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Gitßcner Anzeiger.
Preis vierteljährig 1 fl- 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags.
vrpeditton : Canzleiberg ?it B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Kielen.
srv. ao.
Donnerstag den 16. Februar
1871.
Bestellungen auf den Gießener Anzeiger L aud)
Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Crpedikion abbolen lasien, erhalten denselben für die Monate Februar und März 1871 zu 40 fr.
Amtlicher T h e i 1.
Nr. 6 des Bundes-Gesetzblattes des Deutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 7. Februar 1871, enthält:
(Nr. 612.) A^Höchster Erlaß vom 27. Januar 1871, betreffend die Erhöhung des auf Grund des Gesetzes vom 21. Juli 1870 durch eine Anleihe iu beschaffenden Betrags von 80 auf 105 Millionen THaler.
(Nr. 613.) Allerhöchster Erlaß vom 29. Januar 1871, betreffend die Ausgabe verzinslicher Schattanweisungcn im Betrage von 2,020.900 Thalern.
Berichtigung.
Gießen, den 13. Februar 1871. Großherzogliches Kreisamt Gießen-
v. Starck.
Verzeichnis
über die Verteilung der Großh. Landgestütsbeschäler in die Landgeftütsstationen für daö Jabr 1871.
Berstadt- Ugolin. Rothbraun. 16 Faust 3 Zoll groß. Starker, großer Wagcnschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Essence und Ugolin aus dem Gestüt du Pin. — Don-Juan. Dunkelkaftanicnbraun. 16 Faust 1 Zoll groß. Mittelgroßer starker Reit- und Wagcnschlag. Anglo-Normann, vom J5albblutbeschäler Pledie und Se- ducteur. beide aus dem Gestüt du Pin.
Tüdelsbeim. Oladialeur. Dunkclkaslanienbraun. 16 Faust 2 Zoll groß. Großer, starker und gedrungener Wagcnschlag. Anglo-Normann, vom englischen Halbblut- beschaler Sioher und einer Stute von dem Beschäler Priniemps in dem Gestüt du Pin. — Jai. Glanzrapp. 16 Faust 2 Zoll groß. Großer, veredelter Wagenschlaa Anglo-Normann, vom Dollblutbeschäler Vandermulin und Regnier aus dem Gestüt du Pin.
kngelrod. Penkam. Rapp. 16 Faust 1 Zoll groß. Mittelgroßer Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Dollblutbeschäler Penkam im Gestüt St Lu und der Halbstute Ins. — Ren^ou. .tiirschbraun. 16 Faust groß. Gedrungener Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, voin Dollblutbcschäler Renton und der Stute l)oy cn •
Grünberg. Javelot. Rolhbraun 16 Faust 2 Zoll grob. Mittclgrobcr, edler Reit- und Wagcnschlag. Anglo Normann. vom Haldblutbcschäler llllcha und «in»--, beide aus dem Gcilüt du Pin. - Intaet Tunkelbraun. 16 Faust 1 Zoll grob Edler 3ieü - und leichter Wagcnschlag. Anglo-Normann, vom Halbblukbeschäler Sabreur und der anglo-normannnchcn Stute berbinette, diese Tochter von Pledje aus dem Gestüt du Pin.
Hirzenhain. Favori. Rothbraun. 16 Faust groß. Gedrungener Reit- und Wagcnschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Ursin im Gestüt St Lo und von Tochter i>e9 Gabalunzy. — Debardeur. Schwarzbraun. 16 Faust 1 Zoll groß. Veredelter Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Dollblutbeschäler'Debardeur im Gestüt St. Lo und der Stute Badette, Tochter von Hrouzo aus demselben Gestüt -
Dieder-Wöllstadt. Uzel. Schwarzbraun. 16 Faust 2 Zoll groß. Starker Neil- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Hakbölmbeschaler Ute! im Gestüt St Lo und eimr vexedelten normannischen Stute. - UmberL Kirschbraun. 16 Faust 2 Zoll groß. Mittelgroßer, eleganter, veredelter starker Reit- und Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschaler Umbert und Cormesan, beide aus dem Gestüt du Pin. w B
t d er-Ofleiden. Heros. Kirschbraun. 16 Faust 3 Zoll groß. Großer, veredelter Wagenschlag. Anglo-Normann, vomHalbblutbeschäler Chesee und der original-englischen Stute Dancrö, der Beschäler aus dem Gestüt du Pin. — Argen^-s. (Prämienhengst). Dunkelkastanienbraun. 16 Faust 1 ^oll groß. Veredelter Reit- und Waaen- schlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Or im Gestüt du Pin und einer Tochter des Pegasus. 0
Romrod. Kirschbraun. 16 Faust groß. Mittelgroßer starker Neitschlag. Anglo-Normann, vom Dollblutbeschäler Isignz nu5 dem Gestüt St Lo und einer veredelten
normannischen Stute. — Jean-Bart. Dunkelrothdraun. 16 Faust 3 Zoll groß. Starker, großer Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Ursin und larare aus dem Gestüt du Pin. — Dorus. Kirschbraun. 16 Faust groß. Edler Rcitschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler Dorus im Gestüt du Pin und der anglo-normannischen Stute Vandarina.
Schlitz. Fra-Diavolo. Dunkelkastanienbraun. 16 Faust 2 Zoll groß. Edler Rcitschlag. Anglo-Normann, vom Dollblutbeschälcr Historien und der Stute Lisoile, Tochter vom Beschäler Kleber im Gestüte du Pm. — Necken Rothbraun. 16 Faust 2 Zoll groß. Mittelgroßer Wagenschlag. Anglo-Normann, vom Halbblutbeschäler ISecker und einer anglo-normannnchen Stute. v
Darmstadt, den 22. Januar 1871. Großherzogliche 2andgestütö -Direction.
