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Kaiserm zur Erinnerung an den König Friedrich Wilhelm IV. ein kostbare-, im macht ha't 14’ 3fl6r^Unt)Crt6 Sbarbeitetes neues Pacificalkreuz zum Geschenk ge-
ES dürfte für unsere Leser von Interesse sein, sich die verschiedenen Daten, welche dem Kriegsausbrüche im vorigen Jahre vorausgingen, wieder in'S Gedacht, nitz zu rufen. Am 3. Juli, dem Gedächtnißtage der Schlacht von Königgrätz, brachte das „Bureau Havas" die Nachricht, daß eine Deputation der spanischen Negierung nach Deutschland abgereist sei, um dem Prinzen von Hohenzollern die Krone anzubieten. Der „Constitutionel" ergänzte diese Mittheilung durch die An- gäbe, daß der Prinz sich schon bereit erklärt habe, die Krone anzunehmen, und gleichzeitig kündigte der „GauloiS" eine Interpellation wegen der Ansführung des Prager Friedens im gesetzgebenden Körper an. Die kaiserliche Regierung war in der rosigsten Stimmung, denn gerade hatte (am 2. Juli) der gesetzgebende Körper mit 174 gegen 31 Stimmen beschlossen, über die Petition der Prinzen von Orlean- um Gestattung ihrer Rückkehr nach Frankreich zur Tagesordnung überzugehen. Am 4. Juli griffen sämmtliche Pariser Blatter, am heftigsten der „Constitutionel", die Regierung an, weil sie es dulde, daß Prim und Bismarck gegen die Inter- effen Frankreichs intriguirten. An demselben Tage meldete bereits „La Presse", daß der Herzog von Gramont Audienz beim Kaiser gehabt, und daß sofort ein Courter mit Depeschen an Bcnedetti nach Berlin gesandt worden sei. Am 5. Juli reiste, nachdem ein lebhafter Depeschenwechsel zwischen Paris und Ems stattgc- funden, Herr v. Werther von Paris nach Ems; an demselben Tage wurde im gesetzgebenden Körper die Interpellation von Cochery und Genoffen wegen der spanischen Throncandidatur eingebracht. Am 6. beantwortete Gramont diese Interpellation mit der Erklärung, die französische Regierung werde nicht dulden, daß eine fremde Macht einen Prinzen auf den spanischen Thron setze und so die Ehre und Würde Frankreichs in Gefahr bringe. Ollivier fügte hinzu, Gramont'- Er- klärung werde gewiß eine friedliche Ordnung der Angelegenheit herbeiführen, denn „alle Mal, wenn Europa die Ueberzcugung gewonnen habe, daß Frankreich fest entschlossen fei in der Erfüllung seiner legitimen Pflichten, so widersetze es sic nicht Frankreichs Wünschen". Am 9. Juli kam Herr Benedetti in Ems an. Am 12. theilte, nachdem mittlerweile die officiösen Pariser Blätter ihren kriegerischen Ton immer scharfer angeschlagen, der spanische Botschafter Olozaga in Paris osficiell dem Herzog von Gramont mit, daß der Prinz von Hohenzollern auf die Throncandidatur verzichtet habe. Die Pariser Journale meldeten an demselben Abend, daß die französische Regierung sich nicht, mehr damit zufrieden geben werde. :
13. hatte da- ungezogene Auftreten Benedetti's gegen den König Wilhelm 1 in Ems statt; Benedetti war von seiner Regierung beauftragt, zu verlangen, daß der König sich der Verzichtleistung de- Prinzen ausdrücklich anschließe und eine i Garantie für die Zukunft übernehme. Da diese Forderung nicht erfüllt und Be- i nedetti in Folge seines brüsken Auftretens bei erneuter Nachsuchung einer Audienz : nicht empfangen ward, erklärte am 15. Gramont im gesetzgebenden Körper, daß i Ue Kriegsrüstung angeordnet sei, und am 19. Juli wurde in Berlin formell der l Krieg erklärt. ,
