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Von verschiedenen
und 1
Lei-
üsilier im
alte
21. August.
Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann.
Jtifdjbadier zu «gießen.
Sonntag den 28. August. Ludwig Kämmerer auf dem Seltersweg. Wilhelm Hartmann in der Neustadt. Martin Lenz am Markt.
Werth hat-
Wir hielten uns verpflichtet, zur Verständigung diese Erklärung abzugeben.
Gießen, den 24. Aug. 1870. Der Vorstand des Hülfsoereins-
Dr. Goldm ann.
Kirchliche Anzeige».
«Lvangelisäe Hemeinde zu Hießen.
Gottesdienst.
Am 28. August.
Morgens: Pfarrer Landmann. Nachmittage: Pfarrer Dr. Seel.
Getaufte.
Den 20. Aag. Dem Bürger und Gast- wirth im Einhorn, Justus Muller, eine Tochter, Luise Sophie Johannette Auguste, geboren den 1 Aug.
Den 21- Aug. Dem Burger zu Allen- dorf a. d. Labn und Lademeister auf der Cöln-Gießenci Bahn dahier, Johann Volk, eine Tochter, Margarethe Henriette, geboren den 31. Juli.
Denselben. Dem Bürger und Schuhmachermeister, Karl Griebel, eine Tochter, Johanna Georgine Theodore Louise, geboren den 22. Juli.
Densel den. Dem Burger zu Gunde- rode, königl. preuß. Amts Gladenbach, und Schäfer dahier, Adam Beimborn, ein Sohn, Gustav Martin Adam, geboren den 29. Juli.
D en se l b en. Dem Bürger und Schuhmachermeister, Johannes Erb, ein Sohn, Heinrich Theodor, geboren den 3.-Juli.
Den 24. August- Dem Burger und Kaufmann, Christian Wallenfels DI., ein Sohn, Christian Heinrich August Maximilian, geboren den 25. Juli.
3. Von auswärts.
Eingegarrgene Gaben.
Steinbach (3. Sendung.)
Ein Federkissen, 6 Paar wollene Socken, 9 Filetnetze, Schreibmaterialien und Charpie.
Allendorf a. d-Lumda (2. Sendung.)
36 Hemden, 8 Betttücher, 150 Compressen, Gittercharpie, Binden und Charpie. Launsbach.
Ein Korb mit Charpie und Binden.
Annerod (2. Sendung).
Da ^n"*Gießen schon über 200 Verwundete liegen und deren Zahl sich nach Vollendung der Baracken bis auf 400 vermehren wird, so ist der Bedarf an Geld und Naturalien sehr groß, namentlich da wir den in den letzten -ragen auf den Kriegs- schauplatz abgegangenen Sanitätscorps einen Vorrath an Verbandzeug mrtgeben muß. ten. Wir bitten deshalb um weitere nachhaltige Unterstützung-
Oiefeen, den 22. August 1870. Namens des Vorstandes:
Dr. Goldmann.
4 Hemden, 2 Tischtücher und Charpie.
L r ch, von dem Frauenverein, durch Se- Durchlaucht den Prinzen Ferdinand überbracht.
53 Binden, 12 Hemden, 10 Packe Compressen, 6 Armschlingen, 6 Halstücher, eine Quantität Gittercharpie und krause Charpie.
Groß-Linden (2. Sendung).
1 Pack Verbandmaterial, 158 Compressen und „Charpie.
Alt-Buseck nebst den beiden Mühlen (2. Sendung.)
Hemden, Betttücher, Binden und 15 Pfund Charpie (bei der ersten Sendung irr- thümlich 25 Pfund Charpie, anstatt 35 Pfund bescheinigt).
Aus dem Pfarrhause zu Alt-Buseck.
20 Pfund gedörrte Zwetschen, 100 Stück Eier, 1 Flasche Himbeersaft, 1 Flasche Kirschensaft, je 1 Flasche Nussico und Quittico, 1 Töpfchen Johannisbeer- Gelee und 6 Kopfnetze. , Groß-Buseck (3. Sendung). .
16 Hemden 10 Betttücher, 12 Binden, 12 Handtücher, Compressen und Charpie. ' Burkhardsfelden (2. Sendung.)
32 Hemden, 3 Betttücher, 7 Binden, 11 Pfund Charpie, eine Quantität altes nen und 6 Pfund Dörrobst
Reiskirchen (2. Sendung).
