Z Magenleiden aller 9(rt,
selbst die hartnäckigsten, besonders Unverdaulichkeit, Magenkrämpfe, Magendrücken, Uebelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Magensäure, Sodbrennen ?c., sowie auch Vlähungsbeschwerden und Nervenschwäche, überhaupt alle jene Uebel, welche von Schwäche des Magens und von schlechter Verdauung herrühren, werden erfahrungsgemäß sicher und schnell beseitigt durch den
UiiiverwiiS - iHn - Liqueur
von Franz von Metternich in Mainz.
Preis: die ganze Flasche fl. 1. 24 fr., die halbe Flasche 45 fr., die viertel Flasche 24 fr.
Niederlage bei (ko Lind, Hofconditor in Gießen, und
PH. Dan. Kn in mich in.Friedberg.
Rur noch bis über den Markt
3330) und nicht länger befindet sich das
große
Franzos. Automaten - Cabinet
in Gießen.
Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich während meines hiesigen Aufenthaltes zur Schau auf- gestellt : Das große berühmte
Fr.nnösische Automaten-Cabinet.
Dasselbe stellt ohne optische Gläser alle Figuren in natürlicher Lebensgröße dar, welche sich besonders durch ihre analogen Stellungen, Costüme und bewunderungswürdige Mechanik auszeichnen.
i Abtheilung: Das Automaten-Cabinet.
1. Wilhelm Tell's Apfelschuß. — 2. Der sterbende Grenadier auf dem Schlachtfelde zu Waterloo. — 3. Die Schlacht bei Montereau. — 4. Die Geburt Jesu Christi zu Bethlehem. — 5. Das Helden - und Felsengrab des großen Kaisers Napoleon. — 6. Der Marquis de Bassompiere und der Marquis de Clermont. — 7. Der Mörder Traupmann.
E^tra-Cabirret:
1) Die beiden siamesischen Zwillinge; 2) die berühmte Ballet- Tanzerin Julia Pastrana.
Da man dies Cabinet mit Recht als das erste seiner Art in Deutschland betrachten kann, und mir der ungetheilte Beifall in allen Hauptstädten Europa's zu Theil wurde, gebe ich mich auch hier der Hoffnung hin, einer reichen Ernte entgegensehen zu können.
Preise der Plätze: Erster Platz 12 fr. Zweiter Platz 6 fr.
Der Schauplatz ist in der großen Bude im Osmald'schen Garten. Um freundlichen Besuch bittet ZW. Frohn.
3360) Die Mitglieder der bestandenen Sanitäts-Compagnie sind zu einer Besprechung auf Mittwoch den 20. d. Mts., Abends 9 Uhr in's Cafs Most er cingeladen. L. Chr. Nübsamen.
H Epileptische Krämpfe (Fallsucht) MM heilt brieflich der Specialarzt für Epilepsie Doct. O. Kllllsch in Berlin, Louisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. (201
Li eh rer I
3310) Es wird für eine bedeutende Vorbereitungs-Anstalt ein tüchtiger Lehrer gesucht, welcher Deutsch, die Geschichle oder Mathematik lehren könnte. Nähere Auskunft ertheilt unter der Chiffre K. 8. 599 die Annon- cen-Expedition von Haasen- stein & Vogler, Frankfurt a. M.
3269) Ein tüchtiger und ordentlicher Viehwärter (Schweitzer) findet bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung bei
I. I. Waldschmidt zum Niesen, in Wetzlar.
Beachtenswerth!
76) Unterzeichneter besitzt ein vortreffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie Schwächezustände der Harnblase und Geschlechtsorgane.
Spezialarzt l>r. Kirchhoffer, in Kappel bei St. Gallen (Schweiz).
AnMagenkramps, Verdauungsschwache rc. rc. Leidenden
wird das fast 50 Jahre segensreich wirkende Dr. med. Vosens'sche Heilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Exp. d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch Apoth. Doecks, Harpstedt bei Bremen (früher Barnstorf). (1345)
Frachtbriefe für die Matn-Weser-, Coln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen Formulare, find zu haben bei W. Klee, Marktstraße.
Telegraphischer SchissSbericht,
mitgetheilt von Chr. Wallenfels Jubi.
Angekommen in New-Bork r
Das Bremer Postdampfschisf Hermann; Reisedauer 10 Tage.
„ Hamburger „ Silesia; „ 9 „ 21 Stunden.
