Ausgabe 
25.10.1870
 
Einzelbild herunterladen

BSrseußachrichteD.

22. October 1870.

Div. Cass.-A.

Pr. Friedrdor.

Pistolen . n doppelte

Holl. fl. 10 St. Duoaten . 20 Frankenst.

9 571/2-58Vs

9 43 Gld.fehl

9 43

9 55

5 35-37

9 28Vr29Vi

zum Klappen kommen wird."

Di?Bcrlingske Tidende" bringt ein Telegramm aus London, des Inhalts, daß Metz nicht ferner zu halten, daß Rouen sehr bedroht sei, daß aber die fran-

geschrieben:Die wiederholten Conferenzen, welche der Abgesandte Bazaine's gestern mit dem Grafen Bismarck und General v- Moltke hatte, scheinen zu einem Definitivum noch nicht geführt zu haben; indessen soll man sich sehr genähert haben und glaubt, daß die Uebergabe der Festung Metz in wenigen Tagen gewiß erfolgen dürfte, Bazaine, dessen politischer Ehrgeiz und Herrsch­sucht bekannt ist, hat durch seinen Parlamentär hier leise Andeutungen auf eine Restauration der Napoleoniden auf den französischen Thron machen lassen. Bazaine's Combination und Lieblingsidee ist, beu kaiserlichen Exprinzen, nach förmlicher Verzichtleistung des Kaisers auf den Thron Frankreichs, auf densel­ben zu erheben und sich als Regent zur Seite zu stellen. Bazaine hält sich heute noch als den einzigen Vertreter Frankreichs, mit dem Deutschland in Zriedensverhandlungen treten kann. Die Männer der provisorischen republika­nischen Regierung vollständig verläugnend, sieht er mit Schrecken die Anarchie über Frankreich hereinbrechen und ist der festen Ueberzeugung, daß momentan nur ein straffes Regiment im Stande sei, vielleicht noch manches herbe Schicksal seinem Vaterlande zu ersparen. Die mit dem Parlamentär bis jetzt gepfloge-

Engl. Souver. 11 52-56

Rusa. Imper. 9 45-47

Doll, in Gold 2 25i/a-26/t

benütze». In der letzten Zeit ist wiederholt das Gerücht aufgetreten, die Hessische Division werde vom 9. Armeecorps getrennt und statt der 22. Divi­sion m:t dem 11. Armeecorps vereinigt, somit nach Paris befördert werden. Ob düs sich bewahrheiten wird oder nicht, kann ich nicht beurtheilen. Nichtig ist, das die 22. Division mit der Loire-Armee verbunden wurde.

DieAach. Ztg." entnimmt einem Feldpostbriefe aus dem Lager vor Metz vom 18. October folgende sehr bemerkenswerthe Stelle:Wir haben uns die letzten Tage beständig zum Ausrücken bereit halten müssen, weil es in Metz an- fängt, sehr unruhig zu werden. Die Einwohner haben nämlich offen demonstrirt und verlangen von Bazaine Uebergabe von Metz, um aus ihrer peinlichen Lage erlöst zu werden. Auch die Soldaten fangen an zu murren; die Deserteure meh- ren sich und vorgestern soll ein Offizier mit seiner ganzen Feldwache übergetreten sein. Das sind böse Zeichen und man kann jetzt wohl annehmen, daß eS bald

9(fübit wurtti tn' als Bisinaij «Mik dk- $tI, fite. BaM r bereit« nach 'gebracht.

lung sen Tm folgt. - lii »n seiner lang« - DeLiberte*

dasselbe Blatt

*IL 8« 9«.

3e|uittn auf

Ä

!ment von Ak. J? tönhtirii hat. bj's ^fter ftyfa ,ln9ttrofa "nc «5 I? J "* 411 »»«ftnitt

Vermischtes.

Den fiamefsicken Zwillingen wird jetzt durch ein zweiköpfiges Mädchen, das gegenwärtig in den Vereinigten Staaten von Nordamerika zur Schau gestellt wird, eine starke Evncurren; bereitet. Das Mädchen ist 17 Jahre alt und als Sclavin in Columbus County in Nordcarolma aeborcn - fie ist von Heller Mulattcnfarbe und hat zwei von einander völlig unabhängige, gut entwickelte Köpfe mit nur einem &ib. Ei- spricht, singt, ißt und trinkt zugleich m.t led.mMunde; spricht zu gleicher Zeit mit zwei Personen über zwei verschiedene Gegenstände; singt recht hübsch zweistimmig oder spricht und singt zugleich. Im Umgänge ist fie freundlich, hat feinen Tact und ist sehr verständig. Obgleich sie bei zwei Armen vier Füße hat, die fie sammtlich oder zur Halste zum Gehen oder anmuthigen Tanz benutzt, so erklären u.A. Aerzte des Jefferson Medicmalcottege in Philadelphia sie doch für keine Monstrosität, sondern für em interessantes Naturwunder. Nach jenen Urtheilen übertrifft das Naturspiel das der siamesischen Zwillinge bedeutend und ist lieblicher anzuschauen. Nicht unwahrscheinlich dürfte es sein, daß die ungenannte Miß auch den alten Con- ttnent mit ihrem Besuch beehrt. (Huhu.) ~

