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Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags.
Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1.
Gießemr Anzeiger.
Samstag den 24. December
1870.
Anzeige- und firmen Kreis Kießen.
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Großherzogliche Polizei-Verwaltung.
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Politischer TUj (.
“ört’btE[tnb,6i9Cn 3”°6r,flt,n S'ch-rst-llung gegen ähnliche Vorkommnisse sich
daß sie die Verfolgung ihrer Ansprüche an die Regierung des Großherzogthums wegen der ihr durch Nichtaufrechterhaltung der Neutralität zugefügten Schädigung
, ,n 23. December.
b „ p ™ f^a^n^€T' J? Cfn Stand gesetzt, bas nachfolgende Schreiben des Kanzlers des Norddeutschen Bundes an die großherzoglich luxemburgische Regierung zu veröffentlichen: 8
- Ä Versailles, den 3. December 1870.
r <.f'xCDcrcDUntfraCld)nete Äonjfcr te8 Norddeutschen Bundes beehrt sich der hoch, lobllchen Regierung des Großherzogthums Luxemburg folgende ganz ergebenste
Mlttheilung zu machen: 1
. << der Unterzeichnete sich hinzuzufügen beehrt, daß die Reaieruna,» ®(,ertr°9 $Om " Mai 1867 unterzeichnet haben, hiervon In KenntM
gezeichneten Hochachiün/^ *** *** J“ f*«»er au«!
Bon ledern der neun preußischen Armee-CorpS gehen im Laufe dieser Wocke
Bei de'm Ausbruch des Krieges hat die Regierung Sr. Maj. des Königs Di" beke^n^nal^en^m^n8^, ®.e^un86t'UPP‘" nach dem Elsaß und Lothringen ab. "t M daß sie die Neutralität des Großherzogthums Luxemburg achten würde »len««BÄ ®etnN8u"8 d" Seltjuge« nicht in ihre
U"'" d-r Borausfttzung, daß dieselbe auch von französischer Seite respeetirt und, vauernde BesaUuna Ea L , ®er6le,b‘n ,m Elsaß, res». In Lothringen als to.e selbstverständlich, von dem Großherzogthum selbst mi, Ernst und gutem Willen fehl echanVn hab!n' h. ik ™ ^tBor' cit Ersatz-Bataillone Be-
ausrecht erhalten werden wurde. L^n J hH s L- Standquartieren passende Räumlichkeiten rur Auf-
Die königliche Regierung ist diesem Versprechen getreulich nachaekommen *w? Handwerksstatten ausfindig zu machen. "
so «eit gegangen daß sie sich alle Unbequemlichkeiten Seiten hintvoM^uewen'Kurf hat einen nach allen
,n Betreff de« Transports ihrer Verwundeten auferlegt hat, welche der Protest Bevöcker, NN hiJ r« s ^"BrUcf «.macht- Das Heer und die zurückgebliebene der französischen Regierung gegen den, im Interesse der Menschlichkeit -orgeschlagr. bringen Glosse! “« f° ,6 nbthig weitere zu
nen Transport von Verwundeten durch luxemburgisches Gebiet ihr auferlegt. L Waffen ni^ a^ d k n C,e ®erbfi6un8 beruhigt fühlen, daß
3» lbrem lebhaften Bedauern aber hat das Verfahren weder' auf fran- Lrv! »unq n istVon der' ,7' T"l
lostscher noch auf luxemburgi cher <Derte den gehegten Voraussetzunaen entsprochen fnrfhP l au. ™ ^"nahme der Kaiserwurde, die weiterhin als
Eine Anzahl von Fällen, in Weichen sich eine seindstche Stimmung^Z eines e K'n a wl de b-Flcbnet wird, heißt es in der Antwort,
Thetls der Bevölkerung selbst bis zu thäilichen Mißhandlungen dortiger deutscher Stäckle^ un^ le dern dam . -ü'^"?^'" Stimm- Cer b-utschen Fürsten und freien «eamten verstiegen hat, mögen unerwähnt bleiben, um nicht die großherzogUche ch„r Sekreter b e n ^Jf hl ub”t'^lmmenBen Wunsche der deutschen Nation und Reg.erung für die Vergehen Einzelner verantwortlich zu machen, welche^ allerdings ,rauenf0I„lt£?f "4 a "' toe,tt™ ®e- Majestät mit Ver.
