Kriegsnachrichten.
Derselbe lautet:
Nationalgarde des Seine-DepartementS. Tagesbefehl. Der oberste General
cher allgemeinen Anklang in Belgien gefunden habe.
Mainz, 13. Dee. Verflossenen Sonntag besuchte die Marschallin Mac „ , , Mahon, Herzogin von Magenta, das hiesige Militärspital für die französischen
Die Frauen Gefangenen. Gerade als sie sich zum Weggehen anschickte, setzte sich der Zug zur
Zustimmung des kaiserlich russischen Cabinets zu der Einladung telegraphisch zu melken. — Die königlich italienische Regierung ermächtigte am 28. November den Gesandten Sr. Majestät in Florenz, ihre Bereitwilligkeit, an der Conferenz in London Theil zu nehmen, hierher mitzutheilen. — Unter dem 1. December erklärte der Großvezir dem königlichen Gesandten in Konstantinopel, daß der türkische Botschafter in London bereits im Besitz der telegraphischen Anweisung bezüglich der Adhäsion der Pforte zur Conferenz in London sei. — Am 2. d. M. hat der österreichisch-ungarische Reichskanzler, der sich in dem Augenblick in Pesth befand, den königl. Gesandten in Wien benachrichtigen lassen, daß die Regierung in der Conferenzfrage mit England übereinstimme. — Ew. rc. ersuche ich ergebenst, den königl. großbritannischen Staatssecretär der auswärtigen Angelegenheiten ton diesen Erklärungen der verschiedenen Cabinete in Kenntniß zu sitzen und ihm unsere Be- sriedigung über die allseitige Annahme des Vorschlages zu einer Consereilz, welche ich jetzt als gesichert ansehen darf, auszusprechen. — Zugleich woller Ew. rc. demselben die Erwartung aussprechen, daß nunmehr das königl. großbritannische Cabinet, an dessen Wohnsitz sich die Conferenz versammeln wird, die weitere Förderung der Sache in die Hand nehmen und unter Bezeichnung des Tages der Eröffnung die Vertreter der Mächte zum Zusammentreten einladen werde.
v. Bismarck.
Dem Vernehmen nach — schreibt der „B. u. H.-Ztg." ein Wienrr Corre-
spondent — ist eine Eröffnung bezüglich der deutschen Frage von Berlin aus signalisirt. Ihr Inhalt wird für Oesterreich kaum etwas Ueberraschenves bringen können und man wird sich umgekehrt in Berlin im Voraus versichert halten, daß Oesterreich weit entfernt ist, auf ein formales Recht sich steifend, dem deutschen Einigungswerke irgend welche Schwierigkeiten in den Weg zu legen.
Telegraphische Depeschen.
+ Berlin, 15. Dec. Der König hat einen Armeebefehl, datirt Versailles, den 6. December, erlassen. Derselbe betont, wir stünden an einem neuen Abschnitte des Krieges. Alle Versuche des Feindes, die CernirungSlinie zu durch- brechen, waren vergebens, die Armeen des Feindes, welche zum Entsatz von Paris von allen Seiten hrranrückten, sind geschlagen. Der König dankt den Truppen, und wenn der Feind auf der Fortsetzung des Krieges beharrt, so wisse der König, daß die Soldaten fortfahren werden, dieselbe Anspannung der Kräfte zu bethä- tigen, welcher wir die bisherigen Erfolge verdanken, bis wir einen ehrenvollen Frieden erringen, der würdig der großen Opfer ist, die an Blut und Leben gebracht wurden.
