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Anzeige- und Amtsölatt für den Kreis Kielen.

Ne. 22N. Dienstag den 3. Octobcr 1871.

BeKeilrmgerr auf deu CStejemr MnzergeV bet allen Post-Exve^itlonen ur^ ben Land-Postboten entgegen genommen.

ffiwwwwiMisaamM*aaiMMgiinMMiiiiiMMiimriwm«i»«g"*"gg*t61* Amtlicher T h e i t.

Bekanntmach u n g.

Betreffend: Stipendien für den Besuch einer Ackerbauschule.

Der landwirthschaftliche Bezirksverein Gießen hat beschlossen, zum Bestich der Winter-Ackerbauschulen, welche sowohl zu Darmstadt, als zu Kricdbera am 1. November d. I. für das Winterhalbjahr eröffnet werden, durch Aussetzung von Stipendien anzuregen, die im einzelnen Falle sich bis auf 50 ft. belaufen können. Diese Winter.Ackerbauschule» sind für junge Männer bestimmt, deren künftiger Beruf die Landwirthfchaft sein wird und die das 14. Lebensjahr zurückgelegt haben müssen, aber keiner anderen Vorkenntnisse bedürfen als wie sie die Volksschule gewährt.

Mit Bezug auf die in Nr. 170 desGießener Anzeigers" abgedruckte Bekanntmachung des Herrn Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins von Starkenburg und auf die in Nr. 227 desGießener Anzeigers" abgedruckte Bekanntmachnng des Curatoriums der Friedberger Ackerbauschule werden daher die Eltern rc. junger Leute, welche Letzteren eine tüchtigere Ausbildung in ihrem künftigen Beruf durch den Besuch einer Winter-Ackerbauschule verschaffen und dazu die von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein dargebotene Beihülfe in Anspruch nehmen wollen, aufgesordert, ihre Anmeldung bis zum 13. Octo­ber d. Z. an den Unterzeichneten gelangen zu lassen.

Gießen, den 30. September 1871. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen:

v. Starck.

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möglichst bekannt wird.

Gießen, den 22. September 1871.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. In Verhinderung des Kreisraths : Kekulö, Kreisassessor.

Großherzogliche Polizei - Verwaltung. Nover.

Polizeiliche Bekanntmachung.

Bei einer wegen Diebstahls und Bettugs schon oft bestraften und dermalen wieder verhafteten Frauensperson haben sich gefunden: 1 silbernes Theelöffelchen, 2 Schlüssel und 1 Tischtuch, welche Gegenstände höchst wahrscheinlich in hiesiger Stadt gestohlen worden sind.

Wer Ansprüche an dieselben erheben will, wolle sich bald bei uns anmelden.

Gießen, den 29. September 1871.

Bekanntmachung.

Auf Ersuchen der Großherzoglichen Commission zur Prüfung der Ansprüche ans Frankreich ausgewiesener Hessen bringen wir Nachstehendes hiermit zur Kenntniß der Interessenten.

Die Feststellung und Ueberweisung der auf das Großherzogthum entfallenden, durch Neichsgesetz zu Beihülfen an Ansgewiesene bestimmten Summe ist vor Kurzem erfolgt und wird die Auszahlung der auf die einzelnen Anmeldungen bewilligten Beträge mit thunlichster Beschleunigung zu Ende geführt werden. Bei der großen Zahl der Anmeldungen kann jedoch, ungeachter bereits ein beträchtlicher Theil derselben geprüft und ausbezahlt worden ist, die Erledigung der der genannten Commission obliegenden Ausgaben immerhin noch einige Wochen in Anspruch nehmen. #

Die Auszahlung der bewilligten Summen erfolgt in der Regel durch die betreffende Dtstrtctsetnnehrnerer und wer­den die Liquidanten von der erfolgten Zahlungsanweisung jedenfalls benachrichtigt werden. In keinem Falle haben dieselben, auch wenn ihre Ansprüche bereits geprüft und der Hauptstaatskasse zur Auszahlung überwiesen sind, bei persönlichem Erscheinen m Darmstadt vor Der obenerwähnten Commission sofortige Befriedigung zu erwarten und wird daher vor der Auswendung vergeblicher Retsekosten hrermrt eindringlichst ab gewähnt.^ besonders begründete Erinnerungsvorstellungen kann keine Rücksicht genommen werden. . Machen in einzelnen Fällen dringende Verhältnisse eine vorzugsweise schleunige Berücksichtigung nothwendig, so haben die betteffeuden Liquidanten ihre bezüglichen Gesuche bei der Bürgermeisterei ihres Wohnorts vorzribringen oder einzureichen, von derselben attestiren und durch deren Vermittlung an uns gelangen zu lassen.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises wollen sich hiernach bemessen und dafür Sorge trage», daß Vorstehendes unter den Betheiligten

