4, ß!'
6. Dt. f,H Dr 8'|i,8- ■öaur.
:r‘ ^rten <&,. «et ‘üt'«n ttt 5»*p >< «njehktn
KS*?"» Uu»' 4 £ Krp db B.ltft Renten dks @e, llMlU« ® Srebit
,rr'n ?rojinjja|. ’’ «chrGh^
ä (Aüller'ichkz unternehmend be-
tot
mtorbntt ebms-Vnslchei-un- 1,1 ru leisten haben, er die -edmMM, ! ^ürfüu, Obinger eben wirb, stmng-rath
'Uff —
bit erste Num-
ir-siihillplrtz
uk«\6>.
t eine Karte vom ilt Mittailleuse rc.
I du 1 Lhlr. =
in fcippg.
II
Untersnihmig der Herrn Levy ans i Frankfurt a. M-, ?irt M Mdtfol' ^madrt.
,art; vorgettsgen
l(f, aui
■^www 0 W $roi)ifi°n unt,r
*U
i j"";;
btrzer,
sM ßehe«
(Abdruck auS dem Werke des Geh. Medic.-Rath Vr. F. Esmarch: „Verbandplatz unv Feldlazareth".)
Rathschläge für die Mfsvereine, die Anschaffung und Verarbeitung von flüffsmitteüi für Oie ZiriestS-Lazarelhe betreffend.
Das beste Material für Verbandßgegenstände ist alte, durch langen Gebrauch unv vieles W.fchen weich gcworvene Leinewand (Leinen und^Drell).
Aber auch gemischte unv ganz baumwollene Stoffe, wie Shirting, StoutS rc., lassen sich sehr wodl für diese Zwecke verwenden.
Von der größten W chiigkeit ist cd, daß nur ganz reine Stucke tn Ge- brand? genommen werden. AuS diesem Grunve verwendet man in der Regel nur weisse Stoffe unv müssen alle Stucke, welche Schmutzflecken oder irgend einen besonderen Geruch zeigen, mit kochendem Wasser unv Seife veer Lauge noch einmal durchgewaschen werden, ehe man sie gebrauchen kann.
Die Verbands mittel, welche am häufigsten zur Anwendung kommen,
^Binden, aus alter Leinewand oder Baumwollenstoffen. (Reue Leine- w.'Nv taugt wegen ihrer Steifigkeit nicht zu Binden.) Man reißt dieselbe oder schneidet sie nach dem Faven und der Länge nach aus den am besten erhaltenen -Parthieen großer Stücke (Bettücher, Tischtücher rc.) unv muß sich veßbalb bei Bestimmung der Breite unv der Länge nach dem vorhandenen Stoffe richten.
Bei einer Breite von 2 bis 4 Zoll können die Binden eine Länge von 4 hiß zu 15 Ellen haben. Die Länge kann sehr wohl durch Anstücken mit Heck- ienstich gewonnen werven, das Umsäumen der Ränder ist unnütz, ebenso vaS Annähen eines Bändchen- am Ende. DaS Ende einer jcven Binde muß mit Mer Stecknadel befestigt werden, nd)t mit einem Faden; auch ist es zweckmäßig, die Länge der Binde nach Ellen mit Dinte auf das Enve zu notiren.
Flanell bi nven werden aus neuem feinen Flanell gerissen unv dürfen nicht gestückt werden. Im Uebrigen von derselben Breite unv Länge wie Vie leinenen Binden. , L1
Gypsbinden, 8 Ellen lang und 2 biß 4 Zoll breit, aus neuer Futter- -gaze (Jork oder Bock) geschnitten; sie dienen zur Anlegung des erhärtenden GyvSverbandeS. , o ,
2. Dreieckige Tücher, aus neuer oder gebrauchter, noch starker Leine- svanv, Drell, StoutS rc., zu Armtüchern und verschiedenen anderen Verbänden. Man schneidet sie je 2 aus quadratischen Stucken, deren Seiten 3 bis 4 Fuß lang sind. „ ,,
3. Eompressen, viereckige Lappen aus alter welcher Leinewand oder Baumwolle, von 1 Fuß Breite und 1 bis 2 Fuß Länge.
Zum Einschlagen des warmen Verbandes (EataplaSmen) dienen Eompressen von 3 Fuß im Quadrat, welche keine Löcher haben dürfen.
Zu Salbenläppchen gebraucht man ganz weiche Stücke Leinewand oder Shirting verschiedenster Größe, in die man mit einem Locheisen zahlreiche Löcher schlägt. Man kann dazu also schadhafte und durchlöcherte Stucke und Fetzen -verwenden, welche zu andern Zwecken nicht mehr zu gebrauchen sind.
4. Eharpie. Dieselbe wird aus reiner, recht alter und weicher Letne- wand gemacht. . ~L . C1
Bei weitem am häufigsten wird gebraucht die krause Eharpie; man zupft sie aus Stücken von der Form und Größe einer Spielkarte und wirst die auß- aezoaenen Fäden nach allen Richtungen durcheinanvrr.
Eß ist zweckmäßig, Fäden von verschiedener Feinheit nicht mit einander zu -verwischen unv jede Sorte für sich in sauberes Papier zu verpacken.
