Einzelbild herunterladen

anschließenden Walle gebildet, dessen Derthkidigung-säb'gkeit ein v?r seiner Front fliekendcr Bach noch erhöht. Unter Vauban belaß Verdun zehn Bastion- und fünf Rwelms; dieser zog Vie alte Eitadelle in diese Befestigungen hinein und fügte die neue Eitadelle mit fünf Bastion- den früheren Werken hinzu. Die Stadt, welche etwa 13.000 Einwohner zählt, ist Hauvtort de- Arrondissements und Sitz eines Bischofs, sowie vieler Militär- und Civilbehördcn; sie besitzt be­trächtliche Brauereien, Färbereien, Oelfabriken und hat lebhaften Handel in Wollen vaaren, Dragees und L-queuren, von denen jährlich etwa 70,000 Kilo-, bezüglich 15,000 Hektoliters ausgeführt werden. An Baulichkeiten sind außer der Eitadelle, den zehn Bastion- und vier Thoren, die aus dem elften Jahrhundert stammende Kathkdrale, das Seminar, der Palast de- Bischofs, da-Museum für Alterthümer und da- Rathhaus nennenswcrth. Die beiden Flußufer sind durch eine massive Brücke verbunden, welche von der Eitadelle unmittelbar vertheidigt werden kann. _________________

Ufer und wird aus einem, auf einer «nvuyt h111»11 o*"' «-oy n e

Fünfeck in Bauban« Manier, und einem diesem sich unterhalb bis an die Maas rungcn zwischen Metz und EourcelleS herzustillen.

Kriegsnachrichten.

Dcr Königin Augusts.

Homburg.

Versailles, 27. Oct. Diesen Morgen hat Armee Da- zaine'S und Festung Metz capitulirt. 1804)00 Wann ®e- fangene incl. 20,000 Blesfirte und Kranke. Heute Nach- mittag wird Armee und Garnison Gewehr strecken. DleS eines der wichtigsten Ereignisse in diesem Monat. Dank der Vorsehung! Wilhelm.

Seil Otm Ausfall, welcheu die Besatzung ton Pari« am 21. vom Mont. Valerien au« mit starkem Geschützseuer bei la Malmaison machte, Welcher, wie sich au« specirllen Berichten nach und nach herausstellt, l>er Brücke von Bougival gegolten hatte, ist ce vor Paris bisher ju ernsteren Actionen, wie e« scheint, nicht gekommen, unb e« must al« besonder« ausfallend betrachtet werden, daß ein sraniosischer Siegcebericht, wie in der amtlichen Depesche vom 22. vcrmuthet wurde, über di- Affaire nicht erschienen ist. Daß General Trochu damit still, schweigend zugiebt, keinen Zoll an Terrain und nicht den geringsten anderen Bor. iheil trotz Aufwendung ungewöhnlicher Kräfte am 21. errungen zu haben, muß beinahe als eine Umk.hr zum Besseren angesehen werden. Was man über den Beginn der Beschießung von den verschiedensten Seiten hört, ist im Allgemeinen so widersprechend, daß man kaum mehr im Stande ist, sich ein Urtheil darüber zu bilden, ob es Umstände militärischer oder politischer Natur sind, welche einen abermaligen Aufschub derselben nothwendig gemacht haben.

Vor Metz, 22. October. Fordauernd nasse Witterung. Im Lager in den letzten Tagen Alles still. Nur die Aussagen der fortdauernd eintreffenden Über­läufer sind in so fern von Interesse, als sie ohne Ausnahme Zeugniß von dem > in Metz vor sich gehenden Auflösungsproceß adligen. Eine Anzahl dieser Ueber- läufer, welche ich heute Mittag persönlich gesehen habe, erzählen, es sei ihnen . gestern durch Parolebefeh! mitgetheilt, daß Friede sei. Nur die Garde wolle

, sich noch nicht ergeben und würde noch einmal einen Kamps aufnehmcn. Gestern . eingefangene Franzosen brachten die Nachricht, daß die Stadt sich ergeben wolle, die Eommandanten der Forts aber protestirten. Ob und inwieweit die Nachrichten der Uebcrläufer im Einzelnen wahr sind, läßt sich natürlich nicht naher cststellen. Die übereinstimmend gleichartigen Aussagen in Betreff der Hauptpuncte bestätigen aber immer von Neuem, daß die Uebergabe des Platzes als nahe bevorstehend anzusehen ist. Von unserem Obercommando ist der Befehl erneuert worden, Uebcrläufer nur vereinzelt anzunehmen, um Nachrichten zu erhalten, dieselben aber zurückzuweisen, sobald sie sich in größeren Trupps melden. Es ist tn Folge dessen u. A. eine ganze Eompagnie, welche sich heute Morgen bei unseren Vor­posten meldete, zurückgewiesen worden. (Wes. Ztg.)

