Ausgabe 
18.12.1870
 
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Anzeige- und Amtsblatt jur den Kreis Archen.

1870

Sonntag den 18. December

Nr. 183,

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nen Men Herr \\a> zu rum»w» r . ? ^klicker Weile verttoken bat. Abgesehen von Den reoyusirn jiuhu-

53evotter fl i . j « .« h j»>> s p« 18b?b"eHüTr7n müff la^bmtn1 rotkbHn Luxemburg unter ctn Augen ter dortigen Behörden für die

»sorgen, und daß deshalb der Hunger tn kurzer Bett den Fall d°rbei uhren müsse. gedungen,wech g Regierung, wie allgemein bekannt und

Sie Erfahrung hat uns das stricte Gegen,he.l gelehrt und die bisherigen Sache Franke eh« zu Tage traten, ^8^ (c

Theorien über den Haufen geworfen, Eine Stadt wie Pans die das Emporium von! to der'Franzosen war, vermittelst nächtlicher üisenbahnzüge

und den Stapelplatz für einen großen Theil von Frankreich bildet, ist schon unter lange si »»roviantirt wurde, und daß die sranzösischen Confulatsbeamten

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und Lied; etzung.) - taroline Eien Origi- rchlch)- muplquar-

Sedtfter Don W- i Friedrich Blätter tzte März­lustration.- genommen Lasten. - lien Wehr-

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Erscheint täglich, mit Ab­nahme Montags.

Expedition: Eanzleiberg Lit. B. Nr. 1.

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Es natt bislang als ein Axiom, daß eine ^tavt von nahezu Drei Millio- Menschen sich zu einer Festung nicht eigne, daß es unmöglich fei, eine solche 1 1 , ° . «YA . . <_:_____- ««bkHAOrtbt Arn V^hPHÄtinfprhAlt 111

in der Nähe der Eisenbahnstation von Luxemburg ein Bureau unterhielten, um den rum Theil wortbrüchig aus deutschem Gewahrsam entfliehenden franzosi,chen Gefangenen den Wiedereintritt in die Heere Frankreichs zu vermitteln. Die Ne­gierung des Norddeutschen Bundes hat sich genöthigt gesehen, in einer an die luxemburgische Regierung, wie an die bei dem Neutralitatsvertrage betheiligten Mächte gerichteten Kundgebung auf diese und ähnliche Vorgänge binzuweisen und daran die Erklärung zu knüpfen, Daß sie auf Grund dieser Thatsachen d e Neu­tralität Luxemburgs als von der dortigen Regierung verletzt "achten und sich selbst einem solchen Verfahren gegenüber die volle Freiheit der Entschließungen

nur bis Nanteuil benutzt werden, und man war genöthigt, Millionen Centner Geschütze und Munition per Achse noch 10 bis 12 Meilen weit zu transportiren. Da Dieft Linie aber zwischen der Armee von Paris und der deutschen Heimath die einz-ge Verbindung bildete, so mußte der gesammte Nachschub an Mannschaften, Ausrüstungs. und VerpflegungSgegenständen denselben Weg passiren, wie denn auch in entgegengesetzter Richtung die Evacuirung der Kranken und Verwundeten auf demselben bewirkt werden mußte. ,

Wer also irgend wie einen Einblick in die Verhältnisse hat, der wird der deutschen Armeeleitung gewiß Gerechtigkeit wiederfahren lassen und bereitwillig anerkennen, daß arch hierin Großes geleistet und das Unmögliche möglich ge­macht ist. «er er " ro.

Ungerechtfertigte Humanität gegen einen unverbesserlichen Feind wäre Grau» famkeit gegen die eigenen Angehörigen, und schon die nächsten Wochen werden den Beweis liefern, daß man in Versailles einer derartigen mattherzigen Sen­timentalität nicht zugänglich gewesen ist.

An die in umfassendster Weise getroffenen Vorbereitungen ist Die letzte Hand gelegt, und wenn der Hunger b,S dahin seine Schuldigkeit nicht thut, so wird man nach dem bewährten Recepte des alten Hypokrates verfahren: quod ferrum non sanat, sanat ignis, oder Eisen und Feuer zugleich. Und mit dem Dichter können wir audrufrff:Kommen wird Der Tag, wo da sinkt das stolze Ilium.