der Umgebung von Champigny gefallen war, fielen die Mobilen und Soldaten sofort über dieselben her, um sie herzurichten und zuzubereiten. Ein Pariser Schreiben, das dies mittheilt, aber zugleich behauptet, daß man in Paris in Ueberfluß lebe, bemerkt naiv: „Dank dieses unerwarteten Zuschusses an Lebensmitteln dinirten unsere braven Soldaten gestern besser als gewöhnlich, und sie hatten es wirklich nothwendig." Die tobten und verwundeten Pferde hatten es gestattet, den Vertheidigern von Paris stärkere Fleisch-Rationen zu verabreichen, denn dieselben erhielten am 3. December 150 Grammes Fle.sch statt 50 Gram- meS, woraus bis jetzt die Ration bestand. Unter den armen Classen herrscht große Roth, was aus folgender Note der Pariser Blätter erhellt: „D»r Fruuc.. •• jumwcyycycii unmnuu, jiq> oer Zug zur
der Freiwilligen des 117. Bataillons stellten sich vorgestern bei ihrer resp. Mairie Beerdigung von vier gestorbenen Franzosen in Bewegung. Der die Dame be- ein, um sich die 75 Centimes Entschädigung zahlen zu lassen, welche man ihnen gleitende höhere französische Offizier fragte den anwesenden Arzt, ob alle franzö- pro Tag ausgesetzt hat. Die Lage dieser armen Frauen flößt alles Interesse ein; silchen Gefangenen im Falle des Todes mit den gleichen militärischen Ehren, wie man verweigerte ihnen aber doch diese kleine Summe und es gelang ihnen nur hier der Fall sei, beerdigt würden? Der Arzt bejahte diese Frage; nicht mit Mühe, nach drei Tagen zwei Pfund Brod für sich und die Ihrigen zu nur geschehe die Bestattung und Begleitung zum Grabe mit militärischen Ehren, erhalten." Hieraus kann man ersehen, wie schrecklich die Lage derer sein muß, sondern es werde auch, da diese Truppen eine Schlacht mitgemacht hätten, stets die kein Anrecht auf eine Unterstützung haben. - - • ..... - -
Ein Tagesbefehl, welcher im „officiellen Journal" zu Paris erschien
Brüssel, 14. Dee. Eine Correspondenz der „Jndependance" aus Paris vom 10. Dec. meldet: Nach einem vorläufigen Berichte betragen die französischen Verluste in den Kämpfen vom 1. bis 3. December 1008 Todte, darunter 72 Offiziere, und 5022 Verwundete, von denen 342 Offiziere. — Die Regierung hat das Bataillon der Tirailleure in Belleville aufgelöst; der Commandant desselben, Flourens, wird vor ein Kriegsgericht gestellt. Die Mannschaften des Ba- taillonS haben in den Clubs Protest gegen diese Maßregel eingelegt. — Derselben Correspondenz zufolge dürfte das Brod nächstens nur noch nach Rationen ver- theilt »erben, und zwar soll durch diese Maßregel Plünderungen vorgebeugt werden. — Die Regierung beabsichtigt, aus Mannschaften der Nationalgarde Marschbataillone zu bilden und hat deßhalb eine hierauf abzweckende Auswahl unter den CadreS der Nationalgarde getroffen.
Wir entnehmen einem Schreiben aus Brüssel vom 14. December: „Eine hochgestellte Pariser Persönlichkeit, die es fertig brachte, Paris zu verlassen,"ohne einen Geleitsschein zu besitzen, ist in Brüssel angekommen. Dieselbe begab sich (zu Wagen) zuerst nach St. Cloud, wo sie die Nacht verbrachte, und dann nach Versailles, von wo aus sie die Grenze erreichte, ohne weiter belästigt zu werden. Dieser Herr war in Begleitung seiner jungen Frau. Sie wurden zwar mehrere Mal angehalten, aber da der Herr deutsch sprach, so half er sich durch. Derselbe versichert, daß sie nur Paris verlassen, weil er, falls es zur Capitulation komme, Unruhen befürchtete. Er ist der Ansicht, daß sich Pans vielleicht noch einen Monat halten kann, giebt aber zu, daß die mittleren und unteren Classen schon jetzt furchtbar leiden und daß Vie Regierung bald gen'öthigt sein wird, an
△ Brüssel, 16. Dec. Die „Ind." enthält eine juridische Auseinandersetzung über die Nothwendigkeit, daß die Londoner Conferenz das Völkerrecht Der
Die übliche Salve abgefeuert. Der Franzose zeigte hierüber große Rührung und
