und er kam über Frankfurt, Köln, Amster-
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in Bremen abermals in Untersuchung und wurde 11) am 23. Juni 1865 in eine
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sie ihm aber 10 Gulden zahle, so zaubere er ihn sogleich nach Haus.
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stehen die Worte: „Nomen Kokus Actus — Mulus statt der letzteren die Worte: „Oplolumus Gabulu
werden Sägewehl oder Blumenstaub und ein vier- An vielen Kleeblättern scheint das vierte Blatt
und 10 Gulden Viele erhielten zur ersten Klasse
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bis 1 Gulden bezahlen müssen. Bei dieser Gelegenheit sucht er seine Opfer noch weiter zu umstricken. Den Meisten schwindelt er vor, wie er gefunden, baß sie Glück im Spiel hätten, daß sie Theil am großen Loos oder doch 3- bis 5000
München, 7. Juli. Wie wir vernehmen, hat der König in Betreff de- Empfange- des Kronprinzen des deutschen Reiches bestimmt: daß der General-
aufgeleimt zu sein; wo sollten auch die für das ausgedehnte Geschäft nöthigen abnormen vier blätterigen Kleeblätter alle Herkommen?
Von Krämer selbst ist begreiflicher Weise nicht viel zu erfahren; wa- er früher getrieben, sagt er nicht, und die Aufenthaltsorte, in denen er bestraft worden, nannte er nicht. Doch habe ich über seine Vergangenheit das Nachfolgende ermittelt: Johann Krämer, geboren im Jahr 1833 zu Nordheim, königl. baycr. Kreises Volkach, sollte in den Jahre» 1850 bis 1853 in seiner Heimath die Schneiderprofession erlernen. Weil er aber schon in seiner Jugend sich gern müßig umhertrieb und sich lieber mit Kartenschlagen und Pfuschereien in der Medicin beschäftigte, wurde er bestraft: 1) am 23. December 1851 vom K. Landgericht Volkach wegen wiederholten Entlaufen- aus der Lehre und zwecklosen Umherzrehen» mit 16 Stunden Grfängniß; 2) im Jahre 1852 vom K. Landgericht Königshofen wegen Fälschung 4 Tage Grfängniß; 3) am 26. November 1852 vom St B. Landgericht Volkach wegen Entlaufens aus der Lehre, zwecklosen Umher-
An den beiden unteren Ecken fraule fräse“, bisweilen auch Copia.“
In diese „Zauberzettel" blätterige- Kleeblatt gelegt.
Krämer in den nun folgenden vier Jahren in Amerika und später in Frankreich, in der Schweiz und in Belgien getrieben, weiß man nicht, ohne Zweifel das Handwerk, das er vor- und nachher getrieben hat.
Im December 1869 ließ sich Johann Krämer als Professor der Magie und Phrenologie mit Frau und 2 Kindern zu Freiburg im Breisgau nieder. Dort machte er es genau so, wie er es später hier gemacht. Die große Zahl der von ihm in Freiburg Betrogenen ist nicht ermittelt, nur drei derselben haben Anträge auf Untersuchung und Bestrafung gestellt. Eine von diesen, eine in Freiburg dienende Magd, hat vor Gericht auSgesagt: „als Krämer ihr für 30 Kreuzer gewahrsagt, habe derselbe ihr einen „GiückSzettel", in welchem Sägemehl und ein vierblätteriges Kleeblatt gelegen, für 6 Gulden verkauft. Alsdann habe er ihr gesagt, er sehe, daß sie Glück habe, sie solle Lotterie spielen, er werde von einer Kreuzspinne eine Nummer weben lassen, mit der sie das große LooS gewinnen müsse; für das Loos müsse sie 10 Gulden und für seine Reise nach Mannheim weitere 10 Gulden bezahlen und bald darauf ließ er sich „für Etwas, das er au- Straßburg kommen lassen müsse", noch 3 Gulden 30 Kreuzer bezahlen. Dieses Mädchen, das nicht einmal ein LotterielooS erhielt, war also um 30 Gulden — um einen halben Jahreslohn — betrogen. Dem zweiten in Freiburg klagend aufgetretenen Dienstmädchen hatte Krämer vorgefchwindelt: sie leide an der Zehrung, er könne aber das Mittel heilen, wenn sie einen „Glück-zettel" trage, in welchen er ein vierblätteriges Kleeblatt und Sägemehl vom Johannisbaum lege, derselbe koste 13 Gulden, worauf sich das Mädchen um diese Summe prellen ließ. Einen Bäcker zu Freiburg, dem er vorgefchwindelt, er beziehe eine Pension aus Amerika, er besitze Staatspapiere re., wußte er zu bereden, ihm auf kurze Zeit 100 Gulden zu leihen, und bald war der „Herr Professor" verschwunden. Das Großh. Bad. Amtsgericht hat ihn zwar unterm 12. Februar 1870 steckbrieflich verfolgt, allein er wurde nicht gefunden, zumal er und seine Frau iu Freiburg angegeben hatten, sie stammten aus Pforzheim. In der letzten Zeit will Krämer in Belgien ge- wohnt haben, bis er iw April d. I. nach Gießen übersiedelte, wo ihn die längst verdiente Strafe treffen wird.