Abgehend:
Den 26. Juli Dampfer Aleppo von Liverpool nach New-Aork.
Die Abfahrten der Bremer und Hamburger Schiffe sind bis auf Weiteres sistirt
85rsennachrichten.
16. Juli 1870
Prioritäten.
5% östr. F. St. E. B. — Ludwiesh.-Bexbach —
Wechsel.
Amsterd. k. 8. L8 Augsb. k. S. — Berlin k. 8. 104 Bremen k. 8. — Cöln k. 3. — Hamburg k. 8. — Leipzig k. 8. — London k. 8. 116% Lyon k. 8. — Paris k. 8. 93 Wien k. 8. 89 Disconto 3%% G.
Preuse. 41/2°/o Obi. —
I Frankf. 3%% Obi. — Nass. 4%% Obi. — Kurh. 4% Obi. — liess. 4% Obi. b. Roths. — » 3i/2o/o do. do. —
Bayer. 5% Obi. —
„ 41/2% 1jährige —
„ 41/2% Vzjährige — Würtemb. 4%% Obi. — Baden 4%% Obi. 0. E.L. —
Oestr. 5% b. R. —
„ 5% National —
» 5O/o Metall. Obi. -
„ M. steuerf. —
1 Amer. 6% 1882r Bds. 82 „ 6% 1885r —
Maxbahn — Bayer. Ostbahn — Hoss. Ludwigsbahn — 3% östr. Stsb.-Prior. — 3% östr. s. Lombard. — 3% Livorneser — Toscaner —
Frankf. Hypoth.-Bank — Frankf. Vereins-Kasse — 5% Elisabeth-Prior. — do. II. Emiss. —
(■elolaorten.
Pr. Gass. Sch. 1 44%-45
Div. Cass.-A. —
Pr. Friedrdor. 10
Pistolen . 9 44 1
„ doppelte 9 45
Holl. fl. 10 St. 9 55
Inicaten . . 5 33
20 Frankenst. 9 31-35
Engi. Souvor. 11 50
Rues. Imper. 9 45
Doll, in Gold 2 25
AnleheiiMloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau ü. 25 b. Roth. — Gr. Hess. fl. 50 b. R. — Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4% bayr. Präm. Aul. — 4% badische Loose — Badische fl. 3d Loose — 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose — 1864r „
tlctien.
Frankf. Bank — Oester. Bank —
„ Creditaot. 185
Darmst. Bankaot. —
Geuilleton
Aus blutiger Zeit.
Historische Novelle von Hermann Hirschfeld.
(Fortsetzung.)
Verzeihen Sie mir, bat Marguerite, o, wüßten Sie, wie Ravul'S Betragen mtin Herz gebrochen hat, Sie würfen mich nicht schelten; ja, selbst jetzt noch verwirft meine Seele den Gedanken an seinen Verrath und hätte cer Bote, den ich ausgesandt, mir Kunde von ihm zu bringen, nicht mit eigenen Augen jene Schmach, hätte er ihn nicht in den Fesseln der Gräfin Montcaroil geschaut —
Sie brach ab, ein Thränenstrorn rann über ihre Wangen, aber plötzlich bezwang sie sich und ihre Thranen trocknend redete sie:
Es ist vorbei, frei, von keiner Fessil gehalten, stehe ich da und jene Liebe, die ich für einen Unwürdigen im Herzen trug, will ich auf mein armes Vaterland übertragen. Ist mein armes Frankreich nicht eben so beklagenswerth als ich, sind wir nicht beide verrathen, gekränkt in unseren heiligsten Rechtens Ich will veisuchen, eg zu beglücken, selbst um den Preis meines Herzens, da mir das Glüch rer Erde versagt ist.
So ist's recht, rief Eugenie, so höre ich Dich gern und nun laß uns die günstige Stunde benutzen; au, zum Feste des Königs, auf, zum Siege! Mit diesen Worten zog sie das Mädchen mit sich hinweg und wenige Augenblicke später rollte d-e herzogliche Earvsse, der bewaffnete Lakaien mit Fackeln vorritten, dem königlichen Paläste zu.
