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Feuilleton»
Der Liede Sieg.
Novelle von F. Klinck.
(Fortsetzung und Schluß.)
DaS Gerücht hatte die Wahrheit gesprochen. Charlotte litt es nicht mehr unter Italiens sonnigem Himmel, seit Giuseppe sie verlassen und alle ihre Hoff- nungen mit sich genommen hatte. Sie wollte in die Heimath ziehen und dort Trost und Linderung ihres Schmerzes suchen. Jetzt konnte sie zu Schicht, dem Kantor der ThomaSschule, sagen, daß sie die Liebe kenne, und ihm, dem treuen Rathgcber, wollte sie ihr armes, leidendes Herz ausschütten, und ihn um Rath und Hülfe bitten.
Entsetzlich schwer aber wurde ihr der Abschied von Rom, und als sie endlich die Thürme der ewigen Stadt verschwinden sah, da warf sie sich in die Kiffen des Wagens zurück und murmelte:
„Es ist Alles vorbei — alles Glück dahin!"
„Lieber Lehrer/ sagte Charlotte eines Abends zu Schicht, „ich will nicht wieder singen."
Der alte Kantor sah sie starr vor Verwunderung an.
„Und warum nicht, Charlotte?" fragte er endlich ganz verwirrt.
„Ich glaube, ich habe die Liebe dennoch kennen gelernt," entgegnete sie ruhig.
Roch einmal flackerte ein leises Gefühl der Eifersucht in Schichte Herzen auf — vielleicht der letzte Schimmer von Jugend — und dann war cs d'rin- nen still geworden.
„Dann, Charlotte, wird es für Dich Zeit, daß Du nach Italien zurück- kehrst," sagte der alte Mann, mit einer Thräne im Auge.
Ein überirdisches Lächeln verklärte Charlotten's Gesicht, und dann rief sie, seine beiden Hände mit Küssen bedeckend, voller Jubel aus:
„Danl, Dank, lieber Lehrer — Du gibst mir das Leben zurück. Ich glaube auch, daß ich nach der alten Roma zurückkehren muß — die Mauern der guten alten Stadt Leipzig erdrücken mich."
Aeußerlick hatte die alte Stadt Leipzig sich wenig verändert. Da waren noch dieselben Häuser, hier und da vielleicht ein neues, dieselben engen Straßen, und zum Theil auch noch dieselben Bewohner. Freilich mochte manches müde und noch manches lebensfrohe Herz hinausgetragen sein, von wo es keine Rück- kehr gibt; manches junge Mädchen war eine ebrsame Hausfrau geworden, und mancher Student, der damals lustig in die Welt hinausschaute, stand jetzt auf der Kanzel und redete mit lauter Stimme von dem sündigen Treiben der Welt, insbesondere der Jugend.
Aus dem Organisten Schicht war der Kantor der Thomasschule und der Musikdirector der beiden Hauptkirchen der Stadt Leipzig geworden. Aber der Ruhm, den ihm seine ausgezeichneten Compositionen einbrachten, hatten nicht das Alter von ihm fern zu halten vermocht — mit furchtbarer Macht war es auf ihn hereingestürmt und hatte fein Haar gebleicht und seinen Nacken gebeugt.
Seit sein treuer Freund, der Musikdirector Häser, ihm vorangegangen war, hatte er auch manche Stunde, wo er sich darnach sehnte, aus diesem Treiben der Welt heraus zur Ruhe zu kommen, und nur noch ein Wunsch machte ihm werth, die kleine Charlotte Häser wiederzuschen. Es war ihm so einsam ge- worden, seit er ihre Helle Stimme und ihren leichten Schritt nicht mehr horte, wie n'e zuvor, und nur ihre Briefe brachten ihm einige Abwechselung.
Seit einiger Zeit waren aber die b-s jetzt immer regelmäßig eingetroffenen Briefe ausgeblieben; vergebens erwartete Schicht jeden Tag den Boten, der ihm stets dieselben überbrachte, aber immer und immer ging dieser vorbei. Ein tiefer Schmerz durchzuckte ihn bei dem Gedanken, daß ein anderer Gegenstand Charlotte so in Anspruch nehme, daß ihr keine Zeit für den alten Lehrer in der Heimath übrig blieb. Es war ihm immer ein eigenthümlicher Trost gewesen, daß Charlotte nie eines Mannes, dem sie ihr besonderes Interesse geschenkt, erwähnt hatte, und sein einziger Wunsch bestand darin, daß sie stets von ihrer Liebe zur Kunst von jeder anderen Liebe zurückgehalten würde.
Der alte Kantor wurde aber eines Tages so überrascht, daß ihm die Feder, die er eifrig benutzte, aus der Hand fiel — vor ihm stand, wahr und wahrhaftig, die kleine Charlotte, jetzt freilich ein großes, schönes Weib, und warf sich schluchzend in seine Arme.
