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Das Getöse, das sich jetzt erhob, läßt sich nicht beschreiben. Wuthausbrüche aller Art wurden laut, allein der graubärtige Sieger, der übrigens Schweizer war, hielt schützend seine Hand über ihn und sprach ruhig:Besudelt euch nicht mit diesem Hundepack!"

Leider hatte während dessen draußen im finsteren Treppenhause ein fürchter­licher Kampf zwischen den Rückzug suchenden Eindringlingen und solchen Deutschen gewüthet, die denselben das Entkommen abschnetden wollten und es sind dort mehrere schwere Verwundungen vorgefallen. Die Franzosen waren schließlich durch ein Fenster über das Dach eines anderen Gebäudes entkommen, und als man sic verfolgte, entdeckte man. daß sie Feuer angelegt hatten.

Von weiterer Fortsetzung des Festes war um so weniger die Rede, als sich der Tumult vor dem Hause immer steigerte, die Frauen in alle Ecken flohen, welche noch Sicherung vor den immer zahlreicher einfliegenden Steinen boten, und als der inzwischen herbeigekommcne Platzcommandant dem Präsidenten erklärte, daß er zu schwach sei, die Versammlung zu schützen.

Mit Bewunderung erfüllte mich die ruhige Haltung der deutschen Festver­sammlung, aber mit Staunen blickte ich auf die Energielosigkeit der schweizerischen Offiziere, die unzuverlässige Haltung ihrer Truppen, die eher Lust zu haben schienen, mit dem Pöbel gemeinsame Sache zu machen, als Ordnung zu schaffen, und auf die Rathlosigkeit zweier anwesender Herren, welche man mir als den Militär- und den Polizeidirector dieser glorreichen Republik bezeichnete. Da muß etwas faul sein im Staate, wo solche Vorgänge möglich sind.

Nachschrift. Soeben vernehme ich, daß sich heute noch ein Nachspiel zum Drama ereignet hat, welches bei einiger Aufmerksamkeit der Polizei gewiß hätte verhindert werden können. Die Tonhalle war Vormittags geschlossen, um die Untersuchungsbeamten ungehindert arbeiten zu lassen. Freitag Nachmittags ist sie aber Börsenlokal und daher wurde sie um Mittag geöffnet. Alsbald wälzte sich der neugierige, gestern Abend doch nicht zum Ziele gelangte Janhagel hinein und weiß nichts Besseres zu thun, als die deutschen Nationalfahnen schwarz-weiß-roth und schwarz-roth-gold herabzureißen und sammt der Germania zu besudeln und zu zerstören.

Local-Notiz.

Gießen, 14. März. Montaa den 17. April I. 3., Vormittags 9 Uhr, werden die Sitzungen des Schwurgerichts vom II. Quartal unter dem Vorsitze des zum Präsidenten bestimmten Großherzoglichen HofgerichtEathS Herrn Eckstein beziehungsweise des zu dessen Stellvertreter ernannten Großherzoglichen HofgerichtS-RathS Herrn von Herff ihren Anfang nehmen und ist zu diesem Behuf« in der heute ftatlgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts der Provinz Oberhessen, die AuSloofung der Haupt- und GrganzungS-Gefchwornen in folgender Reihen­folge vorgenommen worden.

I. Ergänzung--Geschworoe:

1) Georg Heinrich Schomber, Ellenwaarenhändler,

2) Dr. Karl Muhl, Hofgerichts-Advocat,

3) August Ludwig Müller, Materialist,

4) Dr. Adolph Mettenheimer, Apotheker,

5) Dr. Robert von Schlagintweit, Professor,

6) Emil Pistor, Kaufmann,

7) Adolph Noll, Großhändler,

8) Dr. Theodor Tasche, Reallehrer,

9) Georg Nenzel, Maschinenfabrikant,

10) Dr. Egid von Löhr, pract. Arzt,

11) Franz Otto, Hofgeiichtö-Advocat,

12) Dr. Wilhelm Stahl, Professor,

sämmtlich in Gießen.

