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man Jagd auf die Hunde. Eine Hundekeule kostete 4 Fr. das Pfund und war noch selten. In den letzten Tagen gab es aber weder Hunde, noch Katzen, noch Ratten und das Leben wurde immer unerträglicher. Außerdem wütheten die schwarzen Pocken furchtbar. Sie forderten 3- bis 400 Opfer per Tag. ohne die zu rechnen, welche die schlechte Nahrung und die übrigen Krankheiten dahinrafften. Das Bombardement hatte auch viel Unheil angerichtet. Nach dem officiellen Blatt vom 2. Februar sind 800 Personen theils getodtet, theils verwundet wor­den. Aber ungeachtet dieser Drangsale klagte Paris nicht und wollte noch den ^Kampf fortsetzen. Nach dem Waffenstillstand konnte man glauben, daß die Agi­tation furchtbar sein werde. Dem war aber nicht der Fall, und man muß hoffen, daß auch Alles ruhig bleiben wird. Die Uebergabe der Forts erregte zuerst die peinlichste Ueberraschung, aber man sah bald ein, daß der Bürgerkrieg die Sache noch schlimmer machen werde. ES kostete Mühe die Seeleute zu bestimmen, ihre Forts zu verlassen. Der Admiral Saissct wollte das Fort Rosny nicht verlassen. Der General Trochu war genöthigt, sich dorthin zu begeben, um ihn abzuholen. Die mobilisirte Nationalgarde kam mit großer Trauer nach Paris zurück. Sie hatte ihre Fahnen und Trommeln mit Trauerflor umgeben. Aber keine Rufe, keine Drohungen. Was die Wahlversammlungen anbelangt, so finden deren jeden Tag 40 bis 50 Statt. Es geht in denselben ziemlich ruhig zu. Die Liste des Börsen-Comite's hat die meiste Aussicht auf Erfolg. Der erste Eisenbahnzug (ungefähr 50 Wagen) ist am Freitag in St. Denis angekommen. Er trug Vie Inschrift:Don de la ville de Londres ä la ville de Paris.

4

Versailles, 2. Febr. Der hiesige Eorrespondent derN. Z. Z." schreibt: BeglückwünschungStclegramme sind von sämmtlichcn deutschen Fürsten und auch vom Herzog von Nassau, eingelaufen und in ebenso herzlicher Weise beantwortet worben.

Genf, 7. Febr. Gestern Abend sind auf dem Eisenbahnhoj in Genf 80 französische Soldaten und 15 Offiziere, als Eivilisten gekleidet, verhaftet worden. Die Soldaten sind in das Wahlhaus gebracht und die Offiziere in ein anderes Local, das vorläufig zu ihrer Disposition gestellt worden ist.

(Journal de Genöve.)

Aus Konstantinopel, 6. Febr., wird telegraphirt, daß die Observations- Armee nach Schumla dirigirt wurde wegen der dermaligen drohenden Zustände Rumäniens. Eine Besetzung der Fürstenthums wirb aber nicht stattfinden, auch wenn Fürst Karl das Land verläßt.

Telegraphische Depeschen.

4- Brüssel, 10. Febr. AuS Lyon vom 5. Februar wird gemeldet, daß zwischen Clubisten und Nationalgarden Zusammenstöße stattgesunden haben; die Ordnung wurde bald wieder hergestellt. Einige Verhaftungen wurden vorge- nommen.

Brüssel, 10. Febr. DasEcho du Parlament" sagt: Die Mittheilun- gen, welche uns von verschiedenen Seiten zugchen, begründen die Hoffnung, daß eine friedliche Losung der gegenwärtigen Krisis bevorsteht. In ganz Frankreich protcstirt man gegen die Uebertreibungen der Rothen. Endlich ist Alles, was wie über die Wahlbewegung erfahren, einer friedlichen Gestaltung der Dinge günstig. In Bordeaux hat der Präfect mit energischen Worten gegen Vie Eonstitulrung eines Wohlfahrtsausschusses protestirt. Alles scheint auf gutem Wege. Die frem­den Correspondenten schildern die Situation in der nämlichen hoffnungSerweckendcn Weise. Auch dieTimes" ist der Ansicht, daß sich der öffentliche Geist in Frank­reich mehr und mehr zu Gunsten des Friedens ausspreche. Nach einer Eorrespon- benz dieses Blattes aus Dieppe wäre vas Losungswort:Heute den Frieden um jeden Preis, später die Revanche um jeden Preic."

