die
lich belebt.
ergänzt seinen einleitenden Dortrag noch in einigen Punkten und bemerkt dem Vorredner, daß, wenn die Jnvaliven-Pensionen in dem Etat nicht Berücksichtigung gefunden hätten, das darin seinen Grund habe, weil der Betrag der Natur der Sache nach noch nicht feststehe und derselbe außerdem aus den von Frankreich zu zahlenden Zinsen gedeckt tveroen solle. Was ferner die Ausgaben für die Marine anlangt, so müsse er bemerken, Daß die Bundesregierungen sich über die Frage bis zu diesem Augenblicke nicht schlüssig gemacht hätten, ob diese Ausgaben aus den französischen KriegScontributionen gedeckt werden sollen.
Kriegsminister Graf v. Roon: Ich glaube in den Bemerkungen des Abg. Lasker über den Militäretat einige Irrthümer entdeckt zu haben, die zu widerlegen ich nicht gezögert haben würde, wenn ich nicht besorgen müßte, der Debatte über yen Militäretat vorzugreifen. Ich bhUre mir daher ausdrücklich vor, auf diese Irrthümer zurückzukommen. Dorläustg will ich nur bemerken, daß die Ersparnisse, von denen Hr. Lasker gesprochen, ihren Grund tn der Natusalverpflegung der OccupationSlrupprN in Frankreich und in der späteren Einstellung der Rekruten für Elfaß-Lothringen haben. Wenn Hr. Lasker angedeutet hat, daß der Militäretat für das nächste Jahr sich wahrscheinlich Hetzer belaufen wird, als in diesem Jahre, so kann ich ihm darin nur Recht geben, aber ich kann in dieser Beziehung keine bestimmte Versicherung abgeben, die schon in der nächsten Zeit vielleicht de-
mentirt werden könnte.
Richter. Ich und meine Parteigenossen verkennen nicht, daß der vorliegende Etat gegen die früheren gewisse Lichtseiten hat; als solche erkennen wir namentlich die Aufbcfferung Der BesolvungSverhältnisse der Beamten, wodurch man endlich das bisherige System verlassen, nach welchem man den Beamten löffelweise eine Gehalt-Verbesserung zu Theil werden ließ. Wir erkennen ferner mit Befriedigung an, daß man darauf Bedacht genommen hat, das Telegraphennetz zu erweitern, und daß in dem Etat der Postoerwaltung endlich die Beseitigung des Landbrief- bestillgelves nachgegeben ist. Dagegen müssen wir zu unferm Bedauern constatiren, daß man noch immer nicht an Die Aufhebung des Kalenderstempels und an die Aufhebung der Mahl- und Schlachtsteuer denkt. In Preußen ist die Umwandlung Vieser Steuer in eine Klaffensteuer leider immer wieder an Dem Widerstande des Herrenhauses gescheitert, aber ich glaube, Daß die Beseitigung dieser Steuer nicht allein im Interesse Preußens, sondern im allgemeinen Interesse der deutschen Land- wirthschaft liegt. Es befremdet uns übrigens in hohem Maße, daß, während wir gleichsam mit Finanzvorlagen überschüttet werden, doch kein einziges Gesetz vorgelegt wird, das eine Steuer-Reform bezweckte. Wir verlangen, daß mit der Anzahlung der letzten Milliarde Der französischen Kriegscontribution die Salzsteuer gänzlich in Wegfall gebracht wird. Ich halte Die Beseitigung dieser Steuer für
viel nothwendiger, als Die Herabsetzung der Matrikularbeiträge. Aber alle Reformen sind nur dann möglich, wenn Der Militäretat über Den gegenwärtigen Betrag hinaus nicht erhöht wird. Wir unsererseits sind übrigens nicht abgeneigt, ein Pauschquantum für den Militäretat zu bewilligen, wir verkennen aber ander» srits nicht, daß das Pauschquantum, welches jetzt von uns verlangt wird, sich wesentlich von dem Pauschquantum des Jahres 1867 unterscheivtt. Da Die Da» i malige Vereinbarung mit Ablauf dieses Jahres ihre Giltigkeit verliert, so wird ■ es an uns fein, einen solchen Abstrich zu machen, wie er Den gegenwärtigen 23er- i haltniffen entspricht. Redner kritisirt sodann die einzelnen Etatsposttlonen und bemerkt zu dem Etat der Marineverwaltung, daß das Gehalt für das Oberkommando gänzlich in Wegfall kommen könne, Da dasselbe während des Krieges ganz ver-
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Da Mc ,4671) Wir niß der Betreff unserer Leitung der Staats-, 0I wesen Dom 1. q Mauersteine rin limeter, Breite i von 6'/r Centime wes Format au M Einführung Gießen, den ■ Großherzoglic
schwanden gewesen sei.