II. Haupt-Geschworne:

1) Friedrich Bücking, Rentner in Gießen.

2) Georg Fulda, Rentner daselbst.

3) Conrad Bausch VI., Landwirth in Nieder-Wöllstadt.

4) Heinrich Walther, Landwirth in Maar.

5) Ludwig Grünig, Papierfabrikant in Kesselbach.

6) Dr. Ludwig Lange, Professor in Gießen.

7),Jacob Kohler I., Landwirth in Langsdorf.

8) Friedrich Fink, Branntweinhändler in Lauterbach.

9) Julius Georg Daniel Bapst, Kaufmann in Gießen.

10) Georg Ferdinand Gail, Fabrikant daselbst.

11) Friedrich Vollmüller III., Fabrikant in Lauterbach.

12) von Rabenau zur Nvrdeck. Rittmeister in Gießen.

13) Gilbert Müller II., Landwirth in Bellersheim.

14) Friedrich Führer, Bierbrauer in Gießen.

15) Johannes Jacobi VI., Bürgermeister in Nodheim v. d. H.

16) Dr. Rudolph Buchheim, Professor in Gießen.

17) Conrad Keller, Landwirth in Melbach.

18) Löb Oppenheimer, Fruchthändler in Friedberg.

19) Jacob Diehm, Fabrikant in Lauterbach.

20) Arnold Muller, Cigarrenfabrikant in Gießen.

21) Karl Puth, Landwirth in Nieder-Wöllstadt.

22) Johannes Schlitt V., Landwirth in Leusel.

23) Wilhelm Curtmann, Hofgerichts-Advocat in Friedberg.

24) Kaufmann Rosenthal, Fruchthändler in Butzbach.

25) Friedrich Koch, Kaufmann in Stockheim.

26) Johannes Weitzel V., Bürgermeister in Hopfgarten.

27) Heinrich Karl Schaubach I., Landwirth in Nieder-Florstadt.

28) Karl Draudt, Oeconom in Büdesheim.

29) Jacob Wießler, Ellenwaarenhändler in Butzbach.

30) Georg Zehner I., Landwirth in Schwalheim.

Borsennachrichten.

14. März 1871.

Preus,u 41//2% Oblig. 943/4 Frankf. 3%0/0 Obi. 81% Nass. 4%° 0 Obi. 94

Kur kess. 4% 85%

Gr. Hess. 5% Obi. 101% 40/0 933/8

n r 3%% n

Bayer. 5%

n 4i/2% 1jährige 96% » 4% 1jährige 90%

Würtemb. 4%% Obi. 94%

Baden 4%<% Obi. c. E. L. 94%

Oesterr. Silberrente 55%

Papierrente 47 %

5% M. steuerf.

Amerik. Bonds 1881 r 99%

n l««2r 96%

1885r 96

n 1887r 96%

Spanier, neuest. 3% 29%

Actieu.

Frankf. Bank 133%

Frankf. Vereins-Kasse 104%

Darmst. Bankact. 329

Wien Bankactien 6891 2

Galizien 241%

Aetlen.

Oest. Creditact. 248%

5O/o östr. F. St. E. B. 374% Lombard. Bahn 170% Ludwigsh.-Bexbach 169% Maxbahn 112% Bayer. Ostbahn 128% Hess. Ludwigsb.-Act. 141 Alsenzbahn-Actien 85% Oberhessen 70

Prioritäten.

3% öster.Stsb.-Prior. 55% 3% öst. s. Lombard 73 3% Livorneser 31% 5O/o Toscaner 50% 5% Elisabeth.-Prior. 78 do. II. Emiss. 7b%

Anleliensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 64% Nassau 25 fl. 37%

4% bayr. Präm.-Anl. 107% Ansbacher 7 fl. 12% 4% badische Loose 107% Badische fl. 35 Loose 60 Oestr. fl. 250 v. 1854 70 1858r Prioritätsloose 157% 1860r Loose 77% 1864r 116%

Braunschweiger 16% Stadt Madrid 21%

Wechsel.

