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voyenS zu Dem zuoringlichen Vorschlag, daß wir uns heute auf eine solche Ga- Seine Abreise nach Tours hat am 7. Morgens stattgefunden.
rantie verlassen sollen? — Napoleon hat einen großen Fehler gemacht, daß er Der Verlauf der Verhandlungen hat mir nur die Ueberzeugung hinter-
England nicht vorher angriff, ehe er Deutschland bekriegte. lassen, daß es den jetzigen Machthabern in Frankreich von Anfang an nicht
___________________ Ernst damit gewesen ist, die Stimme der französischen Nation durch freie Wahl einer dieselbe vertretenden Versammlung zum Ausdruck gelangen zu lassen; und Der „Staatsanzeiger" publicirt das (schon telegraphisch analysirte) Circular daß cs eben so wenig in ihrer Absicht gelegen, einen Waffenstillstand zu Stande des Bundeskanzlers Grasen v. Bismarck an die Gesandten des norddeutscheu Bun- zu bringen, sondern daß sie eine Bedingung, von deren Unannehmbarkeit sic über- des über seine Besprechung mit Herrn Thiers in Versailles: zeugt sein mußten, nur darum gestellt haben, um den neutralen Mächten, auf
Versailles, den 8. November 1870. deren Unterstützung sie hoffen, nicht -eine abweisende Antwort zu geben.
Ew. ic. ist es bekannt, daß Herr Thiers den Wunsch ausgedrückt hatte, sich Ew. rc. ersuche ich ergebenst, sich in Uebereinstimmurg mit dem Inhalt dieser zu Verhandlungen ins Hauptquartier begeben zu dürfen, nachdem er sich mit ver- Depesche auszusprechen, zu deren Vorlesung Sie ermächtigt sind.
schiedenen Mitgliedern des Gouvernements der nationalen Verthndigung in Tours v. Bismarck."
und in Paris in Verbindung gesetzt haben würde. Auf Befehl Sr. Majestät des In Versailles sind einstweilen die Verhandlungen mit den bayerischen Ab- König- habe ich mich zu einer solchen Besprechung bereit erklärt, und ist Herrn geordneten unterbrochen, und wenn nicht bald — etwa durch den Prinzen Otto Thiers gestattet worden, sich zuvor am 30. v. M. nach Paris hinein zu begeben, — andere Instructionen aus Bayern im Hauptquartier eintreffen, wird vielleicht von wo er am 31. ej. ins Hauptquartier zurückgekehrt ist. beim Reichstage vorläufig nur der Sonder-Eintritt der drei anderen Südstaaten
Die Thatsache, daß ein Staatsmann von der Bedeutung und der Geschäfts- beantragt werden. Man redet schon darüber hin und her, was für den Fall des erfahrung des Herrn Thiers die Vollmachten der Pariser Regierung angenom- Draußenbleibens von Bayern allein aus dem Zollvereine und insbesondere dem men hatte, ließ mich hoffen, daß uns Vorschläge gemach? werden würden, deren Zollparlamente und dem Zollbundesrathe werden mochte; ob und wie lange die- Annahme möglich und der Herstellung des Friedens förderlich sein würde. Ich selben fortzubestehen ober ob und wie umzugestalten sein mögen u. s. w. Die empfing Herrn ThierS mit dem achtungsvollen Entgegenkommen, auf welches seine national*liberale „B. A. C." meint: „Es ist immerhin besser, daß Bayern vorausgezeichnete Persönlichkeit, auch abgesehen von unseren früheren Beziehungen, läufig noch außerhalb des Bundes verbleibt, als baß man auf die Entschließung ihm den vollsten Anspruch gab. der bayerischen Regierung etwa einen Druck ausübt oder andererseits das in der
