feindlicher Patrouillen, auf noch lebende Verwundete Feuer zu geben. Franzosen
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Telegraphische Depeschen.
des Boulevard de Clichy
Officielle militärische Nachrichten.
Wechsel.
„ 31/2% n
Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Cöln Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto
Diaconto
Börsennachrichten.
3. Januar 1871.
Actlen.
Frankf. Bank 130
Franks. Vereins-Kasse 1015/8
Darmst. Bankact. 312
Wien Bankactien 699
Galizien 227
Geldsorten.
Pr. Cassen-Sch. 1 447/8-451/8
Sachs. n —
Div. Cassen-A. —
Pr.Friedrdor 9 58 Vz—59 Vz Pistolen . . 9 46—48 n doppelte 9 48—50
Holl. fl. 10SL 9 54—56 Ducaten . . 5 37—39 20 Frankenst. 9 31 */i—32 Vz Engi. Sover. 11 55—59 Rusa. Imper. 9 47—49 Dollar in Gold 2 27—28
k. S. 1001/4 k. 8. 997/ö k. S. 105 k. 8. 963/< k. 8. 1047/8 k. 8. 881/g k. 8. 1047/8 k. 8. 1187/g k. 8. — k. 8. — k. 8. 951/4 m. S. —
1. 8. — 31/2% G.
Lille, 2. Jan. Abbeville ist nach den letzten Meldungen entschlossen, Wider- stand zu leisten. Es wurden Verstärkungen dorthin abgefandt. Der Eisenbahn- treuzpunkt Busigny soll in den Händen des Feindes sein. Man hofft, daß eine Offensivbewegung Fmdherbe's die Pläne Manteuffel's modificire» und Cambrai, ArraS und Peronne vor vedro'olici-en Esentual,täten schützen werde. Nach zu- verlässigen Berichten hat ein Theil der Armee Manteuffel's zwischen Bapeaune, Doulleus und Peronne Eantonnirungen bezogen. Das Erstere soll von den . Im Arrondissement Peronne haben sich Ulanen gezeigt,
Winteranzüge.
Wien, 2. Jan. Der Kaiser verlieh Dr. Petermann in Gotha in Anerkennung seiner Verdienste um die Wissenschaft, insbesondere um die Nordpol-Expedition, daS Comtburkreuz des Franz-Joseph-OrdenS mit dem Stern.
Auch in Bar-lt-Iut wurde den Deutschen ein Wcihnachtsbaum geschmückt. Ein Lanvwehrmann aus Düren schreibt dem dortigen „Anzeiger": „Im großen Betsaale des hiesigen, zum Lazareth umgewandelten Lycöe impöriale (©pmnafium) und im Hospice civil (Spital) wurde in jedem ein koloffaler Weihnachtsbaum errichtet, behangen — aber was soll ich einen Weihnachtsbaum beschreiben! Dort
entledigt sind.
Trier, 30. Dec. Schon wieder ist von hier ein französischer Major ent- wichen. Die Motive zur Flucht sollen mehrfach auf einander folgende Sterbesälle in der Familie des Betreffenden gewesen sein, wodurch dessen Vermögensverhältnisse in Verwicklung gerathen sind. Obgleich die sämmtlichen hier internirten französischen Offiziere sich neuerdings und auf Gegenseitigkeit verpflichtet haben sollen, so wrrd dieser Fall doch in etwas milderes Licht durch die angegebenen Verhältnisse gestellt. Wir vermuthen, sagt die Te. V.-Ztg., daß der Offizier sich nach Ordnung seiner Verhältnisse freiwillig wieder stellen wird.
Bremen, 28. Dec. Die Wes.-Z. schreibt: „Die französischen Notablen, welche gegenwärtig in unserer Mitte leben, machen sich um vie hier internirten französischen Kriegsgefangenen in mancher W-'ise verdient, indem sie deren Lage zu erleichtern suchen. Vierzig oder fünfzig Soldaten, die zu dem projectirten Spaziergänge nach Berlin nur mit leinenen Beinkleidern und sonstiger Sommergarderobe ausgerüstet waren, erhalten auf Kosten eines der Notablen warme
Versailles, 3. Jan. Vor Paris auf der Ostfront am 3. diesseits leb- Haftes Gefchützfeucr, welches der Feind nur aus Fort Nogent schwach erwidert.
v. P o d b i e 1 s k y.
einen *»*0*r ***'•*'o*-** * v- - -1 - ii - - , ' ■ , . <
jetzt auch einen besonderen Professor für Geographie erhalten; auch wirb die durch den Tod des Professors Klotz erledigte ehemal, ®. Hermann'sche Professur durch den berühmten Philologen Lange aus Gießen wieder besetzt. Nur mit der Be- setzuog der noch ossenen landwirthschastlichen Stellen (mit Ausnahme der Pro- sessur für allgemeine Landwirthschaft selbst) will es nicht vorwärts, absebon der Landtag schon vor mehr al« Jahresfrist sehr reichlich Gelber zur Dotlrung de« neuen landwirthschastlichen Instituts bewilligt hat.
