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aber nach 48 Stunden Haft
wieder
haben beschlossen —--ein Meeting auf dem Trafalgar
Einheit der Süvslaoen, datirend seit dem Bestände des Volkes, lebte Jahrhunderte der Weltereignisse ununterbrochen im Gefühle des Volkes manifestirt sich gegenüber den anderen Volkern in der Einheit der
dem Journal „Lorace" eine es für unklug, nach Amiens
Südslaven, welche unter den verschiedenen Namen von Slovenen, Kro- Serben in den Ländern der Habsburgischen Monarchie leben, fühlen gleiche nationale Bedürfniß. Um diesem zu genügen und so den Be-
wollten und wie man zuvor die Protestanten mißhandelte, fing man an die Priester, Mönche und Nonnen zu prügeln und auSzutreiben. Womit Einer sündigt, damit wird er auch gestraft.
Schil- zurück-
Die durch alle fort und Sprache.
Die aten und heute das
freigegeben worden.
Der Redakteur der Verite, welcher in derung des Gefechts bei Amiens gegeben, hielt zukehren und hat sich nach Douac begeben.
Der Staatsmann, der in den letzten fünfzehn Jahren die auswärtige Politik Rußlands leitet, sagte nach dem pariser Frieden, der dem Krimkrieg ein Ende machte: „Rußland sammelt sich!" In der That hat dieses Reich auch sich soweit gesammelt und innerlich gekräftigt, daß es Europa erklärt, seine eigene Kraftentwickelung könne sich durch die beschränkenden Bestimmungen jenes Friedensvertrages nicht mehr einschränken lassen.
Wenn sich Rußland gesammelt hat, so kann man von Oesterreich sagen, daß es sich sucht, aber sich noch nicht gefunden hat. Es kennt den Sitz seiner Seele nicht; es weiß nicht, ob diese in Wien, Pesth, Prag oder in einem sla- vonischen Winkel haust. Mau weiß nicht, worüber diese Seele brütet. Gewiß ist nur, daß eine Gesammtseele, die alle Glieder durchzieht und belebt, noch nicht entdeckt ist, eine Staatsidee nicht aufkommen will und die einzelnen Glieder sich gruppenweise aneinander zu fügen suchen, um zu sehen, wie sie sich durch die Welt schlagen oder sich unter einander doch noch verständigen mögen. Das meiste Aufsehen macht in dieser Beziehung das Programm, welches im Anfang des jetzi- gen Monats zu Laibach auf der südflavischen Conferenz von Vertretern aus Krain, Istrien, Dalmatien, Kroatien, Slavonien und der Militärgrenze vereinbart wurde. In dieser Declaration heißt es unter Anderm:
A Valenciennes, 16. Dec. Der „Courrier du Nord" schreibt in
Die zahlreiche Correspondenz der 320,000 französischen Kriegsgefangenen, welche sich in den verschiedenen Gegenden Deutschlands befinden und zu denen neuer Zuschub von Orleans her zu erwarten steht, verursacht der Postverwaltung nicht geringe Schwierigkeiten. Mittels Postanweisungen aus Frankreich sind durch Vermittlung der belgischen und schweizerischen Posten allein in der letzten Woche ppr. 100,000 Thlr. an die norddeutsche Postverwaltung zur Auszahlung an die Kriegsgefangenen überwiesen worden, welche dieses Geld in Deutschland verbrauchen.
