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chen Nordbahn Amiens, Arras, Boulogne, Calais, Cambrai, Douai, Dunkerque, Zeumont, Laon, Lille, Roubaix, Rouen, St- Quentin, Soissons, Tourcoing und Zalenciennes zur Beförderung via Belgien annehmen. In den Bestimmungen be- üglich der Versendung und Taxirung dieser Pallete sind Aenderungen nicht ein- etreten. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß Briefe mit Werth- ngabe wieder nach sämmtlichen Orten in Frankreich abgejandt werden können; - ist jedoch den Postanstalten zur Pflicht gemacht, das Publikum daraus hinzu- -eisen, daß sich die Abfertigung derartiger Sendungen nach Paris unter den zcgenwärtigen Umständen nicht empfiehlt.

Wie derDeutsche StaatSanzeigcr", früher Preußischer Staatsanzeiger, mit­heilt, hat der Bundesrath beschlossen, dem Wunsche Englands auf Abschluß eines lluslieferungsvertrages stattzugeben.

Von officiöser Seite wird jetzt in der Presse Näheres mitgetheilt über die -auptsächlichcn Schwierigkeiten, welche Frankreich in den finanziellen Punkten in Brüssel erhebt und die durchaus unzulässig sind. Es mag wahr sein oder nicht, ) auch englischer Einfluß dahinter steht, jedenfalls liegt die Vermuthung nahe, ' diejenigen Mächte, die von Frankreichs Anleihen später Vortheil zu ziehen .: -offen, nicht überaus für Deutschlands Interessen beflissen sein dürften. Daher , euch, ganz abgesehen von der Frage, wer etwa Frankreich in seinem diktatorischen treiben unterstützt, das hier und da laut gewordene Bedauern, daß die Verhand- ungen nicht in größerer Nähe stattfinden. Der LondonerStandard" hat daraus rifchweg und nach Art der englischen Blätter geschloffen, daß die Verhandlungen ,ach Berlin verlegt werden sollen, ohne zu bedenken, daß dies mit den Prälimi- rarien im Widerspruche steht. Von dieser Verlegung ist, so viel man weiß, keine Rede. Ob Herr Jules Favre, wenn die französischen Bevollmächtigten in Brüssel nicht -on der Stelle rücken, sich einmal nach Brüssel begeben wird, darüber wird die Negierung von Versailles entscheiden müssen. Man soll bemerkt haben, daß unter )en französischen Unterhändlern die technischen und speciellen Capacitäten in bedeut- amcr Zahl keineswegs vorhanden sind, und Herr Jules Favre dürfte dazu seiner-

ieits kern hervorragendes Contingent liefern. Sollte aber Herr Thiers sich wirklich n der Illusion wiegen, daß der Zeitgewinn ihm zu Statten kommen werke, so dürfte er bald enttäuscht werden.

Die Truppen der Versailler Regierung haben in der Nacht zum Miuwoch nnige Vortheile gegen das Fort Jffy gewonnen, indem sie es nicht nur im Süden und Osten bedrohen, sondern auch auf der Seite nach Paris zu vom dortigen Park und Orte Jffy aus einschließen. Das Fort selbst hält sich j doch und unter­hält sein Feuer gegen die Gegner. Kleine Fortschritte und bei alledem dieselbe Situation wie vorher, das bleibt die Signatur der Dinge vor Paris.

Darmstadt, 2. Mai. Durch Dekrete vom 28. v. Mts. haben der Groß- Herzogs Königliche Hoheit den Ober-Staatsanwalt bei dem Hofgerichte der Provinz Obtrhcssen Maximilian von Buri in gleicher Eigenschaft an das Hofgericht der Provinz Starkenburg zu versetzen, den Staatsanwalt bei dem Bezirksstrafgericht Darmstadt Wilhelm Maurer zum Ober-Staatsanwalt bei dem Hofgerichte der Provinz Oberheffen und den Landgerichts-Assessor bei dem Landgericht Friedberg Adolph Steinberger zum Staatsanwalt bei dem Bezirksstrafgericht Darmstadt zu ernennen geruht.