s Sr *■*" *“'■ “*’■ •“ ,««»»«&» iÄÄs ; Jäte a:
Em eklatanter Fall von Verletzung der Neutralität ist durch die durch nächt- seines Mibkl^'ln"'^ bkjwe,felt. Selbst die bayerischen Ultramontanen werden liche Eisenbahnzüge von Luxemburg aus betriebene Verproviantirung der Festung bringen Bauen8 6 ll-genwartige gehobene Stimmung Deutschlands nicht zu Thionville, so lange sie noch in französischen Händen war, eingetreten. Die groß- 9 d” Wiener Dresse" fAreiht- s» h „ m
hc'»°8stche Regierung hat ihr Bedauern hierüber aubgebrückt, aber nicht umhin draae tauckt nun //.A f* -6L "<?cben 6tr $cntu«' und der Luxemburg-
gekonnt, die Thatsache anznerkennen, und es ist unzweifelhaft eonstatirt b«T 2 Q ( "\4 V'» '"mantsche Frage auf. Wie wir nämlich au« guter
Beförderung der betreffenden Eisenbahnzüge nach Thionville nicht hat ohne Eon- de« Pariser Vettrlas ein M e 71an bie Signatar-
Bemenj großherzoglicher Eisenbahn- und Polizeibeamten statlfinden können. Dir führt bafi die Xinnlll? n * Mutheilung gelangen lassen, in welcher er au«- königliche Regierung hat schon bei dieser Gelegenheit ihre Beschwerde an die groß- trot/bet ^naAtraiwÄln TVfr"'* Vertrages, die Donausurstenthllmer betreffend, herzogliche Regierung gerichtet und Letztere auf die Folgen'Aufmerksam gemacht 7mäni chen Staat d^ ^"b-ss-'Ungen, welche dieselben gefunden haben, dem Welche em solches Verfahren nothwenvigerweise nach sich ziehen müsse. \ . . . ~ $
Diese Warnung ist leider nicht beachtet worv n.
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welche dieselben gefunden haben, dem e.nur c,nc Zw'tter-Existenz verschafften, welche dessen ae- dechliche Entwicklung verkümmert. Im Uebrigen beschränkt sich, wie man uns ver- 3n der neueren Zeit hat vielmehr die Verletzung der Neutralität eine 31 ue J[‘tr11 3n(räae ‘‘au' fießen °? """ f°rmu-
tebnung angenommen, welche es der königlichen Regierung unmöglich macht, (it Äenntnife nahmen und firh *h, “etDfn t’orau^4t>'tb biefe Mittheilung länger zu Übersehen. W Sbtr ^anb ^>°erl,ch in eine Diskussion bar-
Rach der Uebergnbe von Metz hat ein massenhafter Durchgang franiösischernnn firm i/,» " btl bloßen Klagen bewenden läßt und nicht
Soldaten und Offiziere durch da« Großherzogthum behufs WiebereinNitl in Frank- Streit rage gern »»schont ^ueopa steht sich mit einer neuen
«ich unter Umgehung der deutschen Aufstellungen stattgefunden. @i6 le f,i,r? ha« r „ mr..lr
3n Luxemburg selbst Hai sich der dort residirende französische Vike-Consul neu nebst dem Eommnn^^ReN t^^" EE' ""b bcfonc"l$ 6tr Elsässerin- auf dem Bahnhof ein förmliche« Bureau eingerichtet, in welchem bie Flüchtigen sässerinnen haben oef<kmn! n ® |affer totrt,en Franktireurs, die El-
Mit Mitteln und Bescheinigungen versehen worden sind, um den Marsch nach Straßburg bischmup ™ " unb fU'rf,,‘®er J“ »'•«8« ,,so lange noch Preußen Frankreich zum Eintritt in die Nordarmee fortsitzen zu können. Neckt al/ er Liften6 im döP'“6 röpubhcain Bebel“ hatte
