Einzelbild herunterladen

einzutragen sind und daß diese Vervollständigung vor der Offenlegung derselben zu bewerkstelligen ist. Diese Eintragung der älteren Flurbuchs- Kennziffern soll durch die Großherzoglichen Steuercommiffariate vollzogen werden.

Indem wir Sie von dieser Verfügung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, nach welcher Großherzogliche Ober-Steuer-Direction und die Stadt- und Landgerichte der Provinzen Starkenburg und Oberhessen bedeutet worden sind, in Kenntniß sehen, bemerken wir noch, daß wir beauftragt sind, künftig neue, auf Parcellenvermeffung beruhende Grundbücher nicht eher zur Offenlegung an die Gerichte abzugeben, als bis in denselben der erwähnte Eintrag bet Parcellen-Kennziffern des alten Grund- und beziehungsweise Flurbuchs stattgefunden hat.

v. Starck.

Politischer Thetl.

7. Februar.

DieFrance" bringt einen vier Spalten langen offenen BriefAn Herrn Gambetta", worin sie ihn beschwört, es nicht länger für ein Echo der nationalen Ueberzeugung zu nehmen, wenn man ihm sage, er könne und muffe allein Frank­reich retten; zwar sei die Rolle des Schutzgeistes für ein Volk in Nöthen gar verführerisch und man begreife, daß dieselbe seine Phantasie entflammt und seinem von Natur hitzigen Temperamente geschmeichelt habe; aber wer sie übernehme, der übernehme auch die unbeugsame Verpflichtung, daß er Erfolg habe:Glauben Sie, aus Herzensgründe und mit gutem Gewissen sagen zu können, daß Sie die­selbe besser erfüllen in der neuen Phase, in der wir uns befinden? Seit vier Monaten führen Sie das entscheidende Wort in allem, was geschieht, entscheiden Sie über Alles und Jedes, regieren, commandiren und vecretiren Sie; Sie sind politisches und militärisches Oberhaupt und vereinigen in Ihrer Person die Executiv- und Legislativgewalt wie die consiituirende Gewalt, kurz, Sie üben ohne Controle und ohne Opposition die unbeschränkteste Diktatur. Wir wollen Ihnen darüber jetzt keine Vorwürfe machen, aber sind Sie nicht in der Stunde, wo der Rausch verfliegt, dahin gelangt, wo Sie uns Auge in Auge mit der Wirklichkeit lassen, und richten Sie jetzt nicht an Sich die Frage, was aus dieser Allmacht für das Heil des Landes erfolgt ist? Und nun zeigt dieFrance", daß die Diktatur zwar Armeen geschaffen und gezeigt habe, das militärische Frankreich sei in Sedan noch nicht vernichtet worden: aber die Diktatur, die hierbei allervindS im Anfänge geholfen, sei die Klippe geworden, woran für den Rest Alles scheiterte. Jene, die, um sich einen persönlichen Antheil an der Diktatur zu verschaffen, ihn unterstützten, hätten ihm, Gambetta, den unheilvollsten Dienst erwiesen, als sie ihm jene als Wühler bezeichneten, welche die Vertretung der Nation forderten; diese Menschen hätten ihn, Gambetta, unbewußt isvlirt, gegen jeden Rath taub gemacht, ihn gegen jede DiScussion aufgebracht, und ihn gewöhnt, von Niemanden Rath anzu­nehmen und von sich selbst oder von seiner Umgebung, welche ihn von seiner eigenen Unfehlbarkeit zu überzeugen suchte. Als Beleg führt dieFrance" Tyat- sachen an: Eines Tags kam ein unreifer junger Mann zu Gambetta und legte ihm seinen Operationsplan vor; Gambetta ließ sich von dem Enthusiasmus des jungen Menschen entflammen, nahm den Plan an, machte daraus die absolute Basis aller Operationen, zeigte sich gegen alle Vorstellungen der Oberbefehlshaber unerschütterlich, ertheilte peremptorische OrvreS und die Loirelinie war ver­loren! Ein andermal brauchte Gambetta Geld; ohne alle Kenntniß im höheren Finanzfache, ließ er sich für einen fast heimlichen Handel gewinnen,der uns zum Range von Gläubigern vierten Ranges herabdrückt", und belastete den Staats­schatzmit einem für die Gegenwart ebenso schlechten wie für die Zukunft ver­derblichen Geschäfte." Ein englischer Offizier, der Wellington'- Feldzug in Spa­nien und die famosen Linien von Torres VedraS studirt hatte, machte sich an den Diktator, gewann ihn für seine Illusionen, und dieser decretirte auf der Stelle die Errichtung einer Reihe von Lagern, welche zu nichts nützten, als daß sie das schon entsetzliche AuSgabecapital noch unermeßlich vermehrten. DieFrance" will von den vielen Fehlgriffen aller Art, wozu der Diktator die Unterschrift hergab, von den Mißbräuchen, bei denen man ihn zum Protektor machte,von den scan- dalösen Unterschleifen, unter dem Deckmantel von Gambetta's Autorität", gar nicht reden: diese Liste würde länger werden, als die der Tollheiten der Jerome Paturot schlechtesten Sorte, und zu allen diesen Dingen Hube man Gambetta's zu leichtfertiges Vertrauen mißbraucht; indem man Den Namen der Republik an­rief, erjagte man Stellen, wo Alles zu Grunde gerichtet wurde, vorder National- vertheidigung an bis zum Diktator selbst. Dies sei der Gang aller Diktaturen, die Gambetta'sche sei aber noch vollständiger in diesen Abgrund gerathen, weil Der Sprung gar zu plötzlich vollbracht wurde: von heute zu morgen an Der Spitze der Geschäfte,ohne daß Sie (Gambetta) sich Zeit nahmen, die Erfahrung zu erlangen, welche lehrt, baß Der Mensch blindlings weder sich noch anderen Per- fönen vertrauen darf."