München, 31. Dec. Die von der Kammer der Reichsräthe gestern fast einstimmig vollzogene Annahme der deutschen VerfaffungSverträge wird, wie man heute mit Zuversicht annimmt, ihre Wirkung auf die Kammer der Abgeordneten äußern und die meisten Mitglieder der patriotischen Partei veranlassen, ebenfalls für die Annahme der Verträge zu stimmen. Zur Durchführung der in Wien unlängst beschlossenen Maßnahme bezüglich der Zusendung der österreich. Wagen werden an die Stationen Leipzig, Dresden, Nürnberg, München und Lindau Commiffäre abgeoronet, welche mit den betreffenden Bahnen Verträge abzuschlirßen haben, in Folge deren von nun an alle nach dem Auslande laufenden Waggons sofort wieder nach Oesterreich zurückgegeben werden müssen, sobald sie der Fracht
Bayer. 5% n 963/s
„ 4Vz% 1jährige 907/g
„ 4% 1jährige 85
Würtemb. 4Vz °/o Obi. 90J/a
Hauptquartier bei einer günstigen Gelegenheit aufzuheben beabsichtigen. Bei der Haussuchung fand u. A. die 8. Compagnie be« 46. Regiment« im Stalle de« Maire zu Louviciennes bei Marl» 75 neue Gewehre; ter stellvertretende Maire wurde sofort verhaftet. Gras Bismarck hat am heil. Abend da« eiserne Kreuz 1. Claffe, die Geh. Legationträthe v. Keubell, Abeken und der Oberpostblreetor Zschuchner da« 2. Classe erhalten.
Die Festungen in Deutschland sind schon alle mit französischen Gefangenen überfüllt. Der Transport der letzteren in offenen unbedeckten Kohlenwagen Tag und Nacht bei einer Kälte von 8 bi« 12 Grad, wie die« leider schon mitunter geschehen ist, erzeugt aber Krankheiten und ist eine Härte, welche tue brutsche Humanität selbst aesangenen Gegnern nicht zumuthet. Gedeckte Wagen sind in- dessen nicht zur Genüge vorhanden, und e« sollen deshalb jetzt auch die großen Fort« bei Metz zur Aufnahme der Gefangenen mit verwandt werben. An 12 bis 14 000 französische Gefangene wird man immerhin in diesen Fort« und in den andern öffentlichen Gebäuden von Metz unterbringen können. Ihre Bewachung
Baden 4*/2°/o Obi. c. E. L. 913/e Oeeterr. Silberrente 53*/z
„ Papierrente 457/8 50/0 M. steuert. — Amerik. Bonds 1881r 967/8 » n 1882r 947/18
„ 1885r 94
„ n 1887r 941/g
Spanier, neuest. 3% 299/io
Quf Oen Stufen ihrer Häuser. Sie sagten, daß, va sie weder Feuerholz noch M Grafen Gueyvon mit dem Centralpunkt Cherbourg, ferner die Ausrüstung Cooks hätten, es draußen wärmer als drinnen wäre. Viele der Nationalgardisten cinf6 Reservegeschwaders von 5 Panzerschiffen und 2 gewöhnlichen Schien unter vertrinkrn ihr Geld, anstatt eS ihren Familien heimzubringen, und es giebt viele Befehl des Admirals Dieudonne mit dem Centralpunkt Brest angeordnet. Frauen und Kinder, die man in diesem Lande der Bureaucratie anscheinend ver- Nordseegeschwader hat Landungscompagnien an Bord zu nehmen.