2. Oetober. größere Goldmünzen zu schlagen als 10-Guldenstücke (zum Werthe von nur 3%

Die Wahrscheinlichkeit, daß über die deutsche Münzfrage schon in der nahe Thaler). Wenn da« Reichskanzler.Amt sich mit dem preußischen Finanz-Ministerium bevorstehenden ©elften de« Reichstage« eine Entscheidung getroffen werden wird, in den allernächsten Wochen über eine Vorlage für den Bunvesrath verständigt, ist in lebtet Zeit bedeutend gewachsen. Man hat in den betreffenden Regierung«- wird al«dann die Erledigung der Münzfrage noch in der diesjährigen Reichstags- kreifen dem günstigen Eindrücke Rechnung getragen, welchen die eröffnete Aussicht sesflon vornehmlich nur davon abhängen, welche Stellung die süddeutschen Regie, aus eine so baldige Erledigung der Münzreform geäußert hat. Der Wunsch nach rungen zu ter Vorlage einnehmen werden. Ungern wird von bte|en auf den einet Beschleunigung dieser Reform ist so allgemein und dringend, daß seit den direeten Anschluß de« neuen Münzspstem« an eine Goldmünze in genauer lieber- Verhandlungen des voltswirlhschasilichen Cvngresse« in Lübeck die mancherlei Pro- einstimmung mit 25 Frane« Gold verzichtet werden; aber wenn sie die« thun, jeete welche durch Berücksichtigung einer rem metrischen Münzeinheit oder eine- so fraßt e» sich, ob ihrerseits nicht um so nachdrücklicher die Annahme einer all- Anschlüsse« an bestehende ausländische Munzspsteme im Interesse internationaler gemeinen Rechnungseinheit im Werthe de« österreichischen Gulden« statt der Hälfte Münieiniaung eine alsbaldige nationale Münzreform umständlicher zu machen und diese« Werthe«, de« Drittelthaler«, gewünscht werden sollte. Welche« Spstem auch weiter hinauszuschieben drohen, nur n^ch wenig Beachtung wehr finden. Dem schließlich angenommen wird, immer wird die größte Belästigung und Schwierig. BondeSrathe wird vermuthlich vom Reichskanzler - Amte der Vorschlag auf Basis feit de« Ueberganges zum neuen Epstem auf Suddeutschland fallen, weil die bis- der Werihrelation de« Gölte« zum Silber wie 1 : 15.5 gemacht werden, den herige dortige Rechnung zu Gulden im Werthe von 4/r Thaler und erngetheilt Drittelthaler unter der Bezeichnung Gulden, al« künftige gemeinschaftliche Rech- in 60 Kreuzer sehr schlecht paßt zu Rechnungsemheiten von % und i/3 Thaler nungseinheit mit Theilung in 10 Groschen ä 10 Pfennige, anzunehmen, so wie mit Decimaltheilung. Wird Seiten« der süddeutschen Regierungen gegen die zu Ausprägung von Goldmünzen za 10 und 20 Gulden, also im Werthe von 3*/3 erwartende Vorlage de« Reichskanzler-Amte« im Bundeirathe in ihren leitenden und 62/, Thaler bisheriger Wahrung. Diese« Letztere soll jedoch noch nicht fest- Grundsätzen starke Opposition gemacht, dann ist wohl kaum auf eine Erledigung stehen, ta von einigen Seiten die Ausprägung von 15. und 30-Guldenstückeu, der Prtneipien der Münzreform in der bevorstehenden Reichstagsfession zu hoffen; also im Werthe von 5 und 10 Thaler bisheriger Währung, angerathen wird, aber die in Südteutschland bei Weitem stärker vorherrschende Sehnsucht, endlich wobei ohne Zweifel die Motive obwalten, daß durch diese Münzsorten der Ucber- zu einem festen und einheitlichen Munzwesen zu gelangen, ist auf der anderen gang von dem alten zum neuen Münzspstem und von der Silberwährung zur Seite gerate für die vier süddeutschen Staaten ein mächtige« Motiv, die Münz- Goldwährung erleichtert werde, und daß es technisch vorthetlhaster fei, etwas reform möglichst zu beschleunigen.