Freiherr van der Capellen.
Politischer
T d e i 1.
heit schließen, daß nicht blofl die deutschen Bedingungen vollendet klar und gemäßigt vorliegen und daß es sich dabei nur um Dinge handelt, welche ganz allein von der freien Disposition Deutschlands und Frankreichs abhängen und, da sie kein fremdes Recht berühren, auch fremde Einmischung ausschlicßen; sondern auch,
hat mit surchlbarcn Opfern die freie Wahl über seine zukünftige Lage erkauft; das Recht als Republik mit Deutschland zu verhandeln und Republik zu bleiben, tOnn cs fü will. Mit diesem Gewinn trösten sich die Besten der Ration und dieser Gewinn wird nicht mehr von Deutschland in Frage gestellt. Der Reichskanzler mußte Napoleon als eine Möglichkeit conscrvircn; Napoleon ist vi.llcich» bis in den December hinein zu demonstrativ conservirt worden; seither ist er aber für daS deutsche Interesse verschollen und kann bei den jetzigen Verhandlungen
Ehrgeiz der Orleans, ChambordS und der Nopoleoniden pariren wird, die sich in Cif Nationalversammlung eindrängen, und schon den Unterschied von „republikanischen" und „rovalift'sch^n" Wahlen aufgebracht haben. Wenn es den ehrgeizigen gelingt, die Frage um die Regierungsform vor diese jetzige Nationalversammlung zu bringen, so sind unsere ganzen FriedenShoffnungen verloren. Wenn viese Versammlung zu irgend etwas Anderem benützt werden kann, als daß sie dem Be- dürfniß Frankreichs nach Frieden mit Deutschland den nationalen Ausdruck giebt, die Grundlage dazu annimmt, einige Männer, wie JulcS Favre, als provisorische Regierung einsetzt und zur Ausführung dieses Friedens legitimirt, so hat unsere Armee nur drei Wochen auSgeruht und den schwersten Theil der Jahreszeit ohne besondere Beschwerden überdauert
Deshalb hängt eigentlich in diesem Augenblick Alles davon ab, daß Jules Favre, dessen redliche Seele seine französische Natur überwunden hat, sich mit dem deutschen Reichskanzler verständigt, und dieses einfachste Programm zugleich mit den klaren Forderungen Deutschlands vorlegen kann.
Von diesen Verhandlungen, welche zwischen Graf Bismarck und Jules Favre seit Abschluß des Waffenstillstandes stattfinden, wissen wir nichts.
Dennoch könntn wir aus dem, was bereits geschehen ist, wohl mit Eicher-
Die Gegner des Friedens wissen dies recht wohl; darum suchen sie dieses üilifoche zu verwirren. Die Nation bat freilich mit sicherem Instinkt den Ver- Vltrvngsversuch Gambelta's abgeschlagen, während sie Favre und seine Freunde Mt; allein noch steht immer in Frage, ob sie auch ebenso sicher den zudringlichen
Deutscher Friede mit der franzöfischen Republik.
Ueber die FriedenSaussichten äußert sich die „Poft" folgendermaßen: „Die kage der Dinge in Frankreich ist endlich einfach geworden, und zwar nur dadurch laß Frankreich jetzt gewiß weiß, daß es unterlegen ist und Voß es keine einzige Möglichkeit steht, um mit Erfolg weiter kämpfen zu können. Darauf allein rubt lit Hoffnung des Friedens. Kann diese einfache Erkenntniß nicht zum Mittel sunct aller Brrathungen der zusammentretcnden Nationalversammlung gemacht trrben, so haben wir umsonst gehofft.
Bei der Natur unseres Feindes gehörten, um das Einfache zu fassen, dazu i'ckt bloS ein Feldzug, in welchem wir niemals geschlagen wurden, sondern über- ß^upt Ereignisse, welche noch niemals degewesen sind. Die Wunder von Sedan 110 Metz reichten noch lange nicht aus, sie bezeichneten nur die Gefangennahme Kaisers und der Armee als Metier. Die Eernirung von Paris war für die ^kanzosen nur ein Victor Hugo'fcher Roman, den sie heldenhaft spielten; der .^uber, welcher große Heere an der Loire und Somme erscheinen ließ, konnte neue lnvorzaubern, oiy wenn die ersten geschlagen und zertrümmert fein mochten, l^lies das war pHch schon dogewefen; sogar die Helventhaten des Werder'schen l^rps hätte diS^ranzosen nicht erschüttert; nur das für unmöglich Gehaltene Ifat ihnen eie Atlgen auf: die Gefangennahme von ganz Paris, und das in der (^schichte geradezu unerhörte Herauswerfen von 100,000 Mann aus dem eigenen "kiCe, in einem Zustande, wie 1812, und in die mitleidigen Hände eines kleinen itütralen, in Frankreich jederzeit unterschätzten Freistaats, der Schweiz. ,_______ _________________UMW/
Uno doch ist diese Ernüchterung noch so neu, daß jeden Augenblick und daß deutscherseits wohl erwogen ist, was Frankreich verlangen kann. Frankreich r^ch scheinbar kleine Dinge ein Rückfall herbeigeführt werden kann und daß es f 111 c -1- “ "* - — -•
fton als Unglück zu betrachten ist, weil Garibaldi mit heiler Haut sich rückwärts mcentriren konnte.


