Ausgabe 
26.4.1870
 
Einzelbild herunterladen

CtmrerliUytige.

1912) Während der diesjährigen Sommersaison beabsichtigt das Musikkorps des Groß- herroqiichen 2. Infanterie-Regiments (Großherzog) in den Monaten Mai, Juni und Juli bei günstiger Witterung jeden Donnerstag im Zinßer'schen Garten ein Concert zu geben.

Der AbonnemeutSpreis beträgt für die drei Monate für ein Familienbillet 2 fl. und

Der Unterzeichnete wird sich beehren, eine Subscriptiousliste in hiesiger ^-tadt cirkuliren * Gießen, im April 1870. 31 f i) c r t, Musikmeister.

Zur ger Wafljuimi'

1936) Um ferneren Jrrthümerrr vorzubeugen, bemerke ich, daß von heute ab ein Kleid zu waschen mit 30 bis 48 kr. berechnet wird und zwar nach Stoff.

Ausgabestelle bei Herrn Th. Brummer am Kreuz. Marie Pietsch.

1927) Ich mache einem verehrten Publi­kum die ergebenste Anzeige, daß ich mein Weißbindergeschäft durch Mtthulfe meines Sohnes fortbetreiben werde.

I. Schack er, Weißbindermeister.

325) Für die

* Vaterländische Feuer - Versicherungs - Actien- Gesellschast zu Elberfeld

vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr zu billigen und festen Prämien. $ Hoffmann.

Firma: Carl Hoffmann.

Die Gartenlaube

bringt in Nr. 16 folgende Beiträgen Aus eigener Kraft. Erzählung von W- o.

Iern aeb- Birch. (Fortsetzung) Geschichte eines Ruhelosen. Mlt Friedrich Gerstäckcr's Portrait. Originalzeichnung von Adolf Neumann. Oteratur- bries?an eine Dame. Von Rud/lf Gottschall. IV - Sänger

Mitgetheilt von Brehm- Poesie und Wirklichkeit im Gebirge 2. Der Seelsoig auf der Hochalpe. Mit Abbildung. Ongmalzeichnung von A- Obermuller. Der Fels der Ehrenlegion. Novelle von Berth. Auerbach. (Fortsetzung.) Blatter und Blüthen: De?adelige Club in Petersburg. Von A-H- - Aus Hunger. Von Theodor Kirchhoff in San Francisco. Ein deutjches Meer-

Feuilleton

stellen und der Feldzug beginnen.

(^Fortsetzung folgt.)

Allein die Wirthin konnte etwas Genaueres nicht angeben, als was sie bereits ihrem Manne mitgetheilt. Kutscher und Bedienung waren ihr fremd gewesen und hatten sich wahrscheinlich durch das Tragen großer falscher Barte entstellt; im Wagen hatte sich nur die blasse junge Llame befunden, die man ehrerbietig herausgehoben und ihr übergeben hatte. Das Fuhrwerk selbst, welches sich dann^so schnell als möglich mit der Dienerschaft entfernt, sei emvon bel- den Seiten mit Ledervorhängen verhüllter Wagen gewesen, w,e man solche häufig erblicke der eine der Diener aber, der mit ihr gesprochen habe den übrigen aeaenüber etwas Gebieterisches gehabt, habe ein Auge verbunden getragen und ^seinem Benehmen etwas Vornehmeres durchblicken lassen, als man gewöhnlich

^Diese Mittheilungen genügten dem forschenden Stallmeister zu wenig, und ein Schlüssel zu der gewaltsamen Entführung und rathselhasten Rücksendung der

Enmtesse lieb sich dadurch nicht finden. Etienne, der nun wohl sah, daß hi« nich - Nähere- u erspähen sei, schwang sich daher auf sein Roß, drückte der Wirth,n eine voll- Borst in die Hand und sprengte m,t seinem Diener dem vorausgeeilten Wagen naco. *

Die Wirthin aber blickte nun triumphirend ihren Mann an, der schwer- gend dem Gespräch Beider zugehört hatte, und rief spöttisch lacyelnd, indem sie U)m ^Nun,^ wirst^D? m)ch länger zweifeln, daß es sich hier um eine sehr hohe, vornehm^ D^ Handels. dünfiig für um$ abgegangen," entgegnete dieser, und ' daß nicht, wie es oft- geschehen, wegen solch' eines Liebesabenteuers, denn -.was anderes «ar -S doch nicht, hier Mord und Todtschlag eittstanden.