Darmstadt, 5. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschlitßung vom 1. l. M. allergnävigst geruht, dem Ministerial- rath an dem Ministerium der Finanzen, August Schleiermachcr, die Stelle eines landesherrlichen und ersten Mitglieds der Direktion der Staatsschulven-Tilgungs- lasse als Nebenstelle zu übertrag n.

Paris. Das Schießen auf beiden Seiten dauerte vom 1. Abends bis zum 2. Mai Nachmittags fast ohne Unterbrechung auf der ganzen Linie fort. Die Versailler Bomben dringen ragtäglich tiefer in's Innere von Paris ein und er­reichen jetzt auf dem linken Seine-Ufer die Rue Vaugirard und auf dem rechten außer Batignolles, das vielfach heimgesucht wird, auch Montmartre. Sie fielen in letzterem Orte bis in den Kirchhof. Der Montmartre soll sich in Folge dessen nun ebenfalls beim Feuer brtheiligcn. Das Fort Jffy, welches einen Augenblick von seiner Garnison, die mit ihrem Commandanten Megy davon lief, verlassen war, wurde sofort wieder von den Stadthausleuten besetzt. Sobald das Auf­gaben des Forts bekannt geworden war, ging der General Cluseret nach Jffy und nahm 150 Mann mit sich, um das Fort wieder zu besetzen. Er fand dort nur noch einen ganz jungen Menschen, der sich bereit hielt, die Minen anzuzünden, falls die Versailler das Fort nehmen sollten. Die Commune hatte, als sie die Nachricht von der Räumung des Forts erhielt, zwei ihrer Mitglieder, Vermorel und Trinquet, in dasselbe gesandt, um sich von der Lage der Dinge zu überzeugen. Kaum waren dieselben angekommen, als ein Versailler Parlamentär erschien, um das Fort aufzufordern, sich zu ergeben. Der Parlamentär überbrachte folgendes Schreiben:

Im Namen und auf Befehl des Herrn Marschall Ober-Befehlshabers der Armee fordern wir, Major der Laufgräben, den Commandanten der im Fort Jssy in diesem Augenblicke versammelten Insurgenten auf, sich mit dem ganzen im ge­nannten Fort eingeschlossenen Personal zu ergeben. Eine Viertelstunde Zeit, um auf die gegenwärtige Aufforderung zu antworten, wird bewilligt. Wenn der Commandant der insurrectionellen Streitkräfte in seinem Namen und in dem der ganzen Garnison schriftlich erklärt, daß er sich, er und die Seinigen, der gegen­wärtigen Aufforderung ohne andere Bedingung unterwirft, als Lebrn und Freiheit, die Ermächtigung zum Aufenthalte in Paris ausgenommen, gesichert zu erhalten, so wird diese Gunst bewilligt werden. Falls in der oben erwähnten Frist nicht geantwortet wird, so wird die ganze Garnison erschossen werden. Laufgräben von Jssy, 30. April. Der Oberst des Generalstabes, Major der Laufgräben R. Leperche.

Die Aufforderung zur Uebergabe wurde zurückgewiesen, und am nächsten Tage, nach der Absetzung Cluseret's, richtete dessen Nachfolger folgendes Schreiben an den Obersten Leperche:

An den Bürger Leperche, Major der Laufgräben vor dem Fort Jssy. Mein lieber Kamerad! Wenn Sie Sich erlauben, uns noch einmal eine so insolente Aufforderung zu senden, wie sie Ihr Handschreiben von gestern enthielt, so werde ich Ihren Parlamentär den KriegSgcbräuchen gemäß erschießen lassen.

Ihr ergebener Kamerad Rossel, Delegirtcr beim Kriegswesen.

Madrid, 2. Mai. Heute fand das Erinnerungsfest an die Erhebung Spaniens gegen die Franzosen im Jahre 1808 statt. Der König und die Königin wohnten der Feier bei, welche in vollkommenster Ruhe verlief. Nur im Caf6 International, dem Versammlungsorte der Republikaner, sanden Unordnungen statt und bedrohte die Volksmenge die im genannten Caf6 Versammelten. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Telegraphische Depeschen.

