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Gießener Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Ausnahme MontagS.
Expedition: Canzleibera Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.
Nr. 166, Dienstag den 29. November » _
Amtlicher T h e i l.
zum Stecken für kommendes Früh-
5lr. 48 des Bundes-Gefetzblatles des Norddeutschen Bundes, ausaeaeben ru Berlin nm 18 g>onpmh„r ia?n „nt(,xu.
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___________ 0r. G o l d m a n n.
Generalversammlung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberbessen
Die Generalversammlung des landw!rthschaftiichen Vereins von Oberhessen soll
JU roaomeea^broir^btoa'ft3*ßi **« Gasthaus zum Stern
fahr zu »erwenbenber? Äartoffehurt°^eI'^^rnbte' m5bcf°nberc btc Berwerthung der faulen Kartoffeln und die Behanolung der zum Stecken für kommendes Früh- 4Z unserer Hausthiere am en^aiT Sttll^d^selbe^^nzutr^ Brennereien rathsam sei oder aber, welcher Ersatz für die Rütte;
5Z B^s ^^"bwirthschaftliche ^terrich?s" Vereine in erste Linie zu stellen und 5) Besprechungen über die Maßregeln, welche zur Verhütung der Weiteroerbreituna her WnS !J» ? «ß ?• Vereinsmltteln zu unterstützen sei?
Ortes snr Abhaltung ber nächstjährigen Gen-ralv-rsammlung! 1871~1873 ,ncL
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____ Otto, Graf zu Solms-Laubach. 9 '
28. November.
Der Reichstag de« Norddeutschen Bundes ist also zu einer aubcr°rd-ntli»en ausweichende« Vermeiden einer Schlacht, seine
S-sston zusammengetreten, um hoffentlich vom nächsten Jahre ab einem deutschen ibrer lldn mentschlösse. — Wahrend so die Armee der Loire von
Reichstag den Platz zu raum.n. Schon bei der Berathung der -!genwL.i° n ® nirfl| h", , T* ®n,fa8'e "°" 4 -bg-dräng. ist, bleibt
Bundesverfaffang im constituirenden Reichstage von 1867 war wohVdie Ansicht dann ^ne^ Due»brn^'°' "a?TCm ®,t9 »°n Orleans gefaßten Entschluß, erst ziemlich allgemein verbreitet, daß nicht allzuvielc Jahre darüber »ergehen würden nern bbrt fl w,nn et t,e Kanonen der Loirearmee don-
b>« Art. 79, welcher den Eintritt der süddeutschen Staaten in d«i Bund offen t-ail-ben " 8 c“rfl“4 entnommen werden, wie glänzend die stra-
rrhirti „tim,.. Mi_____....... ... .. , w "öun0 °ff'N >'S>!chen Bewegungen von dem kön a irben Sauvtauatie. c.t«
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teglschen Bewegungen von dem königlichen Hauptquatier aus geleitet sein müssen, um lene so weit gediehene Hoffnung der cernirten Hauptstadt in wenigen Tagen so gründlich zu vernichten.
Nachdem von offieiöser Seite in letzter Zeit die günstigsten Berichte über den Stand der Unterhandlungen bezüglich der deutschen Frage mit Würtemberg verbrettet waren, mußte es sehr auffallen, daß die Prafldialrede, mit welcher Herr Delbrück am Donnerstag den Reichstag eröffnete, sich bezüglich dieser Verhandlungen so ungemein reservirt und vorsichtig ausläßt. Mit Bezug hierauf geht
Bert. Ztg. die Mittheilung zu, daß eine Verständigung dem Wesen nach bereits m,t würtemberg erzielt sei, und nur noch der formelle Act der Unterzeichnung fehle. Für eine so wichtige Kundgebung, wie die Eröffnungsrede glaubte man sich daher einer so vorsichtigen Form bedienen zu müssen. Mehr Befriedigung als dieser Passus der Präsivialrede hat jene Stelle derselben hervorgerufen, in welcher von den Garantien, welche wir von Frankreich verlangen, gesprochen wird. Frankreich und mit ihm ganz Europa erfährt hierdurch, daß die deutsche Politik einen Standpunkt eingenommen hat, von welchem sie nicht mehr zurücktreten will, noch kann. Die Zuversicht, mit welcher die betreffende Erklärung abgegeben wird, läßt erkennen, daß die verbündeten Regierungen eine ernstliche Einmischung ves neutralen Auslandes zu Gunsten Frankreich- nicht erwarten oder wenigstens nicht furchten.