Ob Krämer einige Zeit hindurch auch Taschendieb er et getrieben, wird sich, da er lange in fernen Ländern gelebt, jetzt nicht mehr feststellen lassen. Schon vor vielen Jahren wurde in seiner Heimath angezeigt: es sei einer Wirth-frau ein Guldenstück in dem Moment aus der Tasche entkommen, wo Krämer sie um- faßt und mit den Worten: „ach, wenn ich nur auch eine so schöne Frau hätte!" in die Höhe gehoben habe. Jndeffen wird darauf: ob Krämer den Leuten das Geld mit den Fingerspitzen oder mit seinen Schwindelworten au- der Tasche holt, nicht viel ankommen, so wie so bleibt er ein gemeingefährliche- Subjekt erster Größe, um so mehr, al- e- in der Regel arme Dienstboten, Tagelöhner und wenig bemittelte Leute sind, die er um verhältnißmäßig große Summen — um den Verdienst von Monaten — betrügt.
Krämer pflegt gut zu leben und wenn man bedenkt, daß er seit 15—20 Jahren sich und seine Famlie von betrügerisch erworbenem Gelte ernährt hat, so laßt sich ungefähr ermessen, welch immensen Schaden diese- Subjekt angerichtet hat. Krämer ist 38 Jahre alt, kleiner Statur, hat blonde Haare, hohe Stirn, blaugraue Augen, ein ovales, volles Gesicht; er hinkt mit dem rechten Bein, da- (von seiner Kindheit an) kürzer als das linke ist.
Diejenigen Behörden, in deren Bezirk Krämer Betrügereien begangen hat, werden ersucht, uns Mittheilungen zu mache», die geeignet sind, vorstehende Gauner-Biographie zu ergänzen.
Darmstadt, 9. Juli. Auf Grund eines Gemeinderathsbeschlusse- ist vom 1. Juli 1871 an das Schulgeld in den hiestgen Volksschulen aufgehoben. Mit dieser Maßregel fällt auch die bisher gemachte Unterscheidung zwischen Stadtschulen und Freischulen weg. — Oberpostdirector Dahl, der gegenwärtige Vorstand der hiesigen Oberpostdirectiou, ist zum Oberpostdirector für Karlsruhe bestimmt. Die Veranlassung dieser Versetzung ist die Uebernahme der badischen Posten durch das Reich und hat man Herrn Vahl, der sich bei der Uebernahme und seitherigen Verwaltung der hessischen Post sehr bewährt hat, au- diesem Grund für Karlsruhe bestimmt. Herr Vahl war bei seinen Untergebene» in hohem Grade beliebt und hat sich gleichfalls die Sympathien des Publikums, dessen Wünschen er thunlichst entgegenkam, erworben. Als sein Nachfolger ist Postrath Deiuinger von Karlsruhe ausersehen.
Leipzig, 6. Juli. Einem Privatbriefe entnimmt das „Leipziger Tagbl." Folgendes: „Eine scheußliche Mordthat, wie sie wohl kaum noch vorgekommen, wurde in der Nacht vom 25. zum 26. Juni in dem Orte Steinschönau (in Böhmen, östlich von Tetschen) vollbracht, und zwar an einem zur Zeit an Irrsinn leidenden jungen Weibe. Diese Unselige hatte sich in den Kopf gesetzt, daß sie keine- natürlichen Tode- sterben könne und deßwegeu schon einige Male an arme bcdürstige Familienväter das märchenhaft klingende Ersuchen gerichtet, ihr für 100 fl. Münze den Kopf abzuhacken. Endlich hat sich auch ein Mensch gefunden, welcher sich dazu bereit erklärte, und der an besagter Frau gegen Entlohnung von 100 fl. sein Versprechen buchstäblich erfüllte, wozu er sich erst beim Nachbar einen Hackstock ausborgte. So unwahrscheinlich und märchenhaft es auch klingen mag, so gewiß ist es doch geschehen, und zwar durch einen mit Vernunft begabten Menschen. Ich konnte cs nicht über- Herz bringen, mir die Leiche anzusehen, hätte da- aber besser unterlassen, da dieser schauerliche Anblick wohl so schnell nicht aus dem Gedächtnisse zu verwischen ist."