Herr Thiers erklärte, daß Frankreich auf den Wunsch der neutralen Mächte norddeutschen Bundesverfassung errungene Stück deutscher Einheit zum Theile wieder bereit sein werbe, sich auf einen Waffenstillstand einzulassen. Preis gibt und die kaum anelnander gefügten Bausteine wieder lockert. Wir sind
Se. Maj. der König hatten gegenüber dieser Erklärung zu erwägen, daß der Ansicht, daß die bayerische Bevölkerung die particularist'.sche Anschauungsweise jeder Waffenstillstand an und für sich für Deutschland alle die Nachtheile bedingt, der bayerischen Regierung durchaus nicht mehr in einem solchen Umfange theilt, mit denen für eine Armee, deren Verpflegung auf weit zurückgelegenen HülfSquellen als daß man nicht auf einen Wechsel dieser Anschauungsweise in einer bestimmten beruht, jede Verlängerung des Feldzuges verbunden ist. Außerdem übernahmen Frist mit Sicherheit rechnen könnte. Die Bundesverfassung ist in ihren Zugeständ- wir mit Dem Waffenstillstand die Verpflichtung der deutschen Truppenmasse, welche nissen an die Autonomie der Einzelstaaten bis hart an d-e Grenze des Zulässigen durch die (Kapitulation von Metz verwendbar geworben war, in den Stellungen gegangen; es darf drese Grenze nicht überschritten werden; vor Allem aber darf welche sie am Tage der Unterzeichnung innegehabt haben würde, Halt zu gebieten, keinem Staate eine Stellung eingeräumt werden, durch welche derselbe sich ver- und damit auf die Besetzung weiter feindlicher Länberstrecken zu verzichten, welche sucht fühlen könnte, neben dem Bundespräsidium eine Art von Mitregentschaft gegenwärtig ohne Schwertstreich ober mit Ueberwindung unbedeutenden Wider* auszuüben." Die „Volks-Zeitung" meint, es sollte nochmals der Weg von 1867 ftandes von uns eingenommen werden können. Die deutschen Heere haben einen eingeschlagen werden, indem der Widerstand des süddeutschen Particularismus am wesentlichen Zuwachs in den nächsten Wochen nicht zu erwarten. Dagegen würde leichtesten durch das moralische Gewicht einer gesammtveutschen Vereinbarungs- der Waffenstillstand Frankreich die Möglichkeit gewährt haben, die eigenen Hülfs- Versammlung würbe zu brechen fein. Unseres Erachtens habest wir zunächst die quellen zu entwickeln, die in der Bildung begriffenen Formationen zu vollenden bestimmteren Mittheilungcn und Anträge des Bundeskanzlers abzuwarten, ehe wir und, wenn die Feindseligkeiten nach dem Ablauf des Waffenstillstandes wieder über diese und andere Fragen ein Urtheil abzugeben versuchen. I densallS gebührt beginnen sollten, uns widerstandsfähige Truppenkörper entgegen zu stellen, welch- allein der Initiative des Bundeskanzlers bezüglich der Wahl der Wege für jetzt jetzt nicht vorhanden sind. der entscheidende Rathschlag und mit tiefem die wesentliche Verantwortlichkeit für
Ungeachtet dieser Erwägungen ließ Se. Maj. der König den Wunsch, einen den bestmöglichen Erfolg. Es wäre doch wirklich höchst bedauerlich, sollte auch die ersten entgegenkommenden Schritt zum Frieden zu thun, vorwiegen; und ich wurde gegenwärtige opfermuthige Volksbegeisterung nur abermals ein Stückwerk deutscher ermächtigt, Herrn Thiers sofort mit de? Gewährung eines Waffenstillstandes auf Einheit zu Stande bringen. (K.Z.)