Wie es sich feit Beginn des Feldzuges herausstellte, baß die Nachrichten vom Kriegsschauplatz immer am spärlichsten in den Tagen ringingen, an welchen eine große entscheidende Operation sich vorbeitete, so ist e- auch heute nicht möglich, der auf'- Höchste gespannten Erwartung irgend etwa- Neue- über die Vorgänge an der Loire mitzutheilen. Eins nur läßt sich mit Gewißheit behaupten, daß der Kreis sich dichter und dichter um die feindliche Armee zieht, die deutscher- seit- nicht unterschätzt wird, und daß der Kampf, der zu den ernstesten de- ganzen Feldzuges zählen wird, nicht mehr lange auf sich warten lassen kann, wenn
Man schreibt der Zeidl. Eorr. au- London: „Die letzte französische Anleihe ist dem Londoner Hause Morgan auf Grund eine- von Herrn Laurier, dem Privat- Secretär Gambetta's, mit diesem Hause getroffenen Uebereinkommens zu 70 pEt. überlassen und von diesem Hause demnächst zu 85 pEt. an die Börse gebracht e o* gedachte Hous und seine französischen Freunde haben also an jedem Stucke 15 L.-St. verdient. Vorher hatte Herr Laurier mit dem Herrn W. R. Roebuck zu London in Betreff der Placirung de- Anlehens bereits ein für Frankreich well günstigeres Übereinkommen geschloffen; es scheint aber, daß dieser letztere nicht geneigt war, auf gewisse Nebenbedingungen einzugehen, worauf Herr Laurier sich an das Bankhaus Morgan wandte. Unglücklicher Weise war aber das Abkommen mit Roebuck bereit- perfect geworden, und dieser beabsichtigt nun, gegen bas Haus Morgan bei den Londoner Gerichtshöfen eine Entschäbigungsklage einzureichen. Wir sehen daher einem gründlichen Scandalprocesse entgegen, r- sei denn, baß die Betheiligtcn sich entschließen, sich vorher mit Herrn Roebuck abzufinden."
Der Abg. Schweitzer erklärt, daß er und seine Genossen im Reichstage gegen den Ereblt zur Fortsetzung de- Kriege- stimmen werden, weil ber Krieg o^LnU? CIq. "Eroberungskrieg" sei. Die Social-Demokraten der Fraktion Bebel- Lrebknecht stimmten schon gegen die erste Kriegs-Anleihe.
Wenn in Frankreich etwa« pafsiren sollte, wa« mit dem bethlehemttischen Kinde-mord eine gewisse Aehnlichkeit hat, so wird da- nicht Wunder nehmen vurfen. Unter allen Schanbthatcn, welche die „Prussten-" in Frankreich verübt haben, ist die allerscheußlichste erst jetzt zu Tage gekommen. Diese Barbaren
"v'elt, sich erfüllte; Niemand aber konnte ahnen, daß diese Erfüllung so nahe bevorstehen wurde. Nur der von Frankreich an Preußen erklärte und von Deutsch- land aufgenommene Krieg hat uns so rasch über die Schwierigkeiten und Der- Wicklungen hinweggeholfen. Die durch den Krieg gewonnene politische Einheit Deutschland- ist die edelste Frucht der zahlreichen gebrachten Opfer. Die Un- mogllchkelt, daß fremde Mächte künftig wieder auf den Zwiespalt der deutschen Regierungen rechnen, dürfen wir wohl zugleich als eine unschätzbare neue Bürgschaft der Dauer de- in Deutschland wie in ganz Europa allgemein ersehnten gesunden Frieden- betrachten. Der Reichstag wird die zur Erreichung eines gesicherten Frieden- noch ferner erforderlichen Mittel ohne allen Zweifel mit patriotischer Hingebung bewilligen. Eine reichliche und liberale Verwendung derselben, insbesondere zur genügenden Ausrüstung und Verpflegung der im Felde aktiven Truppen nicht nur, sondern auch zur Linderung der Lage jener zahlreichen Wittwen und Waisen, deren Ernährer den schönen Heldentod fürs Vaterland gestorben, liegt durchaus im Willen der dankbaren Nation und ihrer Vertreter. Was dann weiter die nothwendig gewordenen Abänderungen der bisherigen norddeutschen Bundesverfassung angeht, so ist jedenfalls der Gedanke ein ganz müßiger, auf dem Wege einer Eonstituante zu einer neuen deutschen Verfassung zu gelangen. „Für diesen Gedanken erwärmen sich", wie die B. A. C. ganz richtig sagt, „mit redlichem Eifer nur diejenigen, welche überhaupt auf politische Diskussionen mehr Werth zu legen pflegen, als auf politische Erfolge, denen eine glänzende Rede ober eine scharfe Resolution schwerer wiegt al- ein nicht ganz correct bem Partei- Programm gemäß abgcfaßter Verfaffung-artikel ober ein au- einem Eompromiß hervorgegangenes Gesetz. Für Die Constituante tragen aber außerdem alle diejenigen eine verdächtige Vorliebe zur Schau, welche von der Annahme ausgehen, daß die Beauftragung einer solchen Versammlung mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung da- sicherste Mittel wäre, um da- Zustandekommen irgend welcher Verfassung überhaupt zu verhindern; in Süvdeutschland verlangen nur die Feinde de- nationalen Einigungswerkes nach einer Constituante, während alle nationalen Elemente der Einigung Deutschlands auf dem Boden ber gegenwärtigen nord- deutschen Bundesverfassung unter den entsprechenden Modifikationen derselben den Dorzug geben." lieber diese Modifikationen zu berathen und zu beschließen wird die Hauptaufgabe de- Reichstag- in der gegenwärtigen außerordentlichen Session sein.