Viel seltener kommt die geordnete, lange oder glatte Eharpie zur An» Wendung. Man zupft dieselbe aus 6-8 Zoll langen breiten Lappen, indem man die Fäden alle in einer Richtung legt.
Rur mit sorgfältig rein gewaschenen und gesunden Fingern darf Eharpie gezupft werden. Zeder Schmutz, welcher den Eharpiefäden an- hängt, unv namentlich Beschmutzung durch Eiter und ähnliche Absonderungen kann dem Verwundeten verderblich werden.
Auch die käufliche englische Eharpie, sowie die sogenannte Gitter- charpie ist für manche Fälle ein sehr zweckmäßiges Verbandmaterial.
5. Stecklaken oder Unterlagen, große Stücke alter Lunwand, am bestell ganze oder halbe recht weiche Bettücher, werden bei Schwerverwundeten viel vervraucht.
6. K i ssenbühren, oder Kissensäcke, 1 —11/2 Fuß breit, 2—3 Fuß lang, aus festem Leinen oder starken baumwollenen Steffen, an einem Ende offen; dieselben werden erst beim Gebrauche mit Haferspreu gefüllt. Die Haser- spreu ist meistens für geringen Preis oder unentgelvlich von den Landwirthen zu bekommen.
7. Kopfnetze von Filet, aus groben baumwollenen Fäden gehäkelt, mit einem Zugbanoe am Rande, zum Verbinden der Kopfwunden.
8. Watte; dieselbe muß von sehr guter Baumwolle gemacht und noch nicht gebraucht sein.
9. Wasserdichte Stoffe zu Unterlagen, zum Schutz der Bettwäsche und zum Bedecken feuchter Umschläge, als Wachstuch, Krankenlevcr (Guttapercha- Papier), Kautschukzeuge, gefirnißles Seidenpapier und g firnißter Shirting.
Die letztgenannten gefirnißten Stosse sind für die Behandlung der Verwundeten io außerordentlich nothwendig und dabei so leicht und mit geringen Kosten Hirzustellen, daß ich die Thätigkeit der Hiilfsvercine ganz besonders aus diesen Gegenstand hinlenken möchte. Es sind im vorigen Kriege von dem Kieler Eenirai-Hülfsvereirie viele Tausende von Bogen gefirnißten Seiden- papiers und viele Hunderte von Ellen gefirnißten Shillings verabreicht worden unv die Nachfrage wurde immer größer, je länger ccr Krieg dauerte.
Ein guter Firniß für diesen Zweck wirv dadurch bereitet, daß man in 1 Pfund kochenden Leinölfirniß 1 Loth weißes Wachs auflöst und nach Erkalten der Masse 2 Loth Siccativ hinzurührt. Mittelst eines großen Malerpinsels be* streicht man das Seidenpapier einmal und hängt es dann auf seine Fäden in meinem lustigen Raume auf. Zn 24—48 Stunden ist der Firniß trocken. Beim Shirting muß das Bestreichen dreimal in 24stündigcn Zwischenräumen wiederholt werden." FrischgefilN'ßte Stoffe in giößercr Menge zusammenzupacken, ehe sie ganz trocken geworden sind, ist gefährlich, weil sie sich erhitzen können (im Zahre 1866 wäre auf diese Weise in Kiel fast eine Feuersbrunst entstanden). Auch kleben die Flächen dann leicht fest aufeinander.
„Es empfiehlt sich, die verschiedenen Gegenstände so zu verpacken, daß „gleichartige zusammen bleiben unv auf jedem Packele die Bezeichnung „des G genstandes mit etwaigen kurzen Erläuterungen, die Anzahl Stücke rc. „anzugebin, damit man vor dem Wcitersenven sich nicht erst durch Oeffnen der „Packele von ihrem Inhalte zu überzeugen braucht."
Außer diesen VerbandSm'tteln werden in allen KriegSlazarethen folgende Gegenstände stets willkommen sein, welche aber unter Aufsicht eines Arztes und von einem tüchtigen und zuverlässigen Instrumentenmacher hergestellt sein müssen.
10. Schwämme von allen Größen, sorgfältig auSgeklopft und gereinigt, zum Gebrauch bei Operationen.
11. Eisbeutel von vulkanisirtem Kautschuk.
12. Wasserkissen und Luftkissen von vulkanisirtem Kautschuk. Die großen viereckigen sind den runden kranzförmigen bei weitem vorzuziehen.
13. Unterdindungsfäden, zum Gebrauche bei Amputationen, aus ungebleichter chinesischer Seide Nr. 3, einen Fuß lang, gut gewichst in Päckchen von 25 Stück.
14. W unddouchen (Irrigatoren) von Blech mit elastischem Schlauch und Z'nksyitze; dazu Ansätze von vulkanisirtem Kautschuk zum Einführen in die Schußcanälc.
15. Ei ter decken, nierenförmig und von verschiedenen Größen, von Messing oder verzinntem Eisenblech.
16. Badewannen von Zinkblech für Arme und Beine.
17. Chloroform. Apparate einfacher Construction mit Zungenzange.
18. GyPSkasten von Blech, gefüllt mit gutem, vorher geprüftem GypS und eingepreßten Gazebinden, und luftdicht verschlossen.