A Paris, 6. Febr. Die Regierung hat die Hierherforderung von Gene­ralen der Armee angeorvnet, behufs einer Berichterstattung an die Nationalver­sammlung in Bordeaux über die Armeezustänve. General Farr^, Faidherbe's Divisionär, ist angekommen.

A Lille, 9. Febr. Der Präfect des Departements du Nord hat ein Pro- clamation erlassen, in welcher heißt:Gambetta war der erbittertste und ge- fürchtetste Feind dcr Preußen. Im Augenblick, wo dieser eminente Bürger Vie Gewalt niedergelegt, mache ich mir eine Ehre daraus, in ihm die höchste Ver­körperung Frankreichs, wie es seinen Boden und seine Fahne gegen die deutsche Invasion schützt, zu begrüßen."

4- Lille, 10. Febr. Nach demPropagateur" ist daS bisherige Wahl­resultat im Departement du Norv 150,000 Stimmen für Vie monarchische, 50,000 Stimmen für die republikanische Liste. In Eambrai, Dünkirchen, Douai, in Valencienne und vem Pas de Calais wurde eine große monarchische Majorität erzielt. Die Landbevölkerung hat sich zahlreich an den Wahlen betheiligt.

Bordeaux, 7. Febr. Große Betrügereien bei den Lieferungen sind ent­deckt worden. Die Schuhe waren vom schlechtesten Material, die Hosen zusammen­geleimt, die Lafetten der von Amerika gelieferten Kanonen aus Föhrenholz, anstatt

Loudon, 9. Fcbr. DerDaily News" wird durch ihren Specialcorre- spondenten in Versailles gemeldet:Falls sich in Betreff der zukünftigen Regierung Frankreichs Schwierigkeiten erheben, so glauben viele Personen im Hauptquartier an eine Restauration Napoleons, andere, daß der Herzog von Aumale Aussichten habe. Für den etwa nothwenvig wervenden Fall werden furchtbare Vorkehrungen getroffen, ganz Frankreich zu erobern. Die Stimmung der Armee würde dann im höchsten Grade erbittert sein."

4- Loudon, 10. Febr. Die Municipalität hat 2000 Pfund zur Unter­stützung von Paris gezeichnet. Der Lord-Mayor hat die Mittheilung gemacht, daß cer Nothstand in Paris fortdauere.

Frankfurt. DieFckf. Ztg." bringt unferm 8. d. folgenden Artikel über die Oldenbur- gifche Staatsanleihe: Die Großherzogiich O'denburgische Regierung emittirt eine Zprocentige Prämienanleihe von 4,000,000 Thlrn in Obligationen ä 40 Thlr. Die Obligationen werden innerhalb 60 Jahren zum Theil mit Prämien verloost. Die Ziehungen finden in den ersten 10 Jahren zweimal, spater zum Theil einmal, zum Theil zweimal per Jahr statt. Der Haupttreffer schwankt zwischen 35,000 Thlr. und 10,000 Thlr., der geringste Preis ist in allen Ziehungen 40 Thlr. Die Einzahlungen sind auf 5 zum Theil sehr entfernte Termine repartirt, dagegen be­ginnt auch dcr ZinSgenuß erst am 1. Februar 1872. Die Interimsquittungen über die Raten­zahlungen berechtigen zur Thcilnahme an den inzwischen stattfindenden Ziehungen. Antizipation der Einzahlungen ist unter Vergütung von 3 pEt gestattet. Dit Emission erfolgt am 13. und 14. Februar dahier bei dem Bankhause von Erlanger und Söhne zum (Sourfe von 37i/2 Thlr. per Obligation. Die Finanzen Oldenburgs befinden sich bekanntlich in sehr günstiger Lage. Die Sicherheit des AnlehenS ist daher eine unzwerfelhafte. Eine Berechnung des im gestrigen Blatte enthaltenen Ziehungsplanes erqiebt folgendes Resultat: Das Anlehen bafirt auf einer 60jährigen gleichmäßigen Rente von 200,000 Thlr. Diese vertheilt sich zum EmissionScourse von 37i/2 auf ein AnlehenSkapital von 4 500,000 Thlr. und gewahrt demselben eine jährliche Rente von 4,44 pEt. Zur Amortisation des Kapitals innerhalb 60 Jahren find erforderlich 0,40 pCt. Die Prämienscheiue genießen demnach eine reine Verzinsung von 4,04 pCt., eine für verzinsliche Prämienanleihen nicht unansehnliche Ziffer.