Du Hafenh-rz siehst überall Gespenster/ schalt lächelnd bic Wirthin und k-hr.e'mit ihrem Manne in die Hausflur des Gasthofs zurück, indeß Aimo nach kurier rascher Fahrt in Versailles anlangt- und von den Freudenthranen des Vaters begrüßt, in dessen Arme eilte, und mit einem stelcnvollen Blick inniger Liebe auf den Kapitain deutend, ausries:

Zum zweitenmal- wieder durch ihn gerettet. -

So wenig die Forschungen des Stallmeisters ,m GasthofeZum Dauphin» Licht gegeben, um dem Räuber Aime's auf die Spur zu kommen, so vergeblich waren alle Bemühungen des durch di- Wiedererlangung der geliebten Tochter sich von seiner Krankheit schneller genesen fühlenden Vaters; auch die Bestre­bungen Trousier's, den frechen Buben, der diese Entführung gewagt, zu ent­decken und zu züchtigen, blieben erfolglos; aber was bisher der König dem Grafen de Eroissy hartnäckig verweigert, erlangte derselbe kurz vor der Abreise des Monarchen zur Armee: seine Entlassung aus dessen Diensten, da er dießmal nicht nur seine geschwächte Gesundheit als Vorwand gebraucht, sondern auch seinem Gebieter in Gegenwart des Herzogs von Noailles und des Mar- challs von Sachsen offen erklärt hatte, daß er nicht zum zwe.tenmale fein Kind verlieren wolle, welches selbst in der Nähe deS Königs vor frechen Bu­benstreichen nicht sicher sei, und Aim6 eher den Tod der Schmach vorgezogen hätte, über welche so viele Damen des Hofes kaum noch zu crröthen für nöthig hielten. Der König hatte sich nach dieser Aeußerung zornig von ihm abge- wendet, da auch die Anwesenden die Entrüstung des Grafen getheilt, und wenige Stunden nachher erhielt derselbe einen Befehl des Königs Ludwig XV. zuge- stellt, welcher ihn für immer auf seine Güter verbannte.

Graf Eroissy hatte dieß zwar erwartet, aber was der König ihm als Strafe auferlegt, begrüßte er, Aime, Felice und Etienne mit Freuden, und nur der Schmerz der nahen Trennung von Trousier, welcher in den nächsten Tagen zur Armee aufbrechen mußte, trübte Aime's Blick, die so nahe dem Ziele ihres Glückes war, denn der Vater hatte das Geständniß ihrer Liebe zu dem Kapi- tain der königlichen Garde nicht, wie sie Anfangs befürchtet, mit befremdeter Ueberraschung, sondern als eine von ihm willkommene Botschaft angenommen, den Geliebten herzlich umarmt und ihm seiner Tochter Wohl und Glück an'S Herz legend, ausgerufen:

Freudig begrüße ich den Bund Eurer Liebe, denn Aims bedarf einer kräftigen Stütze, wenn ich scheide, und wie bald dies kommen kann, dies haben mir die letzten Tage in's Gedächtniß gerufen. Ich segne Euer Bündniß, und wenn, wie ich und Aim6 zu Gott hoffen, Ihr glücklich aus dem Feldzuge zurückkehrt, soll Euer Hochzeitsfest für mich nach langer Zeit zum wahren hohen Freudentage werden."

Am 9. Mai 1744 sollte Ludwig XV. sich an die Spitze seiner Armee

In der Verbannung.

historisches »zeit- und Sittengemälde aus dem 18. Jahrhundert von Eduard Gottwald.

(Fortsetzung.)

