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9 Uhr stürmten wir mit Hurrah, Tambour und Musik gegen Orleans und — Orleans war genommen. Viele Franzosen ergaben sich. Wir marschirten au, einen freien Platz. Die Bayern kamen mit Musik angezogen. Das Hurrahruftn nahm kein Ende; es war ein schöner Augenblick. Hungrig und müde legten wir uns aus das Pflaster, gegen 11 Uhr kamen wir in Alarmquarticr; halbe Com- pagnieen in ein Haus. Nachts wurden noch einige Posten von unseren Leuten von den Franzosen, welche sich in den Hausern versteckt hatten, erschossen. Die Einwohner mußten gestern alle ihre Waffen abliefrrn und wurden einige Tausend Gewehre, Flinten, Sabel u. s. w. herbeigebracht. Gefangene wurden noch Viele eingebracht. Heute Morgen hatten wir Gottesdienst auf der Straße.
Die Berliner „Börsenztg." vom 19. Octbr. schreibt: Es ist heute hier allgemein das Gerücht verbreitet, daß Metz capitulirt habe und zwar führt man eine derartige Menge von Details an, daß dieses Gerücht hierdurch scheinbar sehr glaubhaft wird. Nach unseren Informationen liegt die Sache solgender- maßen: Es sind als Resultat langer Verhandlungen, welche der General Boyer im königlichen Hauptquartier mit dem General Moltke und zum Theil auch mit dem Grafen Bismarck geführt hat, die Bedingungen für eine Kapitulation von Metz, welche das Aeußerste darstellen, worauf man deutscher Seits eingehen würde, vereinbart worden. Mit diesen Bedingungen ist gestern der General Boyer aus Versailles nach Metz zurückgekehrt und es wird nun darauf ankommen, inwiefern Marschall Bazaine auch seinerseits diese Bedinaungen acceptirt. Da dem General Boyer nun zu gleicher Zeit in bestimmtester Weise erklärt ist, daß man sich deut« scher SeitS an die vereinbarten Bedingungen nur, von heute an gerechnet, fünf Tage gebunden halte und auf eine Erneuerung der Verhandlungen späterhin mcht eingehen werde, so ist für eine Annahme der -jetzigen Stipulationen von Seiten des Marschall Bazaine allerdings eine derartige Pression ausgeübt, daß man der Uebergabe von Metz noch im Laufe dieser Woche entgegenseben darf, zumal die Bedingungen für den Marschall persönlich ziemlich ehrenvoller Art sind.
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Tours, 20. Octbr. Das aus Paris hier eingetroffene „Journal officiel" vom 18. d. veröffentlicht die Entgegnung Favre's auf das Rundschreiben des Grafen Bismarck, betreffend die Zusammenkunft in Ferneres. „Es ist gut", sagt Favre, „daß Frankreich weiß, wie weit Preußens Ehrgeiz geht. Preußen begnügt sich nicht mit der Eroberung zweier Provinzen, es verfolgt systematisch das Werk unserer Vernichtung. Frankreich darf sich keinen Illusionen hingeben; es handelt sich um Sein oder Nichtsein. Indem man Frankreich um den Preis von drei Departements den Frieden anbot, muthete man ihm Schmachvolles zu. Frankreich wies das Anerbieten zurück, dafür bedroht man es mit Vernichtung. Dies die Situation. Doch unsere Leiden und Gefahren erscheinen mir besser, als der unbeugsame grausame Ehrgeiz Des Feindes. Auch besiegt, bliebe Frankreich im Unglück so groß, daß es der Gegenstand der Bewunderung und Sympathie der ganzen Welt sein würbe. Viellncht war Frankreich die schlimmste Prüfung nöthig, um geläutert daraus hervorzugehen."
Tours, 20. Oct. Bourbaki hat sich über Rouen nach Lille begeben. Briand übernimmt das Commando in der Normandie.