64 Hemden, 1 Betttuch, 7 Pfund Charpie und eine Parthie altes Leinen. Staufenberg.
2 Hemden, 6 Binden, 17 Compressen, Charpie und Gittercharpie. Odenhausen (Kreis Wetzlar).
17 Binden, 4 Betttücher, 8 dreieckige Tücher, krause und glatte Charpie. Salzböden.
Durch Herrn Vorsteher Henkel i 1 Sack Obst, verschiedene Hemden und
Der vor einigen Tagen in diesen Blättern an mich gerichteten Aufforderung, meine am Buß-.und Bet-Tage gehaltene Predigt drucken.zu lassen,^bm sch' sobald es mir möglich war, nachgekommen. Dieselbe ist nun bei den hiesigen Buchhändlern xu haben und wird auch durch einen Colporteur in den Haustrn angeboten werden. Ich habe die Predigt auf meine Kosten drucken lassen, damit der Erlös ganz und ungeschmälert dem auf dem Titelblatt angegebenen milden Zwecke zu gut komme, und würde mich sehr freuen, wenn ich hierdurch den Nolhleidenden eine erhebliche Summe zuwenden könnte. Dr- ecu
^,vlt __________ ausgedrückt, daß die in hiesi
ger Stadt eingegangcnen Geldbeiträge einzeln veröffentlicht werden möchten. Auch in den regelmäßigen Sitzungen des Bureaus mit den Vorständen der Abtheilungs- Commissionen war dieser Punkt Gegenstand der Berathung; wir haben jedoch geglaubt, davon Abstant nehmen zu sollen, weil diese specielle Veröffentlichung bei Sammlungen von Haus zu 5aus auch in andern Fällen nicht stattgefunden hat, überdies durch die schon früher vm uns bekannt gemachte Offenlegung der Listen Jedem Gelegenheit gegeben ist, dieseben einzusehen, weil ferner die Zusammenstellung der von vielen Einwohnern zu veschiedenen Zeiten gegebenen verschiedenen Gaben unserem überdies sehr beschäftigten Rechner eine übermäßige Belästigung, und deren Druck unnothlge Kosten verursachen wirde, endlich weil wir der Ansicht sind, daß in dieser 6lZßen Zeit, . wo von allen Seilen in jeder möglichen Weise helfend eingegriffen wird, nicht Gelegenheit zu kleinlicher Jeurtheilung, zu gegenseitigen Vorwürfen gegeben werden soll, und daß nicht die Größe der Gaben, sondern die Gesinnung, in welcher sie gegeben wird,
im 58. königl. preuß. Jnfanterie-Regimente, aus Groß-Nelkc, Regierungsbezirk Posen, alt 29 I., gestorben den 20. August.
Denselben. Daniel Petri, Füsilier im 95. königl. preuß. Jnfanterie-Regimente, aus Wilgersdorf, Regierungsbezirk Arnsberg, alt 24 I., gestorben den 21 August.
Den 23. August. Ludwig Rink, Hand- lungsgehülfe dahier, des Bürgers und Bauern zu Rommelshausen, Kreis Biedenkopf, Jakob Rink, ehelicher lediger Sohn, alt 32 I., gestorben den 21. August.
Den 23. A ug. Heinrich Wilhelm Rühl, des Bürgers zu Großgerau und städtischen Polizeidieners dahier, Johann Jakob Rühl, ehelicher Sohn, alt 8 M-, gestorben den
Beerdigte.
Den 20. August. Elisabeth Christiane Birkenbeul, des Bürgers zu Hamm an der Sieg und Locomotivführers an der Cöln- Gießener Bahn dahier, Johann Daniel Birkenbeul, eheliche Tochter, alt 6 M. 8 T-, gestorben den 19. August.
Denselben. Ein tobt geborener unehelicher Sohn von auswärts, geboren den 18- August.
Den 21. August. Ein ungetauft verstorbener Sohn des Bürgers und Schreiners, Heinrich Schneider, alt 16 T-, gestorben den 19. August.
Denselben. Marie Margarethe Friederike Hewig, des Bürgers zu Kirdorf und Küfermeisters dahier, Heinrich Hewig, eheliche Tochter, alt 1 M- 6 T-, gestorben den 20. August.
