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widerlegt Mill's Zuschrift an die Times. Eine berliner TimeSdepesche meldet, Rußland- Aeußerungen wären so friedlich wie möglich. Rußland läugnet den Ankauf americanischer Kriegsschiffe für da- Schwarze Meer ab.

Actien.

Frankf. Bank 13O3/4 Franks. Vereins-Kasse 100 Darmst. Bankact. 312 Wien Bankactien 685 Galizien 224

Danna gegangen, um seine Schäden auSzubeffern und dann das Duell aufs Neue zu beginnen; diesmal hoffentlich mit noch besserem Erfolge. Der Verlust an Verwundeten und Toden ist nur gering, da der Kampf ein reiner Artilleriekampf war, und es in der Absicht des deutschen Schiffes gelegen zu haben scheint, seinen Gegner durch Schüsse dicht über dem Wasserspiegel zum Sinken zu bringen."

Telegraphische Depeschen.

München, 22. Nov. Die Korrespondenz Hoffmann dementirt das Tele­gramm der Augsburger Allgemeinen Zeitung und sagt: Bayern werde seiner Machtstellung und Kriegsthaten entsprechende Vorbehalte bezüglich seines Eintritts in den Norddeutschen Bund machen.

4 Wien, 22. Nov. DasTelegraphen-Correspondenz-Bureau" meldet: Konstantinopel, 21. Nov. In gut unterrichteten Kreisen wird versichert, daß die Türkei jeden Conflict mit Rußland zu vermeiden wünscht und die Mächte, welche den Pariser Vertrag mitunterzeichnet haben, zu bewegen sucht, das verlangen Rußlands in Betracht zu ziehen.

ch Bremen, 22. Nov. Der Lloyd theilt mit: Der DampferRhein" ist von Newyork glücklich in Bremerbafen angelangt. Der neuerbaute Dampfer Köln" ist von Greenock auf der Weser eingetroffen.

Tours, 21. Nov. DieFrance" bringt ein Telegramm aus London, Eng­land respectire zwar noch die bereit- abgeschlossenen WaffenlieferungSverträqe, ver­biete aber von heute an jede Waffenausfuhr. DerMoniteur" sagt, Rußland mag das Recht haben, eine Vertragsreviston zu verlangen, nur die eigenmächtige Lossagung von demselben sei unstatthaft.

/X Brüssel, 22. Nov. DieIndependance" enthält eine Londoner Privat- Correspondenz, nach welcher man in maßgebenden Kreisen der Ueberzeugung sei, daß England für den Fall eines Krieges im Orient die Oberleitung der Kriegs­operationen übernehmen und zur Sicherung seiner Verbindung mit Indien sich materielle Garantien, etwa die Besetzung des Suezcanals, ausbedingen müsse.

/X Brüssel, 22. Nov. Die am Montag ausgegebeneFrance" meldet aus Toulon: Die vor acht Tagen aus Havre ausgelaufenen, zur Mitwirkung bei der Vertheidigung von Lyon bestimmten Panzerbatterien Nr. 7 und 11 sind mit dem gejammten Material verunglückt, die Mannschaft wurde gerettet.

/X Brüssel, 22. Nov. DasEcho du Parlament" meldet: Odo Russell ist mit einer Versöhnungsmission nach Versailles, betreffend die bisherige englische Waffenlieferung für Frankreich, betraut.

Brüssel, 22. Nov. Gestern wurde St. Quentin von den Preußen besetzt. Jede Eisenbahnverbindung von dort ist unterbrochen. General Man­teuffel steht zwischen der Loire-Armee und der Nord-Armev (unter Bourbaki), deren Vereinigung verhindernd. Pariser Ballondepeschen vom 20. d. lauten überaus traurig.

Die Hausse des gestrigen Abendverkehrö, welche durch friedlich lautende Nachrichten aus Landon hervorgerufen war, veranlaßte beute zahlreiche NealifationSverkäufe, wodurch die tourst sich nicht behaupten konnten. Die Bestätigung erwähnter Nachrichten ist bis jetzt ausgeblieben. Stimmung matt.

Vermischtes.

