldensystems wieder- holt der BunveScommiffär, daß hiermit nur der Name, nicht die Sache beibehalten würde.

Berlin, 17. Nov. Nachdem gestern mehr als 52 Millionen Thaler rumä- nische Eisenbahnobligationen von den überhaupt existirrnden 65 Millionen bei S. Bleichröder und der DiScontogesellschaft angemeldet worben sind, hat die Con- stituirung der neuen Actiengesellschast und die Wahl des Aufsichtsraths stattgefun- den, dessen Vorsitzender Hansemann ist. Die rumänische Regierung ist telegraphisch von der Constituirung benachrichtigt worden.

München, 17. November. Dr. Hirschwälder, vom Erzbischof von München wegen Theiluahme an dem Altkatholiken - Kongreß bereits suSpendirt, wurde von dem Fürst-Bischos von Breslau, dessen Jurisdiction er unterstellt ist, wegen der Abhaltung altkatholischen Gottesdienstes in der Gasteigkirche excommunicirt.

München, 17. November. Ein Privattelegramm derAugsburger Allge­meinen Bettung" aus Berlin vom 16. d. meldet:Die bayerischen Bevollmäch tigten werden im BundeSrathe die Erweiterung der Competeuz des Reiches ab- lehnen. _ In Abgeordnetenkreisen verlautet, daß eine Vorlage wegen des Miß- brauch- der Kanzel vom BundeSrathe auSgehen werde. Bayern soll bereits seine Zustimmung hierzu gegeben haben."

Aus der Pfalz, 14. Nov. In Landau fand, tote derEilbote meldet, am Freitag vor dem Militärgericht die Verhandlung gegen 44 Reservisten des 13. Infanterieregiments statt, wegen des Vergehens der Subordinationsverletzung durch Ungehorsam. Dieselben glaubten nämlich, daß sie auf Grund deS Wehr- verfaffungsgesetzes entlassen werden müßten und hatten sich beigehen lassen, in ver- abredeter Verbindung den Gehorsam zu verweigern. Sie wurden sämmtlich zu Gefängnißstrafen zwischen 1 Monat und 1 Monat 12 Tagen verurtheilt, da ihre irrthümliche Berechtigung als Strafmilderungsgrunv angesehen wurde.

Wien, 16. November. Graf Beust empfing heute das Präsidium der nieder- österreichischen Handelskammer. Auf den ihm bargebrachten Ausdruck der Sym- vathie erwiderte derselbe, daß man bezüglich der äußeren Politik auf die Erhal­tung des Friedens vertrauen dürfe; das Reich fei vor äußeren Ueberraschungen gesichert. Hinsichtlich der inneren Politik betonte Graf Beust, daß die dem öster­reichischen Volke innewohnende Elasticitä't und Frische eine zuverlässige Gewähr feien, daß es auch die Schwierigkeitn trn Innern glücklich überstehen werde.

Wien, 17. November. Die neueste Nummer desWanderer" meldet:Die britische Regierung notificirte, daß sie von der beabsichtigten Ernennung des Grafen Beust zum österreichisch-ungarischen Botschafter in London mit Befriedigung Kennt- niß genommen habe."

Brüssel, 17. November. Es verlautet, daß der Präfect des Maas-Departe- ments auf Andrängen der deutschen Militärbehörden bas JournalBons Sens" aufgefordert habe, sich Der Beurtheilung der deutschen Angelegenheiten zu enthalten, sonst erfolge Unterdrückung.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getaufte.

Den 12. November. Dem Bürger zu Wolfsgruben, Kreis Biedenkopf, und Weißbinder dahier, Ludwig Schneller, ein Sohn, Wilhelm Adolf, geboren den 5. October.

Den 16. November. Dem Bürger zu Werdorf, Kreis Wetzlar, und Bremser an der Cöln-Gießener Bahn dahier, Wilhelm Keiner, ein Sohn, Wilhelm Ludwig, ge­boren den 26. September.

Denselben. Dem Bürger und Thorschreiber, Christian Vix, ein Sohn, Karl Johann Wilhelm, geboren den 10. October.

Beerdigte

Den 11. November. Johannes Schwaab, Bürger und Schneidermeister dahier, alt 74 I. 9 M. 7 T., gestorben den 9. November.

Den 12. November. Katharine Weber aus Mickhausen, Kreis Altenkirchen, alt 12 I., gestorben den 10. November-

Den 13. November. Anna Philippine Karoline Frohnhäuser, des Bürgers und Kaufmanns, Ludwig Frohnhäuser, eheliche Tochter, alt 10 M. 28 T-, gestorben den 11. November.

Denselben. August Müller aus Wieseck, alt 24 I-, gestorben den 11. November.

Den 14. November. Elisabeth Harth aus Fauerbach, Kreis Nidda, alt 49 I-, gestorben den 12. November.

Katholische Gemeinde.

Kopulirte

Den 5. November. Wilhelm Gilbinger, Verwalter bei dem Fernie'schen Braunsteinbergwerk dahier, ein Wittwer; und Emilie Pauly, des verdorbenen Post­expediteurs, Franz Pauly zu Schwerte, Regierungsbezirk Arnsberg, eheliche Tochter.

Beerdigte.

Den 17. November. Johann Höoeler, des Bremsers bei der Cöln-Gießener Bahn, Wilhelm Höveler, ehelicher Sohn, alt 5M. 15 T-, gestorben den 15. November.

Allgem einer A n z e i g e r»

Besondere Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

Eigenthumsbeschädigung in der Gemarkung Gießen.

4939) In der Zeit vom 8. bis 10. August d. I. ist in der Gemarkung Gießen, auf der Straße von Gießen nach Hersfeld, Abth. 3 bis 4, ein Kastanienbäumchen durch Abbruch beschädigt worden und hierdurch ein Schaden von 1 fl. 30 fr. entstanden. Da der Thäter bis jetzt noch nicht hat ermittelt werden können, so bringen wir die,en Fall hiermit zurKenntniß des hiesigen Publikumsund laden dasselbe ein, zur Entdeckung dieser boshaften gemcinschädlichcn Handlung in der Art mitzuwirken, daß es von Judicien, die zu semer Kenntniß kommen, der unterzeichneten Behörde Mittheilungmacht.

Zugleich setzen wir die Stadtbewohner davon in Kenntniß, daß nach gesetzlicher Bestimmung der, durch jenen Frevel erwachsene Schaden bei der Nichtermittelung des Thäters auf die Köpfe der Gemeindeangehöriaen ausgeschlagcn wird und daß der Stadtvorstand eine Belohnung von Zehn Gulden mindestens Demjenigen gewährt, welcher solche Judicien namhaft macht, daß daraufhin die Bestrafung des Thaters ermöglicht wn November 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Vogt.

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