Frankfurt, 5. Mai. DieFranks. Pr." meldet: Gutem Vernehmen nach wird heute Abend Bismarck erwartet. Im Russischen Hof soll Quartier für Jules Favre bestellt sein. Heute trafen die bei den Brüsseler Verhandlungen betheiligten Diplomaten, Graf Arnim und Declerc, hier ein. Sonach gewinnt es den Anschein, als wenn die Verhandlungen in Frankfurt fortgeführt werden

( Mainz, 4. Mai. Das Mainzer Abendblatt publicirt eine Adresse der Dieburger Decanatsgeistlichkeit an die Münchener Pfarrgeistlichkeit, der sich seiner

Z Angabe nach auch die Priester an dem Knabe^ convict in Dieburg angeschloffen

2 haben sollen.

München, 1. Mai. Die von der am Sonntag abgehaltenen Versammlung ) katholischer Studenten der Universität München beschlossene Adresse an Herrn

o. Döllinger lautet:Hockwohlgeborner Herr Reichsrath, hochw. Herr Stifts- - irobst! In der gegenwärtigen Zeit, wo die Gemüthcr aller Katholiken tief erregt £ find durch eine für sie so wichtige Frage, glauben auch die katholischen Studiren- 5 )en der deutschen Universitäten die Pflicht zu haben, mit ihrer Ueberzeugung offen

r hervorzutrcten, und halten sich dazu umsomehr verpflichtet, als gerade Ew. Hochw., y In Vertreter der Wissenschaft und akademischer Lehrer, so muthig und entschlossen z, rorgegangen sind. Gestatten Ew. Hochw., daß die Studirenden der deutschen ?i Hochschulen Ihnen die Gefühle des wärmsten Dankes entgegcnbringen für jenes V entscheidende Wort, das Sie, gestützt auf die Resultate der tiefsten Wissenschaft- < lichen Forschungen, ausgesprochen haben und das in allen Gauen des deutschen

Vaterlandes gewaltigen Widerhall gefunden hat. Gestatten Ew. Hochwürden

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_ .erner, daß Ihnen die deutschen Studirenden ihre Freude darüber aussprechen, > Sie auch künftig zum Stolz der deutschen Hochschulen dem Lchrstuhle werden ' rhalten bleiben,' um in die Seelen J)rer dankbaren Zuhörer den Geist der Wahr-

>eit und unerschütterlichen Treue zu pflanzen. Möge Ihnen bei den Anfeindungen * 'er Gegenwart wenigstens einigen Trost das Bewußtsein gewähren, daß die aka- 51 ^mische Jagend es stets als eine ihrer größten und ehrenvollsten Aufgaben be- - rächten wird, Ihre Ideen mit Eifer zu vertreten und sie als heiliges Erbgut der Nachwelt zu überliefern. Genehmigen Sie, Ew. Hochw., die bauernde Verehrung )er ergrb'nst Unterzeichneten."

München, 3. Mai. Professor Friedrich veröffentlicht die Antwort auf die Uber ihn vom Erzbischöfe von München-Freysing verhängte Excommunication. In- dem er an die Opposition der deutschen Bischöfe gegen das Verfahren auf dem ,°eacn Oa8 Dogma von der Unfehlbarkeit erinnert, bestreitet Friedrich t LV !. 8?. Oev ^oncilsbeschlüsse und weist schließlich nach, daß der Erzbischof cf L; lfltKtoar' ihn zu excommunlciren und daß die Excommunication null und mchtig und wirkungslos fei.