inner gtförieh: »öftrer Mont, art, taß es in les Bedarfs ober >en ll.utz ich mich . eint aus uofenn t, übrr getvifst lax iinftrt gt«

Itn ^un!ttn W fielen schmi unt , tstz man schon Lüft Sbjng 6tv. zorts nnt in t« tten fie vielem n mit tnt Baien [tgtn 10 Uhr ttl ktt öcrts 3fr gtmnnici esseitige Ltelluug, weiter ausgelehnt ellg-f-vhe innrer tze am 19-

Erfolg auf die u Dunkelheit an. ich btranifljie^/ p,e -orts pnhf; 5t waren bei Vw pcrOCl)) Wg - ,fi haben- eit « Pie Statt |0- jflnten «" äbrt vurie. gW«' ttö , 34 He mit

Dal AMi' te°

IC» M

,'»k 4'.L,N

"r

Hl'"1*, !*» Kdn«" wlil f ttz«" " '° Si-l"" M «,1,8»

Preuss. 41/2% Obi. 92 Frankf. 31/2% Obi. 791/4 Nass. 41/2% Obi. 91% Kurh. 40/0 Obi. 82'/2 Hess. 40/a Obi. b. Roths. 92i/4

31/2% do- do- 871/2

Bayer. 5% Obi. 97i/2

41/30/0 1jährige 917/8

n 4O/o i/2jährige 851/4 Würtemb. 4i/2% Obi. 91 Baden 4V2% Obi. c. E.L. 92 Oestr. 50/g b. B. 547/g

50/g National 7 4 Vs

50/g Metall. Obi.

w 50/g M. steuerf. jlmer. 60/g 1882r Bds. 951/2

60/q 1885r 94yfl__

Actlen.

Frankf. Bank 1283/4

Oester. Bank 692

Creditaot 245 V» Darmßt. Bankaot. 324 '/j

Priorfit Aten.

50/g östr.F.St. E. B. 3731/2 Ludwigsh.-Bexbach 162i/2 Maxbahn 1073/4

Bayer. Ostbahn 1231/2

Hess. Ludwigsbahn 136

30/g östr. Stsb.-Prior. 56i/2 3% östr. e. Lombard. 45i/2

30/g Livomeser 32

50/g Tosoaner 51

Frankf. Hypoth.-Bank Frankf. Vereins-Kasse 50/g Elisabeth-Prior. 771/4 do. II. Emiss. 74i/2

Anlefitensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 63V2 Nassau fl. 25 b. Roth. 39i/4 Gr. Hess. fl. 50 b. R. Gr. Hess. fl. 25 b. R.

4% bayr. Präm. Anl. 1063/@ 40/g badische Loose 1041/2 Badische fl. 35 Loose 57 1858r Prioritätsloose 149 */2 1860r Loose 757/8 1864r 109

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 1001/4 Augsb. k. 8. 997/8 Berlin k. 8. 1057/g Bremen k. 8. 97 Cöln k. 8. 1043/4 Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 1043/4 London k. 8. 1187/e Lyon k. 8. Paris k. 8. Wien k. 8. 95% Disconto 40/g G.

Geldüorten.

Pr. Cass. Sch. 1 443/<-45

Pompackrs w7rd-n^ lMe ihr7 Forrfttzung 8 jösische, Regierung hartnäckig allen Rathschlägen gegenüber auf der Ablehnung

DerKöln. Ztq." wird aus Scdllll, 19. Oct., über den räthselhaften levcr Gebietsabtretung verharre. ~ r

Vorfall in Stenay Näheres gemeldet. Wir nennen den Vorfall räthselhaft, Nancy, 16 Oct- Was strenge Maßregeln vermögen, haben d e m Folge

weil es uns nicht denkbar ist, wie man die Festung Montmedy ohne Ceruirung der Attentate au Gcnsd'armen m Flavegny und Vezelrse erg ngee»Drchun-

sich überlassen konnte, oder wie die 800 Manu der Besatzung, bei vorhandener gen bewresen. Nachdem die Ermordung des erneu Geusd armen mrt hoher Geld-

