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Äerstergevuttgen.

^Heugias-Berslelgeruiigen der Fürst' lich Solmsischen Rentei Sich.

Besondere Bekanntmachungen, i

Edictalladung.

2529) Nachdem wider den Ersatzreser­visten L Classe, Balthasar Wilhelm Philipp Heil, des Großh. tt.Landwehr­regiments (I. Bataillon Gießen), geboren am 6- Juni 1847 zu Gießen, Kreis Gießen, l ber Desertionsprozeß eröffnet worden ist, wird derselbe hiermit aufgefordert, zu sei­nem Truppentheile zurückzukehren, spätestens aber in dem auf

Montag den 2. October 1871, Vormittags 10 Uhr, von dem unterzeichneten Gericht anberaum­ten Termine sich zu gestellen, widrigenfalls die wider ihn eingeleitete Untersuchung ge­schlossen, er in contumaciam für einen De­serteur erklärt und in eine Geldbuße von 501000 Thaler verurtheilt werden wird.

Darmstadt, den 5. Juni 1871.

Großherzogliches stellvertretende- Divisionsgericht.

I- A-: Schenck, Divisionsaudlteur.

Oeffentliche Aufforderung.

2513) Alle, welche an den Nachlaß des Johannes Schinandt IV. von Stein, berg Ansprüche zu bilden haben, werden aufgefordert, solche bei unterzeichnetem Ge­richte binnen 14 Tagen anznmelden, an­dernfalls sie bei gerichtlicher Ordnung des Nachlasses keine Berücksichtigung finden.

Gießen, den 11. Juni 1871.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, Stammler, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.

Gemarkung Lich.

2514) Freitag den 23. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen, der Peinmühle gegenüber, den Wie­sengrund herab bis zum Bleichgarten am Dietert, zusammen 70 Morgen.

Zusammenkunft an der Saubrücke, nächst der Peinmühle.

Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nicder-Befsingen.

Mittwoch den 28. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Krummwiese, Niedchen, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 136 Morgen.

Zusammenkunft zu Mühlsachsen. Gemarkung Burkhardsfelden.

Freitag den 30. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Strauchwaldwiese, im Gan­zen 67 Morgen.

Zusammenkunft in der Mönchwiese.

Die Ausgebote geschehen in Abtheilungen von ein bis zwei Morgen.

Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. I. gestattet.

Lich, den 13. Juni 1871.

Fürstlich Solmstsche Nentei Lich.

_________________________Kreutze r.________________

Versteigerung von Werkholz und Schreinerwerkzeug.

2512) Wegen Aufgabe des Geschäfts Infit der Unterzeichnete gegen gleich baare Zah­lung Mittwoch den 5. Juli, Vormittags 9 Uhr anfangend, Folgendes versteigern:

in die Rue Veracruz zu gehen, welche von Jägerbataillonen besetzt war und dem Publikum zum Passiren nicht frei stand. Es ist dies die hohe, noch sehr häuser­arme Straße, welche über die Hügelgrottcn und bekannten Wasserfälle hinweg­führt; von hier aus hat man Den lohnendsten Blick über Den ganzen Park. Der Garten war leer, außer von Arbeitern, welche zum Theil mit Wege* und Garten­arbeit beschäftigt waren; was aber mein Auge noch nie gesehen, Das waren drei gewaltige Scheiterhaufen, welche Die hier gesammelten und wieder ausgescharrten Todten mit rother Gluth verzehrten. Ich muß bekennen, Die Menschen, Die dabei deschäftigt^waren und eben mit Den Vorbereitungen zu einem vierten Brandopfer umgingen, erschienen mir, aus Der gerne gesehen und halb in Rauch gehüllt, wie die Jünger Mephistos, und die ganze Scene hatte für mich etwas so Unheimliches, nahezu Grauenhaftes, Daß ich wirklich froh war, Diesen Ort des Schreckens ver­lassen zu Dürfen, unD fürchte ich, das nie zu vergessen, in Folge dessen mir Der Park wohl -erleidet sein mag. Mein Führer erklärte mir, Daß man immer eine starke Schicht Holz zwischen eine Lage von 6, 8 oder 10 Leichen Der Insurgenten thue, oben über wird Theer gedeckt, in Der Mitte jedoch stehe eine Tonne Petro­leum, welche Das Feuer bis zum Ende nähre, worauf Die verkohlten Reste in Die am Osthügel befindlichen Gruben untergeoracht werden. Buttes Ehaumont war vormals schon ein Ort Der Erinnerung, dieweil Daselbst, wo jetzt Der niedliche Sibyllentempel steht, sich ehemals Monsieur De Paris sein Theater ausgesucht hatte und Der ganze Platz, wie Die Ehronik sagt, oft mit Galgen bedeckt war, an Deren Opfer Die garstigen Raubvögel nicht verfehlten, sich gütlich zu thun; jetzt aber wieDerum welche entsetzliche Ereignisse knüpfen sich besonDers für Diejenigen Bewohner dieses Stadttheiles daran, welche einen oder Den anderen ihrer Bekannten oder gar Verwandten Daselbst verloren wissen oder glauben. (K. Z.)