AttS dem Oberelsaff, 22. Oct. Der in Mühlhausen erscheinende ,,Ju- dustr. Alsacien" vom 22. d. bringt u. A. folgende Mittheilungen:Preußische Plänkler wurden in der Umgegend von Dijon und Auxerre bemerkt; eine deutsche Armee von 60,000 Mann rückt in Eilmärschen auf die zweite Haupt­stadt Frankreichs (Lyon) los. Seit gestern ist die Eisenbahnverbindung mit Lyon unterbrochen. Es ist jedoch schwer zu glauben, daß die preußische Armee feste Plätze wie Belfort und Besan^on uneingenommen in ihrem Nucken ließe. Colm ar. Unsere Stadt ist abermals von 4000 Mann Preußen, Infanterie, Artillerie und Eavallerie, besetzt. Sie machen wieder Requisitiviien, die öffent­liche Ordnung ist aber ungestört. Es heißt, daß Colmar zum Sitz der neuen oberrheinischen Negierung bestimmt sei. (Colmar war bisher Hauptort des Departements und Sitz des Präfecten. Alle öffentlichen Dienstzweige sind von ihnen in Besitz genommen. Von hier aus unternehmen die Preußen neuer­dings Strcifzüae in die Umgebung unserer Stadt, wobei sic Artillerie nnt- führen. Die Orte Münster, Türckheim, Egisheim, Hussein, Jngcrsheim, Orbay wurden nacheinander von ihnen besucht. Alle Verbindnugen mit den Nachbar­städten und Dörfern sind unterbrochen."

TonrS, 26. Dctbr. Da« amtlich- Organ veröffentlicht ein Deere!, durch welche« Sinne, -bemal« Maire von Pari«, zum Dirtclot für Ne öffentliche Sicher- ijtit ernannt wird. Ein weitere« Dekret gibt den MiUtärcvmmissionen der Depar­tement« die Vollmacht, Pferde und ander- Thi-re, sowie Borräthe von Nahrung«. Mitteln, Wagen re. fortschaffen, wenn nötdig, vernichten zu taffen. Den An­wohnern werden für da« von chnen h-rg-gebene Eigenthum EmpfanaSb-schclni- gungen ertheilt. Der KricgSminister wirb ermächtigt, den Eisenbahnbetrieb, wo c« durch militärische Bedürfnisse geboten erscheint, zu suspendiren.

Tours, 26. Oct. E n Dekret dcr Regierung tdeilt Algerien IN dre, De­partement« ein, unter der Verwaltung von Präfecten unb der Oberleitung cme Cwilgouverneur« Jede« Departement wählt drei Deputirtc. Didier ist zuw Gouverneur, Lallemand zum Obercommandantcn der Streitkräfte zu Wasser UN Land in Algerien ernannt. Di- Israeliten sind zu französischen Burgern erklärt worden. Eme Depesche de« Minister« an die Präfecten und Sou-prasccten weist i dieselben an, die Maire« auszufordern, dem Feinde Widerstand zu lechen. Die i Städte und Gemeinden, welche sich widerstand«lo« ergeben, werden imAiontteur

