Ausgabe 
21.12.1870
 
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bis wir einen ehrenvollen Frieden erringen, der würdig

Hauptquartier

ren, wie überhaupt die ganze Armee durch Mangel an nothbürftigster Körper

Stande, die Handlungsweise des ungarischen Generals, welche übrigens sogar in

Kriegsnachrichten

Das genannte Blatt sagt ferner:Bis auf Weiteres hat sich

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Die Lebensmittel

NegierungScommissarS, betreffend die Freigebung der Küstenschifffahrt.Unbegreif. lich in der That sagt das Blatt bleibt es, welchen Zusammenhang denn die Interessen der Nationalvertheidigung mit der Expedition von Waarengütern haben können und wie so es nothwendig geworden sein soll, deren Transport auch den Schiffen der Neutralen zu überlassen. Die Preußen, geschickt wie sie sind, werden uns bald ihre eigenen Handelsschiffe unter fremder Flagge auf den Hals senden und aus den in unseren Hasen genommenen Informationen den besten

vergab man einen Augenblick die Leiben und Strapazen, Alles umarmte sich; in St- Cloud wurde der massenhaft requirirte vin impdriale Seiner verflossenen Herrlichkeit herbcigcschafft, und bis spat in die Nacht erschollen tausendstimmige Hochs von den kaiserlich deuischen Soldaten, während der Mont Valerien seine Salutschüsse dazu gab. Trochu scheint die Absicht noch nicht aufgegeben zu haben, einen Massenausfall an allen Linien versuchen zu wollen, da seit einigen Tagen

Ungarn selbst schon lange ruhigerer Würdigung und nicht zum Nachtheil des Vielgeschmähten begegnet, richtig zu beurtheilen.

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Privatdepesche des Gießener Anzeigers.

Paris, den 17. December. (Ballondepesche derJndepend.") Depeschen Gambetta's von der Loire-Armee sind hier endlich ein-

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Dragoner du Nord haben 30 Gefangene gemacht und 27 Pferde, Wagen, Waffen und Mehl genommen. In Chaitny sollen 10,000 Deutsche stehen. Man erwartet eine Schlacht zwischen Amiens und Ham."

Bordeaux, 17. Dec. In Regierungskreisen wird hier behauptet, daß trotz der preußischen Oceupation es schon 1000 Elsäßern gelungen sei, sich den

Dünkirchen, 18. Dec. DerMessager du Nord" meldet: Die Handels­kammer unseres Platzes protestirt energisch gegen den Beschluß des uordsranzösischen

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Hauptquartier Versailles, 12. December. Ueberall herrscht hier großer

Jubel, seitdem die Nachricht bekannt geworden, daß der norddeutsche Reichstag _ . ,

dem Könige von Preußen das Attribut eines deutschen Kaisers erthe.lt hat. In französischen Heeren anzuschließen. Auch Lothringer kommen letzt bei den sranzosi allen öffentlichen Localen wurde gestern dem Weine ordentlich zugesprochen, und f4)cn ___ _ ,

enthusiastische Hochs begrüßten den neuen deutschen Kaiser in Versailles. Sobald die Nachricht bei den auf Vorposten sich befindenden Truppentheilen bekannt wurde,

an Offizieren und Mannschaften sehr bedeutend, mindestens 300 unverwundete Gefangene, v. Leszczynski."

/X Paris, 15. Dec. (per Ballonpost). Die Pariser Blätter theilen die Verhaftung Flourens' wie nachstehend mit:Wir vernehmen, daß Gustav Flourens heute Morgen verhaftet und sogleich nach dem Gefängniß der Conciergerie gebracht

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ruhe und Nahrung herabgrkommen war, so daß die Annahme einer Schlacht nahezu undenkbar sein mußte: dann würbe bas Uctheil über Görgey's Capitu« lation wahrscheinlich anders gelautet haben." Der Mann, welcher die Recht-

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soll vbitzi durch Si den. -1 unserem sicht offt ten Zen -ugeben

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über stanb, zutrugen, alle nöthigen Ermittlungen einzuziehen.

