Ausgabe 
25.8.1870
 
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an, wo sie die Hallen des väterlichen Schlosses verlassen, bis zu der Nacht, da' sie ein hilfloses Spielwerk der Tyrannen ward, den Geliebten vor schmäh­lichem Tode zu retten. Und je weiter sie redete, desto milder ward der Aus­druck des tiefsten Schmerzes auf dem Antlitz Raouls, und er wehrte nicht den Thränen, die seinen Augen entströmten.

Marguerite, nahm er endlich mit leiser Stimme das Wort, rein bist Du, wie eine Heilige, und doch, ich wollte. Du hättest mich sterben lasten, dann brauchte ich nicht vor Dir zu stehen in diesem Augenblick, im höchsten Elend, Marguerite, wie soll unser Schicksall enden? Ich, der Günstling des Königs Du

Nicht weiter! unterbrach ihn Marguerite. Als ich mein Lebensglück dahin aab, weihete ich mich dem Geschicke Frankreichs. Nicht eher soll mich König Heinrich sein nennen, als bis an jenem Tage, da alle meine Forderungen erfüllt, bis er der Gemahl der spanischen Prinzessin. Isabella soll schön sein und gnädig.

In ihren Schutz will ich dann mich flüchten und an ihrer Seite wird Heinrich meiner nicht gedenken. Mag dann das Volk den Namen seiner Schätzerin verdammen, rein ist mein Gewissen, rein stehe ich in Deinen Augen da, mein Raoul.

Der hastige Eintritt Clement's unterbrach das Gespräch der beiden jungen Leute.

Etwas Wichtiges muß sich begeben haben, rief er, der Weg nach Men- don wird von Fackeln hell beleuchtet, und der schallende Tritt der Rosse dringt vernehmbar hierher.

Raoul zog sein Schwert.

Nicht für den König, rief er, für mich selber will ich Marguerite schützen oder mit ihr sterben.

(Fortsetzung folgt.)

PoZrtiscke N r? ir d s rh Ä u.

Gießen, den 24. Aug. 1870. Die Nr. 233 der Kölnischen Zeitung vom 23 d. M enthält einen Artikel ihres Korrespondenten aus Saarbrücken, welchen wir umsomehr Veranlassung nehmen hier abzudrucken, da darin die Ehre eines Regiments der Großherzogl. Hess. Division angegriffen ist, welches von jeher sich durch musterhafte Disciplin und Mannszucht ausgezeichnet hat und worauf wir stolz sind, daß gerade unsere Stadt der Garnisonsort dieses Regi- ments ist. Ein weiterer Grund aber, warum wir den fraglichen Artikel hier anführen, ist der, damit die Wahrheit an den Tag kommt und nicht durch lügenhafte Verdächtigungen eines Regiments gewissermaßen ein ganzer Volksstamm vor ganz Europa in Mißeredit gesetzt wird. Der Artikel lautet;