Paris, 9. Juni. Ein Blatt theilt mit, daß Das in Der Schweiz verhaftete unD mit Pyat verwechselte JnDividuum Paul Pia, MitglieD Des Centralcornite's Der Nationalgarde ist. Man hegt in Paris die Ueberzeugung, Daß Pyat Die Stadt noch nicht verlassen hat und soll Die Polizei bereits unterrichtet sein, in welchem Arrondissement sich Der Verfasser DesChiffoniere" sich wahrscheinlich aushallen wird. Marie DupniS, die Geliebte Rigault's, ist in DaS Zuchthaus in Versailles gebracht worden. Der Bruder Des EommuncmitgliedeS RanvierS war Director des Gefängnisses St. Pelagie und wohnte in Dieser Eigenschaft Der Er- morDung EhauDey's bei. Derselbe hat sich dieser Tage erhängt und zwar, um bei seinem Vorhaben nicht gestört zu werden, in Der Kirche St. Josefs. Bei Bergertt wurde ein Brief von Pascha! Grousset gefunden, in welchem dieser Aus­kunft verlangt, an welchem Tage die Deutschen Die Nord- und Ostforts räumen würden, um Vorkehrungen zu treffen, "Damit Die Forts nicht in Die Hande Der Versailler fallen.

Paris, 9. Juni. Die Bonapartisten sind in Der letzten Zeit äußerst rührig. Obgleich viele JnDicien vorliegen, Daß iirc Agenten an Der letzten Insurrektion thatigen Äntheil nahmen, so scheint Dieses bis jetzt doch noch nicht amtlich festgestellt zu sein. Bei den nächsten Wahlen, welche am 2. Juli stattfinden sollen, werden dieselben in großer Anzahl als Eandidaten auftreten. Bis jetzt erfährt man, daß Forcade De la Roquttte (früherer Minister), Routzer, Lagueronniere und Hauß- mann sich bewerben.

Versailles, 12. Juni. Nationalversammlung. Der Präsident verliest ein Schreiben des Prinzen von Joinville, in welchem derselbe sagt, daß er, gewählt in Der Manche und Der Haute-Marne, sich für Die letztere Wahl entscheiDet.

Der Herzog von Ehartres ist gestern hier angekommen, Der Herzog von Aumale ist heute nach England abgereist. Die Idee, Den Sitz Der Regierung und der Nationalversammlung wieder nach Paris zu verlegen, scheint unter Den Depu­taten immer mehr Beifall zu finDen.

Versailles, 13. Juni. DasJournal osficiel" veröffentlicht ein Schreiben Thiers' an PicarD, datirt 12. Juni, worin Ersterer fein Bedauern ausspricht, daß Picard die Stelle als Bankgouverneur ausgeschlagen habe, die großen Dienste Picard's hervorhebt und besonders seine Leitung des Finanzwesens während Der

Belagerung rühmt. Die Prinzen von Orleans nahmen am Sonntag an einer Soiröe bei Thiers Theil, aber nicht an Dem vorhergehenden diplomatischen Diner. General Fabrice, welcher am Sonntag Thiers einen Abschiedsbesuch abstattete, war zu letzterem geladen.

