Einzelbild herunterladen

direnden Genftals des 1. Armeekorps in Königsberg, nicht wieder etnnehmen und will man sogar bereits wissen, daß der Commandeur der 16. Division fein Nach- folger wepoen wird, wie ferner, daß General v. Manteuffel in gleicher Weife den Oberbefehl über die Besatzungtruppen in Frankreich niederlegen wird.

Dom 1. August d. I. ab kann die Correspondenz zwischen Deutschland einer- fei^ und Indien, China, Japan und Australien anderseits aus dem Wege über Vrindisi befördert werden. Das Francaturporto beträgt 74/2 Sgr.

DasTagblatt" berichtet:Am Hofe des Exkönigs Georg von Hannover, der bekanntlich auch diesen Sommer in Gmunden zubringt, nimmt eine gewisse resignirte Stimmung immer mehr zu. Man verhehlt sich nicht, daß eine Rückkehr nach Hannover ganz aussichtslos ist, nachdem die letzten vor einigen Monaten in Berlin gemachten Versöhnungsversuche dort von maßgebender Stelle ablehnend behandelt worden sind. Man fürchtet, daß dir Frage betreffs der Nachfolge des braunschweigischen Thrones in nächster Zeit wieder Gegenstand der Discufsion bilden und die Person des Kronprinzen von Hannover in den Vordergrund da­durch gestellt werden wird, zumeist weil die preußische Regierung dann Schriftstücke der Oeffentlichkcit übergeben könnte, welche genau vor Jahresfrist zwischen einzelnen Mitgliedern der früheren hannover'schen Königsfamilie und dem Exkaiser Napoleon gewechselt wurden und wie so viele andere Aktenstücke den Siegern von Paris in die Hände gefallen sind."

Je größer die Ungewißheit über die Stellung des neuen Frankreichs zu der römischen Frage gewesen, desto interessanter ist ein Wort, welches Thiers gespro- eben. Der päpstliche Nuntius warf, so wird erzählt, in einer Audienz bei dem Präsidenten der französischen Republik, nicht ohne Absicht die Frage hin, wie weit Avignon von Nom entfernt sei.Die Meilenzahl lautete die rasch ertheilte Antwort kenne ich nicht, aber ich glaube, der Weg von Avignon nach Nom ist bedeutend weiter, als von Rom nach Avignon." Der Nuntius ist auf den Gegenstand seitdem nicht wieder zurückgekommen.

Ueber den Brand des erzbischöflichen Palastes von Bourges wird folgendes Nähere gemeldet: In der Nacht vom Montag zum Dienstag um 2 Uhr brach das Feuer aus und hatte in wenigen Stunden einen großen Theil des Gebäudes, namentlich auch die Gemächer des Erzbischofs Latur d'Auvergne mit vielen Werth- gegenständen, Tüchern, AmtSgewändern u. (. w., verzehrt. Auch ein großer Theil der in einem Flügel des Palastes untergebrachten städtischen Bibliothek von 16,000 Bänden, worunter berühmte Manuscripte des Digeslum vetus u. A., wurde vernichtet, wogegen die Archive und die Kaffe der Diöcese zum größten Theil erhalten blieben. Die herrliche Kathedrale blieb zum Glück ebenfalls verschont; doch war der Brand, dessen Entstehen auf eine Unvorsichtigkeit zurückgefühlt wird, am Dienstag Mittag noch nicht vollkommen gelöscht.

Gießen. (Fortsetzung der Rede des Reichstagsabgeordneten Kctteler in der 10. Sitzung am 3. Aprrl 1871):