ü Entgegen den Angaben hiesiger Blätter über angebliche

0 J 6/r ^"lcrrichtsminister Jirecek im Finanzausschüsse bezüglich " r V r ^ c? crufn0ff zum Dogma von der Unfehlbarkeit und dem (Son- Ife oTcjß. 'fc/r dieReichsrathscorrcspondenz" anscheinend

' Auspuffe auf eine bezügliche Anfrage erklärt, er

bin, * a Standpunkte, welchen die Regierung einnahm, als sie die Kun- vigung des Concorbates veranlaßte. Das Unfehlbarkeitsdogma fei wohl als solches eine Angelkgenheit der Kirche, jedoch müsse und werde sich der Staat bezüglich z der praktischen Folgen dieses Dogmas sein volles Recht wahren.

sollen.

Darmstadt, 5. Mai. Der VerwaltungSrath der Bank für Handel und Industrie hat beschlossen, von den seiner Zeit zurückgekauften Stücken aus je 6 Aktien ein Stück zum Cours von fl. 300 zu überlassen.

A Paris, 4. Mai, 7 Uhr Abends. Den ganzen Tag hindurch dauerte der Kampf ununterbrochen fort. Seit Mittag schweigt das Fort Jffy. Die Deutschen nehmen die in den Casematten befindliche Munition hinweg. Die in den Forts befindlichen Nationalgarden wurden bis dicht vor die Thore, von Paris zurückgewiesen.

+ Versailles, 4. Mai, 8 Uhr Morgens. Man fährt fort, gegen das Fort Jssy in Approchen vorzugehen. Die Garnison desselben kann nicht mehr entkommen. Kanonade und Gewehrfeuer dauern fort, aber ein Kampf von Be­deutung hat bis jetzt nicht Statt gesunden. Sechszig Gefangene wurden hieher gebracht. Heute Nacht ist Jules Favre nach Brüssel abgereist, um die FriedenS- verhandlungen zu beschleunigen. Dem Soir zufolge hätte Dreux, der Procurator der Republik, die Prinzen von Orleans aufgefordert, Frankreich zu verlassen.

Versailles, 4. Mai. In verwichener Nacht nahm General Lacreteille die Mühle Saquet; Vie Insurgenten verloren bei diesem Kampfe 150 Mann an Tovten. Der Grneral räumte jeooch alsbald die Mühle wieder, da sie dem feind­lichen Feuer zu sehr ausgesetzt ist, führte aber 10 Kanonen und 300 Gefangene mit sich fort.

4- Brüssel, 4. Mai. Herr v. Arnim hat sich nach Deutschland begeben. Declerc, Goutaro und die anderen französischen Bevollmächtigten haben sich nach Versailles begeben und werden am Dienstage hieher zurückkehren. Jules Favre ist nicht bieher gekommen.

v + Brüssel, 5. Mai. Gutem Vernehmen nach werden Favre und Pouyer- Quertier sich nach Frankfurt begeben, um daselbst mit Bismarck zusamm enzutreffen. von welchem sie ein Rendezvous erbeten.

+ London, 4. Mai. Das auswärtige Amt veröffentlicht eine Depesche des englischen Botschafters in Versailles, wonach alle Ausländer bei Betretung des französischen Gebietes mit einem durch den französischen Agenten vtsirten Passe versehen sein muffen.

A London, 4. Mai. Unterhaus. Tornes schlägt eine Einkommensteuer von nur 5 Pence pro Pfund vor und tadelt die Handlungsweise der Regierung. Nach seiner Meinung wäre die Suspension der Annuitätenzahlung behufs der Ver­minderung der Schuld, bis die Finanzen in einer günstigeren Lage wären, vor- zuzichen.

A London, 5. Mai. Unterhaus. Der Antrag von Tornes, eine Ein­kommensteuer von 5 statt 6 Pence einzuführen, wurde mit 294 gegen 248 Stim­men verworfen.

4- London, 5. Mat. DieTimes" bestätigt die Reife Favres nach Frankfurt.

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M, dm 29. April 1871.

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Der Stadt und deren Umg enen Werden. Qualisicirt welche geneigt sind zu unterziehen, werden m, mit unterzeichneter ( Wen Bedingungen einge '-längstens bis zum u nchmen zu treten.

Bin, den 20. April 1871. ^herzogliche Bürgermeist Vogt.

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