Sougon »oriai.
r:
4 Pfund 32 fr ' a QiJ
"«i WHi«.
PrviS vierteljährig 1 st. 12 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 27 fr
Gichemr KyeM
Erscheint täglich, mit Ausnahme MontagS.
Expedition: Ean-leiberg Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.
Nr. 189. ______________Donnerstag den 17. August ' t§7i^
Bestellungen auf den Gießener Anzeiger L°L"WSL-!,'SLÄÄX-ä:*
^riGravelott
Ubr, tm
aale
habet
tbrleuit'
!»
5 111)1:
„ist)
2niSN
16. August.
Um Vie Höhe des während des deutsch.franzöflschen Krieges zu Verlust gegangenen Eisenbahnmaterials zu ermitteln, ist am 10. d. in Frankreich unv in Belgien eine allgemeine Zählung des gesamwten vorhandenen Eisenbahn-Fahr- und Deckmaterials, welcher Bahn dasselbe auch angehöre, vorgenommen worden. Auf den dringenden Wunsch der französischen Ostbahn und belgischen Staatsbahn, sowie mehrerer deutscher Bahnen hatte die geschästsführende Direction des Vereins die sämmtlichen dem Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen angehörigen Eisenbahnverwaltungen ersucht, sich dieser Maßregel in Bezug auf ihre Linien anzu- schließen, die Zählung aller auf denselben am 10. d. M., Mittags 12 Uhr, be- ßndlichen Wagen unv Ver Wagenvecken bewirken uuv ihr den Rapport baldigst mittheilen zu wollen.
' Das Buch des Generals Chanzy über die Operationen ver französischen . Westarmee scheint eine Reihe interessanter Aufklärungen über Vie französische Kriegführung ver Gambetta'schen Epoche bringen zu wollen. Der „Temps" veröffent- lichte kürzlich ein Eapitel vieseS Buches, bas unter Anverem Vie in vem Zeitraum vom 24. December bis 7. Januar zwischen Chanzy, Gambetta unv Trochu ge- wechselte ofsicielle Correspondenz enthält. Daraus geht zunächst hervor, daß ver famose Feldzugsplan, dem schließlich die Armee Bourbakl's zum Opfer fiel, aus- schließliches Product des Herrn Gambetta ist, der alle von Chanzy und Trochu dagegen erhobenen Einwendungen nicht gelten lassen wollte. Namentlich General Chanzy will bis zum letzten Augenblicke gegen Gambetta'- Plan protestier unv seinen Widerspruch mit dem Hinweis auf die Thatsache begründet haben, daß Paris nur noch für 15 Tage Lebensmittel habe, die Rettung also selbst bei vollständigem Gelingen des Gambetta'schen Planes zu spät kommen würbe. Aus dem vorliegenden Capitel ersehen wir ferner, daß Chanzy am 2. Januar einen eigenen Plan in Vorschlag gebracht hatte. Nach seinem Vorschläge sollten die drei noch im Felde stehenden französischen Armeen sich gegen Paris concentriren und dem General Trochu bei einem Ausfall die Hand bieten. Er hoffte dabei ein doppeltes Resultat zu erreichen: die Deutschen gleichzeitig von drei Seiten zu bedrohen unv sie vamit zu einer FrontveränVerung zu zwingen, Vie andererseits Ver Pariser Garnison Vie Möglichkeit böte, mit einiger Aussicht auf Erfolg einen Vorstoß gegen Vie veut- s6>cn Linien zu versuchen. Zu viesem Zwecke schlug General Chanzy vor, Vie Westarmee von der Sarthelinie an die Eure vorzuschieben, mit dem linken Flügel nach Evreux und dem rechten nach Chartres. Die bretonischen Reserven deckten seine Communicationslinien zwischen Chartres und der Loire, das 15. Corps sollte in Vierzon bleiben, um Orleans zu beobachten, die Mobilen von Cherbourg endlich sollten den linken Flügel der zweiten Armee zwischen Evreux und Rouen stützen. Die erste Armee, welche Gambetta auScrsehen hatte, den von ihm gefaßten Plan auszuführen, würde, anstatt sich nach Osten zu entfernen, sich über Chatillon für <Sune und Bar für Seine, Paris wieder genähert haben, so daß sie zwischen Seine und Marne mit dem linken Flügel bei Nogent, dem rechten bei Chateau Thierry die deutschen Linien zwischen Meaux und Melun im Rücken bcvrohte. Die Nordarmee sollte die Ebenen von Artois verlassen und in südwestlicher Richtung vorgehen, so daß sie sich zwischen Compiegne und Beauvais in solider Weise etabliren und Vamit den rings um die Belagerungsarmee gebildeten Kreis von 4—500,000 Mann vervollständigen könnte. Endlich hätte die Armee von Lyon, die man mittelst aller im Süden vorhandenen disponiblen Truppen verstärkt hatte, mit dem Corps von Cremer und Garibaldi Werver bei Dijon festgehalten und ihn verhindert, den Deutschen bei Paris zur Hilfe zu kommen. Durch Einnahme Vieser Aufstellung wäre die Lage der belagerten Stadt erheblich verbessert worden und nichts hätte nach Chanzy's Ansicht den Commandanten mehr verhindern können, den großen, seit so langer Zeit von Paris geforderten Ausfall einzuletten.