Zur Religion gehört nothwendig eine Genossenschaft; wir nennen sie Kirche; aber das Wesen der Kirche ist ja wieder das Genossenschaftliche. Zur Neligionö- freiheit gehört das Recht und die Freiheit, mit den Gesinnung«. und Glaubens- genossen in einem Bekenntniß zusammen zu fein, sich nach demselben frei zu be- wegen und die eigenen Angelegenheiten selbst zu verwalten. Diese wahre Ge Wissensfreiheit fordern wir auch für die christlichen Bekenntnisse, die gewiß die allerberechtigtsten dazu sind. Darum fordern wir für sie das Recht der Selbst- bewegung, der Selbstbestimmung, der Selbstverwaltung; immer selbstverständlich in dem Rahmen der allgemeinen Gesetze, nicht außer diesem Rahmen der o([ge­meinen Gesetze. Wir behaupten mit dieser Selbstständigkeit in keiner Weise, daß wir uns über die Gesetze hinauSsetzen dürften, wir bestreiten nicht, Voß wir ihnen Gehorsam schuldig sind, wir maßen uns nicht das Recht an, nun alles uns Be- liebige willkürlich in den Kreis der Selbstverwaltung und Selbstständigkeit hinein- ziehen zu dürfen. kommt eben für eine besonnene und kluge Gesetzgebung darauf an, hier an der Hand der realen Verhältnisse die rechten Grenzen zu finden. Es ist aber, um unseren Antrag richt g aufzufassen, vor allem nothwendig, dies im Auge zu behalten, daß wir nämlich die Selbstständigkeit nur fordern im Rahmen der allgemeinen Gesetzgebung, und daß wir nur die Specialgesetzgebung, die vorbeugende Gesetzgebung, die AuSnahmSgesetzgebung für Religion und reli­giöse Genossenschaften bekämpfen.

Die Einwendungen gegen Unseren Antrag scheinen mir dagegen alle unhalt­bar zu sein und das Princip der wahren Selbstständigkeit, der wahren Freiheit, wie es auf allen andern Gebieten anerkannt wird, zu verletzen. Darauf bitte ich Sie, meine Herren, bei der Diskussion besonders zu merken. Alles, was man gegen unsere Forderung sagen kann, widerspricht der wahren Freiheit, der wahren Selbstständigkeit, wie sie auf allen andern Gebieten des Staatslebens aner­kannt wird.

Der Abgeordnete Dr. Treitschke hat Ihnen namentlich gesagt und darin bin ich nun absolut ter entgegengesetzten Meinung, daß diese Versaffungs- bestimmungen der preußischen Verfassung gewissermaßen der Kinderzeit des frei­heitlichen Lebens angehörten, und daß die Ansicht, zu der er sich bekennt, ein Fort- schritt zu einer wichtigeren und besseren FreiheitSerkenntniß sei. Dagegen muß ich mich aber doch im Namen aller der Männer, die im Jahre 1848 und im Jahre 1850 und später so lange in dem preuß schen Landtage diese Grundsätze als ein überaus werthvolles Gat vertreten haben, verwahren. Mir scheint das Gegentheil der Fall zu sein, mir scheinen die Ansichten des Abgeordneten von Treitschke nicht ein Fortschritt in der Entwickelung der Freiheit zu sein, sondern, geradezu ein Rückschritt zu den alten Grundsätzen des StaatS-Kirchenrechtes, denen wir entgehen müssen, wenn wir den religiösen Frieden im polit,schen Leden haben wollen.

Um diesen Gegensatz klar zu machen, meine Herren, erlaube ich mir auf einen merkwürdigen Vorfall hinzudeuten, der in diesen Tagen in Berlin stattge- und der mir eigentlich die Seele jener Richtung zu fdn scheint, soweit teb sie richtig aufzufaffen im Stande bin. In einer Versammlung des Protestanten- verems hat der Abgeordnete Prediger Müller in längerer Ausführung zu recht- fer tgen gesucht die Ablehnung ter hessischen Kirchenoersaffung und seine Gründe dafür vorgebracht. Bei dieser Gelegenheit hat er nach dem Bericht ter Bekliner Rettungen ""^r Anderem gesagt, die Regierung habe die hessische Kirchenvorlaae gemacht mit absoluter Anerkennung des landesherrlichen KirchenregimentS. Zn einer solchen durfte man sich jedoch nicht hergeben. Der Unionsverein müsse nach V'e vor die -öcfeihgung des lanvksherrlichln KirchenregimentS dringend verlangen. Dagegen ist nun der Herr Professor Bluntschli, der College, so viel ich weiß,

unseres Herrn Abgeordneten Dr. Treitschke, aufgestanden, und die Worte, die er da gesprochen hat, bezeichnen ganz genau den Gegensatz, welchen wir vor Augen haben müssen, wenn wir die Kontroverse, welche uns beschäftigt, recht auf ihre Grundgedanken zurücksühren wollen. Der Professor Bluntschli war nicht der Meinung, er tadelte das Vorgehen der Gesinnungsgenossen des Abgeordneten Prediger Muller in Ablehnung der hessischen Kirchenverfassung. Welche Gründe hatte er tafur? folgende:

Daslondeshcriliche Kirchenrcgiment zu beftitigen, sei eine politische Unmög- Ilchkeit. Ich w>ekerhole: eine polilischc Unmöglichkeil! Ferner: von ihm seien alle Reformen, teic die Äirchengeschichte lehre, auügtgangen. Ich Hute mich wohl, iu untersuchen, inwieweit da« behauptet werden darf; Herr Professor Bluntschli hat c« aber gesagt. In Baven zumal habe der Grotzherzog sehr viel für die Kirchen- reform gethan. Die Consistoricn seien ein Generalstab, dem es an einem guten Generalstabs - Chef mangele: sie brauchen einen Fürst Bismarck oder einen Graf Zottle. Die Prutcipienreitereien in Betreff der Ausführung des Artikels 15 ge- bbren in vie Schule, aber nicht in das politische Leben. Man müsse nehmen, was man bekommen könne. So weit Herr Bluntschli. Das sind gefährliche Grund­sätze. Ich glaube nicht, daß Männer der wahren Freiheit diesen Grundsätzen huldigen können. Ich glaube, daß das das Gegentheil von dem ist, was man tm Jahre 1848 und im Jahre 1850 in den vorgelegten Verfaffungsbestimmungen anerkannt hat. Ich glaube, daß diese Grundsätze ein Aufgeben, eine Art 23er- jmeiflung an der wahren Freiheit sind. Sie gehen von dem Bestreben aus, von oben herab die Systeme, welche man sich nun einmal entworfen hat, einzuführen, weil man sie durch die wahre Freiheit nicht verwirklichen kann. Das bedeutet diese Zusammenstellung der Consistorien mit einem Generalstab in Verbindung mit der Nennun? solcher Namen, die dazu nothwendig wären, um die Ideen des Herrn Professor Bluntschli zur Ausführung zu bringen. Wollen Sie dies System annehmen oder es verwerfen? Das ist die Frage. Ich bitte Sie, wohl darauf zu achten. Hierüber müssen Sie sich entscheiden. Wer glaubt, daß von jetzt an Deutschland bezüglich der Religion von Consistorien geleitet werden müsse, in der Art, wie die Generalstäbe die Armee befehlen, und daß das im Interesse der Freiheit sei, habeat sibi! meine Meinung ist es wahrlich nicht. Und wer dagegen glaubt, daß auch diese Freiheit eine Freiheit des deutschen Volkes sein müsse, daß eie Religion nicht von staatswegen regulirt werden dürfe, und daß namentlich auch das Volk, welches dem christlichen Bekenntnisse anhängt, das Recht hat, von dieser Freiheit Gebrauch zu machen, der muß, wie mir scheint, wenn er consequent fein will, für unfern Antrag stimmen.

Das, was der Herr Abgeordnete Treitschke also für einen Fortschritt be» krachtet auf dem Wege der Freiheit, das halte ich für den allerkolloffalsten Rück- schritt auf dem Wege der Freiheit, ich halte es für einen Akt der Desperation an den Grundsätzen der Freiheit. (Fortsetzung folgt.)

Kassel, 29. Juli. Auch die Direction der Main. Weser - Bahn hat sich dieser Tage veranlaßt gefunden, Rundreise-BilletS zu ermäßigten Fahrpreisen, mit Gewährung von 50 Pfund Freigepäck, gültig für alle fahrplanmäßigen Züge, welche die betreffende Wagenclaffe führen, auszugeben. Wir müssen der großen Ausführlichkeit wegen, die Leser auf die in Placatform erlassene betreffende Bekannt- machunq verweisen.

Ems, 31. Juli. Der Kaiser wird am 1. August Nachmittag- von hier nach Coblenz abreisen und dort den 2. und 3. verbleiben; am 4. reist der Kaiser nach Wiesbaden ab, am 7. findet in Mainz eine Truppenbesichtigung statt, nach ceren Beendigung sich der Kaiser nach Homburg v. v. H., wo derselbe seinen Auf­enthalt bis zum 9. August zu nehmen gedenkt, begiebt.