Serniruna durch brechen konnten. Man schreibt i Richtig ist, daß am 11. c., büße gesühnt war, hat die Ankündigung der Einäscherung der berden Communen

früh 5 Uhr, bei dichtem Rebel etwa 8U0 Manu "der Besatzung Montmedy's für den Fall der Nichtauslieferung der sechs gefangenen Gmsd armen^ das Re- i,r Stenay eingefallen, dort den Etappeu-Commandanten nebst seinem Adjutan- sultat gehabt, daß diese letzteren, welche beinahe schon bis Lyon transportirt teu, zwei zufällig dort anwesende Artillerie-Offiziere, einen Jntendanturbeamten, waren, heute hierher wohlbehalten zuruckgckehrt su d. (B. C.) Saarbrücken circa 100 Wehrleute der 5. Compagnie des Bataillons Brühl, circa 40 Wehr- London, 22^Oct. Emer Depesche derDa,lNews, aus Saarbrücken teilte des Landwehr-Bataillons Borken und 40 Kranke gefangen genommen infolge sanv-n ,n Metz anläßlich der 6 ^un«

hiTirr Unsererseits wurden überdies hierbei ein Utttcroistüer schwer und meh- Unter den halbverhungerten «vleaten finden zahlreiche Discriionen Natt.«UN

eLer und meldet- Di- Admiralität hat da« Kriegsschiff HeU on" nach Havre beorder , wo

Schlauheit ist es zu danke», daß vier Offiziere - n. A. der Premier-Lieute- die Bevölkerung englische mit Lebensrnittel befrachtete Schiffe mit Gewalt nant v. Wuuster aus Köln und Lieutenant Hillebrandt aus Mimstereifel Auslaufen verhindert. w . Borsenballe" aus Cur-

mit dem Rest zweier Compagnie» nach Monzon entkamen. In der Behausnug Hamburg, ^. O-t. Na» einem Telegran,m der Bor nhalle aus Eut des Etappeu-Command-iirs fand man -ine Casse mit circa 10,000 Francs, die Haven 'st das. r°Ni°stscoe G, schwad-r n 18. d. , AbE 7/, Uhr , wefino d natürlich mit nach Montmedy geschleppt wurde. Um 8 Uhr Morgens war westlich von Helgoland, westwärts steuernd, gesehen worden. Heut- find das Intermezzo zu Ende. Am nämlichen Tage gingen von hier aus sechs feindilchen Schiffe gejeyen.

24-Pfünder (französische Geschütze) nebst Bedeckung über Stenay, Dun sur la --------

Meuse nach Bras bei Verdun; diese Colonne bivouacirte die Nacht vom 11. 19 Ortbr. Soeben langten, schreibt dieEss. Ztg.", von der

zirm 12. in und um Steuay herum, wobei N-chtfeuer angczrmdet waren, ,ener -ntr ' jDe ,,(j fibln ^mmend, unter starker Escorte, dazu empfangen von Reisende hat wahrscheinlich diese für ein Jnbrandfetzen des Städtchens Stenay Infanteristen und Ulanen hiesiger Garnison, etwa 500 TurcoS

gehalten! Hier in Sedan versehen dl- Bataillone Deutz und Bruhl den <6e» f n .^£8 ^frührerischen, disciplinarwidrigen Verhaltens in den

nicht leichten Wachtdrenst; die Bataillone Siegburg nnd Neuß liegeir vor Me- gQf[rnen fcer ()ie/t8en gltabEae, abgeschnitten und fern von >edem Verkehr, intet- Mes; die morgen ablaufende Wassenrnhe ist franzostschersetts gekündigt wor- toirten s^en Die phantastischsten Gestalten mit wahren Galgengesichtern, den. Die 1. Compagnie Deutz steht bei Bras vor Verdun und hat sich bei Schwarze sah man unter diesen modernen Trägern der Civilisation. Die der Belagerung der trotzigen Festung ausgezeichnet. .... in den Kasernen bisher gelegenen Soldaten haben riesen Völkern weichen müssen

Courcclles, 18. Oct. Gegenüber verschiedenen Gerüchten von einer Hebet- den Bürgern einquartirt. Man erwart» hier noch 7000 Gefangene,

gäbe von Metz theile ich Ihnen mit, vaß man tn militärischen Kreisen viese Dresden 19. Oct. Die bedeutendste unseret Handelskammern,-die Leipzigs, Zllusion nicht nur nicht theilt, sondern sich auf einen <°ngwiengen Winterfeldzug jn . ' Sitzung vom 17 d. dahin ausgesprochen, daß sie in dem An- vorbereitet. So werden, außer wollenen Sachen, ea. 61000 eiserne Oefen in B01) ei^c u:,c Lothringen an den Zollverein keine Gefahr für die deutsche

