Ausgabe 
30.4.1870
 
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TerVorstand

Aeilage zu Ar. 51 des chiesiener Anzeigers.

Vermischte Anzeigen.

Aiiterrichls-Anxeige für Dsincn.

1914) Mehrseitigen Wünschen entsprechend, eröffnet Unterzeichnete wieder einen Lehrcursus im

Anmessen, Zuschneiden und Anfertigen von Damenkleidern.

Nach ihrer anerkannt bewährten Methode wird jede Theilnehmerin innerhalb 4 Wochen in den Stand gesetzt, jedes beliebige Kleidungsstück auf's Beste selbstständig anzufertigen. Gefällige Anmeldungen nehme täglich in meiner Wohnung am Linden- platz entgegen._____________________________ Frau Rosa Rothen berget'.

325) F ü r bTe

Vaterländische Feuer - Versrcherumzs - Actien- Geselllchaft zu Elberfeld

vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr zu billigen und festen Prämien.

F- Hoffmann.

_____________________________________________________Firma: Ga r l H o f f m a n n- Keschäfts-Lmpfehümg.

1919) Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum hierdurch die erge- benfte Anzeige, daß ich mich dahier als Schuhmacher etablirt habe-

Indem ich daher für geschmackvolle und dauerhafte Arbeit stets Sorge tragen werde und jederzeit prompt und reell zu bedienen verspreche, bitte ich um recht zahlreichen geneigten Zuspruch. Georg Appel,

wohnhaft bei Herrn Bäcker Ranstadt in der Neustadt-

frifcfjßäcfter zu Hießen.

Sonntag den 1. Mat. Heinrich Kuhn auf dem Kreuz. Ludwig Schneider in der Neustadt. Wilhelm Löber an der Brandgasse.

Kirchliche Anzeigen.

Evangelische Hemeinde zu Hießen.

Gottesdienst.

Am 1. Mai.

Morgens: Pfarrer Dr. Seel.

Nachmittags: Pfarrer Landmann.

(Der Vormittags-Gottesdienst beginnt wieder um 9 Uhr.)

Getaufte.

Den 2 4. April. Eine uneheliche Tochter von auswärts, Klara Friederike, geboren den 4. April.

Den 28. April. Dem Bürger und Bier­brauer, Christian Lony, ein Sohn, Christian Friedrich Georg, geboren den 24. März.

Beerdigte.

Den 13. April. Ein unehelicher Sohn von hier, Christian, alt 2 M. 5 T., aestorben den 11. April. '

Den 2 4. April.' Johannes Weber aus Rodenroth bei Herborn, alt 58 I., gestorben den 22. April.

Den 2 5. April. Friedrich Theodor Her­mann Bourgeois, des hiesigen Bürgers und Buchbinders, Heinrich Bourgeois, ehelicher Sohn, alt 11 M. 19 T., gestorben den 24. April.

Den 2 6. April. Ludwig Geißler, des ver­storbenen Ortsbürgers und Gastwirths zum Adler in Lollar, Heinrich Geißler, ehelicher Sohn, alt 59 I. 11 M. 27 T-, gestorben den 25. April.

Den 2 7. April. Marie Sophie Karoline Daudt, des verstorbenen Großherzoglichen Kir­chenraths und evangelischen Pfarrers zu Groß- Bieberau , Johann Christoph Daudt, eheliche Tochter, alt 71 I. 5 M. 18 T., gestorben den 24. April.

Denselben. August Trankler, Schlosserge­selle aus Hroß-Schönau in Sachsen, alt 33 I., gestorben den 13. April.

Den 2 9. April. Elisabeths Klinke!, ge- borne Weidmann, des hiesigen Bürgers und Küfermeisters, Johann Ludwig Klinkel, Ehefrau, alt 65 I. 7 M. 29 T., gestorben den 26. April.

Denselben. Johann Balthaser Peppler, Bürger und gewesener Verwalter an dem akade­mischen Hospitale dahier, alt 69 I. 5 M. 15 T., gestorben den 27. April.

Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel.

Feuilleton.

In der Verbannung.

Historisches Zeit- und Sittengemälde aus dem 18. Jahrhundert von Eduard Gottwald.

(Fortsetzung.)