London, 18. Oct. Burnside ist in Belgien eingetroffen, da sich sein letzter Versuch, den Frieden zu vermitteln, erfolglos gezeigt. Die Pariser Regierung soll eine Friedensvcrhandlung, für welche größere Gebietsabtretungen die Grund- läge bilden, schlechthin für unmöglich erklärt haben. Es heißt, die Washingtoner Regierung habe gefunden, Burnside gehe bereirs in seiner Vermittlung zu wert, ; und deshalb habe dieser, statt sich nach Tours zu begeben, zunächst sich nach Brüssel
Die „Mainzeitung" ertheilt aus Rezonvllle, 18. d., folgende Mittheilung: „Seit vorgestern Nacht stehen wir in vollständiger Marschbereitschaft, welche auch noch für den heutigen Tag fortdauern soll. Man glaubte an einen letzten verzweifelten Ausfall Bazaine's. Französi;che Patrouillen legten vorgestern ihre Waffen vor unseren Vorposten nieder und theilten uns mit, die Bürgerschaft in Metz habe Bazaine inhaftirt und dränge ihm nun vaS Versprechen einer baldigen definitiven Entscheidung ab. Einwohner wie Soldaten seien in einer höchst unzufriedenen aufgeregten Stimmung. Die hessische Division wird den 21. d. wieder in den Vorpostendienst kommen."
Der „Weserzeitung" berichtet man: „Aus Metz haben, so wird heute er<
x/ Frankfurt, 19. Oct. Der frühere italienische Gesandte beim Bunde, Graf Burral, halt sich augenblicklich hier auf und steht im Begriffe, in das Haupt- quartier nach Versailles abzureisen. Auch sind (wie das Intelligenzblatt an M Spitze seiner heutigen Nummer mitthcilt) mehrere russische Couriere auf ihrer Reise nach dem Hauptquartier heute hier durchgekommen. — Die Stadtverordneten haben in ihrer geheimen Sitzung gestern Abend die Forderung des Senats von 25,000 Fl. für die Notleidenden Straßburgs im Hinblicke auf die äugen« blickiiche schlechte Finanzlage unserer Stadt auf 10,000 Fl. ermäßigt.
v Offenbach, 21. Oct. Die Zahl der hier verhafteten Social-Demokraten hat sich' um 2 vermehrt und sind nunmehr 12 internirt, vier davon im hiesigen Bezirksgefängniß, und acht wurden nach Langen verbracht, wohin vorgestern Abend auf telegraphischem Wege deren Ankunft angemeldet wurde, wo aber bei ihrem Einbringen, Abends 11 Uhr, wahrscheinlich aus Vergessenheit, noch keine Vor- bereitung zur Aufnahme in das dortige Bezirksgefängniß getroffen war. Sämmt- liche Verhafteten sollen der Theilnahme an hochverrätherischcn Unternehmungen beschuldigt und auch darauf bezügliche Schriftstücke bei hier stattgehabten Haussuchungen gefunden worben sein.
v Mainz, 19. Oct. Der hiesige „Anzeiger" berichtet: „Unter Eskorte einte bayerischen Soldaten wurde heute Morgen ein französischer katholischer Pfarrer als Gefangener eingcbracht. Dieser Fanatiker soll beschuldigt sein, mehrere Brunnen im Elsaß vergiftet zu haben." r
v Köln, 19. Oct. Die in dem Zeltlager auf der Wahner Harde befindlichen TurcoS haben dasselbe heute verlassen und sind nach Wesel geschafft worden, um in den dortigen Casemattcn internirt zu werden. Diesrlben waren Anfangs zusammen in nebeneinander befindlichen Zelten untergebracht, da hieraus aber mancherlei Inconvenienzen entstanden waren, die in dem Gevahren der TurcoS ihren Grund hatten, so war man dazu übergegangen, sie unter die übrigen Kriegsgefangenen zu mischen. Die rauhere Jahreszeit, die in den leichten Leinwandzelten allen Kriegsgefangenen sehr zusetzt, übt namentlich auf die an wärmere Temperatur gewöhnten Afrikaner in Bezug auf die Gesundheit sehr nachtheiligen Einfluß, und hat man deshalb Bedacht darauf genommen, sie in wärmeren Räumen unterzubringen. Bis zuletzt sind wiederholt Bestrafungen derselben, namentlich wegen Diebereien, vorgekommen. Mit der Ausstellung von Baracken in Fachwrr» wobei stets ein Theil der Kriegsgefangenen verwendet wird , geht cs rüstig vor- i wärts. Zwei lange Reihen derselben sind in Holzwerk fertig.; sie werden spater ■ bei den alljährlich stattfindenden Schießübungen der Artillerie auf der Mahner : Haide denselben als Easernements dienen. Für die Kriegsgefangenen find berel
