genommen, die Loire-Armee total geschlagen. Mehrere Tausend Gefangene sind gemacht. Der Feind ist mit großem Verluste über die Loire zurückgegangen. Unser Verlust ist noch nicht ermittelt.
München, 8. Oct. Zwanzig bei Sedan und Toul auf Ehrenwort er.t- laffene Offiziere haben sich freiwillig in Ingolstadt gestellt, darunter der Gouverneur von Toul; Frankreich wollte sie wieder zum Kriegsdienst pressen. (Pf. D.)
Altbreisach, 12. Oct. Vor Neubreisach ist seit Samstag Mittag Ruhe. Nachdem die Uebergabe auf die erste Beschießung verweigert worden ist, wird letztere nach Eintreffen schweren Geschützes in wirksamer Weise fortgesetzt werden.
Vom Oberrhein wird der „A. A. Ztg." geschrieben: „Seit einigen Ta^en berichtete man davon, daß im Ober-Elsaß Brunnen vergiftet worden, und am Genuß solchen WafferS deutsche Soldaten schwer erkrankt seien. Bestätigung da- für habe ich bis jetzt nicht erhalten können, aber das habe ich aus eigener Anschauung erhärtet gefunden, daß in mehreren Orten die Leute die Mistiauche in die Brunnen leiteten oder solche hineingossen, wodurch das Wasser gänzlich ungenießbar ist. Unsere Soldaten haben für solche Fälle eine tüchtige Tracht Prügel und den Zwang an die Bauern, selbst davon eine gute Quantität zu trinken, an der Hand, und sie sind überhaupt sehr vorsichtig geworden. Seit Mittwoch ist in Kehl eine Desinfections-Anstalt für alle aus Straßburg Kommenden errichtet, indem dieselben durch eine dafür eingerichtete Bretterhütte marschiren müssen. Es soll wegen der Rinderpest geschehen, ist aber auch sonst gut angewandt, denn in Straßburg herrschen nicht bloS, wie freilich sehr oft, die Blattern, sondern noch andere Krankheiten, und die Gräben, Flußcanäle und Niederungen um und in der Stadt geben eine pestilentialische Ausdünstung von sich. Man hat deshalb jetzt begonnen, durch Stauungen größere Wassermengen nach einander hindurchströmen zu lassen und den Unrath so fortzuschaffen. Seit Donnerstag sind Die letzten französischen Offiziere aus Straßburg fortgegangen, da dies der äußerste Termin war, und der Omnibusdienst nach Kehl machte dadurch gute Geschäfte."
In Belfort fängt man an besorgt zu werden und bläst deßhalb gewaltig die Backen auf. Wenn der Feind — so sucht ein dortiger Berichterstatter der Jndependance zu beweisen — Belfort belagern will, so verdirbt er seine Zeit, denn der Platz hat „aus zwei Jahre Proviant und Munition, und die Begeisterung in den Ortschaften des Oberrheines ist so groß, daß das Volk sich ernstlich in Masse erhebt, um den Feind zu vertreiben oder ihn zu massacriren, und an Schlachtvieh ist Ueberfluß und auch zu billigem Preise." Die deutschen Truppen wissen also, was sie zu erwarten Haden.
Von den Vorposten um Metz hört man förmliche Jndianergeschichten. So schreibt un« ein pommer'scher Artillerist: „Die Füsiliere und Pionniere stellten ihre Helme, resp. die Franzosen ihre Käppis neben sich auf die Wallung der Laufgräben, bis beide dahinter kommen und nicht auf die Kopfbedeckungen selbst, sondern rechts und links davon schießen. Machen aber die Franzosen einen Ausfall auf die Helme, so bekommen sie von den inzwischen ohne Helme ausgerückten Preußen ein vernichtende- Flankenfeuer. Wir sind doch noch schlauer als die Herren Rothhosen."
Basel, 11. Oct. Die Mühlhauser Blätter bringen einige Details über die Affaire vom 9. Früh. Vor Tagesanbruch war daselbst das etwa 8000 bis 10,000 Mann betragende OccupationScorpS unter General v. Schmeling nach Breisach marschirt. Als die Arrieregarde abzumarschiren begann, wurden Steine gegen die Bedeckungsmannschaft der Proviantwagen geschleudert und die Absicht kund- gegeben, die Nachhut von den Gesammttruppen zu trennen. Von dem begleitenden Offiziere wurde die Menge mehrmals zur Ruhe aufgefordert, und als die Aufforderung nicht fruchtete, Feuer commandirt. Ein Mann stürzte todt nieder, zwei andere wurden verwundet, der eine tödtlich. Nach dieser Abkühlung konnte die Truppe ungehindert abmarschircn.