Während die Mehrzahl der Pariser Blätter anfängt, den Haß gegen die Deutschen dem eigensten Gefühl der Bevölkerung zu überlassen, während die innere Lage Frankreichs und Vas Bevürfniß der Reorganisation die Kräfte des LandcS unv die Gedanken der Einwohner mehr und mehr ernstlich in Anspruch nehmen dort Vas „Siecle" nicht auf, in großen Leitartikeln ven Groll gegen Vie Deutschen stets von Neuem zu schüren unv namentlich Vie Pariser gegen diejenigen unserer LanVSlcute aufzustacheln, welche gezwungen flnv, öehufs Regelung ihrer socialen oder geschäftlichen Positionen nach ver französischen Hauptstadt zurückzukehren. In ver Nummer vom 12. August ist ein neuer solcher Artikel an erster Stelle erschienen, unv ver besonverS heftige pseuvo-patriotische Ton, Ven er athmet, veranlaßte uns, nach dem Unterzeichner dieses Rachemanisestes zu blicken. Zu unserer nicht geringen Ucberraschung fanden wir, daß der fragliche Aussatz von Herrn
Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate August und September _________________ zu 40 kr.
r israelitischen ien.
m des Innern y- W der israelilW roa Abdrücken an crrl worden ist, fei mderechMell M
18. Suzuß e. in tl der Interessentm 'tlbell nm dem fy in Inhalt der Lim lea erstell Vorsteher irden muffen ui\ uimmunß Mich
Der „Deutsche Reichs-Anzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 11. August v. I., die Ausgabe von Reichestempelmarken und gestempelten BlanketS zur Entrichtung der Wechselstempelsteuer betreffend. Diese neuen Stempelmarken, welche von Mitte dieses Monats ab allmählig in den Debit Übergehen, sind mit der Umschrift: .Deutscher Wechselstempel" versehen und lauten auf die bisherigen Steuerbeträge von 1 bis 30 Groschen.
Das Bundesgesetzblatt für Elsaß-Lothringen publicirt das Gesetz, betreffend die Einführung des Artikel 33 der Reichsverfaffung in das neue Reichsland. Die neue Provinz tritt damit vom 1. Januar 1872 ab in das deutsche Zoll- und Hanvelsgebiet ein.
T Don Freundeshand erhalten wir aus Dresden einen langen Bericht über ten dort am letzten Sonnabend eröffneten socialvemokratischen Congreß, der viel zu interessrloS ist, als daß wir ihn in seiner ganzen Ausführlichkeit veröffentlichen sollten. Die erste öffentliche Parteisitzung in der Centralhalle am Sonnabend Abend war von höchstens 500 Personen besucht, darunter mindestens die Hälfte Neugierige, die ihre Rechnung an den rhetorischen Purzelbäumen reichlich fanden. Der Redakteur des „Dresdener Volksboten", Herr Walster, eröffnete Vie Verhandlungen mit Vem Hinweis auf ven Umstand, daß die drei Dutzend focialvemokratifche Delegirte sich diesmal in der Hauptstadt des freien Sachsenlandes befänden, das die meisten Socialdemokraten großgezogen habe, — und das sie auch am meisten verfolgte, fetzte Bebel hinzu.— fite verbrochenen Reden über den Normalarbeits-
SataMä (ytrn
die kaum in Betracht kommen können, durch deutsche Dorräthe erhalten oder es wurde in Feindes Land für deutsches Geld der Bedarf gedeckt. Für Hafer, Mehl Brod Fleisch Wein u. s. w. wurden die höchsten Preise gezahlt, Preise, die der Pariser Markt nie gekannt hat. Während beispielsweise hier der Hafer für 2V» Jbahr zu haben war, wurde er in Lagny, Orleans, Amiens und Rouen mit 8 Thaler, durchschnittlich mit 7y2 Thaler bezahlt. Ebenso hatte Schlachtvieh einen dreimal höheren Preis wie hier. Das Gleiche gilt von den Medikamenten für die Lazarcthe, von gutem Rothwein und Cognac, von Gemüse und vielen anderen Gegenständen. Die Berechnung der Summen, die Deutschland in Frankreich abgegeben hat, wird den letzten Beweis dafür abgeben, daß der Krieg mit größter Schonung gegen die feindliche Bevölkerung geführt worden ist.