Der Schw. Merkur, der seine Süddeutschen kennt — und auch für Nord- deutschlanb wird, glauben wir, das von ihm Gesagte zutreffen —, schreibt über die Herstellung der Kaiserwürde: „Diese Würde ist ein mächtiges und wirkungs- fähiges Institut unseres künftigen StaatSlebenS. Man versetze sich nur in die Seelen derjenigen Männer, die ihrer Stellung nach nur selten mit der nationalen Partei gehen können, die in der Regel die besten Stützen des Particularismus sind. Die junge Bauernschaft in Altbayern wird ein ganz anderes Gefühl für den deutschen Staat bekommen, wenn sie im Fahneneide neben ihrem eigenen Landesherrn nicht dem Bundes-Oberfeldherrn, König von Preußen, sondern dem Kaiser von Deutschland Gehorsam zu schwören hat. Die katholischen Theile unserer Nation werden nicht mehr so leicht durch ultramontane Einflüsse gegen die preußische Regentenfamilie aufgereizt werden können, wenn aus dieser die höchste Obrigkeit im Reich, der kaiserliche Herrscher, hervorgeht. Unsere Fürsten, die sich noch vor wenigen Jahren unter keinen Zollern beugen wollten, werden dem Rufe eines Kaisers leichter folgen und weniger zu widersprechen vermögen als dem Worte eines Bundespräsidenten und Oberfeldherrn. Der Kaisertitel macht in den (Sa- fernen und Schulen, bei zahllosen Beamten und Geistlichen und selbst in den Ministerien und Höfen unserer Einzelstaaten Propaganda für das einige Reich deutscher Nation. Den Kaiser darf und wird jeder gute Sachse oder Schwabe als seine höchste Obrigkeit neben seinem besonderen Landesherrn ehren und feiern, und wenn wir aus der deutschen Verfassung auch manchen particularistischen Paragraphen fortwünschten, die deutsche Kaiserkrone soll und wirb uns manchen davon aufwiegen."
Es stellt sich nach den jetzt in dankenswerther Weife veröffentlichten Bericht tigungen zu den früheren Verlustlisten die erfreuliche Thatfache heraus, daß wohl 60 Procent und darüber aller Verwundeten, Leicht- und Schwcrverwundetc zu- fammengefaßt, geheilt und entweder zum Regiment zurückgekehrt ober dem Ersatzbataillon überwiesen worden sind.
stand der Nation zu sichern, vereinigen sie alle ihr moralischen und materiellen Kräfte und wollen sie dieselben im Interesse ihrer Einheit auf literarischem, öcono» mischcm und politischem Gebiete anwenden.
Die Südslaven in der habsburgischen Monarchie werden ihre Thätigkeit auch in der Richtung entwickeln, wie sie ihren Brüdern gleichen Namens jenseits der Grenze in den gleichen Bedürfnissen behilflich sein könnten.
In Folge dieser Beschlüsse sollen der cisleithanische Reichsrath wie der un- garische Reichstag beseitigt werden und an ihre Stelle Delegationen mit erweitertem Wirkungskreise, General- oder Gruppenlandtage, für die Südslaven mit wechselndem Sitz in Agram, Laibach, Zara, und Provinziallandtage treten. Zur Entwerfung einer alle diese Forderungen und Wünsche enthaltenden Adresse an den Kaiser wurde ein ständiges Agitations-Comite eingesetzt, welches sich demnächst in Agram versammeln und die Gutachten Stroßmayer's, Rieger's und Palacky's vor der Abfassung der Adresse einholen wird. Kurz, die nationale Agitation zieht in Oesterreich immer weitere Kreise und geht darauf auS, an die Stelle des Dualismus eine Trias von Deutschen, Slaven und Magyaren zu setzen. Wahrscheinlich wird sie auch erst, nachdem sie dies Resultat erreicht hat, zur Ruhe kommen und die österreichische Monarchie dann auf dieser Grundlage sich consolibiren.