— —vjvmuimi ju yunp t-iftyitn, erklärte, in Frankreich bestehe dieser Gebrauch den deutschen Gefangenen gegenerhebt sich dagegen, daß mobilisirte Nationalgardisten sich Ersatzmänner stellen, über nicht, er wolle aber Sorge tragen, daß er auch dort eingeführt werde. Derselbe lautet: V Königsberg, 12. Dec. Der „Zukunft" geht von Seiten des Vorsitzenden
Nationalgarde des Seine-DepartementS. Tagesbefehl. Der oberste General- M hiesigen Arbeitervereins nachfolgende Erklärung zu: „Der Königsberger Ar- commandant erfährt aus verschiedenen Quellen, daß in gewissen Bataillonen die beiterverein spricht dem überzeugungstreuen und mannhaften Auftreten der ReichS- in die Kriegscompagnie berufenen Leute sich durch Männer der gewöhnlichen National- tagsabgeordneten Bebel und Liebknecht feine Anerkennung hierdurch aus und garde unter Bedingungen ersetzen lassen, die auf nichts weniger abzielen, als die erblickt in dem Verfahren Der Majorität und des Präsidenten des Reichstages Stellvertretung in die Nationalgarde einzuführen. Wie wünfchenswerth es auch eine Beeinträchtigung der Redefreiheit und Herabwürdigung der Volksvertretung." sein mag, daß gewisse, in besondere Familienverhältniffe gestellte Nationalgarden Alls Bayern, 11. Dec. Annexion ist jetzt die Losung! Und auch Bayern unter ihren Cameraden Männer von gutem Willen finden, um an ihre Stelle zu soll annectiren. Doch mögen Ihre Leser hierbei nicht an Elsaß oder Lothringen, treten, ebenso unzulässig ist es, daß unter dem Vorwand von Substitutionen wahre sondern an das kleine Städtchen Ostheim denken, welches mit seiner Markung Stellvertretungen stattfinden. Der oberste Commandant fordert die Bataillons- letzt noch zum Herzogthum Meiningen gehört, vom bayerischen Gebiet aber rings fuhrer auf, sich diesem Verfahren zu widersetzen, welches die Folge hat, daß in umgeben und in Handel und Wandel nur von Bayern abhängig ist. Die Ost- ein Bataillon, dessen Nummer er nicht angeben will, ein Familienvater von fünf Heimer selbst wünschen die Einverleibung dieser Enklave in Bayern, da das gegen- Kindern an die Stelle eines unverhnrathkten Mannes eintrat. Der oberste Com- bärtige Verhältniß in vielfacher Beziehung für sie und die umwohnenden Bayern Mandant macht die Bataillonsführer noch darauf aufmerksam, daß sie kein Recht störend ist.
haben, einen Nationalgardisten aus den Kriegscompagnien in die gewöhnliche Bern, 13. Dec. Eine Deputation Pruntruter geht mit bundesräthlicher Nationalgarde zu versetzen, wie es einige von ihnen gethan haben. Er befiehlt Empfehlung nach Belfort, um die Hinauslassung der Weiber, Kinder und Greife
ihnen, diese Leute sofort wieder in die Kategorie einzureihen, zu welcher sie ge- iu bewirken.
hören. Es liegt darin ein monströser Mißbrauch der.Gewalt, welcher eine strenge Petersburg, 10. Dec. Die Kaiserin ist auf ihrer Rückreise aus der Krim
Strafe verdient, wenn er sich wiederholt. Der Oberst Generalcommandant Clement am 9. December Abends in Moskau angekommen. Von dort wird dieselbe am
Thomas. 11. d. in Petersburg eintreffen. Vorgestern wurde im Winterpalais das Georqen-
Das „Luxemburger Wort" vom 10. Dec. schreibt: „Die Stadt war gestern gefeiert.
außerordentlich aufgeregt durch das hieher gelangte Telegramm, wonach Preußen, „ Der General-Admiral der russischen Flotte bat auf Grund kaiserlicher Er- weil Luxemburg durch die Franzosen seine Neutralität habe verletzen lassen, ohne mächtigung angeordnet, daß alle diejenigen Mann schäften, welche vor dem Jahre 1857 zu protestiren, sich ebenfalls der Verpflichtung für entbunden halte, die Neutralität In den Marinedienst eingetreten sind und mithin ihr dreizehntes Dienstjahr vollendet Luxemburgs zu respectiren. Der Prinz- Statthalter hat sich an den König von haben, ohne Verzug auf unbestimmten Urlaub entlassen werden sollen.