Mit großem Verdruß hat man im Hauptquartier vernommen, daß ein Regiment ober iwci in"Fulkenberg und Remilly sich grobe Verwüstungen haben zu Schulden kommen lassen. <3$ bin selbst in Remilly gewesen und habe mich mit eigenen Augen überzeugt, welch wüste Gesellen da gehaust haben. Ts waren daö großherzoglich hessische 2. Infanterie-Regiment und vielleicht auch das 12. preußische Linien-Regiment dnrchgekommen. Ob beide oder nur emeS dieser Regimenter die Schuld tragen, ist noch nicht festgestellt. Die Einwobner mannüchen Geschlechts waren, wie auf der ganzen Linie, in allen Dörfern geflohen, und die hulflosen Weiber vermochten eben so wenig sich zu helfen, als dem guten Willen der OfsiZlere gelang, Mannszucht zu halten. Persönliche Mißhandlungen fanden nicht Statt, aber ein wenig geplündert wurde allerdings und zwar am unbarmherzigsten bei den armen Leuten. Ich sah die Kasten und Schranke derselben aufqeriffen, Kleider herausgewühlt, und mit thränenden Augen erzählten mir die Frauen des OtteS, wie man ihnen das Beste genommen, das Uebrige zerstört. ES war daö traurige Bild der Ver­wüstung und des Krieges von der Hütte bis zum Schlosse. Alles unreife Obst war abgeschlagen, aller Wein ausgelaufen, für die nachziehenden Truppen ist hier nichts mehr ;u finden. Der Bundeskanzler hat eine strenge Untersuchung verlangt und beantragt, daß da« schuldige Regiment, abgesehen von den zu erkennnenden Strafen, als Marodeur hinter die Fronte geschickt werde. Er will auch nicht das Factum verheimlichen. Er hat die Herren der Presse ermächtigen lassen, den Frevel öffentlich zu rügen, damit überall strenge Ahndung eintrete. Trotzdem eS ihm gewiß am wenigsten an Energie gebricht, ist Niemand unwilliger als er über solche ^""lose Barbarei. Ein trierischeS Regiment, da« nachriickte, während ich noch in Remilly war zeigte sich entrüstet über das schändliche Betragen der Kameraden und that daö Seimge, die unglücklichen Einwohner zu beruhigen. Freilich muß man bei solchem Anblick dem Himmel danken daß dergleichen unserem deutschen Boden erspart blieb; aber da die armen lothringer Bauern eben so schuldlos sind wie unsere Landsleute am Rhein, so kann man nicht umhin, mit -tiefbeklommenem Herzen den Schau­platz solcher Noth zu verlassen." , -

Schon bei Durchlesung dieses Artikels stiegen gerechte Zweifel in uns auf, daß unser 2. Infanterie-Regiment, welches Durch Osficiere geführt ist, veren Rechtlichkeitssinn allgemein bekannt, und dessen Bestand fast nur aus oberhessischen Landeskindern zusammengesetzt ist, solcher Schändlichkeiten fähig sein solle, wie sie der obige Artikelschreiber schildert. Zum Glück befinden sich, zur Entkräftigung solcher Jnfamieen, verwundete Osficiere dieses Regiments bereits hier und wir nahmen keinen Anstand, persönlich Erkundigungen über diese geschilderten Vorgänge bet einem derselben, Compagnie - Chef H., einzuziehen. Derselbe sagt aus, daß das 2. Infanterie-Regiment durch Remilly durchmarschirt, bereite das Dorf tn dem oben geschilderten Zustande angetroffen habe; daß er selbst, zur Nachachtung für andere nachrückende Regimenter, an die Thüren mehrerer Häuser habe an- schreiben lassen, das 2. Großherzoglich Hessische Infanterie-Regiment habe dieses Dorf in solchem Zustande der Verwüstung angetroffen. Ein weiterer Umstand, der dafür spricht, daß das 2. Hess. Jnfanterie-Regiment sich Nicht solcher Ruch- losigkeiten schuldig gemacht hat, ist der, daß Falkenberg, nach Aussage des * Korrespondenten ebenso verwüstet und ausgeplündert wie Remilly, von diesem Regiment gar nicht auf dem Marsche berührt wurde. Da wir in die Aussage dieses wackeren OfficierS nicht den geringsten Zweifel setzen, so ist klar, daß dem 2. Hess. Infanterie-Regiment vorausgegangene Regimenter solche geschilderte Gräuel verübt haben müssen. Welche? DaS wird hoffentlich an den Tag kommen.

Wenn uns der Korrespondent der Kölnischen Zeitung (vielleicht der­selbe, der im Jahr 1866 in einer großen Schlacht bei Friedberg das 4. Hessi- sche Jnfanterie-Regiment aufreiben sah) in seinem Artikel sagt:Es waren das arokberzoglich hessische 2. Infanterie-Regiment, und vielleicht auch das 12. preußische Linien-Regiment durchgekommen," so will er nicht gerade mit Bestimmtheit sagen, daß das 2- Regiment diese Gräuel verübt hat, aber Jedermann kann doch aus solcher Aussage herauSlesen, daß er eher dieses Regiment für fähig halt /solche Schandthaten zu verüben, als das 12. preußische. Er wurde sonst nicht de Wortesvielleicht" sich bedient haben. Hat er vielleicht nicht die an den Thuren befindliche, mit Kreide geschriebene Notiz böswilligerweise benutzt, um auf das . Regiment Verdächtigungen solch grauenhafter Art zu tol'U^rn ^'r können so ch zweideutigem Geschreibsel vor der Hund nur da» PraDicatleichtsinnig belle «eti und muffen die Redaction der Köln. Zeitung dringend ersuchen, von den Aulsagen de« eben genannten Offiziers Akt zu nehmen und ungesäumt in d.e Spalten ihrer Zeitung aufzunehmen, um zu verhüten, daß solche, wenn auch » r- blümt gegebene Anklagen gegen ein Regiment, 'N andere Zeitungen thren Weg sinden. Die Red. d. Gieß. 2inz.