Fried,n«schiuffe geltend gemacht werben sollen, gehört auch Ne Entschädigung sur i die gekaperten Schiffe. E« versteht sich von selbst, daß Frankreich den sollen Werth der Schiffe, welche durch seine Fiolte genommen sind, ersetzen muß. Aber damit ist man in den Seestädten, mit Ausnahme von Königsberg, nicht zusrie- I den. Man -erlangt dort, daß Frankreich auch den Schaden ersetz-, welchen d>e Rbederei durch di- Blokad- im Sp-ci-ll-n unb durch Die g-siort- Schifffahrt im Allg-m-in-n -rlitt-n hat. Man ha. schon »ersucht, Rechnungen darüber-u zu- stellen, wie viel jedes einzelne Schiff täglich verdienen kann, und wahrscheinlich werden in der nächsten Zeit Conferenzm von Männern au« den Seestädten statt- finden um sich über die Art und Weise zu verständigen, wie man Viesen Schaden berechnen und wie man seine Ansprüche geltend machen soll. Wir meinen, die Hren können sich btese Mühe ersparen, denn wir glauben nicht, daß sich uiscre Reaierung dazu hergeben wirb, bei bem Friebensschluß biese Ansprüche zu ver­treten. Mit tcmsilbin Rechic nämlich, wie diese Herren au« den Seesiaetcn den durch Vie GeschäftSstockung verloren gegangenen Gewinn ersetzt haben wollen, mit demselben Rech,- können auch alle Kaufleute und Fabrikanten au« Deutscoland tne Schabenrechnung e-nreichcn. Ja, nicht nur diese üiasse von Burgern, son­dern ein Jeder, dcr Künstler und der Wclehrie, der stactische Grundbesitzer und der Gutsbesitzer, sie Alle haben Schaden erlitten durch den Krieg, und sie Alle haben ein Recht wie die Rheder, von dem bcsiegien Feinde Schadenersatz zu ver- lanacn Da bi« jetzt von diesen noch nicht ein Einziger seine Ansprüche gellend aemachi hat, so muß doch die Rechtmäßigkeit solcher Forderungen sehr zweisel- daitcr Natur sein, und sie sieht auch im Widerspruche mii einem allen °ncr- Ivnnien R,cht«grundsatze, nach welchem entgangener Gewinn nicht eingellagt werden kann. Aber ganz abgesehen davon, so kann man doch nicht eine einzelne Elaste im Staate aus solche Weise bevorzugen, wie e« hier die Rheder verlangen, und andererseits würde ein- Geltendmachung dieser Forderung von Sitten summ', licher Staat«angehörigen, besonder«, wenn sie in gleicher Weise geichehen sollte, wie die Proben der Schadcnrechnung der Seestädie zeigen, die Kriegekostcnrcchnung 1U einer Hohe anschwellen lassen, baß man c« den Franzosen gar nicht -erdenken könnte, wenn sie Vorzügen, lieber im Kampfe ganz vernichtet zu werden, al« voll­ständig verarmt au« demselben hervorzugehen."

Das Siöcle Will von allen Diplomatenschritten und von allen Hoffnungen aus den Beistand dcr Neutralen nicht« wissen:Haben wir un« lange genug >n Träumen gewiegt?" fragt c«, werden wir un« endlich entschließen, un« selbst zu helfen und un« nicht auf da« Ausland zu verlassen .... Jede Revolution hat eine Idee: die von 70 war ein Anfall von Zorn gegen den Flüchtling von Sedan und gegen den frechen Eroberer. De, Krieg, der Krieg auf« Messer ist jetzt Der LebenSgiist unserer Republik und die schicksalsvolle, doch glorreiche Nolhwenvigkeit derselben. Schon hat unsere Lage sich gebessert: Paris hat den Belagerer ge­schlagen, Vie Nordarmee ist in der Bildung begriffen, die Loirearmee numerisch dcr von dcr Sann« Überlegen, e« ist da« Morgenroih gewaltiger Thaten. Ein glorreicher Friede ist der einzig mögliche, diesen Frieden werden wir erobern und Deutschland wird in Kurzem e« bereuen, daß c» die lopale Hand nicht angenom­men, die wir ihm entgcgenhiilten." Da« Siöcle hat vorher entwich,tt, daß Bi«- marck sich geweigert hahe, auf Elsaß und Lothringen von vornherein zu verzichten unt> auch die neue Verproviantirung von Paris und Metz nicht zugeben wolle. Das Sivcle findet diese Anmaßung Bismarck'- unerhört.

Die Eorrespondance de Tours meldet:Herr Mothe, Maire des 11. Arron­dissement- von Paris, hat die Crucifixe aus den Gcmeinvcschulen fortnchmen lassen unv den Religionsunterricht in feinem Arrondissement unterdrückt."