Preußen nach Versailles mit dem Ersuchen gewandt, man möge der Regierung Washington, 12. Dec. Der Senat ratificirte den schwedisch.norwegischen gestatten, sich zu rechtfertigen; wir wollen hoffen, daß die Zeit zur^echtfertigung Auswanderungsvertrag. Ein Negerkrawall fand in Atlanta, Georgia, statt, wobei 6 tobt blieben und 40 verwundet wurden.
Ein Mittel, um den Muth der Pariser aufrecht zu erhalten, besteht auch ven größten Theil der Pariser unentgeltlich Nahrungsmittel zu vertheilen. Diese darin, daß man jeden Tag in den Journalen verbreiten läßt, daß die Bayern afi*1 2a0e"-L f . *
erklären, sie seien des Krieges satt uno wollten sich nicht mehr schlagen. Die _ Nachdem General Chanzy sich, um nicht mit seinem HauptcorpS umzingelt guten Pariser halten ungeachtet der Lehren, welche sie in der letzten Zeit erhielten, Zu ^rden, nach „Sudwesten' zurückgezogen hat, liegt die rasche Besetzung von noch immer für möglich, auf die Uneinigkeit unter den Deutschen rechnen zu °Cr £lctat0L auf Flucht oder auf Ge»
können. Ueber die Verproviantirung von Paris sagen die vorliegenden Berichte stündlich bereit halten muffen. Zunächst scheint Havre letzt das Haupt-
nicht das Geringste. Nur müssen die Truppen, also auch natürlich die Bewohner, ^"st^kS Tages in Anspruch nehmen zu sollen. General Manteuffel hat bis nicht sehr gut genährt sein, denn als am 30. eine große Anzahl von Pferden in nichts Entscheidendes vorgenowmen. Dieppe wurde nur momentan be-
~ B - 5 v mhrt und wieder verlassen. Indeß erhellt über die Vorgänge im Norden bis
jetzt aus den belgischen Blättern nur so viel, daß man französischerseitS durch Flankenmärsche und Diversionen die Deutschen stutzig zu machen versucht. General Faidherbe ist durch Streifzüge aus seiner Glanzepoche am Senegal berühmt; nur freilich besteht zwischen den Deutschen und den Negern äm oberen Senegal ein kleiner Unterschied.
gelassen werden wird." In seiner folgenden Nummer sagt das „Wort": „Au^f die Nachricht hin, Preußen halte sich der Verpflichtung, unsere Neutralität zu respectiren, für entbunden, verbreitete sich die Meinung, das Land würde sofort in Preußen einverleibt werden. Wir können bis jetzt noch nicht diese Meinung theilen, denn gesetzt auch, die gegen uns erhobene Anklage sei begründet, so könnte Preußen nur Repressalien dafür nehmen, eiwa Truppen, Munition, Verwunvete über unsere Eisenbahnen gehen lassen, aber von einer Einverleibung unseres Landes könnte rechtlicher Weise keine Rede sein; mit dem Nichtrespectiren unserer Neulralität fällt unsere Autonomie noch nicht. Wir Luxemburger müssen allerdings der Ostbahn wenig Dank wissen; aber soll denn, was die Ostbahn gethan hat, auf unser Land zurückfallen? Preußen selbst weiß ohne Zweifel, in welchen Verhältnissen das luxemburger Land zur Ostbahn steht, und wir sollen für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden!" Was soll man von Der politischen SelbststänDig- fett und Autonomie eines Ländchens sagen, welches sich zur Entschuldigung Der ifoni gemachten Vorwürfe auf die „Ostbahn" beruft und dessen Regierung weniger wirkliche Macht im Lande hat, als die Direktion dieser französischen Eisenbahn- vn ivuwHtr vunrrrrm oas ^mrrrn,r
Kann es etwas Lächerlicheres geben, als diese „luxemburgische Neu- Neutralen codificire, entsprechend Dem Antrag des Abgeordneten Thonnissen wel- tralttat mit ihren Ansprüchen, eine europäische politische Macht sein zu wollen? cher allgemeinen Anklang in Belgien gesunden habe.