hungern läßt, während darüber entschieden wird, zu welcher Kategorie sie gehören. + Versailles, 2. Jan. Der König an die Königin. Auf deine Anfrage Büraer Moltu, der ultra-democratische Maire, zeigte an, daß in seinem Arron- ^ur Nachricht: DaS 8. Corps verlor am 23 December 1 todten und 28 blessirte dissement alle Ehen zur linken Hand als giltig zu betrachten seien und die links- Offiziere, unter den letzteren ist ein evangelischer Geistlicher; 79 tvdte und 595 ba'ndiaen Sponsen der Nationalgardisten dieselben Rationen erhalten sollen, welche buf|-trte Mannschaften. Also Gott Lob ein mäßiger Verlust für so heißen Kampf, den legitimen Frauen dieser Krieger gewährt werden. + London, 3. Jan. Die „Times" erfährt aus guter Quelle Nachrichten,
Gestern ging ich nach dem Hause eines meiner Freunde in der Avenue Capnuiation von Paris baldigst bevorstehe.
del'^mperattice der Paris verlassen, um dort nach dem Rechten zu sehen. Der Auf Neclamationen Englands vom 29. December, betreffend die Versenkung Diener, welche/die Aufsicht führt, sagte mir, daß er seit drei Tagen kein Brod englischer Schiffe in Duclair, soll gistern eine Antwort Blsmarck'S eingegangen erhalten könne, und daß ihm, als er das letzte Mal sein Rationsbillet abgab, fcin# welche „en Vorfall bedauert und sofortige Untersuchung und entsprechende etwa ein halber Zoll Käse gegeben wurde. „Aber wovon leben Sie dennEntschädigung verbeißt. n ... _
fraate ich. Nachdem er sich geheimnißvoll umgefehen, daß uns Niemand belausche, Konstantinopel, 2. Jan. Der Fürst von Rumänien versicherte den
fübrte er mich nach dem Keller hinunter und zeigte auf etwas Fleisch in einem Zultan seiner Ergebrnheit. Em aufklärendes Memorandum des Fürsten an den Fasse. Es ist ein halbes Pferd," sagte er in einem Tone wie Einer, der Je- Zuttan, anläßlich des an die europäischen Fürsten gerichteten Circularschretbens, manden „Die Leiche seines ermordeten OvserS zeigt. „Ein benachbarter Kutscher hier baldigst erwartet. ___________________
tötete es und wir salzten es ein und thcilten es unter einander." Dann öffnete er eine Kammer, in welcher eine große Katze saß. „Ich mäste sie bis zum Weihnachlstage," bemerkte er. „Es kommt doch nichts über em zufriedenes Gemüth."
Preuss. 41/2°/o Oblig. 90 Frankf. 3‘/20/0 Obi. 79% Nass. 41/2 0 g Obi. 91 Kurhess. 4% n 82 Vz Gr. Hess. 5"/o Obi. 1001/4 » „ 4O/o „ 933/8
Boulzicourt, 3. Jan. Mäziöres ist gestern Mittag 12 Uhr von preu-
Lewzill, 31. Dec. Unsere Universität, deren Lehrkräfte unlängst schon durch tzjschen Truppen besetzt worden, über 2000 Gefnnzene gemacht, darunter 98 Offi« Aeappnologen und einen Professor de« Slavischen bereichert wurden, soll jtere, 106 Geschütze erbeutet und viele Borrathe an Lebensmitteln.
Actlen.
Oest. Creditact. 234Vz 5% östr. F. St. E. B. 362 Lombard. Bahn 172*/2 Ludwigsh.-Bexbach 159i/^ Maxbahn 108
Bayer. Ostbahn 1225/8
Hess. Ludwigsb.-Act. 1355/8 Alsenzbahn-Actien 85V4 Oberhessen „ 66V4
Prioritäten.