19. Bestecke zum Ausschneiden des GypsverbandeS, eine GypSscheere und ein GypSmeffer enthaltend.
20. Schienen, Beinladen und Lagerungsapparate verschiedener Art, ober nach zweckmäßigen und bewährten Mustern gearbeitet.
21. Einfache Verbindtaschen für Wärter und Gehülfen, eine gute Scheere unv 2 Pincctten enthaltend.
22. Schieberpincetten, Kornzangen, Kugelzangen.
23. Kästchen mit Messern verschiedener Größe.
24. Etuis mit Heftnabeln und guter gewichster Seide.
25. Pravaz'sche Spritzen für fubcutane Injectionen.
Politische Ätundlchar».
als auf und Tr nicht wenn dazu biet Kri rei F
22. Juli.
Die Rede des bayerischen Ministers des Aeußern, Grafen Bray, in der Sitzung der Abgeordnete», fammer vom 19. hütete nach stenographischer Aufzeichnung, wie folgt: „Wie ich schon gestern sagte, waren wir, so lange eß bloß um die spanische Can- didatur sich handelte; nur mittelbar berührt. Wäre der Rücktritt des Prinzen Hohenzollern nur scheinbar, nur ein vorübergehender gewesen, so hätte sich daran nichts geändert. Aber die Renunziation war ernst unv daß sie es war, das beweist eine soeben finge- kommene Nachricht, daß die spanische Regierung die auf den morgigen Tag berufenen Cortes als nicht berufen erklärt, also zum Voraus wieder entlassen hat. Nachdem dieß so sich ereignet, erklärt Frankreich einer Großmacht den Krieg, weil deren König eine diktatorisch verlangte Sommation über eine ge- genstandslose Sache nicht abgibt. Daß ist in de Geschichte noch nicht dagewcsen. Nach all' diesen glaube ich nicht, daß noch etwas Anderes vorliegt als ein weiterer Akt des Drama’ß, das schon vft auf den Feldern Frankreichs und Deutschlands g'-fpielt hat. Man hat von Casus foederis gesprochen; ich war ein Mitunterzeichner jenes Vertrages und weiß
daher, wie das Schutz- unv Trutzbündniß gemeint war; ich habe otyi) meine Stellung zu demselben nicht verlassen. Ich pbe bei Utbemainne meines jetzigen Amtes in diesemwause erklärt, baß ich die Verträge egenseit^ikeit beruhend betrachte. Daß Schutz- dunvy^ ist ein Defensivvertrag, wir sind iitJfoirfunÖ an einem Kriege verbunden, anf'i Krieg anfängt: aber wir sind tet ro?nn ein Angriff auf deutsches Ge- et. ' Dieser Fall hat stattg.fuiiden, der Moa, daß deutsche Gebiet wird von Frank- rschritten, ltc KriegSerkärung ist erfolgt. Der s Vertrags ist somit eingetreten, und wir Stellung zu Deutschland nehmen. (Stüvmt- cifaü.) Die Regierung achtet im höchsten die Rechte dieses Hauses, aber sie verlangt, uch ihre Rechte, daß Recht der Krone, des Königs tet werde. Dieses R-cht besteht in Vorzeichnung ganzen Nichtung, welche der Staat zu beobachten hat. Ich muß Ihr Votum als ein negatives betrachten, wenn Sie uns vorfchreiben, was mir zu thun haben. Der Referent hat mir entgegengehaltrn, ich hätte gesagt: die Neutralität wäre wünschcnß- werthcr für Bayern. Das habe ich ausgesprochen
unter der Bedingung, wenn es möglich wäre, sie auf ganz Süddeutschland zu erstiecken, und wenn beide kriegführende Mächte damit einverstanden waren. Die Neutralität ist die größte Wohlthat, wenn sic allgemein anerkannt ist, wie bei der Schweiz, Schweden , Belgien rc.; wenn aber das bei einem Staate zweiten Ranges nicht der Fall, dann ist die Neutralität eine Last. Ihr Votum ist ein Vertrauensvotum für die Regierung; wenn dieselbe Ihr Vertrauen nicht erhält, wenn ihr nicht die Mittel an- vertraut werden, für die Ehre und die Unabhängigkeit des Landes einzutrct n, dann sind wir nicht im Stande, die Geschäfte fortzusuhren. Für mich gibt eß keine andere Auslegung des Vertrages. Ich habe nicht biß jetzt gelebt, um heute meine Ueberzeugung, meine Unterschrift zu verleugnen." (Stürmischer Beifall.)
Baion Werther, der bisherige preußische Botschafter in Paris, ist in Berlin vom Publicum wohl /glänzend empfanaen worden, beim Hofe aber in Ungnade gefallen. Der „Magdeb. Ztg." wird darüber geschrieben: „Wenn der „Staatßanz." und die Pariser Nachrichten mittheilen, daß Baron Weither aus persönlichen Gründen einen Urlaub erhalten habe, so ist