Beuthen, (Oberschlesten), 17. Nov. lieber die Erplofion der Dynamitfabrik meldet die ,Schles. Ztg.":Die Fabrik war in einem 20 Fuß tiefen Erdschachte erbaut und mit einem 12 Fuß hohen Erdwalle umgeben; die Dynamitbereitung wurde darin seit ungefähr vier Monaten mit entern Erfolge betrieben. Die Erplofion zerstörte da- aus Bindewerk erbaute Laboratormm, und in weitem Umkreise ist die Feldmark mit Holz- und Erbstücken bedeckt. Das außerhalb des WalleS stehende Beamten- und Arbeiterwohnhaus ist stark beschädigt. Obgleich in der Fabrik aerade Mittag gehalten wurde und daher glücklicher Weise nicht alle Arbeiter im Laboratorium anwesend waren, so sind doch sieben Arbeiter und Arbeiterinnen getödtet und drei außerhalb be­schäftigt gewesene leicht verletzt worden. Der technische Leiter der Fabnk, Justus Fuchs, bezeugt: Die Ursache der Erplofion ist einzig und allein in einer mehr als groben Fahrlässigkeit eines beim Nitroglycerinapparat bereits seit drei Monaten beschäftigten Vorarbeiters zu suchen, der in einer unbegreiflichen Nachlässigkeit daS im Nitroglycerinapparat befindliche fertige Nitroglycerin, statt in den dazu bestimmten, mit Wasser gefüllten Bottich, daneben auf die Dielung laufen ließ, welche durch Berührung mit den concentrirten Sauren in Brand gerieth, das damit gemischte Nitroglycerin entzündete und durch die nun entstehende große Hitze daS in den unmittelbar darüber stehenden Bottichen befindliche Nitroglycerin zur Erplofion brachte. Der betreffende Vorarbeiter hatte noch genügende Zeit zu flüchten, und ist nur durch Glassplitter leicht verletzt."

Herr Bissinger, ein Pforzheimer Bijouteriewaarenfabrikant, welcher bekanntlich dem Grasen Bismarck eine kunstvoll gearbeitete goldene Feder zur Unterzeichnung des Friedens dedicirt hatte, hat nun folgendes Schreiben, d. d. Versailles, 13. November, erhalten:

Euer Wohlgeboren schönes und kunstreiches Geschenk hat der Großherzogliche Minister­präsident, Hr. Jolly, mir zu übergeben die Güte gehabt. Ick finde mich in einiger Verlegenheit, wie ich meinen Dank dafür aussprechen soll; in einer Zeit, wo daS Schwert der deutschen Nation so ruhmreiche Thaten vollbracht hat, thun Sie der Feder beinahe zu viel Ehre an, indem Sie dieselbe so kostbar auSstatten. Ich kann nur hoffen, daß der Gebrauch, zu welchem Sie diese Feder im Dienste des Vaterlandes bestimmen, dem letzteren zu einem dauernden Gedeihen in einem glücklichen Frieden gereichen möge, und ich darf unter Gottes Beistand versprechen, daß sie in meiner Hand nichts unterzeichnen soll, waS deutscher Gesinnung und deS deutschen Schwertes nicht würdig wäre. Empfangen Sie mit meinem Danke zugleich den Ausdruck meiner persönlichen Hoch­achtung. (gez.) v. Bismarck."

O Aus dem Kreise Nidda, 17. Nov. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Oberhessische Eisenbahngesellschaft, für ihre Ortenberger Zweigbahn zu expro- priiren, ohne eine Concession zu besitzen. Da unsere hohe Regierung den Stän­den versprochen hat, das Gesetz von 1867, welches den Gemeinden die Erpro- priationskosien auferlegt, nicht mehr anzuwenden, so soll die Concession der Gießen'Gelnhäuscr Bahn auch als für die Zweigbahn gültig angesehen werden! ; Da sollen denn die Expropriationskosten der Zweigbahn auch noch den Gemein- den an der Gelnhäuser Bahn aufgebürdet und eine Anzahl Gemeinden um die ; Ortenberger Station mitbelastet werden! Werden die Gemeinden sich dies ge- 1 fallen lassen? Hat man je gehört, daß ein Mensch, der zwischen Stockheim und Ortenberg reist, sich auf der Gießen - Gelnhäuser Bahn zu befinden glaube? 1 Nein: die Eifenbahngesellschaft hat für die Zweigbahn keine Concession. Ohne Concession keine Expropriation! ohne Expropriation keine Landabtretung! Gerade das beste Land der Gemarkungen Stockheim, Selters und Ortenberg soll wieder weggenommen werden; wenn das endlich geschehen müßte: nun, so mag e- die Gesellschaft aus ihrer Tasche theuer bezahlen, aber nicht auf Kosten der ' Gemeinden!