die zweiten wollenen Decken angelangt. Interessant ist, daß seit einigen Tagen
V Gießen, 22. Oct. Aus einem uns gütigst überlassenen Feldpostbrief d. d. Orleans, 13. Oct., welchen ein junget Gießener, der beim 32. Regiment steht, an seine Eltern schreibt, entnehmen wir über die Schlacht bei Orleans Fol- genves: Den 6. Oktober Mittags 4 Uhr rückten wir von Brie Comte Robert ab und marschirten bis Abends 8 Uhr nach Corbeil, wo wir aus der Straße bivouakirten. Wir glaubten nach Paris zu marschiren, aber wie wir den anderen Tag hörten, rückten wir einer französischen Armee entgegen, welche von Süden her gegen Paris marschirte. Nach großen Märschen kamen wir den 9. nach Angerville. Hier waren die Bayern schon im Gefecht gewesen und batten 30 big 40 Franktireurs gefangen genommen. Diese Franktireurs tragen dunkelblaue Civilröcke und einen großen Filzhut mit der Aufschrift Partisans de Guerrs. Wir rückten um 7 Uhr von Angerville ab. Gegen 11 Uhr hörten wir starken Kanonendonner, die Bayern waren auf den Feind gestoßen und hatten ihn, bis wir ankamen, zurückgeschlagen. Dies war das Gefecht von Artenay', welches Dorf in Brand geschossen wurde, ebenso ein anderes Dorf. Wir kamen nicht in’« Feuer. Wir marschirten um 3 Uhr zwei Stunden zurück, und kamen um 5 Uhr in ein Dorf in’S Quartier, nämlich in eine kalte Scheuer. Den 11. Oktober, Morgens um 2 Uhr mußten wir schon wieder heraus. Um 3 Uhr marschirten wir nüchtern, mit einem bischen Brod in dem Beutel ab; nur der Mond schien uns in den Magen. Gegen 9 Uhr stieß unsere Cavallerie auf den Feind; wir hatten an diesem Tage die Avantgarde. Die Artillerie nahm das Feuer auf und warf den Feind zurück. Ungefähr 2 Stunden darauf hörten wir wieder Kanonendonner und wir kamen dem Feinde bet; derselbe hatte einige Dörfer und Weinberge besetzt. Unsere Compagnie griff zuerst mit der 9. Gonu pagme an und es begann ein mörderliches Feuer. Hunger und Durst hatten wir wie die Löwen, mit vollständigem Gepäck, den schweren Tornister auf dem Rücken, ging es vorwärts. Das erste Dorf wurde genommen. Die Artillerie von uns feuerte auf dem rechten Flügel und schoß ein Dorf in Brand. Die Bayern auf dem linken Flügel. Die Franzosen hatten sehr gute Stellungen; es fielen eine Masse Leute von uns ehe sie zum Weichen gebracht wurden. Unsere Schützen saßen auf den Dächern und feuerten unaufhörlich; endlich gingen die Franzosen zurück; es war lauter Linienmilitär. Wir hatten einen schrecklichen Marsch, mußten uns durch die Weinberge durchdrücken, welche sie lange behaupteten; Gefangene wurden viele gemacht. So ging es weiter bis Abends 8 Uhr; es war schon ganz finster, die Kanonen donnerten, Dörfer brannten; wir kamen vor Orleans, in der einen Hand das Gewehr, in der anderen Hand den Säbel um uns Lücken in die Hecken hauen und vorrücken zu können. Ungefähr um
zurückgezogen. (N. fr. Pr.)
Nach einer Depesche aus Rocroy vom 19. d. haben Ballon-Reiscndc dahin Vie Nachricht aus Paris gebracht, daß die Preußen in der Nacht zuvor die Re- doute der Hautea-Bruyvres und Bicetre angegriffen haben. Nach zwei dreistündigen Kämpfen wurden sie „zurückgeschl^gen".