Es dauerte lange, lange Zeit, bis sie sich beide von lhrer Freude erholt hatten; aber als es geschehen war, da sah auch Schicht sogleich mit seinem | scharfen Auge, daß die neun Jahre der Abwesenheit nicht ohne Schmerzen und Kämpfe an Charlotte vorübergegangen waren.
Und am Abend desselben Tages saß Charlotte wieder in dem kleinen Sessel zu den Füßen des Kantors und theilte ihm all' ihr Leiden der letzten Zeit mit. Da erzählte sie ihm, daß sie die Liebe kennen gelernt hatte, und wie sie ihr nun doch zum Unglück gereiche, indem sie ihr alles Glück, alle Hoff, nung geraubt hatte. Da sagte ihr Schicht aber auch abermals wieder mit innerer^reude^ nj(^ |on^ hättest Du nimmer die Kunst gewählt."
Ein jäher Schmerz durchzuckte Charlotten's Brust.
O, mein Gott," murmelte sie dumpf, „kann man denn noch einen Mann mehr "lieben, als ich Giuseppe Vere liebe? Kann man noch einen glühenderen Schmerz empfinden, als den, der meine Brust durchtobt?"
Ja, Charlotte," entgegnete Schicht, indem er seine Hand auf ihren ge- beugten Kopf legte, „Du hast nicht geliebt — sonst würdest Du freudig der Kunst entsagt haben, um Deinem Giuseppe eine treue Hausfrau und Gattin zu werden. Es ist viel besser, daß Du hierher zurückgckehrt bist/'
Aber das war das erste Mal, daß Charlotte ihrem Lehrer mcht glaubte. Sie fühlte wohl, daß es wahre, aufrichtige Liebe war, die in ihrer Brust schlummerte, denn wäre er zu ihr gekommen und hätte ihr gesagt, daß er ihre Liebe mit der Kunst theilen wolle, sie hätte mit Freuden der geliebten Kunst entsagt Aber so lange er das nicht that, so lange liebte er sie auch nicht so, wie sie geliebt zu werden verlangte — Charlotte war zu unerfahren, um den Stolz eines Giuseppe Vere begreifen zu können.
Charlotte war gekommen, um sich in der Heimath auszuruhen, aber daran durste sie nicht denken. Man schleppte sie von Fest zu Fest— Einladung folgte aus Einladung, und nur bisweilen konnte sie sich in das Stübchen des alten Kantors hinaufflüchten, um dort ungestört mit ihm zu plaudern.
Aber Charlotte fand keine Ruhe. Immer mehr und immer häufiger trat ihr Giufeppe's Bild vor Augen, wie er an den Pfeiler gelehnt im Opernhaufe stand und sie mit seinen dunklen Augen bewundernd betrachtete. Immer haust- aer dachte sie an das glücklich verlebte Jahr im sonnigen Italien b,s zu dem Augenblick, wo er sich von ihr loSriß, aber auch immer bleicher wurden ihre Wongen, und ein kurzer, trockner Husten zwang sie, ihre Stimme ruhen
*U ^Besorgt blickte Johann Schicht auf seinen Liebling, wenn Charlotte zu seinen Fußen saß, und bisweilen peinigte ihn wohl der Gedanke, daß ste dennoch dit Siebt kennen gelernt habe, unv eben diese Liebe die kbstlichk Blume knicken würde. Aber immer verwarf er ihn wieder. Sie schien stet« so heiter und aufgeweckt, wenn sie bei ihm war, und die heißen Thranen, die sie des weinte, wenn sie in ihrem Kämmerchen auf den Knieen lag und sich die Hande wund rang, die sah der alte Kantor nicht.
sah er sie
Du brichst
vor ihm
Sieh', ob ich Dich liebe, ob ich Dich nicht grenzenlo« liebe! Würde ich sonst zu Deinen Füßen liegen? Verlaß' mich nicht, Giuseppe - **
Der Advokat Giuseppe Vere saß allein in seinem Studirzimmer. Dor ihm aufgehäuft lagen große Actenstöße unv Documente, der sicherste Beweis, daß er sehr beschädigt war; aber langsam glitt die Feder über das Papier. Giuseppe hatte überhaupt während der kurzen Zeit, wo wir ihn zuletzt sahen, sehr geal« tert. Seine Stirn zeigte die ersten Spuren von Falten, und ein tiefer, unverkennbarer Zug des Schmerzes prägte sich in seinem Gesichte aus.
Es war doch nicht so leicht, eine Charlotte zu vergessen, wie er cs sich
) Da war nun beinahe ein ganzes Jahr verflossen, seit er Charlotte von sich gelassen, und noch immer tobte der alte Schmerz der Trennung ebenso stark in ihm, als an dem Tage, da er sie aufgegeben - noch immer f«* rr fi, sich mit ihren lieben, flehenden Augen, und hörte, wie sie traurig zu
Und^er Chatte sie dennoch verlassen — vielleicht auch ihr Herz gebrochen darum war sie in die Heimath zurückgekehrt, sich Trost und Ruhe zu holen. Da nützte ihm keine Arbeit, keine Zerstreuung, immer sah er ihr bleiches, thra- nenüberflutheteS Antlitz, wie sie von ihm ihr zerstörtes Lebensgluck zuruckforderte.