Dies entschied. Ludwig XV. zitterte bei dem Gedanken an Tod und Derdamrnniß. Die beiden Schwestern mußten nun augenblicklich das Haus des Königs verlassen und eilten, vom Hohngelächter ter Dienerschaft verfolgt, in die königlichen Stalle. Aber kein Kutscher wollte sie fahren, bis endlich ein Herr von Belle-Isle sich ihrer aus Mitleid annahm und sie mit zwei ihrer Damen in einen Wagen brachte, der, so schnell als die Pferde laufen konnten, aus Metz fuhr, von Schmähungen und Verwünschungen der Bevölkerung verfolgt. Nur auf Umwegen konnten die Flüchtigen weiter gelangen, überall von den Lavdleuten mit Spott und Hohn überhäuft. Wo nur der Wagen sich sehen ließ, waren die Herzogin von Chateauroux nebst der Herzogin von Lauraguaiö, z. B. als man sie in La Fretv sous Jouarre erkannt, beinahe ein Opfer des Pöbels geworden, wenn nicht noch der Besitzer eines Landhauses sie mehrere Tage versteckt gehalten hätte, von wo aus Beide verkleidet nach ihrem Landgut Duvernay gelangten.

Unterdessen hatte sich der Zustand des Königs fortwährend verschlimmert, die Höflinge begannen sich zurück zu ziehen, eine moralische Erscheinung, weit untrüglicher, als eine physische, daß das nahe Ende des Kranken unzweifelhaft sei. Am 15. August um 6 Uhr Morgens wurden die Prinzen gerufen, um den Sterbegebeten beizuwohnen und der Todeskampf Ludwig XV. schien zu beginnen. Der Herzog von Argenson ließ die Papiere einpacken, der Herzog von Chartres seinen Reisewagen anspannen, um sich zur Rheinarmee zu begeben, und der Herzog von Chatillon benachrichtigte den spanischen Hof von diesem traurigen Ende Ludwigs und von der Flucht der Maitressen, über deren Sturz ganz Frankreich jubele. Die Aerzte zogen sich zurück und der König wurde den Händen der Quacksalber überlassen.

Unter diesen befand sich ein sogenannter Wunderdoctor jener Zeit, dessen Name unbekannt geblieben, welcher den König eine so starke Doses Brechwein- stein einnehmen ließ, daß man jeden Augenblick befürchtete, der König würde während des heftigen Erbrechens den Geist aufgeben; allein der König genas, und als wenige Stunden nachher auch Doctor Dumoulin von Paris eintraf, nach welchem der König vergebens verlangt, erklärte derselbe den Monarchen für gerettet.

Die Königin, welche bei der Nachricht von Ludwigs Erkrankung Tag und Nacht mit ihrem Hofstaate für die Genesung des Mannes gebetet, welcher ihr Leben vergiftet, kam nach erlangter Erlaubniß in Metz an, als ihr Gemahl wieder auf dem Wege der Besserung war.

Bei dem Anblicke der Königin, welche weinend am Lager des Kranken auf ihre Kniee sank, rief der König gerührt, sie in feine Arme ziehend, aus:

O, Madame, verzeihen Sie die Aergerniß, die ich Ihnen gegeben, ver­zeihen Sie mir, der ich Ihnen so viel Kummer und Schmerz bereitet."

Marie Lescinska zerfloß in Thränen, war nicht vermögend zu antworten und hielt den König lange und innig umschlungen, worauf Pater Peruffeau kommen mußte, um sich von dieser ehelichen Aussöhnung zu überzeugen.

Im Monat September war der Kranke vollkommen hergestellt, und der Herzog von Richelieu, welcher sich während der Katastrophe fern gehalten, durfte sich wiederum dem Könige nähern, und hatte öfterer und, lange geheime Be­sprechungen mit dem Monarchen, welcher, nachdem er jetzt genesen, auch wieder Sehnsucht nach der fortgejagten Maitresse hatte. Die Königin sah die frühere Gleichgültigkeit des Königs wiederkehren, und als sie am Tage vor der Abreise des Königs nach Straßburg zu ihrem Gemahl sagte:

Sire, ich würde mich glücklich fühlen, wenn ich Sie begleiten dürfte," entgegnete derselbe kalt:

Es ist nicht nöthig, Madame!"

Tief betrübt reiste die unglückliche Frau nach Luneville, der König aber folgte der Armee, doch fing ihm das Leben im Lager an überdrüssig zu werden, und da der Vertraute der Herzogin, der Herzog von Richelieu, nicht verfehlte, das Bild der in tiefer Betrübniß auf ihrem Landgute weilenden Maitresse in dem verführerischsten Lichte vor seine Blicke zu bringen, und Ludwig selbst wie- der nach derselben heftiger als je verlangte, so überließ er, als Freiburg den

1- November kapitulirt hatte, seinen Generalen, die Citadelle zu besetzen, und reiste am 8. November ab, um an der Spitze seiner HauStruppen in Paris seinen Einzug als Sieger zu halten.

