Einzelbild herunterladen

clx

w9-

Neßemr Alycigtr

Anzeige- und Amtsötatt für den Kreis Hieben

1871

Sonntag dcn 5. Februar

Nr. 31

Gießen, am 4. Februar 1871.

Betreffend: Das Kreis-Ersatz-Geschäft für 187*1.

hältnisse ausweisen können.

Wilhelm.

gaben der Politik in eben so glänzender und übcrraschrnter Welse eisüllt sein,

In Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6, Kreisassessor.

erfolgen.

Versailles, 18. Januar 1871. An des Kronprinzen Königliche Hoheit.

4. Februar.

Folgendes Schreiben ist von dem Kaiser Wilhelm an seinen Sohn, den Kronprinzen, gerichtet worden:

Nüchtern Ich durch Meine Proklamation an das Deutsche Volk vom beu- tigen Tage Meinen Entschluß kundgegeben, die Deutsche Kaiserwürde für Mich und Meine Nachfolger an der Krone Preußen anzunehmen, finde Ich Mch be- wogen. Eurer Königlichen Hoheit die dem neuen Verhältnisse entsprechende Würde: Kronprinz des Deutschen Reichs mit dem Präricate Kaiserliche Hoheit nut der Maßgabe beizulegcn, daß diesen Dezrichnungen d'e ferner buzubchaltendin Be- Nennungen Kronprinz von Priußen und resp. Königl'che Hoheit nachzustellen sind. Zugleich bestimme Ich, daß diese Würde und das damit verbundene Prädicat auch auf jeden künftigen Thronfolger an der preußischen Krone ohne Weiteres übergehe.

Die Bekanntmachung der vorstehenden Verleihung wird in geeigneter Weise

Von den sieben nach den Capitulationen von Metz, Sedan, Straßburg und Neu Breisach noch activ verbliebenen Infanterie- und acht Cavallerie-Negimentern der ehemaligen kaiserlich französischen Aimee sind mit Ur Copitulation von Paris jetzt wiederum je zwei, und zwar dos 35. und 42. Linien-Infanterie- und das 1. und 9. Chasseur-Regiment in Gefangenschaft gefallen. Es bleiben danach von jener alten Armee nur noch activ das 16., 38., 39. und 92. Llnien-Jnfanterie- und das Fremdkn-Negiment, wie das 7. und 8. Chasseurs-, das 8. Husaren- und die drei Spahis-Regimenter. Auch von diesen haben aber das 38. und 92. Rc- giment, welche sich der Armee von Bourbaki zugetheilt befanden, bei DillerSexcl ihre Adler verloren, so daß also von sammtlichcn Truppentheilen der in den gegen» wärt'gcn Krieg eingetretenen französischen Armee nur noch drei Infanterie- und sechs Eavallerie-Rkgimentcr, darunter die drei nur theilweiie aus europäischen Boden zur Verwendung gelangten Spahie-Rrgimenter ihre Feldzeichin gewahrt haben. Außerdem finden sich in die Copitulation von Paris nach den diesseits über die in dieser Stadt enthaltenen Lmientruppcn vorliegenden genauen Mit- theiluvgcn die neu errichteten Linicnregimcnter 101 bis 135, dos 1. provisorische Zuavenregiment, das Regiment der Marine-Kanoniere, zwei neuerrichtete Regi­menter Marine-Füsiliere und das Regiment Oonsclnriiierie ü cheval ring'schlosst», lieber den Bestand der in der Besatzung von Paris enthaltenen Mobilgarden

keine genauen Angaben vorhonden. Die Gesommtzahl der deutscherseits im Ver­lauf des Krieges gemachten Gefangenen würde mit Einschluß der Garnison von PenS 500,000 Monn weit übersteigen, wobei sich indeß die in Straßburg, Metz und mehreren anderen genommenen Festungen mit gefangenen und wieder entlasse­nen sedentären Nativnalgorken nicht mit einbegriffen befinden. Auf offenem Schlacht- selte und in den beiden Capitulationen von Sedan und Metz sind bis zur Utber- gäbe von Paris laut Nactweis der diesseitigen officieven Berichte 1193 Feldge- tchktze und 147 MitraillcustN genommen worden, tkl eroberten Adlern und Fahnen finden sich in denselben Berichten speciell aWsührt 66 Adler und 15 Fahnen, worunter sich indeß eine Angabe ter bei Sedan übergebenen Adler, Fahnen und Standarten, wie die Siegesbeute an feindlichen Felczeichen bet den verschiedenen FestungS-Capitulationen nicht mitenthalten finden. Epcciell sind unter entsprechenden Feierlichkeiten an das Berliner Zeughaus bis jetzt 61 Adler ab- geliefert worden, 2 Fahnen (wohl ebenfalls Adler) sind in Dresden, 3 Adler in München, denen die bei Drllerstxcl von den Badensern erbeuteten beiten Adler jetzt noch hinzugetreten. Wenn die vomStaotöanzeiger" veröffentlichte Mit­theilung, daß bis Ende Dccember 112 Adler erbeutet worden seien, nicht aus einem Jnthum beruht, so müssen sich demnach noch gegen 50 Adler und die sämwtlichen seit Mitte Decembcr erbeuteten feindlichen Fahnen im deutschen Haupt­quartier enthalten finden. Entgegengesetzt sind deutscherseits im Verlauf des ganzen Krieges verloren gegangen, eine Fahne und drei Geschütze, wozu nach französischen diesseits jedoch nicht bestätigten Angaben noch 3 Geschütze (2 bei dem großen Ausfall von Paris am 30. November und ein sächsisches Geschütz bei einem kleinen Fronctireur-Geflcht in der Umgegend von Claye) hinzugetreten. Der Verlust einer zweiten Fahne des üandwehrbataillons Unna beim Ucbcrfall von Chatillon ist deutscherseits osficüll als nicht begründet bezeichnet worden. Die Zahl der ge­machten deutschen Gefangenen wird französischerseits auf ungefähr 11,000 Monn angegeben. Eine genaue Zusomaunstellung liegt darüber deutscherseits noch nicht vor, doch wird dieffeitS die Ziffer der vom Feinde gemachten Gefangenen nur auf etwa 60(0 geschätzt. Möglicherweise dürsten bei den französischen Angaben die als Gefangene bihondelten Schiffsmannschaften der aufgebrachten deutschen HandelS- sahrzevge mit inbegriffen sein. Ucber den künftigen Aufbewahrungsort der in dem Kriege von 1870 und 1871 erbeuteten feindlichen Feldzeichen ist noch nichts be­stimmt worden, doch verlautet gerüchtweise, daß dieselben, wie es früher mit den Fahnen von Austerlitz in dem Sitzungssaal der französischen Deputirtcnkawmer ter Fall war, in dem Sitzungssaal des lünstigen deutschen Reichstags ihre Auf­stellung finden würden.