A Lille, 17. Dec. Der General Faidherbe meldet von Corbie:Die

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fertigung Görgey's unternimmt, hat als österreichischer Ofsicier den ungarischen

Feldzug von Anfang bis zum Ende mitgemacht; er war Generalstabsofsicier ge- . - - -

rade in jenem Schlick'schen Corps, welches Görgey auf dessen wunderbarem Marsche wurde. Man stellte ihn zur Verfügung des Capitain-RapporteurS des Kriegs- durch Oberungarn im Winter 1848 bi» 1849 »erfolgte, und ist somit wohl im g-ncht« der sedentären Nationalgarbe. Derselbe ist beauftragt, über die Vorfälle, Stande, di- Handlunarweise de» ungarischen General«, welche übrigen« sogar in welche sich bei dem Tirailleur-Bataillon von Bellevue, al« e« dem Feinde gegen-

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die lebhafteste Bewegung von Truppenkörpern an allen Forts wahrzunehmen ist.

In Paris fahren die jetzigen Machthaber fort, die letzten Spuren ves napoleoni- Nutzen ziehen. _ . _ .

fchen Regime, fei es durch Veränderung der Straßennamen, oder durch Demolirung die Regierung in Bordeaux installirt, um einer doppelt drohenden Gefahr in kostbarer öffentlicher Gebäude, auszulöschen. In der großen Oper, dem coloffalen Tours zu entgehen, erstens den Preußen, zweitens dem Staatsstreich, den eine Prachtbau, werden in der ersten Etage täglich 15,000 Brobe für die Pariser große Anzahl Exdeputirte des gesetzgebenden Körpers gegen die Regierungsgewalt Mannschaften ausgegeben; der ewig junge Compositeur desFra Diavolo", Mr. beabsichtigt bat."

Auber, hat dies zu folgendem Bonmot benutzt:On pölrit la farine dans le Havre, 17. Dec. Eine Verfügung des von der Regierung zum Ober- palais du son. (Man knetet das Mehl im Palast der Töne [ffleie].) Die commandanten von Havre ernannten Marine-Capitalns Mouchez verbietet die

Situation bleibt anhaltend in Paris eine traurige, alle Mittheilungen sprechen Schifffahrt auf der unteren Seine und ordnet die Aufrechterhaltung einer strengen

die schwere Bevrängniß aus, in der man sich befindet, während man entschlossen Blokave durch eine EScadre an. Der Souspräfect Ramel wurde mit der ganzen

zu fein scheint, den Widerstand fortzusetzen. Civilgewalt der Stadt betraut. Derselbe hat eine Proklamation erlassen, in welcher

In Psalzburg ist bereits ein deutsches Postamt in Wirksamkeit getreten; heißt:Der Feind griff unsere Vorposten an; endlich haben toir Gelegenheit,

dasselbe steht unter der Ober-Postbirection in Metz. Die preußische Feldpost, vie Ehre der Normandie zu retten und Frankreich zu zeigen, daß die republikani-

welche Anfangs September in der Nähe von Verdun von den Franzosen genom- Städte nicht capituliren. Wohl bewaffnet, hinter uns das Meer, vor uns men wurde, ist bei dem Bischöfe in Verdun, woselbst die Briefe und Gelder de- den Feind, müssen wir bis zum Tode Widerstand leisten."

ponirt waren, fast ganz unversehrt wiedergefunven worden, und befindet sich zur A Bordeaux, 17. Dec. Der General Morandy, das 16. Corps com-

weiteren Behandlung bereits beim Feld-Oberpostamt in Versailles. Für die Geld- mandirend, wurde wegen Unfähigkeit feines Postens enthoben. Ein Decret ordnet triefe war vom General-Postamte den Absendern schon Ersah geleistet worden, die Bildung von 15 neuen Marschregimentern und 10 neuen Jnfanteriebataillonen welcher nun zurückzuerstatten ist. an. Die Preußen haben in Fecamp und in dem Arrondissement von Gien

Aus einem Feldpostbriefe eines württembergischen Offiziers vom 10. Dec. große Requisitionen gemacht.

entnimmt derStaatsanzeiger f. W." folgende Mittheilung:Gestern (9. Dtc.) sandte General Trochu den gefangenen Lieutenant Z. von uns mit einem preußi- fchen und zwei sächsischen Offizieren wieder heaus. Er behauptete, er könnte sie gegen die Wuth des Pöbels nur dadurch schützen, daß er sie in ein festes Gefäng- niß stecke, und da er dies gegenüber von Offizieren für Unrecht halte, so gebe er ihnen die Freiheit; er könne nicht einmal erwarten, daß wir ihm von gefangenen getroffen, ohne Volköentmuthtgung ZU erzeugen, französischen Offizieren vier dagegen schickten - was wir übrigens am gleichen zustande sind unveränderlich.