Kriegsminifter Graf Roon constatirt, daß das Oberrommando Der Manne während des Krieges nicht verschwunden, sondern sehr thätig gewesen fei. Was die Person des ObercommandeurS selbst betreffe, so sei derselbe allerdings fern gewesen, aber nur, um sich vor dem Feinde den Gefahren und den Beschwerden DeS Krieges auszusetzen.
Bebel hat nicht die Absicht, der Regierung einen Speisezettel von Wünschen vorzulegen, da an eine Berücksichtigung derselben doch nicht zu denken sei. Er constatirt nur das interessante Faktum, daß eine oppositionelle Partei thatsächlich nicht mehr bestehe, und selbst Die Fortschrittspartei in allen wesentlichen Fragen Hanv in Hanv mit Der Regierung gehe. Namentlich Die Ausführungen LaSker'S hätten dies zur Genüge bewiesen; besser als er l^ätte selbst Der Reichskanzler Den Etat nicht vertheiDigen können. Die gejammte liberale Partei begnüge sich Damit, mit Entschiedenheit zu sprechen und schließlich mit der Regierung zu stimmen. Es sei dies nur Die natürliche Folge des Selbsterhaltungstriebes; man fürchte die sociale Bewegung und suche sich Durch Militargewalt Dagegen zu schützen.
Mohl glaubt es Deutschland schuldig zu fein, im Namen Der Civilifation gegen die von Dem BorreDner geltend gemachten Grundsätze Protest zu erheben. Im Uebrigen stimmt er Den Abgg. Richter und Lasker bei, bezüglich Der Nottzwendigkeit, nach Möglichkeit Ersparnisse zu machen.
Graf Bethusy-Huc protestitt Dagegen, daß man Die Bemerkungen eines politischen Schriftstellers, als die der Partei, der er angehöre, zitire. Die Agtta- tion des vom Abg. Richter bezeichneten freiconfervativen Abg. sei nur dahin gerichtet, die thatsächlich bestehende 2^jährige Dienstzeit zur gesetzlichen zu machen.
Die Generaldebatte ist hiermit geschlsfln. Die Uebrrweisung der Vorloge an die Budgetcommission wird mit sehr großer Majorität abgelehnt und die nächste Sitzung auf Dienstag 1 Uhr anberaumt. Tagesordnung: Eiserne Vorschüsse, Gotthardtbahn.
Berlin, 1. November. Die „Prov.-Corresp." sagt: Noch tm Laufe dieser Woche geht voraussichtlich Dem Reichstage die Vorlage betreffs der Münzreform zu. Man Darf annehmcn, daß Die Session des Reichstags nicht über Die dritte Woche des November dauert und noch in diesem Monat der preußische Landtag einberufen werden kann, um den Staatshaushalt pro 1872 vor Ablauf dieses Jahres festzustcllen.
