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Die Geheimnisse einer jungen Mamsell.
(Fortsetzung.)
„Gut," sagte Gräfin Labinsky, „Sie sollen sogleich erfahren, um was es sich handelt."
— „Ich höre, Frau Gräfin."
— „Sie kennen doch den jungen Arthur Windforth."
„Allerdings kenne ich ihn. Die Familie Windforth wohnt ja schon einige Zeit hier."
— „Er ist eben kein hübscher junger Mann."
— „Nein, ein Adonis ist er nicht."
— „Aber sein Vater soll sehr reich sein."
— „Ja, wenigstens hat es den Anschein,"
— „Nun denn, Herr Arthur hat sich sterblich in meine geringe Person verliebt."
— „Und Sie auch in ihn, Frau Gräfin?"
— „Das nun gerade nicht. Aber ich bin Wittwe, stehe allein in der Welt. Man rst so vielen Anfechtungen ausgesetzt. Ich will es nicht läugnen, daß mir eine Parthie, die meine Zukunft sicher stellen würde, willkommen wäre."
Clara lächelte:
— „Ah, und deshalb sind Sie nicht abgeneigt, den jungen Windforth zu erhören."
— „Ja, mein Kind, — gewisse Verhältnisse zwingen mich dazu, an eine vortheilhafte Heirath zu denken. Nun Hal der Herr Arthur, der die Befürchtung hegt, seine Eltern würden schwerlich einwilligen, daß ihr Sohn sich mit mir, einer unbekannten Polin, vermähle, mir den Vorschlag gemacht, mit ihm heimlich n^ch England zu entfliehen. Dort will er sich mit mir trauen lassen, und dann ferne Eltern um Verzeihung bitten, daß er sich ohne ihre Einwillr» gung eine Gattin genommen. Da er der einzige Sohn ist, so hofft er fest darauf, Verzeihung zu erhalten."
Clara schüttelte den Kopf.
„Hm!" sagte sie, „darauf ist doch wohl nicht mit Sicherheit zu bauen." „Warum nichts" fragte die Polrn.
„Ich kenne Master Windforth zwar nur oberflächlich," versetzte das junge Mädchen. „Aber nach seinem Aussehen zu schließen, scheint er ein Mann zu sein, ressen Herz nicht weniger als weich und nachgiebig ist."
— „Arthur behauptet aber das Gegentheil."
— „Ja, freilich, er ist der Sohn und muß seinen Vater besser kennen als ich. Ader, wenn ich fragen darf, gnädige Gräfin, weshalb machen Sie mich zur Vertrauten in dieser Angelegenheit."
Die Gräfin faßte ihre Hand und drückte sie.
„Weil ich durch Sie erkunden möchte, ob Master Windforth wirklich so reich ist, als hier geglaubt wird. Wäre das nicht der Fall, so würde ich auf Arthur'S Vorschlag nicht eingehen, da ich doch eigentlich nicht daS für ihn empfinde, was man leidenschaftliche Liebe nennt. Zudem beunruhigt mich noch Etwas."
— „Und daS wäre?"
— „Arthur ist nicht im Besitze einer Summe, die hinreichend ist, um die Reise nach England zu machen und dort einige Zeit anständig zu leben. Ich müßte zu diesem Zwecke meinen Schmuck verkaufen."
Clara schüttelte den Kopf noch stärker als vorher.
„Frau Gräfin, das heißt viel auf's Spiel setzen."
Die Polin fuhr fort:
„Dennoch würde ich es thun, wenn ich mich von den Millionen seines Vaters überzeugt hätte. Dann wird Arthur doch in Zukunft einmal ein Goldfisch werden, den eine kluge Frau nur zu gern im Netze behält. Auch sehne ich mich von hier fort. Ich fürchte einen Besuch aus meiner Heimath zu bekommen, der mir unangenehm ist. Da, wie mir Arthur sagte, seine Familie baldigst nach England zurückzukehren gedenkt, so würde ich dort bleiben und hoffentlich, vom Glanze des Rcichthums umgeben, ein noch angenehmeres Leben führen als in Deutschland. Also, Sie sind so gütig, Fräulein Clara, und erkundigen sich genau nach den Vermögensverhältnissen des Herrn Windforth, und fallen Ihre Erkundigungen nach meinem Wunsche aus, dann besorgen Sie mir gefälligst einen Juwelier, dem ich meine Diamanten verkaufen kann. Ein reiches Geschenk von meiner Seite soll Ihre Mühe belohnen. Werden Sie meine Bitten erfüllen?"
Clara dachte einige Augenblicke nach.