Die Nachricht des „Journal des Debats" über die bereits festgesetzte Räu- mung der Pariser Forts und der Departements Seine, Seine-et-Oise, Seine-et- Marne und Oise wird jetzt als vollständig unbegründet bezeichnet. Die Unterhandlungen, welche hierüber mit Graf Waldersee geführt werden, erstrecken sich selbst auf die Zahlung der vierten halben Milliarde. Nach dieser Zahlung soll die Zahl ver OccupativnStruppen ver Champagne auf 50,000 Mann herabgesetzt werden.
lag, über vaS allgemeine Stimmrecht, über Vas Haftpflichtgefetz u. f. w., sowie Jie vazu gefaßten Resolutionen sinv nicht Ves MittheilenS werth, — immer vie alten abgedroschenen Redensarten, die bekannten schwülstigen Phrasen. Interessanter wurde Vie Geschichte erst, als in der zweiten öffentlichen Sitzung, am Sonntag Mittag, Vie Pariser Commune verherrlicht werden sollte, und Bebel als Jntroduc- lion dazu der Versammlung mittheilte, die Polizei des „freien SachsenlanveS" mbiete den Rednern jedwede Verherrlichung der Pariser Petroleurs. Das war Lel ins Feuer gegossen. Sämmtliche Redner verschworen sich hoch und theuer, lieber ihren kostbaren Redefluß nicht sprudeln zu lassen, als daß sie sich dem „politischen Maulkorb" fügen, entwickelten dabei aber trotzdem einen so ausgiebigen und pikanten Sprechanismus, daß der überwachende Polizeibeamte wiederholt zur Beruhigung einen Dämpfer aufsetzen mußte. Bebel kündigte in Folge dessen einen energischen Protest gegen das heutige polizeiliche Verfahren bei der Oberbehörde «I. Die Resolution: „Der Congreß erklärt seine vollste Zustimmung zu der Haltung ttS Parteiorgans „Volksstaat" gegenüber den politischen und socialen Fragen des ergangenen Jahres, insbesondere billigt der Congreß den durch den .Volksstaat" unterhaltenen geistigen Zusammenhang der deutschen Socialdemokratie mit der liternationalen Arbeiteraffociation", wurde in bekannter Einstimmigkeit beschlossen, »n Hoch auf die Socialdemokratie, — und die zweite Versammlung war ebenfalls iB allseitiger Zufriedenheit zu Ende.
Wie man der „B. B.-Z." mittheilt, wird die deutsche Militärverwaltung !® Stande sein, bis zur nächsten Reichstagssession einen ungefähren Ueberschlag wer die Kosten des letzten Krieges zu wache«. Dieselben werden nicht entfernt Md) der Höhe der zur Verausgabung gelangten Anleihebeträge zu bemessen fein, la iu den Kriegskosten die Abnutzung des Kriegsmaterials kommt, das durch- Schenvs ersetzt werden muß. Das artilleristische Material ist namentlich sehr mit- Mvmmen worden und kann nicht durch Reparatur in den früheren Zustand ver- sondern es muß ganz neu hergestellt werden. Ein Verlust an Pferden liegt M>t vor. Es sind allerdings sehr viele gefallen, aber die Beute war so groß, J lkr Pfervebestand innerhalb der Armee nach dem Kriege zahlreicher war, wie ■ 11 beginne des Feldzuges. Total abgenutzt sind die Uniformen der Mannschaften, t 8 neue seit lange hab-rn beschafft werden müssen. Allein nach der Capitulu- j Y von Metz gelangte die Armeeverwaltung zu so umfassenden Quantitäten fran- L Mcher Tuche, daß der Verlust, der durch rasche Abnutzung der Uniformen ent* *flnCtn war, reichlich durch die erbeuteten Borräthe ersetzt ist. Auch der Sieg bei ‘Ulan« führte uns erhebliche Tuchmassen zu. Am meisten fallen ins Gewicht Ausgaben für die Ernährung der Armee. Obwohl sie den ganzen Feldzug Wur^ in Feindes Land stand, hat sie sich, bis auf unbedeutende Requisitionen,
IfhgioncgemeiDbe:
Mn. (31$
umpeubanthing rci t des Herrn Lack«.