Mit besonderer Spannung sieht man den nächsten Nachrichten vom Kriegs- fchauplatze entgegen. Auch ministerielle Blätter lassen durchblicken, daß die Annahme, die Bezwingung von Paris sei absolut und ausschließlich auf den Weg des Abschneidens von Lebensmitteln verwiesen, sich als irrthümlich erweisen könnte. Versailler Correspondenzen englischer Blätter haben seit einigen Tagen die Anwendung entgegengesetzter Mittel wieder in Aussicht gestellt. Das Interesse, mit welchem das Für und Wider der Bombardementsfrage gerade jetzt bebattirt wird, ist daher begreiflich.
die Leiche des bei Ham getödteten Capitans Petit (von den Franktireurs) abholen sollte, war von den Preußen festgenommen,
von RheimS aufgehoben. Dieser Erfolg der Nordarmee ist von guter Vorbedeutung für deren künftige Operationen. Die preußischen Depeschen können nicht mehr sagen, daß die Armee im PaS-de-Calais zerstreut ist und nicht zur Organisation gelangen kann. Wir sind überzeugt, daß diese heldenmüthige Armee ren preußischen Telegrammen noch oft blutige Dementis geben wird." — Das Blatt berichtet ferner, daß ihm ein durch die Pariser Ballonpost in ganz Frankreich zu verbreitender Aufruf eines Capitains Beaurepaire zugekommen ist, in welchem zur Bildung einer Armee von Freiwilligen, „Die Tirailleure der Republik" genannt, aufgefordert wird. Es heißt in dem Aufruf: „Es handelt sich nicht um ein Freicorps, sondern um eine neue Armee, die Armee der Zukunft."
A Luxemburg, 17. Dec. Bischof Adames fügte seiner Unterschrift der patriotischen Monstreadresse hinzu: „Tiefgefühlteste Dankbarkeit dem Könige für seine schönen, jeden treuen Luxemburger beruhigenden Worte."
A London, 18. Dec. Der „Standard" sagt in Betreff der luxemburgischen Angelegenheit: „Lautet, wie uns versichert wird, die Antwort Granville's auf die luxemburgische Note ähnlich derjenigen, welche er Gortschakow gegeben hat, so hat England aufgehört, eine Großmacht zu fein.
+ Bordeaux, 17. Dec. Aus Tours wird gemeldet: Preußische Plänkler haben sich am 17. Deccmber bei Montrichard (östlich von TcmrS) gezeigt, jedoch wieder zurückgezogen.
+ Bordeaux, 17. Dec. Die hiesige Regierung modificirt die Blokade- Erklärung dahin, daß Rouen, Föcamp und Dieppe in Blokadezustand erklärt, der
Seit der Telegraphenverkehr zwischen Europa und Amerika ganz ausschließlich auf das französische Kabel beschränkt ist, hat dieses durchschnittlich 9500 Worte per Tag befördert, und dies exclusive der Dienfttelegramme.
Frankreich ist gerettet und die Deutschen können froh sein, wenn einer von ihnen die Heimath wieoersieht, denn — die internationalen Demokraten in London
Telegraphische Depeschen.
A Mons, 18. Dec. Man schreibt der „Gazette de MonS": „Die Deutschen haben, nachdem sie eine Demonstration gegen Havre gemacht, den Angriff auf diese zur Dertheidigung entschlossene Stadt vertagt. In diesem Augenblick scheint es dem General Manteuffel nur darum zu thun, feine Verbindung mit Paris aufrecht zu erhalten. Man vermuthet im Hauptquartier wahrscheinlich dem- nächst wieder einen Ausfall der Pariser Armee, welcher sich diesmal gegen Westen und Norden richten dürfte. In dieser Voraussicht würden die Truppen Man- ttuffel's bei einer offensiven Bewegung der Pariser Armee, der Belagerungsarmee im Nothsall als zweite Reserve dienen.
A Tours, 17. Dec. General Sol hat einen Befehl der Regierung, bei Annäherung des Feindes, zur Schonung die Stadt zu räumen, mißverstehend, dieselbe bereits am 13. d. geräumt. Die Folge war die Desorganisation der Behörden und eine unbeschreibliche Aufregung. Der Präsect von Tours hat deshalb bei der Regierung schwere Anklagen gegen den nunmehr des Oberbefehls entsetzten General gerichtet.
A Bordeaux, 17 Dec. Thiers ist nach Pau gereist.