Ach was," unterbrach die Wirthin ihren Mann lebhaft,nichts mußt Du, 'als mir gehorchen, weil ich hier klarer sehe als Du. Jetzt, nun die iunge Dome vielleicht seit langer Zeit wieder frei aufathmet und wer weiß, von welchen Schrecknissen sich erholen will, da willst Du aus Neugierde sie mit -Dei­ner Gegenwart belästigen. Daraus wird nichts, Du hältst Dich bei tiefer 2ln- gelegenheit Überhaupt fern und läßt mich, so lange nicht ihr naher stehende Personen hier erscheinen, allein mit der Fremden verkehren, denn Du wirst bald genug erfahren, daß wir hier mit sehr vornehmer Leute Kind ZU ^Hun haben. Aber sie muß sich erst erholen und wieder Muth gewinnen, und daher soll sie

,Es wird wahrscheinlich eine Prinzessin von Geblüt sein," spöttelte der Gastwirth, der, seine Frau wohl kennend, wußte, daß er sich ihrem Willen fügen mußte; aber um dieser dafür etwas Aerger zu bereiten, deren Ansicht böbnend in Zweifel stellte. , , . .

Di- kleine Wirthin zuckt- über diese B-rn-rkung Ihr-- Gattcn uutluttg du Achseln; dcr Wirth aber ries, bic Huno vor bic Augen hnltenb, unb nach Ver-

Dort kommt aieber vornehme- Volk, wahrscheinlich auch hierher; e- ist merkwürdig, was heute Alle- auf biefer Straße sich herumtreibt - unb «ah- renb bie beiten Wirthsieute ihre Augen anstrengten, um etwas mehr zu erken- nen als eine Staubwolke, welche immer naher unb naher kam, würben eine prachtvolle Equipage unb vier Reiter sichtbar, bie rem Gasthofe zuettten. In demselben Augenblicke ertönte auch vom oberu Zimmer her ein Aufschr t freu biaen Entzückens, denn Aimü, tiefe war es, welche man hierher gebracht, hatte nach einigen Augenblicken der Ruhe sich dem Fenster genähert, welche- ihr einen freun Blick über bie herrliche Waldgegenb hin gestattete, bie sich nahe bem

Sülles welche hier rings umher herrschte, that ihrem abgeangsteten Herzen wohl unb nur bic steigende Unruhe, mit welcher e w» Seeuj.be ju Secunbe der Ankunft ihres Vaters unb - gewiß auch be- Geliebten __ent

nenen fab durchbebte sie bei jedem Geräusch, welches ihr Ohr traf. ta

B-Ä-K Ä t ÄX5M

ba« Bewußtsein, nicht länger unbeschützt zu sein, wie gelahmt, sie versagten bie Bewegung, und fistgebannt blieb Aims, mit einer Hand sich krampfhaft an da- ^^D??og°bie°Thür'7hre^Iimmer- auf unb mit bem freudigen Au-rufe:

Gott sei Dank! Wir haben Dich wieder!" stufte der Kapitain auf sie iu preßte die ihm laut aufjubelnd entgegeneilende Geliebte an ferne Brust, während gelier weinend vor ihr niedersank unb ihre fln.ee umschloß

-- -rst°«u^ch de.

Entzückens vorüber war, unb heftete ihre Blicke fragenb auf ben ©ehebten unb auf e®nE"eVummer um Euch, theure Eomteffe, hat ihn hart darnieder gewor. s-n » "Lortew de. Stallmeister.Aber er ist heute bedeutend wohler und <SU" SIS und aus Felice sich stützend,

der dicht am Wagen rettende G-l.ebtt von 3 a Stallmeister blieb lich mit der wieder neu "rungenen Braut t mi|t^iItn Jtt lassen,

indeß noch zurück, um von ter - hierher gebracht, während der Wirth puf welche Weise man die tunge aJe0Lier« als Begleiter der Equipage »ei Annäherung eines kontgl chen « zurückgezogen hatte und nun erst

M °°rfichNg da- Junerc s nes G st es ur . %je^rr znrückgebliebene