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Nauheim, 4. Juli. Vergangene Nacht ist der von Kassel auf der Main- Weserbahn kommende Güterzug bei hiesiger Station verunglückt. Eine Anzahl Wagen hatten sich während des Fahrens abgehängt, waren aber, in der Schnelligkeit der angenommenen Bewegung verharrend, dem vorausgehenden Zuge nach- gttilt und sind an diesen, als der Führer der Locomotive, eine Störung hinter sich wahrnehmend, den Dampf sperrte, mit solcher Heftigkeit angestoßen, daß zehn Wagen zertrümmert wurden und das dieselben begleitende Zugpersonal in 3 Per- fonen erheblich verletzt wurde. Bei einem Bremser befürchtet man, daß eine Unterleibsverletzung lebensgefährlich werden könnte. An der Unglücksstelle liegen Wagen- trummer, Waarenballen und auseinandergerissene Güterstücke (zertrümmerte Guß- waaren, Thierfelle und Kaffeebohnen) in buntem und grausamem Durcheinander uno werden von herbeitelegraphirten Maschinenarbeitern zu beseitigen gesucht. Die von Nord und Süd gehen bis in die Gegend dieser Stelle, und die durch- gehenden Reisenden sind genöthlgt, den Zwischenraum zu Fuße zurückzulegen, während ein Dauernwagen das Passagiergut herüber und hinüber vermittelt. In Friedberg aber hielt wahrend des Morgens ein Zug heimkehrender Sachsen, denen so die Freude de- Wiedersehens, auf die sich eine Anzahl zum Theil launiger äußerer Aufschriften der Wagen bezieht, in unangenehmer Weise verzögert wirb. Auch der Telegraph ist an der betreffenden Stelle durchbrochen worden.
Darmstadt, 4. Juli. In dieser Woche wird die erst- Rate de« hksstschcn Änthcil« an Dir KrttgttntschaDigung im Betrag- von 2,000,000 fl. hier eintr-ff-n 4”b f°a diese Summe zunächst zur Tilgung de« von unserer Regierung zur Be.
®otten^eit 2iltflra^cn'$ertra8 mit Luxemburg ist zum 1. Juli 1872 gekündigt
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Kssischen Antheils an der Kriegsentschädigung werden, vt» aur oai
™ Thetles, unserem Großherzogthum 32 Millionen ausbezahlt wer- vv* na : ®umme verwendet werden soll, darüber verlautet noch nichts.—, in« Zur Eröffnung der Eisenbahnstrecke Reinheim-Wiebelsbach wurde
mauernde» l e^^^Z'stigkeit des Bahndammes gefahrdrohenden, immer noch fort- -eanet Regengüsse nicht ertheilt. — Die neue Militärconvention be-
kntnlr W ftuf die Formation der Division bezieht, in der zweiten -er Durchführungff ?'ft foIlen »icle Abgeordnete beabstchtigen, auf Infanterie in Drtt R-a,m??"bl'ch von Preußen vorgeschlagenen Sormirung der nandeur de« »tat""' »u brei Bataillonen zu b-st-h-n. - Der neue Com- tm dem Großh-rwa s^A ®en£tal »■ Bos-, ist h-ut- hier einge,rossen, Lasel gezozcm (K.J.) 8lufa,artun8 j» machen. Der General wurde zur grotzh. assen ^?^em"un» heute der Rest der sächsischen Truppen ver.
si '/m0 Sun abme 6ic V°rtruppen de« 11. Armeeeorp., 21. i\.