AttS Marseille, 8. Juni, wird gemeldet: Man versichert, daß heute 500 Petroleusen anfofhmen werden, um über Toulon in Die Strafkolonien abgesanDt zu werden. Neue Verhaftungen haben in Marseille stattgefunden.

Wien, 12. Juni. Feldzeugmeister Freiherr v. Gablenz wird Dem deutschen Kaiser anläßlich Der Enthüllungsfeier Des Denkmals Friedrich Wilhelm's III. ein eigenhändiges Glückwunschschreiben des Kaisers von Oesterreich überbringen.

Telegraphische Depeschen.

Paris, 12. Juni, Abende. Dumas, dessen Brief Aufsehen erregte, can- didirt mit Aussicht auf Erfolg für Die Nachwahlen. DieOpiniom nationale" melDet, Daß Die kurz vor Der Insurrektion über Verfallzeiten und Miethzins erlas­senen Gesetze zurückgezogen unD Durch ausführbarere ersetzt toerDen sollen. Der wöchentliche CivilstanDsauSweiS zeigt vom 3. bis 9. Juni 1159 Todesfälle (gegen 1058 in Der gleichen Woche des letzten Jahres). Die Präfektur erklärt Den Ge­sundheitszustand von Paris für befriedigend. Es herrscht keine Epidemie. DiePatrie" meldet, daß Die Nationalgarde in ganz Frankreich aufgelöst werden solle. DerFrancais" theilt mit, daß in Den Pariser Casernen heute ein Erlaß des KriegSministerS General Ciffey verlesen worden ist, nach Dessen Bestimmungen alle unter Gambetta's Verwaltung vollzogenen und gegen die bisher gebräuch­lichen AvankementöbeDingungen verstoßenden Ernennungen annullirt sind und man einfach zu Dem Gesetze von 1832 zurückkehren wird. Eine militärische Jury wird zur Regelung Dieser Angelegenheiten zusammentreten. Die von Dem Reuter- schen Bureau in London gebrachte Nachricht, es seien 150 Fuhrleute erschossen worden, welche große Entrüstung erregt hatte, wird als total unbegründet officiell dcmentirt. Von Der Pariser Armee werden in einigen Tagen 50,000 Mann nach Lyon abgchen, 50,000 Mann sollen tn Versailles conkcntnrt werden.

Börsennacbrkhlen.

13. Juni 1871.

Freuds 41/2°9 Oblig. 96l/a Fraukf. Si/zO/u Obi. 821/4 Nass. 41/2° 0 Obi. 951/4 Kurhess. 4% 85 V4 Gr. Hess. 5% Obi. 1017/e

n , 4% n 921/4

» 31/gO/o n -

Bayer. 5% 101

4/2 % 1jährige 971/2

40/g 1jährige 91 Wiirtemb. V/2 % Obi. 963/8 Baden 41/2% Obi. 0. E. L. 95Vs Oesterr. Silberrente 561/4

n Papierrente 48i/2 5u/o M. steuert.

Amerik. Bonds 1881r 99

» n 1882r 96'/,

1885r 961/4

1887r 963/s

Spanier, neuest. 3% 317/s

AHleii.

Frankf. Bank 139i/2

Frankf. Vereins-Kasse HO Darmst. Bankaot. 3601/2 Wien Bankactien 746 Galizien 2371/4

Ictieis.

Oest. Creditact. 275 50/g östr. F. St. E. B. 4101/4 Lombard. Bahn 167

Ludwigsh.-Bexbach 180

Maxbahn 124

Bayer. Ostbahn 13l3/4 -

Hess. Ludwigsb.-Act. 1531/2

Rhein-Nahebahn-Act. 35

Oberhessen 7 41/4

Prioritäten.