Sie hatte die Polin bereits lange in dem Verdachte gehabt, daß sie eine Abenteuerin und die Geschichte von ihrem unglücklichen Gotten ein bloßes Märchen sei, um sich interessant zu machen. Jetzt glaubte sie die Gewißheit erhalten zu haben, daß Ihr Verdacht gerechtfertigt war. Bei ihrem lebhaften klaren Geiste war sie gewohnt, schnelle Entschlüsse zu fassen. Noch ehe einige Minuten vergangen, wußte sie, wie sie sich in dieser Sache benehmen sollte. Die Polin hatte sie zur Vertrauten gemacht. Die schlimme Absicht dieser Frau, den Sohn von dem Herzen der Eltern loszureißen und ihnen dadurch vielleicht unsäglichen Kummer zu bereiten, wollte sie nicht verrathen. Aber es gab ja ein anderes Mittel, die Flucht und die heimliche Heirath zu vereiteln, und dies wollte sie anwenden. Allerdings mußte sie, um das auszuführen, eine kleine Unwahrheit nicht scheuen. Aber es galt ja einen guten Zweck, und da das Mittel auch Niemand Schaden bringen konnte, so beschloß sie, es anzuwenvcn.
Sie stand auf und sagte:
„Ich werde mich bemühen, Ihrem Wunsche nachzukommen, Frau Gräfin. Sie müssen mir dazu aber einige Tage Zeit lassen. Sie wissen, ich bin sehr beschäftigt und kann daher nur in Mußestunden. —"
Die Gräfin umarmte sie, ihr in'S Wort fallend:
„Ich werde ruhig die Zeit abwarten, wo Sie mir Auskunft über Herrn Windforth geben werden. Auf Ihre Verschwiegenheit rechne ich fest."
„Das können Sie, gnädige Frau."
Clara empfahl sich, und Vie Gräfin begab sich wieder in ihr Zimmer.
Indem das junge Mädchen nach unten ging, murmelte sie:
„Ich werde da plötzlich in sonderbare Geschichten verwickelt. Ich soll dem armen Sander einen reichen Vater suchen helfen und der sogenannten polnischen Gräfin den reichen jungen Engländer zum Mann verschaffen. Das Erstere werde ich mit Freuden thun, und der Himmel gebe, daß cs mir gelinge. Die
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Gräfin hat sich aber gewaltig in mir getäuscht, wenn sie glaubt, daß ich für ein reiches Geschenk in einer schlechten Sache ihre Helfershelferin werden möchte. Ich will ihr Dinge von rem alten Engländer erzählen, die sie bestimm en werden, von der Flucht und der Heirath abzustehen und ihre Angel nach einem anderen Crosus auszuwerfen. Eine Sache, warum ich mich nicht zu bekümmern nöthig habe!"
Sie trat unten in's Gastzimmer, um dort die Tische zum Frühstück decken zu lassen.
Dort sollte ihr ein neues Geheimniß anvertraut werden.
In einer Ecke des Zimmers sah sie den jüngeren Sohn des Hütelwirtheö, den Kopf in die Hand gestützt an einem Tische sitzen.
Er war ganz allein in dem Zimmer; denn die Kellner waren draußen beschäftigt und seine Eltern befanden sich noch in ihrer Wohnstube.
Das blasse Gesicht des jungen Menschen wies eine tiefe Traurigkeit.
Er hatte Clcna's Eintreten nicht bemerkt und seufzte mehrere Male laut auf- Das junge Mädchen blickte erstaunt noch ihm hin.
Was mag dem guten Konrad nur geschehen sein, dachte sie, daß er so melancholisch gestimmt iß ?
Sie trat auf ihn zu und berührte seine Schulter.
Er schrak zusammen, hob Den gesenkten Kopf und sagte:
„Ach, Du bist es, Clärchen!"
„Ja, ich bin es," versetzte sie. „Soeben kam ich in's Zimmer. Aber Du bemerktest mich nicht, so tief warst Du in Gedanken versunken, und es müssen recht traurige Gedanken sein, die Dich quälen, denn Du hast einige Mal Seufzer ausgestoßen, als ob Dir das Herz brechen wollte."
Konrad sprang rasch und heftig vom Stuhle auf.
„Ja, rief er, „das Herz wird mir auch brechen, wenn in meinem Leben keine andere Wendung eintritt."
— „In Deinem Leben — eine andere Wendung? Worüber hast Du Dich zu beklagen, Konrad? Sieh' mich an, Du weißt, ich habe Dich lieb, wie eine Schwester. Willst Du mir nicht sagen, was Dich quält? Das Vertrauen erleichtert ja die beklemmte Brust."
Der junge Mensch schwieg kurze Zeit.
Plötzlich schritt er der Thüre zu und sah hinaus.