Amsterdam k. S. 100%

Augsburg k. 8. 99%

Berlin k. 8. 105

Bremen k. 8. 97

Cöln k. 8. 104%

Hamburg L 8. 88%

Leipzig k. 8. 105

London k. 8. 119%

Lyon k. 8.

Paris k. 8. 94%

Wien k. 8. 951/4

ditto m. 8.

ditto 1. S.

Disconto 3%% G.

tieldsorten.'

Pr. Cassen-Soh. 1 44%-45% Sachs.

Div. Cassen-A.

Pr. Friedrdor 9 5859

Pistolen . . 9 4547

doppelte 9 4850 Holl. fl. lOSt. 9 5456 Ducaten . . 5 3537 20 Frankenst. 9 2728

Engi. Sover. 11 5458 Kuss. Imper. 9 4548 Dollar in Gold 2 2728

ata

Allgemeiner Anzeiger.

Besondere Bekanntmachung.

Bekanntmachung.

792) Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nachbenannte Urkunde, Schuldschein der Sparkasse in Lungen vom 15. Mai 1869 Nr. 3638 über 450 fl. dem Kirchenoorstand zu Dorfgill gehörig, verloren gegangen ist.

Der Inhaber derselben wird aufgefordert, bis zum 10. Mai d. I., Vormittags 8 Uhr, bei unterzeichneter Gerichtsstelle anzuzeigen, 00 er aus deren Besitz Rechte herzuleiten vermöge, als sonst nach fruchtlosem Ablaufe dieser Frist gedachter Schuldschein für kraft­los erklärt und ein, lediglich an der Ge- richlsthüre angehängt werdendes, Amorti- sations-Decret erlassen werden würde.

Hungen, den 2. März 1871.

Grobherzogliches Landgericht Hungen.

Dr. Irle, Pilger, Landrichter. Landgerichts-Assessor.

Cubikfuß,

Vogt.

Versteigerungen.

Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde,

922) Montag den 20. März 1871,

139 397

517 10

von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Unterhaag, nachoerzeichnetes Holz öffent­lich versteigert werden, als: 420 Eichen-Stämme mit 8545

6 Birken-

29 Nadel-Stämme 114 Eichen-Stangen

3 Buchen- 842 Nadel-

1227

Die Zusammenkunft ist auf der Schiffen- berger Chaussee, an der 3. Schneiße.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. August d. I. gestattet.

Die Großh. Bürgermeistereien der um- lirgenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 14. März 1871.

Großberzogliche Bürgermeisterei Gießen.

1491) Donnerstag den 30. März d. I., Nachmittags 2 Uhr,

soll auf dahiesigem Rathhause die den Fried­rich Furckel's Eheleuten gehörige Flur Nr. cnKlftr.

%?4 12 Hofraithe auf dem Asterweg,

gibt 46% fr. Rente, öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 14. Februar 1871.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

Sem ml er, Ortsgerichtsmann.

937) Montag den 20. März, Nachmittags 2 Uhr, sollen 6% Ctr. Hopfen, zum Schuldenwesen des Georg Weidig II. gehörig, in dem Brau­haus des Herrn L. Herbert an den Meist­bietenden versteigert werden.

Gießen, den 15. März 1871.

In Auftrag: _________Müller, Ortsgerichismann. Die Erbauung eines Canals im

Stadtwalde von Gießen.

920) Montag den 20. März 1871, des Morgens 9 Uhr,

soll die obige Arbeit, welche zu 30 fl. ver­anschlagt ist, auf dem hiesigen Rathhause an den Wenigstfordernden vergeben werden. Der Kostenüberschlag von dieser Arbeit liegt bei uns offen.

Gießen, den 14. März 1871.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________ Vogt. ________

Holzversteiqerunq.

