Ausgabe 
25.1.1870
 
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f GeselischnftEittigkeit"

<1. im Leib'scheu Saale^Swy

am 13. Februar. Anfang halb 8 Uhr.

k Karten hierzu ä 48 fr. sind bei den Herrn

Gastwirth Krämer im Löwen und Christi an aafe*~ Orbig, Schloßgasse Nr. 4, zu haben- Der Vorstand.

§ Stadt Venediger Lire 30 Loose.

Die nächsten 5 Ziehungen dieser Anleihe finden im Jahre 1870 statt, am:

31. Januar,

30. April, 30 Juni, 30 September und 30 November.

Gewinne von Lire 100,000 - 50,000 -

2mal 25,000 2000 1500 1000 re. bis abwärts Lire 30 müssen in obigen Ziehungen gewonnen werden (Die Einlage kann nie verloren gehen, da jedes Loos früher oder später mit mindestens Lire 30 zurückoerloost werden muß.)

Pläne gratis, und Loose ä fl. 113/« empfehlen

Mo; 'iz' Stiebei Söhne,

Bank- und Wechsel-Geschäft in Frankfurt a. M.

Epileptische Krumpfe (Fallsucht)

heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie 2)oct O. KilliscBi

in Berlin, Mittelstratze 6. Bereits über Hundert geheilt. (201)WUW«

Herzoglich Braunschweigisches

Staats - Präinlen - Aaileheai.

Thlr. 20. Loose

4 Ziehungen im Jahre mit Treffern von Thlr. 80,000, 40,000, 30,000, 25,000 etc. Nächste Ziehung i. Februar

mit Haupttreffer von Thlr. 80,000 werden als billige Kapitalanlage empfohlen und sind bei allen Wechslern zu habe

325) Für die

Vaterländische Feuer - Versicherungs - Actien- Geselllchast zu Elberfeld

vermittelt der Unterzeichnete Versicherungen gegen Feuers- und Explosionsgefahr zu billigen und festen Prämien.

F Hoffmann.

Firma: Earl Hoffmann.

Im Saake des (Safe Leib.

333) Donnerstag den 27 Jannar.

(9?iir diese eine Aufführung.)

0 p 6 r n = f) c s n n g, Instrumental - und dramatische Aufführung mit 2 Salon -Scenen: Die Ehestands - Excrcitien einer Unvermählten, dann: Der beste Pantoffel, veranstaltet von der Hofopern - und Kammersängerin Frau Haagn (ehemalige Schü­lerin der Gräfin Rossi, früher Henriette Sonntag), unter mehrseitiger Mitwirkung der Schauspielerin Fräulein Broche aus Wien, sowie der Militärmusik des II. In­fanterie-Regiments , unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Reifert.

Erste Abtheilung: 1. Ouvertüre zur Oper: Titus für Orchester, von Mozart. 2 Italienische Bravour-Arie: II Barbieri di Seviglia (e cento trapoli etc.) di Rossini, gesungen mit Orchester-Begleitung von Frau Haagn. 3.Die Post", Sopran von Schubert, gesungen mit Posthorn- und Quartettbegleitung, gesungen von Frau Haagn. 4. Finale aus der Oper:Nebucadnezar", von Verdi 5. a. Mazurka von Chopin, b. A Dierndel und Jagabua (ein Mädchen und ein Jägerbursche), Coupletlied von Hölzl. Ersteres gesungen in polnischer Sprache, letzteres im Wiener Dialekt von Frau Haagn.

Zweite Abtheilung: 6. Ouvertüre zur Oper:Weiße Dame"- 7. Die Ehe- stands-Exercitien einer Unvermählten, von Genäe. 8. Das Gebet der Elisabeth, Arie aus der Oper:Tannhäuser", von Wagner. 9. a. 20, 30, 40, humoristische Decla- mation von Castelli, b. Wie sieht der Teufel aus? Burleske von "M Saphir, vorgetragen von Fräulein Broche. 10. a. Si vous navez rieu ä ine dire, Paroles de Victor Hugo, musiquo de Gounod. b. Csärdäs, ungarisches Nationallied von Franz Liszt Ersteres gesungen in französischer, letzteres in ungarischer Sprache von Frau Haagn. 11. Der beste Pantoffel, von Jacobson. 12. Morgenständchen der Vögelchen: Lerche, Sperling, Fink und Nachtigall, Coupletlied von Saphir, Musik von Soupe, gesungen mit Streichquartett und obligater Flötenbegleitung von Frau Haagn.