Dann kehrte er zu Clara zurück und versetzte:
„Ich glaube, daß wir noch kurze Zeit allein bleiben werden. Ich will die paar Minuten benutzen. Clara, Du bist ein gutherziges, theilnehmendes Geschöpf. Wenn Du mir auch nicht helfen kannst, Du wirst mir doch Dein Mitleid nicht versagen."
— „Davon sei überzeugt, Konrad."
„So wisse denn," sprach der junge Mann weiter, „daß ich mich in der Beschäftigung, der ich hier im Hause obliegen muß, grenzenlos elend fühle. Cs ist der Wunsch meiner guten Eltern, daß ich mich zum Wirthe ausbilde, um, wenn sie sich einst zur Ruhe setzen, diesen einträglichen Gasthof übernehmen zu können. Mein Großvater war schon Besitzer des Hütels, und es würde meinem Vater schmerzlich sein, es einst in fremde Hände geben zu müssen."
Clara nickte.
„Ist mir Alles bekannt, Konrad."
„Aber was Du nicht wußtest, liebes Mädchen," fuhr Konrad fort, „das ist, daß mich das Geschäft eines Oberkellners, Den ich hier spielen muß, anekelt, Daß ich zu einem anDeren, schöneren Stande Beruf in mir fühle. O, in dem Stande würde ich etwas leisten und ipir eine Zukunft bereiten können, Die ich nicht um alles GelD Der Eide vertauschen würde."
Konrad hatte die letzten Worte mit gerötheten Wangen und leuchtenden Augen gesprochen.
„Und was ist das für ein Stand, Den Du wählen möchtest?" fragte sie.
— „Den ich schon heimlich gewählt habe," flüsterte er, „mußt Du sagrn. Schon seit vier Jahren beschäftige ich mich heimlich mit Der Zeichenkunst, und im letzten Jahre habe ich auch, ohne Daß die Eltern etwas Davon wissen, Unterricht bei einem der geschicktesten hiesigen Künstler in der Oklmalerei genommen. Derselbe hak mir versichert, Daß ich Talente für Diese herrliche Kunst besitze. Seinem Worte kann ich unbedingt trauen; denn er ist nicht nur ein bedeutender Künstler, sondern auch ein rechtschaffener Mann. Ja, Clara, etn -Künstler, wie er, möchte ich werden, Hamburg verlassen, eine Akademie beziehen und dann nach Dem klassischen Lande Italien reisen, um Die großen Meister der Vergangenheit zu studiren und mich auszubilden."
„Wenn dem so ist, wie Du sagst, Konrad," versetzte Clara, „so mußt Du Deinem Hange zur Kunst folgen. Niemand kann von Dir verlangen, daß Dein Talent in dem lärmenden, mühevollen Treiben dieses Hütels untergehe,"
Konrad seufzte.
„Hast Du meine Eltern vergessen, Clara? Würde es dem Vater nicht schweren Kummer machen, wenn ich ihm meine heißen Wünsche mittheilte und den Entschluß, sie auszuführen?
sagte das Mädchen, „es würde ihm wehe thun. Aber er ist zu gut und zu vernünftig, als daß er seinen theuersten Wunsch nicht dem Glücke seiner Kinder opfern sollte. Im Anfänge wird er allerdings sich mit Händen und Füßen gegen Deinen Vorsatz sträuben, aber wenn Du seine Vorwürfe fest und ruhig, nicht mit eigensinnigem Trotze erträgst und die sanfte rührende Bitte nicht sparst, so wird er sich beruhigen unv nachgeben."
Konrad ergriff ihre Hand und drückte sie herzlich.
„Liebe Clara, Du gießest mir Hoffnung, Muth in die verzagte Seele. Ach, warum habe ich nicht früher schon mein Herz vor Dir ausgeschüttet!"
Clara lächelte:
„Nun, es ist wohl noch nicht zu spät. Wir müssen die Sache nur ein bischen rasch angreifen. Du weißt, ich vermag viel über Deine guten Eltern. '
— „Gewiß, sie hören in manchen Dingen auf Deinen Rath."
— „Ehe ich aber den Onkel sondire, Konrad, möchte ich gern eine Pi.che Deines Talents zur Malerei im höheren Sinne des Wortes sehen. Ich will mich zwar nicht für eine Kennerin ausgeben, aber, Da ich selbst früher gezeichnet habe, glaube ich doch ein wenig Urtheil zu besitzen. Hast Du schon grö! re Bilder gemalt?
— „Ja, liebe Clara."
— „Und wo befinden sich Deine Versuche? Doch bei Deinem Lehrer, nicht wahr?" (.Fortsetzung folgt.)