Darmstadt. Nach denHess. Volksbl." haben die hessischen Finanzaccesststen Albrecht, Hartmann und Stöxger Anträge zur Verwendung als Steucrempfänger ' im Elsaß mit IahreSgehalten von 57000 FrcS. erhalten.

Darmstadt, 21. Nov. Der Großherzogliche Gesandte am Norddeutschen 1 Bunde und Bandesbevollmächtigte, Herr Geh. Legationsrath Hofmann, ist gestern 1 Nachmittag nach Berlin zurückgekehrt.

J Berlin, 21. Nov. In der heutigen Sitzung des Bundesrqthes unter < dem Vorsitze deS Staatsministers Delbrück legte das Präsidium die Vcrhandlun- 1 gen mit den Bevollmächtigten Hessens und Badens vom 15. Nov. vor, nebst 1 der diesen Verhandlungen angeschlossenen Verfassung deS deutschen Bundes, sowie ein Gesetzentwurf wegen ferneren Geldbedarfs für die Kriegsweiterführung und wegen des Remuneration-etats für die Verwaltung der Darlehenskassen.

Breslau, 22. Nov. Die Hausblätter melden, daß Canonicus Dr. Baltzer, Professor ReinkenS und ReligionSlehrer Dr. Weber ab officiis fuSpendirt sind.

München, 16. Nov. Der von der demokratischen Presse vielfach angefeindete Beschluß der Nürnberger Gemeinde-Collegien, auS dem städtischen Reservefonds 35,000 Thlr. für die Victoria-Jnvalidenstiflung zu geben, ist von der Kreis- reaierung von Mittelfranken als vollständig gesetzmäßig bestätigt worden.

München, 20. November. Wie demMärk. Corr." geschrieben wird, wer­den die Minister, wenn sie nach ihrer Rückkunft die Verträge dem König vorgelegt und seine Erlaubniß erwirkt haben, die ersteren ihrem Hauptinhalt nach veröffent- lichen und so über ihre Thätigkeit in dem deutschen Einigungswerke Mittheilung geben, noch ehe sie mit dem Resultat der Verhandlungen vor den Landtag treten. Dr. Sigl, der Herausgeber des hier erscheinendenVaterland", giebt in seinem Blatte zu, daß er unmittelbar nach der Kriegserklärung die in St. Cloud auf- gefundene Depesche an dieCorrespondenz Germania" in Paris abgefandt habe, sucht diesen Schritt jedoch als etwas Gleichgültiges und Unschuldiges darzusteven. (!) X, München, 21. Nov. Glaubhaften Mittheilungen zufolge sind alle Vorbe­reitungen zur demnächstigen Reise de- Königs Ludwig nach Versailles getroffen.

v AuqSlmrg, 21. Nov. DerAllg. Ztg." wird aus München von heute telcgraphirt:Nach soeben eingetroffener Nachricht aus Versailles ist auch über den Eintritt Bayerns in den norddeutschen Bund ein Einverständniß erzielt. Der Schluß der Verhandlungen steht bevor."

x Stuttgart, 21. Nov. Der Staats-Anzeiger für Wurtemberg meldet: Die Minister Mlttnacht und Suckow erstatteten, nach vorgängigen längeren Be- rathungen im Gesammt-Ministerium, am 19. November dem Könige einen ein- aehenden Vortrag über das Ergebniß der Verhandlungen in Versailles. Diesel- ben sind am 20. Nov. mit Auftrag des Königs nach Berlin gereist, um dort die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen. , ,

Dresden, 21. Nov. Die hier detinirtenknegSgesangenen Offiziere Henn Aubert Capitan 28. de ligne, MariuS Sengler, Lieutenant 28. de ligne, haben einer amtlichen Bekanntmachung zufolge ihr schriftlich gegebenes Ehrenwort, Dres- Len ohne Erlaubniß der Militärbehörde nicht verlassen zu wollen, gebrochen und sind am 20. d. M. Hier aus desertirt.

Rom 18. Nov. Die Ankunft des Komgs ist neuerlich auf 1. Januar 1871 verschoben worden. Die Festcommission stellte ihre Thätigkeit ein. Der Nord- bundaesandte, Herr v. Arnim, verkehrte sehr viel und freundschaftlich nut Antonelli. Die Clericalen hoffen mehr als je von Preußen. Der ,/^trcolo 9!omano' ernannte Garibaldi durch Acclamation zum Ehrenpräsidenten. Fürst Torloma hat den Jesuiten seinen Palast in der Leoninischen Stadt angeboten.