Mühlhausen, 7. Oct. Der Commandant der Stadt Mühlhausen, Major v. Ohlen-Adlerskron, erläßt folgende Bekanntmachung:
„In Betreff der Entwaffnung behalten nach höherem Befehl die unifor- mirten Nationalgarden und Pompiers ihre Waffen. Alle übrigen Feuergewehre werden im Laufe des 8. auf dem Bahnhof abgeliefert, mit Namen und Hausnummer der Besitzer versehen, um dieselben im Falle des eintretenben Friedens zurückliefern zu können. Dabei wird bemerkt, daß, wenn Feuerwaffen in einer Behausung vorgefunven werden, der Eigenthümer nach Kriegsrecht verantwortlich gemacht werden wird."
Aus Arlon, 12. Oct., telegrapbirt man der „Jndep.": Man hört eine starke Kanonade in der Richtung von Thionville. Man versichert, daß von der Besatzung Montmsoy's Stenay „genommen" ist. Chateaudun, 12. Oct.: Der Feind ist bei Dreux zurückgeschlagen. Moreuil, 11. Oct.: Recognoscirung de- FeindeS gegen Montdidier. Nationalgarden und Franctireurs mit „bewunderns- werthem Elan" ihm entgegen. Er zieht sich zurück. Bourbaki ist auf seiner Reise durch Lille gekommen.
Tours, 13. Oct. Die Regierung veröffentlicht folgende Nachrichten: Bellegarde, 12. Oct., 4 Uhr Nachmittags. Orleans ist seit gestern 6 Uhr Abends vom Feinde besetzt. Unsere Truppen haben sich ans da- linke User der Loire zurückgezogen. Der Feind hat die Stadt bombardirt. Verschiedene Häuser in der Vorstadt und der Bahnhof sind in Brand gerathen. Der Bischof und der Maire begaben sich als Parlamentäre zu dem Feind, um die Einstellung des Bombardements zu erbitten. — Lille, 11. Oct. Ein Luftballon ist in die Stein» brüche bei Cambrai gefallen; in demselben befand sich nebst dem Lustschiffer Herr Lesaivre, der Kanzler der französischen Botschaft in Wien.
Aus Kehl, 6. Oct., schreibt der .Kehler Grenzbott": „Am 28. Septbr. wurde Straßburg an die deutschen Truppen übergeben und schon am 3. October werden die Einwohner dieser Stadt durch Maueranschlag aufgefordert, ihren erlittenen Schaden anzugeben. In ganz Deutschland bilden sich bereits Comites zur Unterstützung der Schwesterstadt Straßburg. Es ist eine traurige Thatsache, daß Straßburg viel gelitten hat; aber es ist auch Thatsache, daß die Schwesterstadt eigentlich von uns nichts wissen will. Sollte auch theilweise ein gutes Werk mit Undank gelohnt werden, eine Unterstützung der leidenden Menschheit, selbst gegenüber dem Feinde (und das ist und bleibt Vie Schwesterstadt noch lange) kann nicht getadelt werden, wohl aber die Gefühlsduselei, die nur für die Leiden der feindlichen Stadt schwärmt und des einzig beschädigten Ortes des eigenen Vaterlandes, d. h. des Städtchens Kehl, gänzlich vergißt. Den Kehlern wurde bei der ersten Beschießung gesagt, sie sollten ihre Habe in den Häusern lassen, es werde Alle« bezahlt; in öffentlichen Blättern kam die Zusicherung, daß der Schaden sofort ersetzt werde und es erfolgte schon im August nach der ersten Beschießung eine Liquidation des ersten Schadens, bis jetzt aber ohne weiteres Resultat. Wir sind nun seit Ende September zurück und von einer Liquidation des Hauptschadens, verursacht durch die zweite Beschießung, ist noch keine Rede. Der
Schade Kehls wird sich nahezu auf iy2 Million Gulden belaufen, und jür die meisten der Beschädigten ist cd eine Lebensfrage, daß sie bald Gewißheit erhalten, ob und wie sie entschädigt werden."
Hamburg, 12. Oct. Die „Nachrichten" empfingen folgendes Privattelegramm aus Kiel vom 11. Oct.: Die amerikanische Kriegsfregatte „Plymouth" ist Nachmittags durch die Hafensperre eingelaufen. Andere amerikanische Krieg-, schiffe werden noch erwartet.
Das ^deutsche Schiff „Turandot", Capitän Georg, von Hamburg nach Hongkong unterwegs, ist von einem französischen Krieg-dampfer weggenommen und nach Shanghai eingebracht worben.
Berlin, 10. Oct. Für die im Felde stehenden Truppen werden jetzt von der KriegSoerwaltung wollene Hemden beschafft, deren zwei jedem Soldaten aus- gehändigt werden sollen. Alle Kräfte sind zur schleunigsten Fertigstellung aufge- boten.