30/0 öster. Stsb.-Prior. 571/,

3O/o öst. s. Lombard 78 3% Livorneser 333/8

5° Q Toscaner 52

5% Elisabeth.-Prior. 78

do. II. Emiss. 77

AnleKeuslooae.

Kurh. 40 Thlr. Loose 66V4

Nassau 25 fl. 39

4(>/0 bayr. Prära.-Anl. 1083/<

Ansbacher 7 fl. 12

40/g badische Loose 1081/4

Badische fl. 35 Loose 64

Oestr. fl. 250 v. 1854 75 1858r Prioritätsloose 164 1860r Loose 813/Q 1864r n 121 Braunschweiger 18i/ti

Stadt Florenz 831/2

WeriiHei.

Amsterdam

k. 8. 993,4

Augsburg

k. 8. 99 v8

Berlin

k. 8. 105

Bremen

lc. 8. 97

Brüssel

k S. 94

Hamburg

k. S. 873/4

Leipzig

k. S. 104

London

k. S. 1191/z

Lyon

k. S.

Paris

k. S, 94

Wien

k. 8. 96

ditto

m. 8.

ditto

1. S. -

Disconto

3* 2% 0.

Geidsorten.

Pr. Cassen-Soh. 1 447/^-451,ö Sächs.

Liv. Cassen-A.

Pr. Friedrdor 9 5859 Pistolen . . 9 4316

doppelte 9 4850 Holl. fl. lOSt. 9 5456 Ducaten . . 5 35--36 2U Frazikenst. 9 2627 Engi. Sover. 11 5556 Rass. Im per. 9 4548 Dollar in Gold 2 2728

Atlge in einer Anzeiger.

1) eine große Parthie Kirschbaum-, Nuß­baum-, Eichen-, Kiefern- und Pappel- Holz in Bohlen,

2) verschiedene Nußbaum-Stämme,

3) 5 Hobelbänke mit sämmtlich dazu ge­hörigem Schreinerwerkzeug, sowie

Donnerstag den 6. Juli, Vormittags 9 Ubr anfangend,

4) verschiedene vollständige Betten, Klei- derschränke, Tische, Stühle ?c., Weiß­zeug, Bettwerk u. Hausgeräthschaften.

Butzbach, im Juni 1871.

I. Krauß.

Fettgebotenes.

§ Butt ev

zum Auslassen, beste Qualität, empfiehlt _______________Ehr. Wallenfels.

| .Julienne

(getrocknete Franzosen-Suppenkräuter) em­pfiehlt Emil Fischbach,

_______________________Seltersweg.______

I Diichschiefer

aller Sorten, sehr haltbar und schön blau, in einer circa 20 Meter Tiefe gewinnend, sind wieder auf der GrubeMaria" hier zu den billigsten Preisen zu haben.

Gladenbach, den 6. Juni 1871.

Die Diery'sche Schiefergruben - Gesellschaft zu Gießen.

I. B.:

___________Verwalter K r u g.__

2526) Ein noch fast neuer .Kinderwagen steht Umstände halber billig zu verkaufen.

H. Werner, Neustadt Nr. 137.

Gemüse Pstauzen, als: Oberkohlrabi-, Wirsing-, Nothkrant-, Weißkraut-, Blu­menkohl-, Rosenkohl-, Win- terkohl-, Romisckkobl-, gelbe tmb weiße Unterkohlrabi-, so­wie

Oberndorfer Di^wur;el- Pflanien

in vorzüglicher Gute, sind zu haben bei

Th. Rantenstrauch, (2501) an der Schoor._____

2489) Noch circa 500 Stück

Fichten-Bokncttstail.ien

habe zu verkaufen.

___________Th. 9k 0 l 0 ff, am Wallthor.

2499) Feinste Gothaer Cervelatwurst empfiehlt Emil Fischbach,

Seltersweg

2220) In dem früher Loo s schon Höschen, Neu­stadt rit. D. 9tr. 219, ist zn jeder Tageszeit frische Milch, Rahm und Dick­milch z» haben.

Abonnenten kann anch ans Mnnscl» die Milcl, in'S Hans geliefert werden.