Und doch liebte er sie so — o, viel mehr als damals, als er sie von sich gestoßen — er fühlte, daß fein Leben langsam vahmwelkte, und dennoch konnte er nicht zu ihr eilen, er hatte gesagt: „Ich ändere meinen Willen nie.
Wie schön war doch jene Zeit gewesen, wo er zu ihr ging, um sich tn ihrem traulichen Gemach von den Schattenseiten des Lebens zu erholen, und an ihrem strahlenden Lächeln, an ihrer sprudelnden Unterhaltung sah, daß sie, um dklkn Ärutz Tausende buhlten, ihn, den schlich,en Advo,men, bebte. Uno jetzt war alles Glück vorbei, vielleicht — o, wie ihn dieser Gedanke schmerzte
Aber"nnn/ flüsterte es dann beruhigt in seiner Brust, „das ist unmöglich! „Sie hat Dich geliebt — Du warst ihre erste Liebe, Du wirst ihre
$ Aber es kamen auch wiederum Tage, wo er an Allem verzweifelte und sein Herz ihm vor Gram zu erbringen drohte. Dann schloß er sich tn fernem Zimmer ein, und wenn Tausende auf ihn gewartet hatten, er wäre nicht hervorgekommen.
Ein solcher Tag war auch der heutige.
Heute war eö gerade ein Jahr, als er zu Charlotte zum ersten und letzten Male von seiner Liebe sprach, und er begriff nicht, Vie Alles nur o hatte fommefi können. Wie ganz anders hätte sich sein Schicksal gestaltet, wenn er fte behalten hätte. Wie viel freundlicher wurde letzt fune staubige Actenstude ausgesehen haben, wenn ein liebendes und geliebtes Weib darin geschaltet hatte. Vor Giuseppe auf dem Tische lag ein kleines in Gold gebundenes Buch und ein paar trockene Blumen, die einzigen lebenden Erinnerungszeichen, die ihm von Charlotte geblieben. Die Blumen hatten einst ihr welches, goldiges Haar geschmückt, und er sah noch die zitternden kleinen Hande, wie sie sich eisrig be- mühten, um auf seinen Wunsch die Blüthen herauözuztehen. Und cann hatte sie ihm dieselben mit jenem Lächeln hingegeben, was nur ihre rosigen Lippen umspielen konnte, und ihm dabei gesagt, daß sie ihm noch viel, viel mehr schenken würde, wenn sie diese nur hätte.
9 Giuseppe Vere ließ seinen Kopf tiefer auf die Brust herabsinken, und Seufzer auf Seufzer entrang sich seinen Lippen. Da war es ihm plötzlich, als wenn die Thür sich leise öffnete, aber es war unmöglich - er hatte ste ^^^eise"'fast unhörbar, glitt eine Frauengestalt über den weichen Teppich des Gemaches. Das bleiche, liebliche Gesicht strahlte vor Erregung und Entzücken, als sie Giuseppe so in Gedanken versunken dasitzen sah; aber ein köstliches Lächelo schwebte um ihre Lippen, als sie die Blumen gewahrte, welche er mit leidenschaftlicher Innigkeit an seine Lippen preßte. .
„Giuseppe!" jauchte sie, und zugleich legten sich zwei welche volle Arme um seine Nacken unv zwei rosigen Lippen suchten die feinigen.
Charlotte!" rief er, sie wieder und wiever an sich pressend, als wolle er sich überzeugen, daß kein Lustgebllv seiner aufgeregten Phantasie ihn tausche. „O, bleibe bei mir, ich will Deine Liebe mit der Kunst —"
„Still, Geliebter," flüsterte sie, „nimm Dein Wort nicht zuruck. Ich entsage der Kunst für immer unv wähle Dich."
Charlotte Hafer hat es nie bereut, was sie gethan, niemals tauchte wieder der Wunsch in ihr auf, das Opernhaus zu betreten.
Wie em Lauffeucr verbreitete sich die Nachricht: Signora ^rlattejei zuruckgekehrt; aber eben so schnell erfuhr man, daß sie memais du BuyM wte- der betreten wolle, und achselzuckend sprach man sich ub-r die Laune der Künstlerin aus, die unter ihren zahlreichen Bewerbern den einfachen Gtufeppe Wre
Es war em herrlicher Sommermorgen, als Giuseppe Vere Charlotte Häser zum Traualtar führte. Die Sonne lachte so hell und freundlich vom wol en- losen Himmel herab, als freue sie sich über Vie glückliche Braut in ihrem weißen