30/0 öster. Stsb.-Prior. 46Vz 3°/0 öst. s. Lombard 453/ö 3% Livorneser 32y8 50/0 Toscaner 493/8 5% Elisabeth.-Prior. 755/ö do. II. Emiss. 75^/4________
Anlelienaloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 633/d Nassau 25 fl. 393/4 4O/o bayr. Präm.-Anl. 106 Ansbacher 7 fl. 11 Vs 4% badische Loose 105 Vs Badische fl. 35 Loose 583/e Oestr. fl. 250 v. 1854 70Vz 1858r Prioritätslooae 152V< 1860r Loose 757/e 1864r „ IO8V2
Braunschweiger 16 Vs Stadt Madrid 21V4
matbt im All ememen daselbst auch keine größeren Schwierigkeiten, al« in einer lagen wollene Hemden, Unterhofen, Jacken, Leibbinden, Pulswärmer, Strumpfe, macht .m All^eme,neu vatetvft aucy reine g g Filzsohlen; hier Cigarren, Tabak, Cigarrenspitzen, Pfeifen, Zündholzdöschen, Porte-
^"'^Der Berner Bund" theilt ein Schreiben eine« schweizerischen Militärärzte« monnai«, vermischt mit Messern, Seife, Briefpapier und Couvert«, BIe.sedern, mit worin Beschwerde geführt wird über unerhörte Verletzungen Der Genfer Con- Federn, Notizbüchern, Kämmen K. Auch Päckchen mtt Choeolade und sonstige 7enti°n deren sich die F anzofen neuerlich schuldig gemacht. Er schreibt: Die stärkende Sachen für Kranke fanden sich re,chlrch vor. Alle« war mit Geschmack Genfer Convention ist in den Gefechten in den Wäldern von Orlean« vielfach und Sinnigkeit vertheili und jede« Packetchen mit emer Nummer »ersehen Abend« verletzt worden Ich s-h am 30. November einen französischen Militärarzt, von gegen 6 Uhr begann die Feier. Unter Führung threr Aerzte und Wärter traten
ntAt nur sran.ösi che Gefangene e« behaupteten, sondern der selbst offen e« die Kranken in Den mit über 100 Wachslichtern hell erleuchteten Saal dn. Zu- inaestöÜen daß er mck sdn??R-°°l-er »Ule preutz.sch- Verwundete^ erschossen nächst wurde die erste Strophe de« Liede«: Die« .st Der Tag den Gott ge. bat^ ^Er wurde vor ein Kriegsgericht gestellt und süsilirt. Viele Franettreu,« — macht", gelungen. Dann hielt der Lajareth-Predtger, Pfarrer Fromholz, eine
? eriäblen uns zahlreiche Verwundete — zogen bei rückgängigen Bewegungen ver Feier de« Tages angemessene, kurze Ansprache. Daraus loosten die Kranken
Genf-r Bchden aus der T-sche und glaubten so ihr Leben zu versichern. Da« um Die Pack,chen, 300 an Der Zahl. Zum Schluß wurde d.e letzte Strophe
fielen auf Verwundete kam öfters vor und Verschiedene wissen von Solchen, Die de« eben erwähnten L.eDes gesungen. Thranen Der Ueberraschung und stummer
drei bi« fünf Schüsse im Leibe haben, und erzählen beredt von dem Vergnügen (!) Freude standen Den Kranken in den Augen. „ , , , .
feinDlidjer Patrouillen, auf noch lebende Verwundete Feuer zu geben. Franzosen Konstailtttiopel, 31. Dec. Rußland hebt seine Vtee-Consulate in den aller Truvvengattungen mit einer Genfer Linde drängten sich in Die von Den Dardanellen, in Warna und Bidd.n auf.
Preußen besetzten Dörfer, recognoSeirten und informirten sich nach allen Leuten,^ --
bi« sie endlich verhaftet wurden. Verschiedene von VerwundungSfällen rühren von Explosions-Flintenkugeln her, deren eine unabgeschoffen ich dem Generalarzt übergeben konnte. Patienten fühlen erst einen Schuß und bald daraus einen zweiten stärkeren. Sie haben nur eine Schußöffnung dabei, aber riegge Zirsiörungen.
Ich habe z. B. einen Fall: Eintritt der Kugel in ver Mitte ver Wave unv ver Schußkanal läuft vurch Vie Kniekehle in Vie Mitte veS Oberschenkels.
In seinem „Tagebuche eines Belagerten" schreibt Henry Labouchere der
„Daily News" unterm 21. v. M. aus Paris Folgendes: ---------
Um mir eine Ansicht von der Lage der ärmeren Claffen zu bilden, begab P^ußen besetzt fein. _
ich mich gestern in einige der übelberüchtigten Hintergaffen in ver Nachbar,chaft denen von Franctireurs empfindliche Verluste zugefügt wurden.
des Boulevard de Clichy. Der Nothstand ist hier fürchterlich. Halbverhungerte A Havre, 31. Dec. Der Marineminister hat die Ausrüstung eines Nordsee- Weiber und Kinder, kaum genügend bekleidet, um ihre Blößen zu bedecken, saßen Geschwaders von 7 Panzerschiffen und 6 g wöbulichen Schiffen unter dem ^esehl