Den 22. Aug. Hermann Köbe, Füsilier
Von Herrn Mosler : 1 Flasche Apfelsinen - Essenz und stellt weitere Quantitäten! davon zur Verfügung.
Von Herrn Hofgerichtsrath Buff: 12 Flaschen Bordeaux-Wein.
Von Herrn Ernst Hermes: 2 Krüge Blei-Essig, 1 Flasche Himbeersaft istchen Cigarren. r t ,
Von Frau Major Kreuder: Eine Quantität Kaffee und Zucker.
Von verschiedenen Damen : Eine große Quantität Kaffee - Extract.
Von Herrn Tapezier Brück: Eine Bettstelle, Matraze und Kopfpolster.
Herr Gastwirth Zinßer stellt seinen großen Saal als Lazareth für Leichtverwundete zur Verfügung.
Politische
25. August.
Die „Provinzialcorrespondenz", die kriegerischen Ereignisse rcsumircnd, bemerkt daß in Kurzem die förmliche Belagerung von Metz beginnen werde. Die Vorposten der kronprinzlichen Armee gehen bis an die Aube und In
Kurzem werde der Kronprinz die feindliche Armee auf dem letzten Gebietsabschnitt vor Paris aufsuchen. Die bereits erprobte ruhmreiche kronprinzllche Armee, worin Nord- und Sudd'eutschland in herzlicher Waffenbrüderschaft vereinigt seien, wird, so Gott will, im Herzen Frankreichs erfolgreich beendigen, was sie am Ryem herrlich begonnen. Für unsere Küsten dürsten alle Gefahren jetzt fast gänzlich
Professor v. Holtzendorff formulirt in Berliner Blättern folgende Fundamentalsätze für einen künftigen Frieden mit Frankreich:
1. Keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Frankreichs. Möge dort "gieren, wer da will: ein Orleans, ein Präsident oder ein mit der Feuertaufe versehener Bonaparte. Gleichviel für uns. Nur keine Dynastie unter unserem Schutze; keine Aechtung der Napoleonlden, die heute eine Ueberschätzung ihres WertheS wäre. Keine Bestimmung , welche die Franzosen rwänge, diese oder jene Festung zu schleifen. Mögen sie im Innern volle F"ihett behalten. $ 9 2. Keine wesentliche territoriale Vergrößerung für Preußen, ^amit der Verdacht wider
legt werde, als gingen wir auf Eroberungen aus, als könnten wir jemals die Rechte schwächerer Nachbarstaates nnß^ch deutsche Lothringen mit Metz zu Deutschland'. Es ist nicht wahr
daß diese LandeStheile vollkommen verwalscht sind, daß Deutschland seine verlorenen Kinder nicht wieder mit sich zu versöhnen vermöchte. Den Elsaß für Baden, dessen Bevölkerung und bürgerliches Recht dem Elsaß verwandt-sind; die Vogesen als Granze; Metz und Straßburg deutsche Bundesfestungen. Der Rhein muß aus der Reihe der französischen Departements verschwinden. So lange die Franzosen ein Stück deö Rheins besitzen, wird die Forderung der Rhemgranze von Zeit Mede^el^b w^ nicht bloß der in den deutschen Kriegsanleihen ent
haltenen Summen, sondern auch des indirecten Schadens, der durch den -Kueg verursacht wurde. Gan; Deutschland bat unter den Militarlasten schwer gelitten alle Vedurfnlffe der VolkSbckd mg wurden zurückgedrängt. Darum: Anweisung eines TheileS der Kriegsentschädigung für die Volksschule und die geistige Hebung der arbeitenden Classen'. EmeS anderen TheileSfür, bi« - stellung unserer jetzt wehrlosen Küste durch schleunige Vermehrung ""sirer Flotte. Besitzung französischer Waffenplätze bis zu völliger Tilgung der französischen Kriegsschuld. Vereinbarte Entwaffnung beider jetzt kriegführenden Mächte durch Bestimmung eines niedrigen ProcentsatzeS der bei den Fahnen xu haltenden Mannschaften. _ „ .
5. Verzichtleistunq auf jede Einmischung in die staatliche Gestaltung Deutschland un Anerkennung der vom König von Preußen etwa in Zukunft angenommenen Titel.