25, oder auch, wie er später gewünscht, 28 Tage auf dem Grund des einfachen Die neueste „Correspondance be Tours" meldet aus Douay, 31. October, militärischen Status quo am Tage der Unterzeichnung entgegenzukommen. Ich daß General Bourbaki daselbst zur Abhaltung einer Revue eintraf und bei dem schlug ihm vor, durch eine zu bestimmende DemarcationSlinie die Stellung der commandirenden General abstieg. Die Bevölkerung erschien vor dem Palaste und beiderseitigen Truppen, so wie sie am Tage der Unterzeichnung sein würde, ab- einige Bürger richteten Fragen an den General, der sich weigerte, dieselben zu zugränzen, die Feindseligkeiten auf 4 Wochen zu sistiren, und in dieser Zeit die beantworten. Da rief man: „Es lebe die Republik! Nieder mit den Verrätern!" Wahlen und die Constituirung der nationalen Vertretung vorzunehmen. Auf Bourbaki wollte das Haupt nicht vor der Republik entblößen. Als er nun immer französischer Seite würde diese Waffenruhe nur den Verzicht auf kleine und jeder- noch nicht bekennen wollte, welches seine Meinung sei, rief man: „Zum Tode!" zeit unglückliche Ausfälle und auf eine nutzlose uno unbegreifliche Verschwendung Da gab Bourbaki den ihn escortirenden Mobilgarvisten den Befehl, ihre Gewehre artilleristischer Munition aus den Festungsgeschützen für die Dauer des Waffen* zu laben und auf die Nationalgarde zu schießen, „aber" , heißt es wörtlich in stillstandes zur militärischen Folge gehabt haben. diesem Berichte weiter, „man gehorchte ihm nicht, da man sah, daß die National-
In Bezug auf die Wahlen im Elsaß konnte ich erklären, daß wir auf gardisten gleichfalls bewaffnet waren und daß der Zusammenstoß die schwersten keiner Stipulation bestehen würden, welche die Zugehörigkeit der deutschen De- Folgen haben könnte. In diesem Augenblicke wurden einige Kohlstrünke nach partements zu Frankreich vor dem Frieoensschlusse in Frage stellen könnte, un? Bourbaki geworfen. In ArraS, Amiens und Lille war der Empfang ein ähn» daß wir keinen Bewohner der letzteren dafür zur Rebe stellen würben, daß er lichrr." Gne solche Behandlung ist allerdings nicht geeignet, Bourbaki die Bilals Abgeordneter seiner Landsleute in einer französisch-n Nationalversammlung bunz einer Nordarmee zu erleichtern. Die „Correspondance de Tours", welche erschienen sei. durch obigen Bericht die Gerüchte von Bourbakis Rücktritt erklärt findet, hat kein
Ich war erstaunt, als der französische Unterhändler diese Vorschläge, bei Wort der Ermuthigung für Bourbaki, dagegen ist sie sehr aufgebracht über „den welchen alle Vortheile auf französischer Seite waren, ablehnte und erklärte, einen General, der in Besan^on commandirt uno der thut, als existire Garibaldi gar Waffenstillstand nur dann annehmen zu können, wenn derselbe die Zulassung eine» nicht, ja, ihm alles Schlimme zufügt, was nur möglich ist." Unter den letzten umfassenden Verproviantirung von Paris einschlöffe. Ich erwiderte, baß diese Nachrichten meldet die „Correspondance", daß am 6. in Tours 30 bis 40 ge- Zulaffung eine so weit über den Status quo und über jede billige Erwartung fangene Preußen ankamen und in der Caserne der Recollets untergebracht wur- hinausgehende militärische Concesfivn enthalten würde, daß ich ihn fragte, ob er den; ferner, daß bei St Avertin-les-TourS am 6. eine Schiffbrücke über den ein Aequivalent dafür zu bieten im Stande fein werbe und welches? Hr. Thiers Cher geschlagen wurde; endlich, daß man im Lager von Grammont, rechts vom erklärte, zu keinem militärischen Gegen-Anerbieten ermächtigt zu fein und die For» Boulevard desselben Namens, Winterbaracken errichtet. Henri Schneider, Der derung der Verproviantirung von Paris stellen zu müssen, ohne uns dafür etwas Sohn des Präsidenten des gesetzgebenden Körpers, traf am 7. in Tours ein. Anderes bieten zu können, als die Bereitwilligkeit der Pariser Regierung, der Die Loire, der Cher und der Verbinbungscanal gehen hoch und die Schifffahrt französischen Nation die Wahl einer Vertretung zu gestatten, aus welcher wahr- wurde wieder eröffnet.