Ganz Frankreich hatte an der Krankheit des Königs den innigsten An- theil genommen; die Nachricht von der Todesgefahr, in welcher er schwebte wirkte beunruhigend auf alle Gemüther, und wenn er auch der Bevölkerung von Paris nicht besonders gewogen war, so war der König doch nicht unbeliebt. Fleury, welcher stets gespart, war noch nicht so lange todt, und die verderblichen Folgen der Hofintriguen und der Maitressenwi-Lthschaft noch nicht so allgemein in die Angen fallend; man btltaQit die Verblendung des Königs, aber man verwünschte ihn noch nicht. Sein Aeußeres und Ludwig XV. galt für den schönsten Mann Frankreichs war einnehmend, er selbst huldvoll gegen den Niedrigsten seines Volkes; Tausende hatten ihn auf der Reise zur Armee gese­hen und mit Jubel begrüßt. Daher das laute Wehklagen bei der Gefahr, ihn zu verlieren. In der Hauptstadt waren Tag und Nacht die Kirchen mit Men­schen angefüllt, um für die Erhaltung Ludwigs XV. zu bitten, und als die Nachricht von der Genesung des Königs anlangte, glich ganz Paris einem Toll- Haufe. Der erste Courier, welcher die Nachricht von der glücklichen Wendung der Krankheit brachte, durch welche der König nach wenigen Tagen sich auf dem Wege der Genesung fühlte, wurde vom Volke umringt, vom Pferde geho- ben und im Triumph auf6 Stadthaus geführt, und Leute, die einander nie gesehen, umarmten sich auf den Straßen unter dem freudigsten Ausrufe: Der König ist gerettet!

Damals war es, als Ludwig XV. den schonen Namendes Vielgeliebten" erhielt, einen Namen, den er nie verdient, da er die rührenden Beweise der Liebe seines Volkes gleichgültig hinnahm, ohne sich nur im mindesten dadurch zu einem bessern Lebenswandel angeregt zu fühlen.

Sein Einzug in Paris glich einem Triumph, den die Freude, welche aus dem ihm zujauchzenden Volke sprach, eben so herzlich gestaltete, als er glän­zend und majestätisch durch die Pracht war, mit welcher sich der König umge- ben hatte, dessen Herz kalt blieb bei all den Beweisen der Volksliebe, ihm schwebte nicht das Bild seiner ihn trotz aller erlittenen Schmach noch immer heiß und innig liebenden Gemahlin vor, sondern das der Herzogin von Cha- teauroux, der vorn Volke und der Armee verachteten Maitresse, und seine erste Handlung war, daß er derselben Befehl ertheilen ließ, wieder bei Hofe zu erscheinen und ihre Stelle als Oberhofmeisterin der Dauphine einzunehmen.

Die Maitresse aber, welche durch Richelieu wußte, wie heftig der König nach ihr verlange, forderte erst Bestrafung aller Derer, welche sie in Metz beschimpft und denen sie auf ihrer Flucht Rache geschworen.

Zu diesen gehörte der Herzog von Chatillon, die Herzöge von Bouillon, Rochefaucoult und Valleroy, der Bischof von Soiffons, der Pater P^russeau und viele Andere.

Alle diese in Ungnade Gefallenen wurden auf ihre Güter verbannt; Mau- repaö aber, dessen Entfernung die Herzogin ebenfalls forderte, blieb, weil er dem Könige unentbehrlich war, mußte indeß, als ärgster Feind der Herzogin, im Namen Ludwigs XV. diese und ihre Schwester, die Herzogin von Laura- guaiS, förmlich einladen, wieder am Hofe zu erscheinen und um deren Ver­gebung bitten.

Die Maitresse empfing'den Premierminister Frankreichs noch im Bette lie- gend, aber mit all dem Stolze, welchen die wiedererlangte Herrschaft über den König in ihr erweckt hatte, und versprach, nachdem sie seine Bitte um Derzei- hung höhnisch und kalt angehört, in den nächsten Tagen bet Hofe zu erscheinen.

Die Herzogin aber sollte ihres neuen Triumphes sich nicht erfreuen und tbr Versprechen, wieder an den Hof zu kommen, nicht halten können. Ein bösartiges Fieber warf sie aufs.Krankenlager und nach wenigen Tagen ver­schied sie unter den fürchterlichsten Schmerzen in den Armen der von ihr ver­stoßenen Schwester, Frau von Mailly, am 8. Dccember 1747, 27 Jahre alt. Sie hatte während ihrer Schmerzen den Minister Maurepas der Vergiftung beschuldigt, allein die Section zeigte keine Spur derselben. Den König aber erschütterte dieser plötzliche Tod der von ihm angebeteten Geliebten so heftig, daß er sich mit den vertrautesten Freundinnen derselben in Trianon drei Tage lang einschloß und selbst der Königin nicht gestattete, ihn zu besuchen.

(Fortsetzung folgt.)