6. Anerkennung deS Rechts der deutschen Nation, ihre Verfassung frei zu bestimmen.
7. Anerkennung der Unverletzlichkeit des PrivateigenthumS im Seewege.
Die „Times" erklärt, daß ein Briefwechsel zwischen der Kaiserin Eugenik und der Königin Victoria bezüglich der FricdenSvermittelung nicht stattgefunden hat. Die angeblichen Meinungsäußerungen des englischen CabinetS bezüglich der FriedenSbedingungen seien unwahr; die angebliche Aeußerung Gladstone's, England müsse Sorge tragen, daß der (Eroberer nicht allzu mächtig werde, sei ebenfalls unwahr.
Mrrndschrru.
Vom Kriegsschauplatz.
Mundolsheim, 26. August, Morgens 9 Uhr. Seit dem 23. Abends wird Stadt und Festung Strassburg von Kehl mit Belagerungsgeschützen beschossen, von der Südfront des Nachts mit Feldartillwie, von der Nordfront seit dem 24. früh mit Belagerungsgeschützen. Vorposten stehen 500—800 Schritt von der Festung. Schaden in Strassburg bedeutend; kleinere Pulvermagazine in die Luft geflogen, Citadclle, Magazine, viele Gebäude in Flammen. Diesseitige Verluste sehr gering.
Die Tage am 14., 16., 18., welche die Schlacht bei Metz bilden, werden von den Franzosen nach den Orten Courccllc«, Bionville und Gravelotie benannt.
Der „Kreuzztg." wird geschrieben: Wie im Jahre 1814 ist durch da« geschickte Manöver der deutschen Feldherren die französische Armee, welche Paris sowohl in sämnrtlichen Abschnitten bis dahin, als vor und in Pari« selbst hätte Vertheidigen können, von der Hauptstadt abgcschnitten. Drei deutsche Armeen mit scchSzehn Armee-Corps haben sich dazwischen geschoben, und weder räumlich noch in de, Zeit liegt noch eine Möglichkeit für die Franzosen vor, diesen Nach, thcil wieder gut zu machen. Am 14. Nachmittags wurde Bazaine östlich von Metz, also auf dem rechten Mosel-Ufer, so geschlagen, daß er bi« in die Festung zurückgewoisen wurde und unsere Truppen auf dem Glacis der Festung standen. Nach diesem Gefechte gingen die sämmtlichen Corps der beiden Armeen v. Stein- metz (I) und Prinz Friedrich Carl (II.) südlich von Metz auf Pontonbrücken über die Mosel und warfen die ihnen zur Abwehr entgcgeirgeeilten französischen Corps zurück und am 18. erfolgte nun der entscheidende Schlag, indem die Armee de« Kronprinzen von Nancp au«, schräg und westlich bi« aus die Straße von Metz nach Verdun, bei Vigneulles vordrang, die beiden anderen Armeen aber, mit Ausnahme de« 1. Armeekorps, welrbcs östlich von Metz auf dem Kampfplätze des 14. stehen geblieben war, um von hier au« eine mögliche Di- Version de« Feinde« zu verhindern, sich von Süden nach Norden auf den Feind warfen, welcher indessen alle feine Kräfte gesammelt hatte und nun statt auf die Straße von Paris, also nach Westen, durch unsere blitzschnell vormarschirenden Truppen von der Straße abgeschnitten und in die Festung zurückgeworsen wurde, so daß ein abermaliger Versuch cc« Vorbrechens au« derselben sehr viel leichter abzuwrhreu ist, als cs war ihn dort hineinzuwerfcn. Ais die Franzosen im Laufe de« Gefechte« erst merkten, worauf cs eigentlich abgesehen sei, wurde ihr Widerstand wahrhaft verzweifelt. E« scheint ihnen da« geschickte Manöver eint« Abdrängen« von Pari« nicht entfernt in den Sinn gekommen zu sein, sonst würden sie eben die Pariser Straßen stärker besetzt ober den Abmarsch nach Verdun schon begonnen oder wenigsten« eingelkitet haben und die Uebcrzcugung auf diese Weise wahrscheinlich für die ganze übrige Dauer de« Kriege« paralpstrt