Rom. 20. Nov. DerB. B.-Z." telegraphirt man:Mehrere hiesige Blätter verlern, im Vatican seien an 10,000 Gewehre sammt Munition ver­wahrt, und warnen die Regierung zur Vorsicht bezüglich der Immunitatserklarung der dem Papste belassenen Oerttichkeiten."

vßnrto 7. Nov. Die hiesigen Zustände haben sich seit Entfernung des MinifteriumS^Saldanha entschieden gebessert. DaS Volk und die Kammern scheinen das neue Ministerium zu unterstützen, und sind die StaatSpapiere von 28 auf 33 gestiegen. Der Finanzminister sistirte den Verkauf der portugiesischen

Bonds in London. , . t m ,

Eine große Commission in Lissabon, die in den bedeutenden Provinzial- städten Filialen hat, sammelt eifrigst für die Verwundeten des jetzigen Krieges und sandte bereits hübsche Spenden an Geld, Portwein, eingemachten Fruchten, Kleidung u. s. an den internationalen Verein in London. Die öffentliche Mei­nung spricht sich mehr und mehr für unsere gerechte Sache aus.

London 19. Nov. Granville erklärte gegenüber mehreren diplomatischen Agenten, daß ^England alle nöthigen Vorsichtsmaßregeln treffe, daß es jedoch nur dann zu den Waffen greifen werde, wenn die Verletzung des Vertrags von 1856 unzweifelhaft feststDas auswärtige Amt macht folgende Mittheilung: Peking, 3. Nov. Der englische Gesandte Wade erwartet, daß die Verwendung von Militärmacht nirgends nothwendig werde.

Loudon 22. Nov. Lord Russell beantragt tn einer Zuschrift an die Ti- me- hunderttausend Milizsoldaten nebst Reserve einzukleiden. Lord ShafteSbury

Börsennachrichten. 22. November 1870.

Preuss. 41/2% Oblig. Frankf. 31/2% Obi. 783/4 Nass. 41/2 o/g Obi. 901/2 Kurhess. 40/0 Gr. Hess. 5% Obi. - n 4% n 925/8 n 31/2<>/o -

Bayer. 5% » 96

41/2% 1jährige 90/2 4O/o V4 jährige

Würtemb. 41/2% Obi. 90*/2 Baden 4*/2°/o Oblic. E. L. Oesterr. Silberrente 53Vg n Papierrente 441/4 50/g M. steuerf. 441/»

Amerik. Bonds 1881 r 955/g

1882r 93i/8

1885r 921/2

1887r 927/8

Spanier, neuest. 3% 303/s

Actien.

Oest. Creditact. 233 50/g östr. F. St. E. B. 355 Lombard. Bahn 166^/4 Ludwigsh.-Bexbach 162i/2 Maxbahn 107 >/4 Bayer. Ostbahn 123

Hess. Ludwigsb.-Act. 1311/2 Alsenzbahn-Actien Oberhessen 66

Prioritäten.

30/0 oster. Stsb.-Prior. 543/4 3O/o öst. s. Lombard 45 30/g Livorneser 30*/2 50/g Toscaner 493/< 50/g Elisabeth.-Prior. 751/2 do. II. Emiss.

Anlelaensioose.

Kurh. 40 Thlr. Loose Nassau 25 fl. 17 40/g bayr. Präm.-Anl. 105 Ansbacher 7 fl. 13 40/0 badische Loose IO41/2 Badische fl. 35 Loose 583/4 Oestr. fl. 250 v. 1836 1858r Prioritätsloose 1860r Loose 735/8 1864r 109

Braunschweiger 16% Stadt Madrid 203/g

Wechsel.

Amsterdam

k. s. 1001/4

Augsburg

k. S. 100

Berlin

k. S. 1047/s

Bremen

k. S. 971/s

Cöln

k. S. 105

Hamburg

k. S. 88

Leipzig

k. S. 1047/g

London

k. S. 1187/g

Lyon

k. S.

Paris

k. S.

Wien

k. S. 95

ditto

m. S.

ditto

1. 8. -

Disconto

40/g G.

Geldsorten.

Pr. Cassen-Sch. 1 453/445

Sachs.

Div. Cassen-A.

Pr. Friedrdor 9 5859

Pistolen .

. 9 47 49

doppelte 9 47 49

Holl. fl. 10 St. 9 54 k 56

Ducaten .

. 5 3739

20 Frankenst. 9 321/2331/2

Engi. Sover. 11 5458

Russ. Imp

3r. 9 48-50

Dollar in Gold 2 2728