Berlin, 1. November. Die „Kreuzztg." bestätigt, Daß das kaiserliche Antwortschreiben an die Bischöfe zunächst an Den Erzbischof von Köln gerichtet sei. Eine authentische Veröffentlichung Seitens Der Regierung wäre wohl mit Rück- ■ sicht Darauf nicht erfolgt, daß auch Die Adresse der Bischöfe nicht veröffent-
Darmstlldt, 30. October. Das alte Theater ist nunmehr definitiv als In- 1 terimstheater in Aussicht genommen. Der Zufchauerraum desselben soll erhöht 1 und mit Merten versehen werden, und man hat mit den vorbereitenden Arbeiten . bereits begonnen. Die erforderliche Summe Dürfte wohl beschafft werden. Der Gemeinderath hat bereits in seiner letzten Sitzung 12,000 fl. zu Theaterzwecken verwilligt und namhafte Eapitalisten haben, wie wir hören, bedeutende Summen zur Verfügung gestellt. Angesichts des Eifers, mit welchem sich unser Publikum der Theaterangelegenheit bemächtigte, ist jedoch die Direction der Hofbühne, wie aus einem in der „Darmst. Ztg." erschienenen Artikel Dra'xler - Manfreds , Des Dramaturgen unseres Theaters, hcrvorgeht, in ihren Forderungen etwas weiter gegangen. Sie lehnt die projectirten Abonnements - Einzahlungen, sowie das un» verzinsliche Darlehen ab, das im Einverständnisse mit ihr zuerst in Vorschlag gebracht wurde. Die Direction erklärt sich außer Stande, irgenD ein Anlehen, auch bas günstigste, zu contrahiren. Die Summe soll einfach in der hiesigen Stadt ausgebracht werden, unv der Artikel weist insbesondere auf die 500 Höchstbesteuerten und auf unsere Bankinstitute hin. (F. 3-)
Offenbach, 31. Oct. Heute haben unsere Maschinenfabrikanten Steile gc- macht. Schon seit einiger Zeit lagen Anzeichen vor, daß von Seiten Der hiesigen Maschinenbauer, die sich als Zweig des deutschen Maschinenbauerverbandes geber» ben, weitere Forderungen bezüglich der Löhne und Arbeilszeit gestellt und dieselben durch partielle StrikeS, eine Fabrik nach Der andern, unterstützt roerüen sollten. Für diesen vorgesehenen Fall hatten sich aber die hiesigen Fabrikanten bereits dahin coalirt, sich solchem Vorgehen Der Arbeiter in einer oder mehreren Fabriken gegenüber für solidarisch zu erklären, und als nun gestern die Arbeiter Dir Gebrüder Heim'schen Maschinenfabrik die Arbeit einstellten, erklärten sämmtliche andere hiesige Maschinenfabriken (Met und Engelhardt, Gebr. Schmaltz, Flinsch u. Co., Seebaß, Klein) ihrem Arbeitspersonal sofort, daß es ihnen, so lange ter GcnfLct in Der Heim'schen Fabrik nicht btig^egt sei, ebenfalls nicht convcnire, ihrerseits Weiterarbeiten zu lassen, vorauf diese sämmtlichen Fabriken auch schlossen. Dieser unerwartete H^eb kam den Arbeitern nun sehr ungelegen, da so viel Feiernde weit schwerer zu subventiontren sind. Harte Drohungen, in Folge dieser Vorgänge gegen Herrn Heim ausgestoßen, machten nothwendig, daß dessen Haus» und Fabriks- Localitäten unter bewaffneten Schutz gestellt wurden. Die Parole zu dem ersten Vorgehen der Arbeiter scheint vor Sonntag in Frankfurt ausgegeben wordm zu sein, und fremde Emissäre scheinen dabei die Hand mit im Spiele zu haben. Die heutige „Offenbacher Zeitung" wird eine Collectiverklärung der Mafchinenfabri- kanten bringen. Durch den Schluß ihrer Fabriken und Den heute ftattfinoendtn
einmal im Jahre 1848 und 1849 erfahren haben. In Prag herrscht übrigens , eine solche Erregung, daß man jeden Augenblick einer Explosion entgegensetzen ’ darf. Es sind Daher bereits militärische Vorsichtsmaßregeln getroffen und steht
Verkündigung des Belagerungszustandes für Die nächsten Tage bevor.
Ende voriger Woche fand zu Versailles eine Art von Staatsaction statt, die mit großer Feierlichkeit aufgefützrt wurde. Die Action war von Herrn Thiers im Voraus bestellt und angeordnet. Der Präsident Der Republik hatte nämlich die Gelegenheit gesucht, die Besorgniß der Republikaner, daß er im Geheimen für Die Orleanisten arbeite, zu zerstreuen. Andererseits gesteht cs sich die jüngere Schule des Orleanismus, zu welcher auch der neue Minister des Innern, Casimir Perier gehört, allmälig ein, daß das republikanische Regime unter Den gegen« »artigen Umständen für Frankreich das zuträglichste ist.