923) Mittwoch den 22. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen in den Waldungen der Stadt Grün­berg, District Teufe:

4 Eichen-Stämme von 9 bis 13 Zoll Durchmesser und 15 bis 35 Fuß Länge, 279 Nadel-Stämme von 8 bis 14 Zoll Durchmesser und 40 bis 80 Fuß Länge, 22 Nadel-Stangen von 5 Zoll Durch­messer und 25 Fuß Länge öffentlich versteigert werden.

Grünberg, den 14. März 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg A r n 0 l d.

Die Versteigerung von Obstbäum- chen bei der Stadt Gießen.

921) Samstag den 18. März 1871, des Morgens 11 Uhr,

werden auf dem Platz vor dem Rathhaus:

100 Aepfel- und

100 Birn-Stämmchen, sowie

50 Mirabellen- und Reineclaude- Stämmchen, sämmtlich veredelte Obstsorten, an den Meistbietenden versteigert werden.

Die Großhcrzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden um Bekanntmachung dieser Versteigerung gebeten.

Gießen, den 14. März 1871.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Vogt.

Versteigerung alter Hosen.

926) Dienstag den 21- d. Mts-, von Morgens 9 Uhr an, sollen im Kaserncnhofe dahier

circa 1000 Paar alte Hosen meistbietend öffentlich versteigert werden.

Gießen, den 15. März 1871.

Großherzogliche Bekleidungs - Commission des Ersatz-Bataillons 2. Infanterie Regiments.

Holzversteiqerunq.

924) Freitag den 17. d. M., von Morgens 9 Uhr an,

soll in dem Reiskirchener Gemeindewald, District Wilshäuserwald und Beuereberg, nachverzeichnetes Holz versteigert werden, als:

40 Stecken Buchen-Scheidholz,

6 Eichen- u. Nadel-Scheidholz,

40 Buchen-Prügelholz,

25 Eichen-

48% Nadel-

20 Buchen-Stockholz,

28 Eichen- u. Nadel-Stockholz,

3350 Wellen Buchen Neisholz,

1008 Eichcn-

5113 Nadel

20% Lüste allerlei Holz,

21 Eichen-Bauholz-Stamme, 240 Cubik- fuß enthaltend,

80 Fichten-Stämme, von 20 bis 60 Fuß Länge,

26 Eichen-Stangen, 51 Cubikfuß ent­haltend,

190 Buchen-Stangen, 151 Cubikfuß ent­haltend,

3667 Nadel-Stangen, 2448 Cubikfuß ent­haltend.

Der Anfang ist in der Kuhtränk.

Bemerkt wird, falls das Holz nicht sämmt­lich an genanntem Tage zur Versteigerung kommen kann, die Versteigerung am 18. März, des Morgens um 9 Uhr, fortge­setzt wird.

Reiskirchen, am 14. Mürz 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Reiskirchen.

I ü n g e r.

HolzversteiqerllNst

in den Waldungen der Frau Ge­neral Freifrau von Nordeck zur Rabenau.

880) Dienstag den 21. März d. I., wer­den im Distr ict Struth bei Beuern, ca. 1 Stunde von der Eisenbahnstation Groß-Buseck und 2 Stunden von der Sta­tion Gießen entfernt, versteigert:

43 Stecken Buchen- und 31 Stecken Eichen-Scheidbolz,

22% Stecken Buchen- und 10 Stecken Eichen-Prügelholz,

17 Stecken Buchen- und 383 « Stecken Eichen-Stockholz,

2100 Stück Buchen-, 1425 Stück Eichen- und 25 Stück Wellen Nadelbolz- Reisholz,

46 Stück Eichen - Bau-, Werk- und Nutzholz-Stämme von 15 bis 26 Zoll Durchmesser und bls zu 70 Fuß Lange, mit 6109 Cubikfuß,

2 Stück Buchen - Werkbolz - Stämme von 20 und 22% Zoll Durchmesser und 25 Fuß Länge, mit 249Cubik- fuß, sowie

2 Stück Nadelholz - Stämme van 7 und 8 Zoll Durchmesser und 30 bis 31 Fuß Länge, mit 27 Cubikfuß. Das Eichenholz ist von sehr guter Bc-