23. August.

Während noch vor einigen TagenDailp News" die "°n derTimes" ausgestellte Ansicht, Deutschland dürfe nicht daran denken, Elsaß und Lothringen an sich zu nehmen und in Paris einzuziehen, "ertheid gt findet das Blatt jetzt die Besitznahme der beiden Provinzen und den Einzug Paris nicht nur zu rechtfertigen, sondern aus verschiedenen Gründen noch- wendig. Der Elsaß wird als unentbehrlich für die Sicherheit Deutschlands bezeichnet und gleichzeitig bemerkt, wenn man überhaupt auf die abgethane Idee vom europäischen Gleichgewicht zurückkommen wolle, dann sei s t 9* land ein viel stärkeres Deutschland immer noch weniger gefährlich, als cm viel schwächeres Frankreich.

DemBerner Bund" wird aus Paris, 18. August, geschrieben:Mit der Ernennung des Generals Trochu zum Gouverneur und Commandirenden von Paris ist die Absetzung des Kaisers eine vollbrachte Thatsache. Pa- likao, im Einvernehmen mit Bazaine, hat Trochu zu obigem Posten ernannt; die Unterschrift der Kaiserin ist bloS nur noch eine leere Formel. Im Lager von Chalons wurde der Kaiser von den 18 Bataillonen der Pariser Mobilgarde auf's Furchtbarste beschimpft und nahezu mißhandelt, ohne bei den Truppen Schutz zu finden. Mac Mahon ließ ihn wie einen Gefangenen nach Rheims abführen und schickte die Mobilgarde nach Paris. Gestern versammelte Thiers die meisten Abgeordneten der Rechten und hielt ihnen eine Rede, welche eine vollständige Anklageacte war und die Absetzung des Kaisers oder seine Abdankung in die Hände der Nation beantragte. Die Abgeordneten senkten die Häupter in stummer Selbstvernichtung. Die Minister haben sich heute wohl zum letzten Mal bei der Kaiserin versammelt. Persigny, Rouher, Schneider, Drouin de LhuyS waren zugegen. Obige Alternative des Thiers wurde discutirt. Palikao, an­dere Generale und Staatsmänner haben die Unterhandlungen mit dem Prinzen von Orleans eröffnet. Die Prinzen erheben große Schwierigkeiten gegen ihre Restauration, welche aus der Invasion hervorzugehen und die schmachvolle Erb­schaft des Kaiserthums anzutreten hätte. Sie wünschen eine provisorische Regie- rung und eine Entscheidung des allgemeinen Stimmrechts über Republik oder Monarchie. Thiers ist der Meinung, die Restauration der Orleans dürfe und könne nur aus der Republik hervorgehen. Die Proclamation des Trochu an die Pariser bringt einen wunderbaren Effect hervor. Vom Kaiser und der Dynastie ist darin keine Rede mehr, wohl aber von dergroßen Nation, welche die Lei­tung ihrer Geschicke wieder in ihre eigenen Hände nimmt." Trochu mit Palikao, mit Thiers und Gambetta ist heute der Herr -£>on Paris und er sagt in seiner Proclamation, er werde seine Vollmachten nur in die Hände der Nation nieder­legen. Die ganze Bevölkerung athmet wieder auf, da der Alp des Kaiserthums nicht mehr auf ihr lastet und sie es blos noch mit der Schmach der Invasion zu thun hat. Die von oben kommende Revolution wird keine Unordnungen ver­anlassen, hingegen den letzten Mann und den letzten Centime zur LandeSverthei- digung auftreiben." Eine zweite Correspondenz von anderer Hand schreibt über den Vorgang tn Chalons :Als letzten Dienstag Nachts 11 Uhr der Kaiser mit seinem Sohn in einem Eisenbahnwaggon dritter Classe (ein anderer war auf seiner Flucht dahin in Vcrdun nicht disponibel) in Begleitung von sechs Per- sonen seines Hofhaltes, physisch niedergeschlagener denn je, am Bahnhof zu Chalons eintraf, wurde er von Tausenden Mobilgardisten ausgezischt und mit Schreien und Pfeifen bis in fein kaiserliches Absteigequartier, Schloß Mourmillon, begleitet. Daß unter solchen Umständen General Trochu nicht in Chalons bleiben konnte, ist klar; man konnte den höchst populären General nicht besser placiren, als ihm die Vertheidigung von Paris zu übertragen. Gott schütze Paris und seine Einwohner!"