Billets zu nummerirten Plätzen ä 36 fr., zu nicht nummerirten Plätzen ä 24 fr. sind vorher in den Univ-Buchhandlungen von Ferber und Heinemann, sowie Abends an der Kasse zu haben. Gallerie-Billets nur an der Kasse ä 18 fr.

Anfang 8 Uhr. Casseöffnung 7I/2 Uhr. Ende 10 Uhr.

F e u i 1 l c t o ii

Die Geheimnisse einer jungen Mamsell.

(Fortsetzung.)

Ja, bei meinem Lehrer und auch hier tm Hause," sagte Konrad.

Wie, hier im Hütet?" erwiederte Clara.

Oben neben meinem Zimmer ist eine helle Kammer, worin altes Ge­rümpel aufbewahrt wird. Ich habe dazu den Schlüssel. Das Gerümpel habe ich zur Seite geschoben unv mir dort ein kleines Atelier eingerichtet, wo ich die Stunden des Tages zubringe, die ich mir im Geschäfte des Vaters abmüs- hgen kann. Vor Allem aber benutze ich im Frühling, Sommer und Herbste die frühen Morgenstunden. Mit dem Auszange der Sonne springe ich aus dem Bette, kleide mich schnell an und schlüpfe in mein Atelier, und während Ihr Alle Euch noch dem Schlummer hingebt, male ich und träume von glück­lichen Zukunftstagen! Wer weiß, ob meine Träume nicht eitel sind ob ich sie jemals erfüllt sehen werde!"

Du wirst sie erfüllt sehen, guter Konrad," rief Clara lebhaft,und hof­fentlich bald, recht bald. Doch nun komm und führe mich geschwind in Deine Künstlerwerkstatt hinauf."

Gern, liebe Clara, aber erlaubt es auch Deine Zeit!"

O, ein Viertelstündchen habe ich schon noch übrig. Warte, ich muß nur erst"

Sie schlüpfte zur Thür hinaus und befahl den Kellnern, die Frühstücks­tische zu serviren. \

Schnell kehrte sie zu Konrad zurück:

Nun komm, Du verzagter Kunsteleve."

Beide stiegen bis zum letzten Stock empor.

Dort am Ende des Korridors lag Konrad's Schlafzimmer und daneben war die bezeichnete Kammer. Der junge Mann schloß auf und trat mit Clara hinein. ,

Nun sollst Du sehen, Cousinchen, und urthetlen, ob Du mich für fähig hältst, mehr als Gewöhnliches in Zukunft in meiner Kunst zu leisten."

Er holte mehrere Bilder aus der Ecke hervor und stellte sie vor Clara in günstigem Lichte auf die Staffelei.

Das Mädchen betrachtete sie mit scharfem Blicke.

Der ihr angeborne Kunstgeschmack unv die Kenntnisse, die sie selbst ui der Zeichenkunst befaß, ließen sie erkennen, daß diese Bilder mehr als die Schöpfun­gen eines bloßen Dilettanten waren. Es waren kleine Genrebilder, auf die das Auge traf, aber in Allem lag Idee und Charakter und richtige Zeich­nung, und die Wahl der Farben, Anordnung der Gruppen verntthen bedeu- tendes Talent.

Nun, Clara, was sagst Du?" fragte der WirthSsohn.

Die Cousine reichte ihm die Hand.

Ohne Dir zu schmeicheln, lieber Konrad," versetzte sie, muß ich doch gestehen, daß Deine Bilder meine Erwartungen übertroffen haben. Ja, Dein Talent soll nicht hier verkümmern. Deine Eltern müssen Deinem Wunsche willfahren und sie werden es auch, wenn man nur die rechten Mittel anwendet, ihnen Vie Ueberzeugung beizubringen, daß in Dir wirklich Vie Anlage zu einem Künstler steckt."

Und wüßtest Du solch ein Mittel, Clara?"

Ich denke ja. Mit Viesen Bildern, so hübsch sie auch ersonnen und ausgeführt sind, läßt sich doch die Einwilligung der Eltern zu Deiner beabsich­tigten Künstlerearriüre nicht gewinnen. Du mußt sage mir, hast Du schon PortraitS gemalt?"