München, 29. Juli. Zur nächstjährigen vierhundertjährigen Bestehungsfeier der Ludw'gs-Universität stellte Cultusminister Lutz 20,000 fl. in die Budgetvorlage an den Landtag ein. Die theologische Facnltät enthielt sich der Wahl ihres Senators und Rectors. Friedrich's Wahl wird vom Ministerium bean­standet.

München, 29. Juli. Der König wird diesen Herbst einer Einladung zu­folge den kaiserlichen Hof in Berlin und zugleich einige bayerische Städte (Regens­burg, Bayreuth, Hof) auf dieser Reise besuchen. Der deutsche Kaiser wird am 8. August München passiren, gegen Abend in Salzburg eintreffen und am andern Tag nach Gastein gelangen.

Wien, 30. Juli. DerTagesbote aus Böhmen" meldet:Cardinal Schwarzenberg hat durch den päpstlichen Nuntius in Wien die Weisung erhalten, Professor Schulte zu excommuniciren."

Wien, 31. Juli. Der deutsche Gesandte wurde beauftragt, ein Hand­schreiben des deutschen Kaisers an den Kaiser von Oesterreich zu überreichen. So­dann sollten Bestimmungen über die Zusammenkunft der beiden Kaiser erfolgen.

Neapel, 28. Juli. Palmieri kündigt auf Grund der neuesten Beobachtungen e^nen starken Ausbruch des Vesuvs an. Ein Geschwader, bestehend aus den Lchiffen:Noma",Castelsidardo",San Martino" undPrincipe Humbert", erhielt Befehl, sich bei Cagliari zu concentriren. Der Zweck dieser Concentrirung ist vorläufig unbekannt, wahrscheinlich gilt e- einer Demonstration gegen Tunis.

Paris, 28. Juli. Seit gestern Abend ist die Demission Jules Favre's Thatsache. Goulard verwaltet provisorisch das Departement des Auswärtigen. Gambetta und Louis Blanc berufen heute die Mitglieder des Abgeordnetenclubs Ramenau zu einer Beratung behufs Anstrebung einer Fusion zwischen den Re­publikanern und Radicalen. (Weser-Ztg.)

Paris, 31. Juli. Einer Nachricht derAgence HavaS" zufolge bestätigt es sich, daß Thiers die Demission Jules Favre's angenommen habe. Der Nach­folger desselben ist noch nicht ernannt. Der Rücktritt Simon's wird dementirt.

London, 31. Juli. Zwci Cholerafälle sind auf Kronstäoter Schiffen im Hafen von Hüll vorgekommen. Der Staatsrath hat die Inspektion aller cholera- verdächtigen Schiffe, besonders aus den Ostseehäfen, angeorvnet.

Landwirthschilstliches.

Da der Kartoffelpilz wieder massenhaft austritt, so dürfte eS sich in Betracht des feuchten Wetters empfehlen, auf den stark befallene« Acckern sofort alles Kraut abzuschneiden und zu entfernen.

Gießen, den 31. Juli 1871. Hoffmann.

Spanier, neaest """Adi Frankf. Bank 1 Frankl. Vereins' DannsL Bankac Wien Bankaeto I Galizien 239V?

I Borsenya 31.

Preus*- 4V10'0 frankf. ^11 4.

Nass. 4*/i jo Kurhees, l /o |

' '-Mo

Bayer. 5°/o ) 4Vt°/o

4% IM

Würteab. 4/r' Baden M/o

Oesterr. Silbe«'

Papierre 5°/0 M.'

Amerik. Bonds

Verfiel

Besonderes

Dkl

»«

W w

A Die Hol "Försterei ».MtS. üt ßtr.tb'

DuMfuhrichm fln von Grotzh. r werden.

Mr lleberliefen -r. Abfuhrlag, rtJ1? stimmt. Mm, den I. ^herzogliche O.

WMnbe4U| avNtf

^°öherzojM ___ W

oi ih

Bekllu

W17)Friedric ler dahier, hat m nchtsbekannten (J dmz förmlichen ment adgefchloffe die unbekannten Verstattung der Wochen auf dem neten Gerichts, a Frist ihre ssorderi Meldung Ausscht! gen dahier oorzub O'ckn, den 21.

Großherzoglich

Muhl/ Stadtrichter.