Erscheint täglich, mit Aus­nahme MontagS.

Expedition : Canzletberg Lit. B. Nr. 1.

an die Groffherzogiichrn Burgermeistereiln des Kreises.

Die Ihnen k. H. zukommenden Loosungsscheine und Gestellungsatteste wollen Sie den betreffenden Militärpflichtigen sofort aus- händigen und denselben dabei bemerken, daß sie die Scheine sorgfältig aufznbewahren haben, damit sie sich stets über ihre Militärver-

DiePrvv.-Correspondcnz" schreibt:Unser Kaiser und König wird auch während des jetzigen Waffenstillstandes in Versailles verweilen, wo seine Gegen­wart sowohl mit Rüclficht auf die weiteren Operationen im Süden, als auch im Hinblick aus die bevorstehenden ferneren Verhandlungen erforderlich ist " ES war in Berlin vielfach anders angenommen und die Ankunft des Kaisers für unmittel­bar bevorstehend gehalten worden. U.brigenS hält die Previnzial-Correspontenz dafür, es stehe zu hoffen, daß der Waffenstillstand zum Frieden sühren werde. Dank der Umsicht und Energie unserer Staatsleitung dürsin wir jetzt", schreibt sie,in dim Falle von Paris zugleich den Schluß des Krieges und cimn nahen glorreichen Frieden begrüßen. Wenn es, wie zu hoffen ist, gelingt, durch den Pariser Capitulatiousvertrag gleichzeitig die Unterwerfung ganz Frankreichs und eenen Fried.n, wie Deutschland ihn haben muß, von der Regierung der nationalen

. w werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzletberg B. 1, als auch

Bestellungen auf ven v>re^ener «Anzeiger bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.

Abonnenten welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lasten, erhalten denselben für die Monate Februar und Mcirz 1871 zu 40 fr.

Preis vierteljährig 1 ft 12 fr- mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr.

fehlen die genaueren Angaben noch und ergiebt sich aus den bekannt gewordenen Einzelnheiten nur, daß sich ter activerr 2. Pariser Armee und dem gleichfalls aktiven Armeecorps von St. Denis kaS 10., 26., 35., 40. und 48. Mvbilgarde- regiment, wie das 1., 2. und 3. Regiment der Pariser Mobilgarde einverleibt befunden hoben. Nach ter neuen Einiheilung der 2. und 3. Pariser Armee, (die 1. Armee besteht nur aus der Pariser sendentairen Notionalgorde) wie des Armee» corpS von Et. Denis würten zusammen 15 Infanterie- und 2 Covolleriedivisionen in die Copitulation eingeschlossen sein, welche sich auf 195 Bataillone und 7 Ca- vallerieregimenter berechnen. Diese letzten Ziffern türsen jedoch noch der vielfach stattgehobten Verschmelzung einzelner Äruppentheile nur als annähernd bestimmte angesehen werden. Ebenso schwanken die Angaben über die Stärke der in Paris enthalten gewestnen Linientrurpen und Mobilgarden. Es dürfte dieselbe wahr- scheinlich indlß die Ziffer von 160,000 Mann noch bedeutend übersteigen. Ende ....... v...- .. - . , , , n m f

Decembcr befanden sich der aktiven Armee von Paris 51 und noch anderen Nach- Dertheidtgung zu erreichen, so wird danut eine der größten und schwierigst n Auf­richten 57 mobile Batterien beigcgebcn, wozu noch 6 mobile Batterien der Pa- gaben der Politik in eben so glänzender und überrascheuker Werse ersullt fein, riftr 91ot unolpoite hm»u trolcn. Dit Ges<tvtzi°hl trrftlbni wurde sich demnach wie s.ilhcr alle m.l.iarilchcn An,gab.n nährend de- RdCjUfl« f?;

damals au, 342, resv. 378 Feldg'Ichuke und 2).ilraiveus-n berechnet haben. Ueb.r Turch die gk,chlrssknc Ueberemtun,, ist die Hanhisiali grankrnchS, ist die »ar.,er die Jctr h.ri Puri« aufacirctcntn Panjer^anvnenbooie sind tiificil« Negierung in ihrem eigenen dringendsten Jnier.sie jur Berdund.Ien Leui,chland-