Graf Bismarck hat nach den Berichten verschiedener Correspondenten viel­leicht durch gewisse Ausstreuungen über Die Absicht Preußens, in die Friedens- verhanDlungen weitergreifcnde Aenderungen der Karte Europa's einzubezieh.n, ver- anlaßt, sich bereits bestimmt gesehen, den Mächten die Erklärung zugehen zu lassen, daß er sich freilich im Uebrigen nicht verpflichtet erachten könne, über das Maaß der Frankreich endgiltig aufzuerlegenden Bedingungen Mittheilung zu machen, daß aber Die Abmachungen mit Frankreich den Kreis derjenigen Objecte nicht über- schreiten würden, über welche Frankreich resp. Preußen unbedingt und ausschließ­lich zu diSponiren das Recht haben.

Die englischen Zeitungen sind über die übrigens gänzlich unverbürgte Nach­richt desTimes" Correspondenten, daß Graf Bismarck außer dem Elsaß mit Belfort, Deutschlothringen mit Mctz und einer starken Geldentschädigung, von Frankreich auch die Herausgabe eines TheileS seiner Panzerflotte und der franzö- silchen B sitzungen in Ostindien verlangt habe, in eine außerordentliche Aufregung versetzt worden. Die republikanischeDaily News" läßt sich sogar zu der Be­hauptung hinreißen, wenn Deutschland Pondichery beanspruche, so könne man er­warten, daß es bald auch Holland und Belgien verschlingen wolle, und Der kon­servativeStandard" nennt diese Forderung eine Verrücktheit. Als derselbeTimes"- Eorresponbent vor ein paar Tagen die Maaslinie als von Deutschland in An­spruch genommen bezeichnete, begnüM man sich jenseits des Kanals den Kopf zu schütteln. Ob Die neueste Enthüllung DesEity-BlattS" zutreffender ist als diese, bleibt abzuwarten; jedenfalls hat Dieselbe in London mehr Eindruck gemacht. Der Grund ist offenbar Der, daß Die Vergrößerung Der Deutschen Kriegsflotte und Die Erwerbung überseeischer Colonien behufs Anlegung von Flottenstationen in London als eine direkte Bedrohung Der englischen Seemacht aufgefaßt wirD. Man weiß dort sehr wohl, daß die deutsche Handelsflotte größer ist und der Kriegsmarine besseres Material liefert als Die französische, unD daß England, wenn auch noch nicht in nächster Zeit, allen Grund hat die Konkurrenz Deutschlands zur See zu furchten. Für die deutsche Industrie und den deutschen Handel ist die Entwicke- lung des Export« eine absolute Nothwendigkcit, wenn die Industrie nicht in sich