scheinlich eine Behörde hervorgehen würde, mit welcher uns über den Frieden zu Der Special-Correspondent der „Daily-News" in Amiens schreibt, daß das unterhandeln möglich sein werde. Leeret, welches ein leved en mässe anordnet, die gejammte Industrie des Platzes
In dieser Lage hatte ich das Ergebniß unserer Verhandlungen dem Könige zu einem Stillstand gebracht hat, und daß die Arbeiter den Krieg herzlich ver- und seinen militärischen Rathgebern vorzulegen. wünschen. Der Aufruf der Republik hat keinen Enthusiasmus hervorgerufen, und
Se. Majestät war mit Recht befremdet über so ausschweifende militärische der Wunsch nach Frieden ist allgemein und lebhaft. Bei einem Ausfluge nach Zumuthungen und enttäuscht in den Erwartungen, welche Allerhöchstberselbe an Norden Hut der Correspondent nichts von einem patriotischen ölan bemerkt, im Die Unterhandlungen mit Hrn. Thiers geknüpft hatte. Die unglaublich.' Forde- Gegentheil, das Volk schien bestürzt und erwartete die Preußen. Boulogne war rung, daß wir die Frucht aller feit zwei Monaten gemachten Anstrengungen und belebt, wenngleich der Bahnhof der Stadt einen traurigen Anblick bot; in einem errungenen Vortheile aufgeben und Die Verhältnisse auf Den Punkt zurückgeführt der Haupthotels war es schwer, eine 100 Fr.-Note gewechselt zu bekommen, werden sollten, quf welchem sie beim Beginne der Einschließung von Paris ge* Victor Hugo hat es abgelehnt, die Stelle eines Maires von Paris anzuwesen waren, konnte nur von Neuem den Beweis liefern, daß man in Paris nach nehmen. Bekanntlich speculirt derselbe auf die Präsidentschaft der Republik, und Vorwänden, der Nation die Wahlen zu versagen, suchte, aber nicht nach einer es ist daher natürlich, daß er einen so subalternen Posten zurückweist. — In Gelegenheit, dieselben ohne Störung zu vollziehen. Paris haben sich jetzt einige Läden aufgethan, welche Hunde- und Katzenfleisch
Auf meinen Wunsch, vor Fortsetzung der Feindseligkeiten noch einen Versuch verkaufen. In einem kleinen Laden werden sogar auch Natten feilgeboten und t>er Verständigung auf anderen Grundlagen zu machen, hat Herr ThierS am 5. stark gekauft.
d. M. in der Vorpostenlinie noch eine Besprechung mit den Mitgliedern der Pariser ___________________
Regierung gehabt, um denselben entweder einen kürzeren Waffenstillstand auf Basis
Deß Status quo ober die einfache Ausschreibung Der Wahlen vorzuschlagen, ohne KriegHnachrichten.
convent.ongmäßigen Waffenstillstand, in welchem Falle ich die freie Zulassung und Versailles, 9. Novbr. Die Vorräthe in Paris gehen mit rapider Schnellig- t>ie Gewährung aller mit der militärischen Sicherheit irgendwie vereinbarten Er- feit zu Ende und auch die ärgsten Pessimisten glätten wieder die Stirn und hoffen leichterungen zusagen konnte. auf den baldigen Abschluß des Krieges. Dafür spricht u. A. auch der Umstand,
Heber den Inhalt dieser seiner Beiprechung mit Herrn Favre und Trochu baß, wie ich höre, in Der Nähe Des jüngst vielfach als Eisenbahnkopfstation ge- hat Herr Thiers sich nicht näher gegen mich ausgesprochen; er konnte mir als nannten Stäbtchens Nanteuil ein Barackenlager zur Aufnahme von 150,000 fran- l d"^U>en nur die erhaltene Weisung mittheilen, die Verhandlungen ab- zösischen Gefangenen errichtet wird. Es leuchtet ein, daß man zu tiefer ungc- zubrechen und Versailles zu verlassen, da ein Waffenstillstand mit Verproviantirung wöhnlichen Placirung Gefangener nicht greifen würde, wenn man dieser refpec- bon Pans nicht zu erreichen sei. fablen Truppenmacht nicht eine spätere Ausgabe zugedacht hätte, und die 23er-