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auf dem jetzt wieder im Besitz der Deutschen befindlichen Terrain von DillierS Abend noch thaten. Z. sagt, er habe tn Paris noch ganz gut gelebt; Spar- gefallenen französischen Offiziere und Soloaten. Die Leichen derselben wurden geln und Beefsteaks habe er in Fülle zu essen bekommen. Ob es in Wirklichkeit am 7. und 8. zu je zehn von den Deutschen der französischen Militärbehörde in Paris noch so glänzend aussieht, lasse ich dahingestellt!"

während einer zu dem Ende geschloffenen kurzen Waffenruhe übergeben, von den Se. Majestät Der König Wilhelm bat folgenden Armeebefehl erlassen: Ambulanten der Presse" fortgeführt, und nachdem ihre Personen so viel alsSoldaten der verbündeten deutschen Armeen! Wir stehen abermals an einem

möglich identificirt, von den Freres de l'Ecole chretienne bestattet. Es waren Abschnitt des Krieges. Als Ich zuletzt zu Euch sprach, war mit der Capitulation

ihrer noch 685 Mann. Bemerkt wurde, daß fast zwei Drittel von ihnen kirchliche von Metz die letzte der feindlichen Armeen vernichtet worden, welche uns beim

Denkmünzen oder Scapulets an sich trugen.Auf Wiedersehen in Paris", Beginn des Feldzuges gegenüber standen. Seitdem hat der Feind durch die

grüßten artig die deutschen Offiziere den französischen B.vollmächtigten, als die außerordentlichsten Anstrengungen uns neu gebildete Truppen entgegengestellt, ein

traurige Procedur vorüber war.Nach dem Frieden, meine Herren", war die großer Theil der Bewohner Frankreichs hat feine friedlichen, von uns nicht ge-

ebenso höfliche Antwort des französischen Parlamentärs. hinderten Gewerbe verlassen, um die Waffen in die Hand zu nehmen. Der Feind

Vier französische Kriegsgefangene, welche von Wesel entflohen waren, sind war uns an Zahl oft überlegen, aber dennoch habt Ihr ihn wiederum geschlagen;

nach vielen Mühen in Eindhoven angelangt, wo der Iustizminester Baron de Bie- Denn Tapferkeit und Mannszucht und da« Vertrauen auf eine gerechte Sache sind herstein sie im Gefängnisse unterbringen und verpflegen ließ, um sie, ihrem Wunsche mehr werth, wie die Ueberzahl. Alle Versuche des Feindes, die Cernirungölinie gemäß, nächsten Tages nach Belgien zu senden. Zum Unglück Der armen Teufel von Paris zu durchbrechen, sind mit Entschiedenheit zurückgewiesen worden, oft

kam aber inzwischen der Commandant der Marechaussee dazu und ließ sie früh zwar mit vielen blutigen Opfern- wie bei Champigny und bet Le Bourget

Morgens statt nach Belgien nach Preußen zurückspediren. Diese- Zuwiverhandeln aber auch mit einem Heldenmut-, wie Ihr ihn überall beweiset. Die Armeen gegen feinen Befehl hat nun den Herrn de Bieberstein sehr erzürnt, er beklagte des Feindes, welche zum Entsatz von Paris von allen Seiten heranrückten, sind

sich darüber bei dem Generalprocurator von Nordbrabant und hat an mehrere sämmtlich geschlagen. Unsere Truppen, die zum Theil noch vor wenig Wochen

Blätter darüber berichtet. Dieses Abenteuer wird möglicherweise zu weitläufigen vor Metz und Straßburg standen, sind heute schon über Rouen, Orleans und Erörterungen über die Pflichten der Neutralen in solchen und ähnlichen Fällen führen. Dijon hinaus, und neben vielen kleinen siegreichen Gefechten sind zwei neue große