Ausruf aus he» Kirchenbüchern her Miht Eichen,

a. Evangelische Gemeinde.

Geraufte.

Den 5. Februar. Dem Bürger zu Butzbach und Glaser dahier, Georg An­dreas Harz, Zwillingstöchter, Johanna und Anna Margaretha, geboren den 3. Februar.

Denselben. Dem Bürger zu New-Bork und Handlungsgehülfen daselbst, Jo­hannes Auzer, eine Tochter, Nelly Katharine Karoline, geboren den 10. October.

Denselben. Dem Bürger und Metzgermeister, Hermann Euler, eine Tochter, Wilhelmine Johanna Elisabeth, geboren den 19. December.

Denselben. Dem Bürger zu Homberg a. d. O. und Billetdrucker an der Oberhessischen Bahn dahier, Johann Wilhelm Jullmann, ein Sohn, Wilhelm, ge­boren den 25. December.

Den 6. Februar. Dem Bürger, Bierbrauer und Wirth, Hermann Herbert, ein Sohn, August Hermann, geboren den 22. Januar.

Beerdigte.

Den 27. Januar. Albert Karl Hermanni, Gerichtsaccessist, des verstorbenen pensionirten Großherzoglichen Assessors bei hiesigem Kirchen- und Schulrath, Ludwig Hermanni, ehelich lediger Sohn, alt 24 I. 1 M. 3 T-, gestorben den 25. Januar.

D en 5. Februar. Friedrich Schwarz aus Düdelsheim, Kreis Büdingen, alt 25 I., gestorben den 2. Februar.

Denselben. Heinrich Ruppel ausNainrod, Kreis Alsfeld, alt 28 I., gestorben den 4. Februar.

Den 6. Februar. Johanna und Anna Margaretha Harz, eheliche Zwillings­töchter des Bürgers zu Bußdach und Glasers dahier, Andreas Harz, alt 2 T-, ge­storben den 5. Februar.

Den 7. Februar. Margarethe Wolf, geborene Rockel, Wiltwe des verstor­benen Bürgers und Schreinermcisters zu Vilbel, Johannes Wolf, alt 66 I. 1. M. 19 T., gestorben den 5. Februar.

Denselben. Karl Magnus, Bürger und Bierbrauer dahier, alt 63 I. 19 T-, gestorben den 6. Februar.

Denselben. Adolfine Philippine Amalie Pauline Psannmüller, des verstor­benen Großherzoglichen Hofgerichtsadvokaten Johann Georg Psannmüller, ehelich le­dige Tochter, alt 43 I. 9 M- 20 T, gestorben den 5. Februar.

Den 8. Februar. Pauline Amend. des Bürgers zu Battenfeld und Schreiners dahier, Christian Amend, eheliche Tochter, alt 3 I. 7 Bi. 6-, gestorben den 6. Februar.

Denselben. Karl Wilhelm Ludwig Martin Keßler, des Bürgers und Post­bureaudieners, Andreas Keßler, ehelicher Sohn, alt 8 M- 22 T-, gestorben zu Wieseck den 6. Februar.

Den 9. Februar. Dr. Wilhelm Eurtmann, pensionirter Großherzoglicher Di­rector des evangelischen Schullehrerseminars zu Friedberg, alt 68 I. 11 M. 3 T., ge­storben den 6. Februar.