Die allgemeine Aufmerksamkeit der Gäste richtete sich auf Marguerite, als dieselbe an der Seite der Montpensier die prachtvollen, von Gold und Kerzen strahlenden Säle betrat, em leises Flüstern ging durch die Nethen, zwischen lenen Vie Comttffe gesenkten Auges mit leichtem Erröthen schritt und endlich an der Seite d.r Herzogin Platz nahm. Eine Trompetenfanfare kündete das Erscheinen der konigl chen H>rr,chasten und gefolgt von ihrem glänzenden Hofstaat erschien Eathanna, aus den Arm ihres Sohnes gestützt, im vollsten Glanz der königlichen Wurde, von einem hermelinoerbrämten Purpurmantel umwallt, das Haupt mit eimr strafenden Brillautkrone geziert. Unwillkührlich beugte sich ein Jever vor dieser wirklich sürplichen Erscheinung, zu welcher der Anblick des trüb und matt ausieheneen Monarchen einen Gegensatz bildete.
Die Kon grn b stieg Mi Thronseffel und Heinrich nahm an ihrer Seite Platz, mit einem Ausdruck der Langeweile die Versammlung überfliegend. Aber die Gesichter der Anwesenden ichienen ihm keinen Reiz darzubieten, umsonst sandten Frauen und Mädchen ihre verführerischen Blicke nach der königlichen Estrade empor, umsontt lächelten sie und wiesen ihre rosigen Lippen, ihre perlenden Zähne; umsonst hatten die staitltchsten der jungen Offiziere sich zu
nächst dem Sitze des Monarchen gedrängt, der König achtete ihrer nicht, und seine Augen schließend, spielte er mit der Kette, die, aus farbigen Edelsteinen gebildet, um seinen Hals hing.
Die Königin-Mutter beobachtete scharf die Richtung seiner Blicke; was hätte sie darum gegeben, hätte sie in das Herz der Familie Guise schauen können, die eben so erwartungsvoll als sie selbst die ihren auf den Monarchen geheftet hielten. Endlich flüsterte sie ihrem Sohn einige Worte zu, die sie mit einer kaum bemerkbaren Richtung der Hand nach der Stelle begleitete, wo sich Marguerite neben ihrer Cousine niedergelassen hatte.
Der König folgte der Andeutung und im nächsten Augenblicke flackerte sein Blick höher auf und eine brennende Röthe überflog seine gelblich bleichen Wangen. Hastig gab er seiner Mutter einige leise gesprochene Worte zurück, die dem Antlitz Catharina's ein Lächeln entlockten. Sie wandte sich an den Marschall, der an der letzten Stufe des Thrones stand, und gebot ihm, die Herzogin von Montpensier und Mademoiselle de Vaudemont zu bescheiden.
Marguerite erhob sich, eine hohe Röthe malte sich auf ihren Wangen, als sie an der Seite Eugenie's dem Throne zuschritt, und ihr Herz schlug höher bei dem Gedanken, jener Frau gegenüber zu stehen, vor der sich ganz Frankreich neigte.
Erlauben mir Ew. Majestät, nahm die Montpensier das Wort, meine Cousine Marguerite de Vaudemont, die durch den Tod ihres Vaters schutzlos geworden, Ihrem erhabenen Schutze zu übergeben.
Catharina erhob sich von ihrem Sitze und empfing das junge Mädchen, das eben im Begriff war, sich auf die Kniee niederzulaffen. in ihren Armen.
Die Anmuth, sagte sie, ist die hohe Macht, vor der selbst Könige ihre Scepter neigen. Was bedarf diese Jungfrau des Schutzes, da alle Göttinnen ihre Gaben über sie auSgegossen? Marguerite de Vaudemont wird meinem Herzen nahe stehen.
Mit diesen Worten küßte sie das Mädchen auf Stirn und Wangen, dann entließ sie die beiden Damen durch einen huldvollen Wink.
Heinrich hatte während der Vorstellung kein Auge von Marguerite gewandt; jetzt erhob er sich mit Lebhaftigkeit, und auf den Sessel der Comtesse zuschreitend, sagte er, sich tief verneigend:
Lassen Sie auch mich die Blume der Schönheit willkommen heißen an meinem Hose, Mademoiselle. Möge Ihre Erscheinung der Stern sein, von dem neues Licht und neue Freude durch diese Räume strahlt, und der mein Herz *mit frischer Lebenskraft erfüllt.
Majestät, erwiederte Marguerite mit bebender Stimme, die Erinnerung an Jarnac und Moncontour sei der. Stern, der licht und klar die Seele meines