2. M SMtin -ing..r°ff-nen 34. Regimen.«) und>
... v.hv», was namentlich
tCr ^"siuartierung betrifft, in einem ganz außerordentlichen 93er- N.Itni6 bedacht war. — Am letzten Donnerstag hat endlich die feierliche Ein- fuhrung des neuen Gemeindevorstandes in die Geschäfte stattgefunden. Man hofft allgemein auf einen neuen Abschnitt in dem Leben der Stadt, auf Verschwinden des entsetzlichen Schlendrians in gar vielen Zweigen und namentlich auf eine parteilose, ledern Cotenenwesen fremde kraftvolle Wahrung der städtischen Inter- essen nach allen Seiten. Die Antti,,«rede de« neuen Bürg-rmeist-r-t, Herrn Karl Rackö, welcher als entschiedener, unabhängiger und den Interessen seiner Vater- stadt mit aller Hingebung gewidmeter Charakter gilt, läßt das Beste in dem schwierigen Werke hoffen. — Das dem General v. Werber von der Provinz Rhein- hcffcn gewidmete Ehrengeschenk ist jetzt vollendet und gegenwärtig in Oppenheim (warum nicht in Mainz?) ausgestellt. Es besteht aus einem silbernen Helm, der wtt einem goldenen Lorbeerkranz geziert ist. Außerdem wird das Comite, welches vas Gejchenk demnächst tn Karlsruhe übergeben wird, dem General einige Quan- titaten Wein aus den vorzüglichsten Lagen der Provinz übergeben. (F. I.) r ( Wiesbaden, 3. Juli. Professor Michelis sprach heute Abend hier vor einem sehr zahlreichen, aus allen Ständen vertretenen Publikum über die religiöse Bewegung der Gegenwart und speciell über das s. g. ökumenische Concil und das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes. Es war dies sein zweiter Vortrag, den Michelis in unseren Mauern hielt, und die Zahl der heutigen Zuhörer legte ^ugmß dafür ab, daß in unserer Stabt der Geist der freien Forschung auch auf religiösem Gebiete feste Wurzel gefaßt hat. — Gestern Mittag hat das Unglück- selige Spiel im Kursaale wieder ein Menschenleben gefordert. Ein Engländer Hauses 80,000 Fr«, und erschoß sich alsbald darauf in der Nähe des Spiel-
BvNN, 27. Juni. Die Eifeler Post langte heute mit erheblicher Verspätung hier ein. Wie wir hören, hat dieselbe in dem sonderbaren Umstand ihren Grund, daß auf der Strecke von Daun biß Adenau ein Fuß hoher Schnee lag. Sonder^ bare Hundstage in diesem Jahre!
Berlin, 3. Juli. Die Umtriebe resp. Uebergriffe des katholischen Clerus in Bayern haben bei der Bundesregierung die Ueberzeugung hervorgerufen, daß -m- f-ru-re Passivität grgenüber den bis har, an Die Grenz- de« LanD-«v-rra,ds streifenden Machinationen des Clerus den Interessen des Reichs widersprechen. Wie wir hören, wird die Bundesregierung an die bayerische Regierung ein Schreiben richten, in welchem auf die Gefahren hingewiesen wird, welche aus der fortgesetzten staatsfeindlichen Agitation der Clericalen für Bayern und das deutsche Reich yer- vorgehen mußten. Man würde sich über ein solches Vorgehen nicht zu wundern haben, wenn man erwägt, baß die Clericalen, wie dies n. A. aus der Haltung der hiesigen Germania' hervorgeht, ihr Hauptaugenmerk auf Bayern gerichtet haben, dessen Regierung und Volk ganz offen aufgefordert wird, die Kraft Bayerns, also vor Allem die bewaffnete Macht desselben gegen die protestantischen Staaten n Bewegung zu sitzen, die beschuldigt werde», mit der Unterdrückung der katho- In Bayern scheint man trotz alledem noch nicht zu dem Entschlüsse gekommen zu fein, diejenigen Maßregeln zu ergreifen, die allein geeignet sind, die ganze Agitation mit einem Male zu Boden zu schlagen, namentlich aber viezenigen Geistlichen, welche sich eine gewisse Polizei- und Administrativgewalt aumaßen, sofort ihrer Stellen zu entheben. Im Uebriaen £lCP Agitation Nicht blos für Bayern, sondern auch für Deutschland b^trdfUhC6s?°HCn' allen Regierungen und Volksvertretungen die ge-
! l ^ottzwend.gkttt klar macht, die endliche Durchführung des Grundsatzes: vollständige Trennung der Kirche von der Schule ins Werk zu setzen. $
4. 3u!t. Das Befinden des Kaisers ist in fortschreitender Besserung begriffen. Derselbe empfing um Uhr den Besuch der Prinzessin Friedrich VaröUJ Abschiedsbesuch der Kronprinzessin und des Kronprinzen, so- wie des Herzogs von Ed nburgh. Spater conferirte der Kaiser mit dem Kriegs- Minister und dem General v. Podbielski,. worauf ein längerer Vortrag des Militär- EabluetS folgte.