geben, aber den Meisten nahm er 7 Gulden 30 Kreuzer ab. nicht einmal ein LotterielooS, Andere erhielten zwar ein solches der Frankfurter Lotterie für eine Extrabezahlung von 4 Gulden, während das
Mädchen zahlte 7 Gulden für den „Zauberzettel", der bewirken sollte, daß die ihr vor 2 Jahren in Homburg gestohlenen Kleider wieder herbeikämen. — Ein andere- Mädchen zahlte 8 Gulden 30 Kreuzer für den „Zauberzettel", mittelst dessen Kraft ein auf ihrer Stirn vorhandenes Muttermaal binnen 27 Tagen vertrieben werden sollte. Daran, daß da- Maal nicht wegging, war, nach Angabe des Zauberers, das Mädchen selbst schuld, weil sie mit dritten Personen über die Sache gesprochen hatte. — Einer Frau versprach der Zauberer, ihren auf dem Schlachtfelde stehenden Mann für 10 Gulden nach Hause zu zaubern. — Einer Familie sagte er: wenn sie 15 Gulden zahle, die er in den Künstlerbund abliefern müsse, so wolle er ihren Vater au- der Strafanstalt befreien. — Einem mit Hä- morrhoiden behafteten Schuhmacher gab der „amerikanische Doctor" zwei Sorten Thee für 9 Gulvcn. Die eine Sorte mußte er trinken, auf die andere sich setzen. Daß der Thee keinen Pfennig werth war und daß die Hämorrhoiden nicht weg. gingen, versteht sich von selbst. Die von dem Hexenmeister mit sehr schlechter Schrift geschriebenen, hier au-gegebenen „Glückszettel", deren Zauberkraft Arme reich, Kranke gesund, Gefangene frei und Unglückliche jeder Art glücklich macht und die vor Allem den heirath-lustigen Mädchen reiche und schöne Männer ver- schaffen, lauten wie folgt: „Indurbieda Schursch Rekua Barkua Markua Mul- kablie. Die Immerwährende Liebe und Glück in mein Herz. N. K. d. M.“
hatte, reiste er im März 1864 mit seinem Mädchen nach England, woselbst Krämer — wie er später vor Amt angegeben — mit „Taschenspielerei" viel Geld verdient hat. Am 22. November 1864 ließ er sich zu London mit der Maria Minzenburg trauen. Im März 1865 siedelten Beide wieder nach Bremen über. Er ernährte sich und die Seinen auch jetzt mit Betrug und Kartenschlagen und schon damals verkaufte er „Glückszettel" der oben beschriebenen Art für 5 Thaler. Er
14tägige Gesängnißstrafe verurtheilt. Ehe noch da- Uribeil rechtskräftig wurde, entfloh er — am 1. Juli 1865 — mit Frau und Kind nach Amerika. "
Größe" alle Uebel zu beseitigen, alle Wünsche zu befriedigen, folgenden Zeilen nachgewiesen werden wird.