A Valenciennes, 16. Dec. Der „Courrier du Nord" schreibt: Nachdem wir mitgetheilt haben, daß die Journale von Amiens uns nicht mehr zukommen, haben wir aus dem Hauptorte des Sommedepartements neue Nachrichten empfangen; die Redacteure des „Journal d'Amiens", die Herren Jeunel und Tedy, sind wegen Schmähungen gegen den König von Preußen und die Armee verhaftet worden. Die preuß. Militärbehörde verlangt Frs. 50,000. Lösegeld für ihre Freiheit. (?)
Lercy, Capitain der Nationalgarde von Amiens, welcher als Parlamentär
ivHMini in iwnovn Hafen von Havre jedoch hiervon ausgenommen bleiben solle. — General Lecomte squar abzuhalten, Ihat gemeldet, daß er bei La Före einen Proviantzug weggenommen hat.
. . Betreff der Wiederbesetzung von Ham: „Dieser Handstreich hat eine strategische Bedeutung. Der Besitz von Ham war dem Feinde nothwenbig, um mit der Eisenbahn direct nach Amiens und Rouen zu gehen. Jetzt ist dieser Weg wieder verschlossen und die Verbindung zwischen der Armee dcs General Manteuffel und dem Gouverneur
gegen die preußische Invasion zu protestiren, und die englische Regierung zu bewaffnetem Einschreiten aufzufordern. Daß der Prahlhans Fonviell, angeblicher Redakteur der „Liberte", bei dieser Musik die erste Violine spielen wird, ist selbst- verständlich, und es wäre nur zu wünschen, daß die vielen hier angesessenen deutschen Arbeiter die Sache in ihrem rechten Lichte ansehen, und ihre ehrlichen deutschen Fäuste nicht dazu hergeben, bet dieser Gelegenheit den Tact zu schlagen.
Einem Athener Telegramm des Londoner Bureau Reuter d. d. 9. Dec. zufolge war die vorläufige gerichtliche Untersuchung gegen die der Ermordung der englischen Reisegesellschaft angeklagten Briganten zum Abschluß gereift. Ein in Negro Ponte ansässiger Engländer, Namens Noel, und 60 Hirten wurden vor die Assifen verwiesen, alle Andern der Haft entlassen.
Einem Telegramm aus Shanghai vom 26. November zufolge drohte dort der Ausbruch einer großen Handelskrisis.
Einem Telegramm aus Tientsin vom 28. November zufolge sind in der chinesischen Provinz Hunan ernste Unruhen ausgebrochen.
Darmstadt, 16. Dec. Die nächste Sitzung zweiter Kammer ist auf Dienstag, den 20. d., anberaumt. Die Tagesordnung führt folgende Gegenstänbe der Be- rathung auf: I. Die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums des Großherzog- lichen Hauses und des Aeußern, Vereinbarung zwischen a) dem Großherzogthum Hessen, dem Präsidium des Norddeutschen Bundes und dem Großherzogthum Baden, b) dem Großherzogthum Hessen, dem Präsidium des Norddeutschen Bundes und dem Großherzogthum Baden einerseits und dem Königreich Württemberg andererseits, c) dem Präsidium des Norddeutschen Bundes und dem Königreich Bayern, die Gründung eines deutschen Bundes und die Verfassung desselben betr.; II. die Vorlage Großherzoglichen Kriegsministeriums, die Bewilligung eines weiteren Credits zur Fortführung des Krieges und Bestreitung der Kosten für Unterhaltung und Verpflegung der Gefangenen, für Errichtung von Reservelazarethen rc. betreffend.
Koblenz, 17. Dec. Die beiden in der Nähe von Herborn vorgefundenen Briefbeutel rc. des Pariser Luftballons sind heute an das Hauptquartier nach Versailles abgesandt worden.
Leipzig, 17. Dec. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sind Bebel, Liebknecht und Hepner heute wegen Hochverraths, beziehentlich vorbereitender Handlungen zum Hochverrath, verhaftet worben.