ersticken soll. Der Handel nach Den außereuropäischen Ländern aber, namentlich nach Den asiatischen Gebieten, beDarf zu seiner Entwickelung Des Schutzes der Kriegsmarine und Diesen Schuh kann Die Flotte nicht in wirksamer Weise ge- währen, wenn sie nicht auf Die eine oder andere Weise in Den Besitz von Flotten. Rationen gelangt. Der Gedanke, Der Deutschen Kriegsflotte Durch Requisition einer Anzahl französischer Panzerschiffe mit Einem Schlage eine achtunggebietende Stärke zu geben, ist zwar in der Presse vielfach heroorgetreten, aber so unpraktisch unD unausführbar, da das Personal zur Benutzung dieses plötzlichen Zuwachses nicht vorhanDen ist unD in kurzer Zeit sich auch nicht ausbilden läßt, daß ernstlich davon nicht die Reve fein kann. Dieselben praktischen Gründe aber, welche gegen die plötzliche Vergrößerung Durch einen Tdeil Der in konstruktiver und artilleri­stischen Hinsicht nicht genügenden französischen Panzerflotte sprechen dieselben lassen sich für die Erwerbung überseeischer Colonien geltend machen. Die Ge- legenheit, welche Der Friedensschluß m t Frankreich bereitet, ist so günstig, Daß es in hohem Grade zu bedauern wäre, wenn man sie nicht benutzte. Die Phrase, daß zur Erwerbung von Colonien immer noch Zeit wäre, beweist nur von Seite Derer, welche sich derselben bedienen, die gänzliche Unkenntniß der einschlägigen Verhältnlsse. Dieselbe Eifersucht Englands, welche in den obenerwähnten Aeuße- rungen der LonDoner Zeitungen hervorbricht, hat feit 1866 alle unsere Bemühungen, Die eine oder andere Flottenstation zu erwerben, vereitelt und wird das zweifellos auch in Zukunft thun. Dafür bürgt uns die Thatfache, daß englische Blätter zu erklären wagen, angesichts solcher Forderungen sei DerWiderst rnd Frankreich- bis zum Äußersten" durchaus gerecht'ertigt; obgleich Der französischen Nation dir Abtretung Des Elsaß und Lothringens nut ca. 2 Mill. Einwohner doch ungleich empfindlicher sein muß als Die Der französischen Besitzungen in OstinDien, welche etwas über 8 QuaDratmeilen mit ca. 250,000 Einwohner umfassen. Gegen Die Glaubwürdigkeit DerTimeS'-Nachricht svricht übrigens auch Der Unstand, daß Pondichery zur Anlegung einer Flottenstation wegen Mangels geeigneter Häfen durchaus ungeeignet sein würde. In Paris befinden sich, nach Der massenhaften Ausweisung, immer noch 1700 Deutsche, welche Durch Den nordamerikanischen Ge­sandten , Mr. Washburne, in Der anerkennenswerlhesten Weise unterstützt wor- Den sind.

Kriegsnachrichten.