Aus Hongkong, 1. Sept., wird gemeldet: Der preüßischen Corvette „Hertha" ging am 9. verflossenen Monats die Nachricht von Der Kriegserklärung Frank- reichs gerade in dem Augenblicke zu, als sie im Hafen von Clefoo, wohin sie zum Schutze der Europäer gegangen, zwischen zwei französischen Kriegsschiffen, der „Venus" und „Dupleix", vor Anker lag. Es gelang der „Hertha", bei finsterer Nacht Der gefährlichen und übermächtigen Nachbarschaft (die „Venus' !ft ein 50-Kanonenschiff) vom 9. zum 10. glücklich zu entschlüpfen.
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Belgischen Blättern zufolge werden di- bei der römischen Cune begiaubtgten Gesandte/in Rom bleiben. Das „Journal de Bruxelles' roiü dann einen Beweis erblicken, daß die Mächte di- geschehenen Thatsachen nicht anerkennen. Es wird versichert, daß Vie Mächte der päpstlichen Regierung mittheilen ließen, daß nach ihrer Ansicht für den Papst kein nöthigender Grund vorliege, Rom zu »er. lassen. Indessen bringt seine Lage doch tagtäglich eine Menge Unjutraglichkeiten mit sich So macht ein Correspondent der Wiener „Press- darauf au,merkiam. daß Cer heil. Baler, wenn er ausgeht, seinen Segen geben muß wenn nicht au freiwilligem Antriebe, so doch allen jenen Personen, welche an 1 ibm niederknien. Es liegt in den Bolksgebräuchen, den heiligen seiner Spaziergänge sogar anzurufen: „Santo Padre! la benedizione. woraus bet Papst allsogteich die Rechte erhebt und die Appellirenden einsegnet. Ginge nun der römische Pontifex spazieren, so könnte er den italienischen Truppen, welche vor ihm nieierknleten, feinen Segen nicht verwehren und dieser Art wäre «ne Art Anerkennung Der Okkupation in Deren Instrumenten. Der von Der G'unta in ara coeli projectirte Trauergottesdienst für Die am 20. September Gefallenen mußte unterbleiben, weil den Geistlichen hierbei zu fungiren untersagt wurde. Der Papst will übrigens Niemanden mehr empfangen. General Lamarmora hat den Auftrag, um keine Audienz zu ersuchen und blos im Vaticane zu erscheinen, wenn man ihn von Dort aus rufen sollte. Alle Diplomatischen Geschäfte, welche seit Dem Sturze des weltlichen Regiments nur einen sehr beschränkten haben, werden zwischen Den Botschaftern unD anderen Vertretern fremder Machte einerseits und Dem Staatssekretär andererseits verhandelt. Dieselben bcst-hen theils in Vermittelungsvcrsuchen, theils in Vorschlägen auswärtiger Residenzen. Die römische Curie giebt ihnen wenig Gehör.
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r»enn nid)t aus jählt, gefangene französische Soldaten berichtet, daß die Mobilgarde, mit Fort- Kraken vor fttzung der Vertheidigung unzufrieden, revoltirend Dem Marschall Bazame vor Varrr während ras Quartier gerückt sei, um ihn zur Uebergabe des Platzes zu bewegen. Ist M die Nachricht begründet, so wird Der Telegraph Darüber berichtet haben, bevor diese Zeilen in Ihre Hände gelangen. Deserteurs aus Metz, welche sich in den letzten Tagen bei verschiedenen unserer Vorposten namentlich des 3. Corps (nord- westlich Der Festung) gemeldet haben, haben Die Nachricht mitgebracht und hin- zugesügt, daß der Marschall Bazaine zu seinem Schutze fünf Mitrailleusen vor seinem Palais habe auffahren lassen. Die Lage in Metz wird als nicht länger haltbar bezeichnet. Krankheiten und Proviantmangel Drängen zur Uebergabe oder zum Verlassen Des Platzes. Selbst BroD soll nicht wehr vorhanden sein. Daß als Fleisch piise schon seit lange Pferdefleisch ohne Salz gereicht wurde, ist be-