v QUr luxemburger Frage schreibt DieProvinzial-Correspondenz": Die im i Jahr? 1867 von Seiten Frankreichs auf Die Erwerbung Luxemburgs gerichteten Bestrebungen hatten bekanntlich Den Anlaß zu einem Vertrage gegeben, durch wc - eben die europäischen Machte sich gemeinsam zur Anerkennung und Auirechterhal- tung der . Neutralität Luxemburgs verpflichteten. Beim Beginn des gegenwärtigen Krieges zwischen DeutschlanD und Frankreich war von Dem auswärtigen Amte des Norddeutschen Bundes Die Erklärung abgegeben worden, daß Deutschland diesen Verpflichtungen gewissenhaft nachkommen werde, wenn von anderer Seite die Neutralität in gleicher Weise beobachtet würbe. Durch eine Reihe offenkundiger Thatsachen ist erwiesen, daß Die luxemburgische Regierung gegen Diefe BorauS- setzung in gröblicher Weise verstoßen hat. Abgesehen von den lebhaften Kund- ' V b ° .. o ' ,............. <11 SRphnrDen für Die

17. December.

Die Post" schreibt: Die längst und sehnlichst erwartete und in den Bc- richten der KriegScorrespondenten wiederholt angekündigte Beschießung von Pari« bat bis jetzt noch immer nicht stattgefunden, und so fchr man IM klebrigen von der Tüchtigkeit und Genialität unserer Heerführung überzeugt ist, so stoßt man doch in Bezug auf diefe Frage selbst in patriotischen Kreisen auf Zweifel und Bedenken. Jeder Tag dieses hartnäckigen und blutigen Krieges bringt zahlreiche neue Opfer zu Wege und man »erlangt deshalb, daß durch das Bombardement von Pari« der feindlichen Hyder so schnell al. möglich der Kops zertreten «erde Man weik daß Grunde der Vernunft bei der fanatisirten Bevölkerung nicht durchschlagen und ,ordert daher, daß ihr durch den ehernen Mund durchschlagen- der Geschütze -ine da« bisherige Lügengewebe zerstörende, ernste und nachhaltige Lettion zu Theil werden. Gestützt auf die vortrefflichen Leistungen unserer Feld- arlillerie und verleitet durch die allzu sanguinischen Hoffnungen, die unmittelbar nach der Einschließung von Paris den baldigen Fall desselben tn Aussicht stellten, glaubt man, daß unberechtigte diplomatische Einflüsse oder eine zu weit getriebene Sentimentalität den Beginn des ehernen CvncertS verzögern.

So begreiflich und gerechtiertigt auch das Verlangen ist, der mit den un­erhörtesten Anstrengungen verbundenen Einschließung von Paris in der nachdruck. ItcMen Weise ein Ende zu machen, so sind doch alle Vorwürfe, denen man in dieser Hinsicht begegnet, durchaus unzutreffend. Wir werden nicht irre gehen, wenn wir behaupten: Man hat die Beschießung von Paris seither nicht gewollt, weil man sie bi« dato nicht mit derjenigen Intensität unternehmen konnte, die eine Garantie des Erfolges in sich schließt. .

Wir brauchen aus Der Wahrheit fein Hehl zu machen und wollen nicht in den französischen Erbfehler der Lüge und Sophisterei verfallen, an Dem alle An- strenaunaen und Unternehmungen unserer Feinbe von vorn herein scheitern. ist jetzt kein Geheimniß mehr, daß wir über die fortifieatonsche Bedeutung von Pari« und über die Stärke seiner Widerstandsfähigkeit in einer völligen Tausch-

mit den meisten Lebenrbedürfniffen, wie Mehl, Wein, Eolonial-Waaren und ver- aleichen auf Monate hinaus versorgt. Wenn man der Stadt Berlin in cintr Rächt plötzlich alle Zufuhren von außen abschnnden wollte, so wurde die Be- »ölkerung nicht« desto weniger Wochen lang von den vorhandenen Dorrathen zehren können und mit Ausnahme de« frischen Fleische« fast mit allen Unterhalts-

noch höherem Grade trifft die« hinsichtlich Pari« zu. Dazu kommt, daß die französische Capitale mit den entferntesten Distrieten des französischen Staatsgebietes durch zahlreiche Schienenwege verbunden ist. Ein großer Theil derselben hat in Pari« seinen Mitielpunct, und dieser Umstand, so nachthettig er für Die Ausstellung und Concentration der französischen Armee an Der Grenze 'aewesen ist, hat begreiflicher Weise die nachhaltige und ausgiebige Versorgung der Hauptstadt wesentlich erleichtert. UebrigenS hat man die Verproviantirung Der- selben schon unmittelbar nach der Schlacht von Gravelotte begonnen, als Die Armee Des Kronprinzen ihren Marsch nach ChalonS antrat, und doch vergingen durch Die Flankenbewegung nach Sedan mehr als vier Wochen, ehe Die deutschen Truppen ihren Eisengürtel um Die französische Capitale vollendet hatten. Wah- rend Dieser ßeit konnten natürlich mittels Der zahlreichen Eisenbahnverbindungen sehr bedeutende Vorräthe nach Paris gezogen werden, und man hat in Der That hiervon in umfangreicher Weise Gebrauch gern cht. mirhldnivre bisher unklar gebliebene Tyatsache con|iaun, nummy v«, v«B m