„ Ewlttl, 4. Jul«. Da sich die Ess-abahnunfäll- in letzter Zeit in erschrecken- de» Matze mehren, so hat der Handclsmintster die Sisenbahndireetionen daraus hiugewt-sen, datz Du Ess-nbahnfahrziige überall, wo sie sich eine längere Zeit auf. halten, besonder« auf de« UebergangSsta,tonen, der sorgfältigsten Revidttung >u unterwerfen miD alle Wageu, welche irgend ein Bedenken erregen, au«>uschlieken Mn'a ®,atiol’4wtflänbe werden persönlich verantwortlich gemacht, für die gewissenhafte Ausführung Vieser Anordnung.
ifl n„nmiÄ,enrl/?‘rm?8ken Sttik.bewegung der hiesigen Cigarrenarbeiter
r' “’Ä/i vollständig beigelegt zu betrachten, nachdem Die Fabrikanten fast «ammtlich die Forderungen der Arbeiter bewilligt haben. H
6cm Tragen des Eisernen Kreuzes von Unbefugten arger Mchbrauch fleirubtn; es dürfte daher die Notiz am Platze fein , dass das rU< Gesetzesübertretung einen Kl-mpnerm-ister
zu o0 Thlru. Geldbutze oder 6 Wochen Polizeigefängnitz »erurtheilt hat.
.. , ,.^"^escheinen de« geheimen Kämmerer« de« Papste», Canonieu« Dr. Bock h.erse bst, brachten mehre Blatter mit der Angelegenheit der Lentrumspartei ode 8arh ® r Ernchtung einet päpstlichen Nunciatur in B-rbindung. In Wahrheit
Aus Schlesicn, 28. Juni, wird der „Allg. Z." geschrieben: „Bekanntlich haben mehrere Mitglieder de« katholischen Bolksvcrein« zu Breslau am 21 Jan D. I. bei dem preutzischen (5ultuSministcr v. Wühler eine Vorstellung -in-ereicht' in welcher sie darzuthun suchten, daß die 12 Lehrer de« katholischen St. Mattbia«^ Gymnasium» zu Bretlau durch Veröffrntlichung ihre« Proteste» gegen Die vati. canischen Decrete vom 18. Juli 1870 Die katholisch-Kirche »erlassen hätten Auf Grund dieser Argumentation trugen Die Ankläger bei dem Cultu.minister au Gewährung einet entsprechenden Abhülfe" an, d. h. st- sorderttn evrntuell Die Amt«.
• i‘v» «usnavme vkS vereits in Stettin - l der Protesterheber. Die hierauf ergangene Verfügung des CultuSiuiniüerS
ufmen'•( totrbtK eOrt tltm 3? Millionen be,ragenden Gefamm,betrag De« Der Kaiser hat Den« aus Die Mittel zur Wi-derh-st-lluna D-«^ koüba.^ -7
b" K'ttg«en,schad,gung werden, nach Abzug De« auf Da» s-hr entstellten goldenen Altaraussatze» Kaisers Otto 11“ be».^/
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△ Paris, bleibt unter Den Mgelheill, dem lliiuchank, Douay 'M Gouverneur llomando der M nifoii von Paris i tionm des Friede«, ( -i- Paris, 5 mrvikgend republ w» V'K die W der Pariser Willen würden,
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andere nachzuwiegen. Mit dem Durchzählen würden fämmtliche Caffenbeamten k- «<J.------------7Ü . " . un,trc ^tact'
des deutschen Reiches nicht bis ult. December fertig werden. Da nothwendig ist, die eingehenden Sendungen auf Treu und Glauben als richtig laut Declaration anzusehen, so werden auch die Holzkisten, in denen die Säcke verpackt sind, zurück- behalten und dem Zahler vom Empfänger vergütet.
In Berlin findet im nächsten Monat eine Zollconferenz statt, welche von fast sämmtlichen europäischen Staaten beschickt werden wird. Es soll eine Verein- barung erzielt werden über eine möglichst einheitliche Klassification aller zollpflich- tigen Waaren, sowie über ein gleichmäßiges Vorgehen bei Uebernahme und lieber- gäbe der anlangenden und transitirenden Waaren.