DieKriegszeitung" schreibt:Was jetzt geschehen wird, laßt sich schwer voraussagen und wird sich wesentlich nach dem Verhalten der auf Metz zurück- geworfenen Feinde richten. Eine Armee von 41/2 Corps repräsentirt circa 160,000 Mann, zu denen dann noch die Garnison von Metz hinzutritt. Aller- dings haben einzelne Corps bereits stark gelitten und es wirb vielleicht nicht unrichtig sein, die Armee bei Metz auf Total 150,000 Mann anzunehmen. Dies ist eine sehr respektable Macht selbst für einen weit überlegenen Gegner; sie wird um so respectabler, wenn sie sich auf einen Waffenplatz ersten Ranges wie Metz stützt, der einmal die ganze Armee aufnehmen kann und ihr dann ferner erlaubt, an jedem Tage und nach jeder Richtung hin eine beliebig große Truppenmacht zu verwenden. Die Armee, welche einen solchen Feind in einer Festung eingeschlossen hält, muß stärker sein als dieser, denn sie muß jeden Augenblick in einer weitläufigen Dislocation auf einen Angriff des stets con- centrirten Gegners gefaßt fein. Rechnen wir nun die 1. und 2. Armee pp. zu 330,000 Mann (11 CorpS: 1., 2., 3., 4., 6., 7., 8., 9., 10., 12. und wahrscheinlich 2 Landwehrbivisionen), so könnten dieselben immer noch 2 bis 3 CorpS an die 3. Armee zum Vormarsch auf Chalons abgeben."

Vom Kriegsschauplatz.

DerStaats - Anz." berichtet aus dem Hauptquartier Sr. Maj. des Königs. Gorze, 17. Aug. (Gebirgsstädtchen zwischen Metz und Pont ä Mous- son). Der am Nachmittage und Abend des 16. bis zu einbrechender Dunkel­heit in Pont a Mousson, dem Hauptquartier Sr. Maj. des Königs, gehörte Kanonendonner rührte von einem Gefecht her, welches der von Metz über khalons' nach Paris abziehenden franzöfischen Armee von den Spitzen der Hauptarmee des Prinzen Friedrich Karl König!. Hoheit aufgezwungen worden war. Die Nachrichten davon kamen noch spät Abends nach Pont ä Mousson, und Se. Maj. befahlen sofort das Vorrücken sämmtlicher, noch diesseit der Mosel stehenden Corps über diesen Fluß, um sich in zweiter Linie zu den weiter vorgegangenen Armeecorps der Hauptarmee aufzustellen. Das königlich sächsische ArmeecorpS (12.), welches erst im Laufe des Nachmittags angekom- men war, wurde in frühester Morgenstunde alarmirt und marschirte aus Pont ä Mousson in der Richtung auf die große Verbindungsstraße zwischen Metz und Paris, während das 8. Armeecorps bei Pagny und daö 7. bei Corn­aus Pontonbrücken über die Mosel ging. In der Nacht um zwei Uhr war noch eine Depesche Sr. König!. Hoheit des Prinzen Friedrich Kar! aus Gorze

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