Aber abgesehen von der Verproviantirung bietet eine so große Stad °uck andere «» 1 mj( Würde eine« deutschen Kaisers belleidet wird,

mannigsache militärische Vortheile dar. Sie ist gewissermaßen eine Welt sut sichZ^b,rb up J nicht betont worden. Der Bundesrath de«

. --------... daielbü tu finden, und J /einer Sitzung zusammen. Der BundeSralh

cc« deutschen Reiches wird zusammenberusen, sobald die Vertrage von den fuD- deutschen Kammern genehmig, und die Ratificationenausgetauscht sein »»Cem

Graf Bismarck hat am 3. December an den Botschafter de« Norddeutschen Bunde« in London, Grafen Bernstorf folgend- Note gerichtet: Bersa.lle«, 3. December 1870. Ew. Exc. habe ich durch mein Telegramm v. 2b. »»<« 6tt Einladung mitgetheilt, welche ich unter demselben Datum auf telegraphischem Wege an die Höfe von Wien, Konstantinopel, Florenz und öt. Petersburg ge- richtet hatte, um dieselben zu ersuchen, ihre Vertreter in London zu ermächtigen, mit ven dortigen Vertretern der Mächte, welche den Pariser Fr.-densvertrag vom Mit vor.». ..... f zu einer Konferenz zusammenzutrcten, um

, weiche sich an Vie, von dem kaiserlich ins-

uauiurr uu.u, 19./3I. October gemachten Eröffnungen knüpf.

, Diese Einladung war ergangen, nachdem das kgl. großbritannische Eadinct ch durch Herrn Odo Ruffel von seinem Einverständniß hatte versichern lass'», t'vllltll, daß auch das Cabinet von «t. Petersburg Ich kann ferner nunmehr nachstehende Mittheilungen

V Die Adreßdkputation de« Reichstags hat, wie bereits gemeldet, Dienstag Abend die Kaiscrfahrt angctreten, den geehrten Präsidenten «imsor, an bei der nun zum zweiten Male einem Hohenzollern gegenüber da« Wort ,>utscher Kaiser'" zuzurusen die Ehr- hat. Damals ging Simson von Westen nach Osten, oon Frankfurt nach Berlin, beut schlägt er die entgegengesetzte Richtung ein. Da- mals schlug der Hohenzoller die Krone ans, heut ist es bereit« ofstciell feststehend, daß der König diese neue Würde angenommen hat. Oie« gehl nämlich aus dem bereits in den Zeitungen erwähnten Weimar'ichen Antrag hervor, m welchem e« heißt: ,auch Se. Majestät der König von Preußen allerhöchst sich bereit erklärt haben','diese neue Würde anzunehmen." In demselben Anträge ist "°ch nne unklar gebliebene Thatsache coustalirt, nämlich die, daß da« erbliche

-WD Gießener Anzeiger

mannigfache militärische Vortheile dar. Sie ist gewissermaßen eine i die verschiedenartigsten Gewerke und Industriezweige sind daselbst zu find n und die Be atzung kann daher trotz der Einschließung mit dem nothwendigen Ausrüst­ung«- und Kriegsmaterial versehen werden. Ja noch mehr! Eine Stadt mit s zahlreicher Einwohnerschaft stellt zugleich ein nicht zu unterschätzende« Nekrutirungs- gebiet dar und Trochu, dem ein gewisse« Organisationstalent nicht abzusprcchen ist, hat die« in geschickter Weis- auszunutzen verstanden.

Dem gegenüber hatte die deutsche Heercsfuhrung von Anfang an mit den unerhörtesten Schwierigkeiten zu kämpfen, und wenn es glückt, wie zu erwarten steht, die U-bergabe von Paris zu erzwingen, so durste die Cerntrung. uni, B-. sirgung dieser Riesenstadt ohne Ruhmredigkeit eine der größten und heroischsten ^^°Die'Franz°s-n"hatt-nSrfSin6un9««erfr von Pari« mit Schiff-kanonen 30. Marz 1856 unterzeichnet haben grs Ä8Ä werDen. Ohne Eisenbahnverbinbung wäre dies überhaupt nicht zu bewerkstelligen len. f

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