Die Zahl der auf diese Weise den französischen StreitkräitkN zugeführten »erUibuna urück da« EU b wl f ® b * Hx1 7^as Elsaß weist bie Ein- Kombattanten belauft sich nach ben vorliegenben Angaben auf über 2000-Mann leuchtenbes Eremvel auf Jenen h“ fran?f°^* blc'be" •" Steele stellt Bebel als Von Seiten der großherzoglichen Regierung sind keine Maßregeln tagegXÄ Gazette be Franke
ergriffen worden, die französischen Militärs sind weder internirt, noch an der Rück- sie fbie Stroübur.er '„nn n 50 6 ' Waffenstillstand und Frieden reden;» kehr nach Frankreich mit der offenkundigen Absicht, an dem Kriege gegen Deutsch- leid, und verlangen" daü aeJLJ JEUd) antroorten, daß ihr Verräiher land Theil zu nehmen, verhindert worden. Dem französischen Vike-Consul sind behandelt werdet8" st 8 8 n euch da« «tandrecht geübt und ihr al» Vkrräther bei seinem ebenso offenkunbigen, der Neutralität des Großherzogthums Hohn sprechen. Der Verfall h«r f«n,ntir*.„ 6- r«. ■ .
ben Verfahren, feine Schwierigkeiten in den Weg gelegt worden. vorzubereiten aud) in (SnniVnh^" n,ct|' allein in Deutschland
Daß in diesem Durchzuge durch das Großherzogthum zum Zweck des Ein- in Konfbct ' Dem , m f“m“en b>« getjllicben SBelfötben mit den weltlichen tritt« in die aktiven sranzosifchen Streitkräfte, in der offieiellen Vermittelung des- fcheiduna vor der bie er?1'6*« Ii,9t ein S“n $ur Ent-
felben durch ben Beamten der französischen Regierung, in der Duldung dieses Giistlichendiseivlin aeaenllb»? n Weltli<^en Richterbehorde der katholischen Verfahren« durch die großherzogliche Regierung, eine flagrante Verletzung der hat ein UntergMich« seinen^Vo^s.u»'9 b""»'- «ul Anregung de« DiocesarS Neutralität des Großherzogthums liegt, kann nickt in Zweifel gezogen werden. meinde wäbrend dr« Borg fetzten am Hochaltar vor versammelter Ge-
Htermit sind die Voraussetzungen, an welche d,^ königliche lRegierJng^die k7t wand?» «ch Va.« ^8« 8°strast. Zur Rügung dieser Ungehörig-
Beobachtung der Neutralität des Großherzogthum« knüpfen mußte, nicht mehr Worte des von ^hm inlluirten T? ““or* ?lefe' b'ü'0,c i,Bo* bie
»orhanden. r71 °°" ,n8“",jn Untergeistlichen. Darauf wandte der Beleidigte
In Folge dessen hat der Unterzeichnete auf Befehl Sr. Majestät des König« Diocefe mit Suspension Th bflfÜr btm E'eneralvicar der
^'Ehre, der großherzogltchen Regierung zu erklären, baß bie königliche Regierung O'Keefe legte bem Richter Na«T^ t. b °b ' n’enn " n,,t t,r Klage vorgehe, such ihrerseits in den militärischen Operationen ber beuischen Heere sich burch keine EinschückteLunae» nJ* 606 ®ibreibcn eor »nb bieser erklärte, baß er dergleichen Rückst», auf die Neutralität de« Großherzogthums niehj gebunden erachtet, und gemeLn Beif ll un ex fcÄ" bestrafen werde. Da« Urtheil fand all- vrüche an die Reaierunn frt« ' n ^«weienoen.