Ueber Die Besetzung Der Forts von Paris wird DemStaatsanzeiger" aus Dem Hauptquartier in Versailles vom 29. Januar gemeldet: In Folge Der am gestrigen Tage abgeschlossenen Capitulation sind heute Die Forts von Paris von den Deutschen Truppen besetzt worden. Auf Dem Mont Valerien hatte Die fr an« z'ösische Besatzung ihren Abzug bis heute Morgen um 9 Uhr bewerkstelligt. Zvi« scheu 10 und 11 Uhr postirte sich eine große Anzahl von Geschützen Der 5. Corps- Artillerie, die ganze Artillerie aus Versailles und Den nächsten Umgebungen in einer Stellung zwischen Suresnes und Malmaifon am Fuße des Bergkegels, auf Dem Die Citadelle gelegen ist. Dy 10. Infanteriedivision (General v. Schmidt) rückte in GefechtSorDnung an Denselben Punct, um Den während des letzten Aus- fallgefechtes noch heftig gestritten worden war. Die Division schickte bann einen Theil ihrer Truppen, das 46. Regiment, mit klingendem Spiel zur Besetzung der Bergfeste vor. Als Die Truppen oben angekommen, wurde sofort Die preußische Fahne aufgehißt. Lauter Hurrahruf begrüßte sie, als sie sich in Der Luft ent­faltete. In ähnlicher Weise geschah Die Besitzergreifung Der anderen SüdfortS: Jffy, Vanvres, Montrouge, Jory und Bicetre. Se. kaiserliche und königliche Majestät beobachtete Die Okkupation von Den Höhen vor Clamart, wohin sich Die­selbe zu Wagen begeben hatten. Der Kronprinz besuchte heute Die Batterie von St. Cloud und vertheilte an Offiziere und Mannschaften Die Ehrenzeichen DlS Eisernen Kreuzes. In Fort Jssy traf man Die Arbeiten vollständig zerstört, die (Safematten Derartig mitgenommen, daß sie den Besatzungen nicht mehr als Wohn- räume Dienen können. Die mit Der Bewachung Der Forts beauftragten Artilleri­sten werden sich provisorisch mit Erdhütten begnügen müssen, bis die Errichtung von Holzbaracken Dem Mangel wettersicherer Baulichkeiten abgeholfen haben wirk. Das artilleristische Material, was man vorfand, war Derartig zerstört, Daß die Franzosen mit Demselben jeDenfallS nicht mehr lange cn eine Vertheioigung hätten Denken können. Die inneren Räume des Mont Valerien zeigten Die größte Ver- wahrlosung. In Den Kasernen hatte sich Der Schmutz tn ekelerregender Weise angehäuft.

Die-Zahl Der Geschütze, Die tm Fort Valerien vorgesunDen tourDen, beläuft sich auf gegen 100; sie sind meistens unversehrt; nur haben die abziehenden Trup­pen von Den gezogenen Kanonen Die Verschlüsse mitgenommen. Zur liebergabt Der Forts befand sich beim Entrücken Der Preußen ein französischer Stabsoffizier an Ort und Stelle. Die Zahl der in Vanvres unD Montrouge zurückgelassenc» Kanonen beläuft sich für jedes Fort auf 60 bis 80, Darunter viele von altem Kaliber. In Montrouge traf Die französische Besatzung, Die zum großen Theil aus Marinesoldaten bestand, noch mit Den preußischen SolDaten zusammen. Die Franzosen gaben ihrer Stimmung dahin Ausdruck, daß sie seit lange Die Beendi­gung des Kampfes herbeigewünscht hätten. Die WieDerverproviantirung voll Paris beginnt schon morgen. Auf Bitten Des Gouvernements wird eine deutsche Colonne von 3400 Wagen in Die Stadt eingelassen werden, um bei Der Zufuhr von Lebensmitteln ihre Dienste zu leisten. Der Bevölkerung Der Stadt sind 10 nach Paris führende Straßen eingeräumt worden, deren sie sich zur Heranfchaffunz Der Provisionen bedienen Darf. Den Dabei beteiligten Agenten, wie ihrem Per­sonal sinD Sauf-Conduits ausgestellt, welche Das Gouvernement ihnen überliefert und Die Deutschen MililärbehörDen contrasigniren. Auf jeder Der 10 Etappen will» ein Stabsoffizier mit Der Controle Des Ravitaillements betraut. Nach besonderer Uebereinfunft ist Die Zeit, in welcher Die Franzosen die ihnen angewiesenen Zu­fuhrstraßen zu benutzen haben, auf Die Stunden von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends beschränkt.

DieNordo. Allg. Ztg." schreibt: Mit den 80,000 Mann, welche Bour-

ff**

sNl("

61

e beinahe V Ähnliches hat

Paris, lern er anfangs

Breien dürfen.

Lagen als

A

hereitl M M MB'g an J M M Be!

A W Akint nju viene schloffen, von v tiott sind nur mi

in NW geno hllWtnMleVe her Pariser Rezi W solMin N hanvIliiiM über wie Revt fein föi

Wormr tvirflic itr noch nichis w Abe jüverlässiz l-ine Wtbun, A Berfa

WHtMl 753 A Wem

Schmerz, welcher heroorruft, etrtii Mischen ver tq ticiiii; zu ent-ehl

Rutz- o!

*48^1 M,

i

onrer tat im Sei schein 36 Bau

und 9 b Men: 6 Msch

Mi 18 ?'/, filQ l3/t

13 1 3

wrteiti 3 W

85 3 fest 6 ftarf. 18 bis 4 !ä««f Sw v

psFä

Miaus 6,