Denselben. August Hermann Herbert, des Bürgers, Bierbrauers und Wirths Hermann Herbert, ehelicher Sohn, alt 17 T., gestorben den 8. Februar

Den 10. Februar- Eine todtgeborene Tochter des Bürgers und Fuhrmanns, Maximilian Henkel, geboren den 9. Februar.

Denselben. Johannes Strobel aus Merkenbach, preußischen Kreises Herborn, alt 62 I., gestorben den 8. Februar.

Denselben. Lorenz Heß, des Bürgers zu Petterweil und Oekonomen dahier, Friedrick) Heß, ehelicher Sohn, alt 2 I. 11 M- 8 T, gestorben den 8. Februar-

Denselben. Friedericke Karoline Bertha Theodore Louise Weidig, des ver­storbenen Bürgers und Bäckermeisters, Balthaser Weidig, ehelich ledige Tochter, alt 37 I. 10 M. 2 T, gestorben den 9. Februar.

b. Katholische Gemeinde.

1490

von

Länge,

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aus Eichenholz verfertigt.

Nichts angemeldet.

Versteigerungen

Fichten-

Kiefern - Stämme von 6 bis 9

Holzversteiczermiq.

457) Donnerstag den 16. Februar d. I., von Morgens 9 Uhr an,

soll in dem Steinbacher Gemeindewalde, District Ameisenkopf, nachverzeichnetes Hol- öffentlich versteigert werden, als:

161'/« Stecken Kiefern-Prügelholz,

16 _ Stockholz,

727o Wellen Reisholz,

725

45

___________ ... ... _ Zoll Durchmesser u. 20 bis 40 Fuß Länge, 779 Eubikfuß enthaltend, Kiefern-Stangen, 590 Eubikfuß enth., Fichten- von 1 bis 2 Zoll Durchmesser,

Allgemeiner Anzeiger.

10', 50'

Eichen-

Buchen- u. Eichen Pvügelh.,

Stöcke und Reifer.

Der jedesmalige Anfang ist Morgens 9 Uhr am Hattenröder Weg am Pflanz- garten.

Lich, den 6. Februar 1871.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Jhring.

16

350

240 desgl. Stockholz,

11500 Buchen , Eichen- u. Weichholz WeUcn.

7 Buchen-Stämme,

30 Linden-Stämme,

775 Birken-Stämme und -Stangen,

30 Buchen-Stangen,

60 Fichten-

2) Donnerstag den 16. Februar: 150 Stecken Buchen Scheidholz,

460) Samstag den 18 d. Mts, um 10 44hr,

soll mls dem Gemeindewalde Wismar, Di-

Bekannt in a ch n n g.

407) Im Licher Stadtwalde, Districten Rehtränkberg, Kronau und Sauloch, kom­men den 15. und 16. Februar nachverzeich nete Holzsortimente zur Versteigerung:

1) Mittwoch den 15. Februar:

250 Eichen-Bau- und Werkholz Stämme von 8 bis 24 Zoll Durchuu.sser und

strict Homberg, in der Schule zu Wismar folgendes Fichtenholz versteigert weiden:

335 Stämme zu 3702 Eubikfuß, 4' 2 Klstr. Knüppel,

Krokdorf, den 9. Februar 1871.

Der Bürgermeister: (5 o l n o t.

Die Vergebung von Ajegbaiiarbel- ten in den Giefiener Lmdt- waldinigeii.

469) Dienstag den 14. Februar 1871, des Morgens 9 Uhr,

sollen auf hiesigem Ratbhause Wegbau­arbeiten. veranschlagt 311 207 fl, an den Wenigstfordernden vergeben werden.

Gießen, den 9 Februar 1871.

Großherz0gliche Bürgennerfterci Gießcn.

B 0 g l

Bemerkt wird, daß sich die Fichten-Stan- gen sowohl zu Rnststangen imb Leiterbäu- men für Wagner, als auch zu Sparren eignen.

Die stärkeren Fichten - Stangen konnnen Mittags von 12 Uhr an zur Versteigeruilg.

Der Anfang ist um die bestimmte Stunde im Rothacker, in der Nähe der Ziegelhütte.

Steinbach, am 10. Februar 1871.

Großherzogliche Bürgermeisterei Steinbach. Hör n.