Im Kriegsarsenal von Woolwich ist eine Riesenkanone fertig geworden, Ehrentage Amiens und die mehrtägige Schlacht von Orleans den früheren welche zwar nicht ganz so schwer ist, wie da» große Krupv'fche Geschütz, aber ein hinzugetreten. Mehrere Festungen sind erobert und vieles Kriegsmaterial ist ge- noch stärkeres Kaliber bat. Dieselbe wiegt 35 Tonnen 7 Gentner (das Krupp'sche nommen worden; somit habe Ich nur Anlaß zur größten Zufriedenheit, und e- Geschütz wiegt gegen 40 Tonnen) und wirft ein Geschoß von 700 Pfd. Gewicht, ist Mir eine Freude und ein Bedürfnis Euch dies auszusprechen. Ich danke

während die gewöhnliche Puloerladung 120 Pfd., die Probelabung 150 Pid. bc- Euch Allen, vom General bis zum gemeinen Soldaten. Beharrt der Feind bei

trägt. Das Krupp'sche Geschoß wiegt bekanntlich 600 Pfd. Das neue Riesen- einer weiteren Fortsetzung de- Krieges, so weiß Ich, daß Ihr fortfahren werbet,

geschütz, welches im Stande sein soll, Eisenplatten von 15 Zoll Dicke zu durch- dieselbe Anspannung aller Kräfte zu betätigen, welcher wir unsere bisherigen

dringen, hat 2500 Pfb. Steel, gekostet. großen Erfolge verdanken, .....

In österreichischen Blättern hat die vielbesprochene Frage: ob bei ter Ca- der großen Opfer ist, die an Blut und Leben gebracht worden, pitulaton von MetzVerrath" seitens des Oberbefehlshabers im Spiele gewesen, Versailles, Den 6. December 1870. gez. Wilhelm." einem militärischen Fachmann Anlaß zur Ehrenrettung eines andernVerräthers", --

des Generals Arthur Görgey, gegeben. Indem der Fachmann zu dem Resultate kommt, daß Bazaine am 27. October keine andere Wahl mehr hatte, als zu « ? * 2 <. a // u

capitulinn, fügt er bei:Ähnliche leichthin gefällte Seurtbeilungen, wie sie jetzt + Karlsruhe, 19. Dec. Etn Srtrablütt derKarlsruher Zeitung" der- gegen Bazaine laut werden, kamen auch 1849 zu Tage, al- Görge, bei Silago« vffenllicht folgende« Telegramm an da« Kriegsministerium bterfrlbfl:General bie Waffen niederlegte, wenn auch der Vergleich eom militärischen Standpunkte Gliimer ging heute mit der ersten und zweiten Br:gade gegen Nuits vor und »wischen dem französischen und dem ungarischen General nicht stichhaltig ist, weil bedeutende feindliche Kräfte. E« entwickelte sich ein ernste« Gefecht, da» mit

der sranz. Marschall nur al« tüchtiger Soldat und Truppengeneral, (Sorge» aber Sturm von Bahnhof und Stadt Nuit« endigte. Der Fetnd zog mit Ein-

zugleich al« Feldherr hervorragt. Wenn sich ein llnparteiilcher die Mühe genom- bruch der Dunkelheit ab. Unsere Verluste leider nicht unerheblich. Btessirt: Prinz men haben würde, bei Kenntniß der näheren Verhältnisse darzulegen, wie die Wilhelm von Baden leicht an der Wange, Oberstlieutenant Hoffmann leicht am durch 14 Tage beständig gehetzte Armee Görgep« nie zum Abkochen gelangt, wie Arm, Major ». Gemmingen, Hauptmann Jäger,cheidt, Adjutant Lessing, Bender, die Hufe der Cavallerie- und Artilleriepferbe au-wuchftn, weil Mittel und Zeit Kumeper, Gemehl leicht, Brigade-Adjutant v. Roder, Graf Andlaw, Waag, gebrachen, um sie zu beschlagen, so dass sie gar nicht mehr gesechtsbrauchbar wa- Todt: Oberst v. Renz, Hauptmann Gockel, Lieutenant v. Degenftld, ». Noel, n, wie überhaupt die ganze Armee durch Mangel an nothdürftigster Körper- Portepeefahnrich Sach«; ca. 300 Mann tötet und verwundet. Feindlicher Verlust

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