Ich habe den Versuch gemacht und er ist ziemlich glücklich ausge­fallen. Wenigstens behauptet mein Lehrer, daß ich seine jüngste Tochter, ein liebliches Kind von zehn Jahren, getroffen habe."

Herrlich, dann haben wir Hoffnung, balv zum Ziele zu kommen."

Wie meinst Du das, Cousine?"

Du mußt zwei große Oelbildcr heimlich malen, Deinen Papa und Deine Mutter. Wenn sie Dir auch nicht sitzen können, so wirst Du sie doch zu treffen im Stande sein, da ihre Züge Dir nicht bloS täglich vor die Au­gen kommen, sondern auch lebendig vor Deiner Phantasie stehen. In acht Wochen ist der Hochzeitstag Deiner Eltern, der jedes Jahr festlich begangen wird. Dann wird Dein Bild, wenn es Dir gelingt, bekränzt, im Golvrah- men in ihrem Zimmer aufgestellt. Sie werden hocherfreut fein und nach dem Maler fragen, der ihnen heimlich die Freude bereitet hat. Dann die Ent­deckung, und das Uebrigc wird sich dann auch finden."

O, Vas ist eine köstliche Idee!" rief Konrad froh bewegt, Clara umar­mend.Wohlan, ich will keine Zeit verlieren. Morgen früh beginne ich die Arbeit; die Liebe zu meinen guten Eltern unv Vie Begeisterung für meine Kunst werden meinen Pinsel führen, und die Ähnlichkeit wird nicht fehlen. Ach, Clara, liebe Clara, Du bist und bleibst doch der gute Engel unseres Hauses!

Nach Vieser Unterredung kehrten Beive zu ihren gewöhnlichen TageSge- schäften zurück.

Für diesen Tag, vachte Clara, habe ich genug an den mir anvertrauten Geheimnissen. Drei Personen verlangten Beistand und Hülfe von mir. Nun, jede soll nach Verdienst bedient werden, soweit es in meinen Kräften steht.

Aber das gute Mädchen irrte sich.

Ihr Bestreben, Menschenkenntniß tyu erlangen, sollte noch an demselben Tage zu ihrem größten Leidwesen bereichert werden.

Als die Zeit der tadle d'höte herankam, erschien auch Adolph, der älteste Sohn des WirtheS, um sich mit an die Tafel zu setzen.

Clara, die gleichfalls Platz genommen, warf zufällig einen Blick auf den jungen Mann.

Sein Aussehen an diesem Tage machte bestürzt.

War er plötzlich krank geworden, oder ihm irgend eine Kränkung, ein Aerger in seinem Geschäfte zugefügt?

Seine sonst so blühende Gesichtsfarbe hatte sich in eine auffallende Blässe verwandelt. Seine Augen irrten unstät umher unv mehrere Male sah Clara ihn angstvolle Blicke nach der Stelle hinwerfen, wo seine Eltern saßen. Sonst immer gut bei Appetit, rührte er die schmackhaft zubereiteten Speisen kaum an, stürzte aber ein Glas Wein nach dem andern hinunter, als wenn er eine heftige innere Erregung durch den Geist des Traubensaftes gewaltsam betäuben wollte.

Da jeder von den Gästen, Damen wie Herren, mit sich selbst beschäftigt war und Herr und Madame Stiller am äußersten Ende der Tafel und daher ziemlich entfernt von diesem Sohne saßen, so wurde das seltsame Aussehen und das Benehmen des jungen Mannes von Niemandem als von Clara bemerkt.

Diese aber ließ ihn während der Tischzeit nicht aus den Augen, da sie ihm, wie Konrad, seinem Bruder, schwesterliche Zuneigung schenkte.

Noch ehe der letzte Gang herumgereicht worden, stand jAdolph vom Tische auf und verließ den Speisesaal mit hastigen Schritten, die Thür heftig hinter sich zuwerfend.

Jetzt hatte auch Clara keine Ruhe mehr am Tische.

Sie erhob sich Icife, ohne Vie Gäste zu stören, und schlüpfte auf den Flur hinaus, wo sich das Cabinet des Portiers befand. (Fortsf. folgt.)