Folgender Brief wurde unter den Papieren und Quittungen der kai­serlichen Chat ul le gcfuubcu :

Palmboeuf, den 16. Juni 1870. Sire! Im Jahre 1867 war ich in Philadelphia in einer Gesellschaft, wo man Sie beleidigte; ich that meine Pflicht, unb da ich Frankreich und Den, welcher es regierte, respectirt sehen wollte übergab ich, Sire, an Michel Bonvier, welcher vorgab, Ihr Gläubiger zu sein, die Summe von 1800 Franken für eine Möbellieserung während Ih­res Aufenthalts in diesem Lande. Hierbei die Quittung. Ich bitte Ew. Ma­jestät, nicht zu glauben, ich komme, das Ausgelegte zurückznfordern; erstens» bin ich über so Etwas erhaben, und dann einer folchen Niederträchtigkeit unfähig; ein einziger Wunsch ist, zu wissen, ob ich nicht von einem schändlichen Schurken betrogen bin. Ich habe die Ehre, Sire, Ew. Majestät refpectvollst der unter; thänigste und ergebenste Untertan zu sein. Hypolyte Harouchipy de Rostamg." Diesem Briefe ist das Bittet beigefügt:Erhalten von Herrn Hippolvte Harouchipy die Summe von 1800 Franken für Rechnung Louis Napoleons, Kaiser der Franzosen. Michel Bonvier. Philadelphia, 28. Marz 1867/

Die Festung Vervun, welche seit dem 25. September, nachdem noch Tags zuvor ein kleiner Ausfall der dortigen Garnison stattgefunden hatte, von deutschen Truppen unter dem Befehle des General v. Bothmer cernirt worden, wird seit dem 13. Oktober förmlich belagert. Der Platz zählt zu denen erster Claffe, sollte eine Normalkneg-besatzung von 4196 Mann und 714 Pferden haben, ist aber von 7-8000 Mann besetzt, meist Mobil- und Nationalgarden, wahrscheinlich ab<r auch einem Infanterie - unv einem Eavallerieregiment der re­gulären Truppen; Eommandant ver Festung ist General Marmier; die Truppen werden vom General Girörin befehligt.

Verdun liegt auf dem rechten Ufer der Maa- und an der wichtigen Eisen­bahnlinie, welche von Ebalonö nach Metz geführt werden sollte, bei Ausbruch des Kriege- aber erst bis Clermont, einige Meilen westlich Verdun, vollendet war; es sperrt somit dereinst die kürzeste Verbindungslinie von Paris nach Dem Mittel, rhein und jetzt schon die Straße von diesem durch die Argonncn, den Paß von le- Grande- - J-letteS. Dann ist es wichtig durch feine Lage an der Maas, die zwar für gewöhnlich seicht, bei günstigem Waffcrstande jedoch von hier ab auf einige Wochen de- Jahres schiffbar ist; endlich treffen hier noch die Straßen von Sedan und Montrnüdy (über Stenay und Dun) mit der südlichen von St. Miehicl und Cornrnercy zusammen. Die Festung liegt tief im Maa-grundc in einer ring- von Hohen umgebenen Niederung, die so breit ist, daß auf dem linken wie dem rechten User de- Fluffe- jene, trotz ihre- verhältnißmäßig nahen Herantretens an die Werke, dennoch nicht in die Befestigung hineingezogen werden konnten, so daß sie nun dem Belagerer günstige Positionen für die zur Beschießung de- Platz's aufzustellenden Batterien darbieten. Die Befestigung umfaßt die der Stadt und die Eitadelle; eestere ist auf dem rechten Ufer des Flusses gelegen und besteht au- einer regelmäßigen, einfachen Enceinte, deren Vorterrain durch die Anstauung der Maas und mehrerer Arme derselben unter Wasser gesetzt werden kann. Die Eitadelle bildet den westlichen Theil der Festung, liegt auf dem linken

genannt werden. _

Saarbrücken, 26. Oct. Di- Bäck-r und M-tza-r hi-r und 'N St. Johan» sind ausg-sordert worden, Vorräthe von Brod, Mchl, Fl-sick und Wurst d r iu daltcn, denn nächster T->a- sollten große Einkäusc gemacht werden. Die Bayn- behoiden sind bereit, sobald die Capltulalion von Wetz erfolgt, sofort d8eJ" den wesilÄ-n Thril der F-stuug, ll-gt auf Um linken Proviant in di- Festung tinlauftn zu lassen. Salz wird ebenfalls aus Oncr Anhöhe gel. -nen Fort, einem bastionirten Einige hundet Bergleute sind bereit, nach der Eap.tulat.on di. E.senb-hn.--fl»

" _ . ... . . l nii . .... If J. hcriiini'llrn