Die „Köln. Ztg." erhält aus Saintes vom 26. October folgende Zufchnft: Herr Redacteur! Sie haben mit Recht die Kriegsgefangenen an den Pranger ^stellt, welche, unter Bruch ihres Ehrenwortes, aus Deutschland entflohen sind. Der Bürgerkrieg, der unser armes Land zerrissen hat, ist schuld, daß man nicht gleich nach unserer Rückkehr die Ehrenfrage geprüft hat. Jetzt aber, bei Frieden und Ruhe, haben wir sämmtliche Leute der Verachtung preiSgegeben, Die nicht mehr würdig sind, unsere Uniform zu tragen. Mit vollem Grunde haben Sie den Stab gebrochen über einen Offizier vom 2. französischen Dragonerregiment, Herrn Conte, Der aus Coblenz entflohen war. Hier war doch ein mildernder Umstand, wenn ein solcher in Ehrensachen noch vorhanden sein kann. Der Vater des Offiziers lag auf dem Sterbebette. Herr Conte wollte ihn noch einmal sehen. Daher begehrte er von den deutschen Behörden Urlaub, diese Pflicht Der kindlichen Liebe zu üben. Der Urlaub wurde ihm nicht gegeben, und er glaubte sich, wenigstens für eine Zeit, von seiner Verbindlichkeit frei. Wenn Herr Conte nach Dem Tode seines Vaters sich wieder Den deutschen Behörden gestellt hätte, so hätte ich ihn von aller Schuld freigesprochen, unD doch bin ich bekannt als unbeugsam, wenn es die Ehre gilt. Die Sache lag aber nicht, wie ich glaubte. Herr Conte
horte die Anstiftungen der Volksredner an, welche mit unserer Ehre umgehen zu können glaubten, wie mit einer Waare. Herr Conte hat die gemeine SchVachheit gehabt, zu bleiben und als Belohnung seines Treubruches die Stelle als Rlttme-.ster anzunehmen. Bei meiner Rückkehr nach Frankreich war es meine erste Sorge, gegen eine so verächtliche Handlung bei Den Offizieren meines Regiments Klage zu erheben. Als vorläufiges Urtheil haben dieselben Herrn Conte ihren Tisch ver» boten und auf meine Klage wurde ein Unterfuchungsgericht, laut ministerieller Verfügung, eingesetzt, um über einen Offizier zu urtheilen, der sein Ehrenwort gebrochen hatte. Das Gericht war blos eine Form; die Derurtheilung konnte nicht lange auf sich warten lassen, unv heute empfange ich den Befehl von dem Pra^ sidenten der französischen Republik, auf Antrag des Kriegsministers, daß Herr Conte seine Stelle als Rittmeister verliert, wieder zum Lieutenant gemacht und mit Dieser Charge aus der französischen Armee sortgcjagt ist. Sie sehen, daß, wenn in Den Zeilen Ihrer Zeitung das Wort eines französischen Offiziers auf 750 Francs geschätzt wurde, welche Entschädigung von Der Abenteurer-Regierung des Herrn Gambetta den Offizieren, Die ihr Ehrenwort gebrochen hatten, bewilligt worden war, die wahren Offiziere Der französischen Armee diese Meineidigen gleich ver» urtheilt haben. Ich hoffe von Ihrer Billigkeit, daß Sie in Ihrer Zeitung Den Befehl des Herrn Präsidenten Der französischen Republik vermerken werden, und ich bin mit Der vollkommensten Hochachtung Jyr ergebener
Marquis du Paty De (Slam, Oberst vom 2. Dragonerregiment.
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u.,. ^ura) utn öt9tuK tgrtr »uut.u» «,.v «... ................. München, 30. Oktober. Bekanntlich hat ver Erzbischof von München g-flera
Einzug Der amerikanischen Kunstrettergesell'chaft finD unsere Straßen ungewöhn- in KieferssilDen Die Excommunication über Pfarrer Anton Bernard vollzogen, v
' v;v;„ ' „Avgsb. Abend-Ztg." theilt aber noch weiter mit, ein Darauf folgender öffentlicher
Frankfurt a. M., 31. Oct. Die Strafkammer hat den Redacteur Der Protest des Pfarrers sei von Den Versammelten mit großem Beifall ausgenommen Frank,urter Zeitung", Vogel, welcher wegen MajestätsbeleiDigung angeklagt wor-'worden. Der Erzbischof entfernte sich , nachdem er Die Rede des Pfarrers ver» den war, freigefprochen. 'gebend zu unterbrechen gesucht, von nur wenigen Landleulen begleitet. Der „-Hoi *
f Berlin, 30. Oktober. (Schluß der 11. Sitzung.) Minister Delbrück bote" nimmt von dieser Excommunication und der des Pfarrers Hoscmamr
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