Viele mußten ihm für den „Glückszettel" 14, Manche 12
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Gulden gewinnen würden, wenn sie einen von ihm geschriebenen „Glückszettel" 27 Tage lang auf der rechten Brust trügen; er werde von einer Kreuzspinne eine Nummer weben lassen, mit der sie gewinnen müßten u. f. w. Gr forscht die Wünsche und die Beschwerden der Leute aus und weiß als „Zauberer erster wie die- in den
Betrogenen ist enorm, sie mag sich in die Hunderte belaufen. Aus Scham melden'zirk-gericht- Würzburg vom 4. December 1862 in eine Gesängnißstrafe von 3 sich die Betrogenen nicht freiwillig, sie müssen polizeilich ermittelt werden und es! Monaten verurtheilt wurde. — Nach Verbüßung dieser Strafe ging Krämer, mit sind bis jetzt 48 betrogene Personen aufgefunden worden. Wanderbuch versehen, in die Fremde und er kam über Frankfurt, Köln, Amster-
Der Betrüger lockt Leichtgläubige, am häufigsten Mädchen, die sich gern ver- dam, Verden, Vegesack, Bracke wieder nach Bremen. Nachdem er sich in jenen heirathen, Arme, die reich, Gebrechliche, die gesund werden möchten, zu sich. Aus Gegenden, offenbar von seinen Betrügereien lebend, arbeit-lo- umhergetrieven den Händen, Nägeln und dem Scheitel wahrsagt er ihnen, wofür sie 30 Kreuzer l
LooS planmäßig nur 1 Gulden 30 Kreuzer kostet. Hat Jemand den „Glücks- (Zauber-)Zettel" 27 Tage lang getragen und nichts gewonnen, so weiß sich der Zauberer zu helfen, indem er den Unbefriedigten sagt: sie hätten mit einem Dritten Über die Sache gesprochen, was nicht sein dürfe. — Einige Mannspersonen nahmen „Glückszetlel" für 7 Gulden 30 Kreuzer bis 10 Gulden an, weil ihnen eine reiche Hetrath zugesichert worden. Mehrere Mädchen trugen den 7 Gulden 30 Kreuzer kostenden „Glückszettel", weil ihnen im Allgemeinen „Glück Zeitlebens" zugrfichert worden war. — Einem Mädchen, dessen Liebhaber als Soldat in Frank- reich war, sagte der Zauberer: wenn sie ihm 7 Gulvea zahle und sie sich aus einem Kreuzwege electrisiren lasse, so zaubere er ihren Bräutigam nach Hause. — Einer Frau, deren Bruder seit dem Kriege vermißt wird, sagte er: er habe in den Erdspiegel gesehen und gefunden, daß ihr Bruder auf einer einsamen Insel gefangen sei, der müsse noch 10 Jahre lang in der Gefangenschaft bleiben; wenn
V' gehens, Führung eines falschen Namens mit 8 Tagen doppelt geschärftem Arrest; j- 4) am 7. December 1852 von demselben Gerichte wegen Entlaufens aus der
- Lehre, Betteln- und Kartenschlagen- mit 8 Tagen doppelt geschärftem Arrest;
'V 5) am 11. Januar 1853 wegen heimlichen Entfernens aus Nordheim mit 2 Tagen Arrest; 6) am 2. August 1853 vom Magistrat zu Würzburg wegen arbeitslosen
Z< Umhertreiben- und Kartenschlagen- mit 3 Tagen doppelt geschärftem Arrest; 11 7) laut Beschluß bc- K. Landgericht- Ochsenfurt vom 25. Juli 1854 ist Krämer ! wegen Bettelns und Landstreicheus 4 Monate lang in die Strafanstalt Ebrach fllir aufOfuommen worden. Ende der 1850er Jahre hielt sich Krämer in Bremen auf, ' woselbst er die Dienstmagd Maria Sophia Winzenburg aus Nienburg in Han nover kennen lernte. Auch dort schlug Krämer gewerbsmäßig die Karten, weshalb 8) am 6. Juni 1859 mit 24stündigem Gefängniß und Ausweisung aus der Stadt bestraft wurde. Hierauf begab sich Krämer mit feinem Mädchen und deren k 1859 in N enburg geborenen Kinde (Kilian) nach Krämer's Hei
math Nordheim. In jener Gegend gab er sich für einen Hcilkünstier aus und nachdem er sehr vielen Leuten für feine angeblichen Wunderkuren viel Geld abge- nommcn hatte, wurde er 9) im Januar 1860 verhaftet und durch Erkenntniß des K. Bezirksgerichts Schweinfurt vom 22. März 1860 wegen Betrugs ersten Grades Zuchthausstrafe von 21/* Jahren verurtheilt, die er in der Strafanstalt Llchtenau verbüßte. Kaum daraus entlassen, ging Krämer im Juli 1862 zu ■ 7$™]^ J8 Burggrumbach und schwindelte demselben vor, daß er seinen
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y Gulden gäbe. Schraut ließ sich um 9 Gulden und gleich darauf noch umladjutant Generallieutenant Graf Rechberg und Rothcnlöwen und der Flügel« 4 Gulden 36 Kreuzer prellen, weshalb Krämer 10) laut Erkenntniß des K. Be-Iadjutant Rittmeister Frhr. v. Stauffenberg den Kronprinzen an der Grenze des
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