Deutschlanv für das Metzer Eernlrungseorps getauft. Auffallend ist, was auch I 8 « fte sich einstimmig für folgenden Antrag

von anderer Seite gemeldet wird, daß die Lteferungsverirage für Die deutschen 8

Truppen in Frankreich noch keine Erneuerung ersahren haben, obgleich der Er- Die Etaatsregierung walle ihren Singuß dabin verwenden, daß bei dem Friedenivertrag

neuerunastermin mit dem 20. d. M. abläuft. Sämmtliche Vorräthe der Liefe- Frankreich beziehentlich bei der Erneuerung des Handelsvertrages eine billige Reciprocität und ranten sind nach Epernay dirigirt. das Princip einfacher specifischer Zölle gewahrt, insbesondere die französischen Eingangszolle für

Ans dem Lager vor Metz wird derAugsb. Allg. Ztg." unter dem 8. d. Garn Grassier de Saint Simon betonte im Mini-

der Belagerung von Metz verdient unter vielen herrlichen Thaten auch sterium des Auswärtigen den Abgang so vieler Freiwilligen nach

Le morten welckie das 10 Armeeeorps bisher einnahm. Die Franzosen mußten mit den englischen Volksvereinen über Unterstützung »erhandeln. - Ein konig-

ein blutige« Treffen bei les Tapes an der Mosel. Die Landwehr hielt sich Pracht- 1

tcß, die Artillerie gab ihre Granaten dem Feinde hageldicht. Plötzlich aber sausten auch die französischen Granaten von mehreren Seiten unter die preußischen Geschütze. In einem Augenblick hatte der Premier - Lieutenant, welcher tn der ersten leichten Reserve-Batterie de« 11. Artillerie-Regiments den ersten Zug führte, QA seinen beiden Geschützen von zwölf Pferden nur noch zwer auf den Beinen, die anderen zehn lagen niedergeschmettert im furchtbaren Gcwirre, ihm selbst wurde sein Pferd unter dem Leibe erschossen, ein Protzkaften zertrümmert, Rad und Dnchlel rerschossen. Aber rasch springt der Offizier hinzu, ruft alle Mannschaft herbei, den gefallenen Pferden werden in Eile die Halfterketten und Zugel abgenssen, und die ganze Mannschaft legt sich an die Stränge und schleppt mit ungeheurer Anstrengung, die fallenden Kanonen haltend und richtend, beide bis h'uter ein nahes Gebäude. Hier vor den Kugeln einigermaßen gesichert, wird bas Räder­werk an den Geschützen mit den Halfterketten und dem Riemenzeug, so gut es ;n ter Schnelligkeit gehen will, zusammengeflickt, wiederum legen sich die starken Männer in« Geschirr und schleppen glücklich beide Geschütze aus dem Geftchte, bis sie gerettet sind. Nicht blos der Offizier - Prem.er-Lieutenant Fortsch, Sohn tt« GpmnasialdireetorS in Naumburg sondern auch zwer seiner Leute, die ihm in der Bedrängniß am wackersten beisprangen, wurden mitt dem Eisernen Kreuze geschmückt.Der eiserne Zug" war alsbald mit neuen Pferden versehen, d,e Beschädigungen an den Geschützen wurden ausgebeffert, und am Morgen des 7.

Oktober, als die Franzosen in derselben Richtung mtt verstärkter Gewalt den Stoß wiederholten, stand der Zug wieder bereit zum

Gorze, 19. Oct. Der Correspondent desM- Abdbl. schreibt. Oestern Abend kehrte der nach Versailles gesandte Parlamentär Bazame s nach Metz zurück. Seit Samstag nimmt die Zahl der Ueberlaufer, welche aus Metz her­auskommen, täglich zu. Dieselben haben einstimnug erzählt, daß m Dietz em- psindlicher Mangel an Lebensmitteln herrsche, daß die Bewohner gegen Bazame zu revoltiren begännen, weil derselbe fixirte Rationen auch für die Bewohner vorschreibe. .Krankheiten herrschten keine in Metz, vielmehr befanden sich Alle auffallend wohl, trotz der schmalen Nahrung. Unter den Soldaten herrsche auch gute Disciplin, indem Bazaine mit eiserner Strenge dieselben zilsammen- halte, die Leute überdieß ein unerschütterliches Vertrauen zu semem Feldherrn- t alente hegten. Der 18. October, an den wir überdieß durch das in der 9iahe siegende große Gehöfte Leipzig erinnert werden, verlief hier vor Metz ganz in der Stille, obwohl man glaubte, Bazaine würde diesen Tag zu einem Ausfälle