Fulda, 12. Oct. Eine Privatdepesche der „Frankfurter Zeitung" meldet: „Der Katholiken-Congreß erhebt in geschlossener Versammlung gegen die Occu- pution Rom's in den schärfsten Ausdrücken einen Protest, welcher den Regierungen unterbreitet werden soll. Eine Adresse an den Papst wird berathen. Präsident: v. Andlaw, Redner: Fuldaer Bischof, Fürst Isenburg, Haffner."
Fulda, 12. Oct. Wie aus einem Telegramm der „Presse" zu entnehmen, wird Die heutige Wallfahrt nicht bloS mit der kirchlichen Promenade und dem vertraulichen Discurs über die römische Frage und die Freiheit des Papstes und Der Kirche sich befassen, sondern in richtiger Erkenntniß, daß die politische Seite Der Frage sich von Der kirchlichen nicht trennen läßt, auch auf das politische (Bebtet hinüberschweifen. Die katholischen Junker werden auch über die Agitation bei Den bevorstehenden Neuwahlen zum Reichstage disputiren.
Stuttgart, 11. Oct. Die amtliche Erklärung des würtembergischen Staats- Anzeigers über die Zustimmung unserer Regierung zu einer staatsrechtlichen Einigung Deutschlands auf Grundlage der norddeutschen Bundesverfassung hat eine gute Aufnahme gefunden auch in Den national-liberalen Kreisen, trotz de« gegen diese gerichteten Avis am Schlüsse. Man steht die Hauptsache als zugestanden an und nimmt doch die Erklärung im Staats-Anzeiger vielfach selbst in den Aus- drücken mit der Adresse Der letzten stuttgarter Versammlung überein, und knüpft sie doch sogar an die schriftliche Antwort an, welche Der König auf Die Eingabe Der früheren Versammlung ertheilt hatte.
Karlsruhe, ü. Oct. Prinz Wilhelm von Baden hat an Stelle des aus „Gesundheitsrücksichten" zurückgetretenen Generallieutenant- v. Laroche da« Com- mando Der 1. baDifchen Jnfanteriebrigaoe übernommen, welche mit den übrigen badischen Felotruppen zu Dem neugebildeten 14. Armeecorps gehört. Gestern verlautete, daß Der Großherzog sich zur Division begeben werde; derselbe hat aber die Residenz noch nicht verlassen, und wird Die Reise, wie man vernimmt, erst in einigen Tagen antreten. — Heute Mittags kamen bereits Die in Dem Gefechte bei St. Remy gefangenen Franzosen, meist Linie unD MobilgarDen, hier an, etwa 650 Mann, Darunter mehrere Offiziere. Sie werDen nach Rastatt transportirt. Nachmittags traf Dann auch Der erste Zug unserer leichter Verwundeten hier ein. Wa« einer Ihrer Straßburger EorresponDenten über Den Kriegsminister, General v. Beyer, mittheilt, ist, wie wir versichern zu können glauben, völlig unbegrünDet und müßiges Gerücht.
Hamburg, 12. Oct. Der „Hamb. Correfp." melDet aus Altona vom 11. Oct.: „Die französische Flotte ist 18 Meilen von Helgoland gesehen worden. Die Militärbehörden werden benachrichtigt, sich vor Ueberraschung zu sichern und die Entfernung der äußeren Seezeichen vorzubereiten. Gez. v. Ezel."
Bern, 11. Oct. Der „Bund" sagt in seiner Tagesübersicht: „Die Fortsetzung des Krieges bedroht Frankreich mit empfindlichem Verlust an Ländergebiet auch in Afrika, indem nach über Tunis und Malta eingelaufenen Nachrichten in Algier Der Aufstand in vollem Gange ist. Derselbe brach im Südosten Der Provinz Constantine unterm Stamme Der Ulet Jacob aus. Es schlossen sich weitere Stämme südlich von Schott el Dscherid an, namentlich Die mächtigen Ssuafa-Uet, Toru und Bez Amer.
Wien, 10. September. Als ob unsere sämmtlichen Journale sich da- Wort gegeben hätten, mirD in Der Presse von Der Ankunft des Hrn. Thier- unD seinen Conversationen mit unseren leitenDen Persönlichkeiten fast nicht Die geringste Notiz genommen. Man erfährt nur in aller Kürze, daß Thiers eine Besprechung mit Dem Reichskanzler hatte, Daß er in einer PrivatunterreDung (also mit Ausschluß jeder Dritten Person) vom Kaiser empfangen worden ist, und Daß Graf Beust ihm zu Ehren ein Diner veranstaltete, zu welchem aber nur einzelne Auserwählte andern diplomatischen Corps geladen zu sein schienen. Morgen früh setzt Hr. Thierseine Reise nach Florenz fort; viel Tröstliches wird er aber von hier au« seinen Auftraggebern kaum haben melden können. Uebrigens sollen die Bemühungen des hausirenden Diplomaten hier auch nicht so sehr dahin gerichtet gewesen sein, Oesterreich zu einer sofortigen entscheidenden Parteinahme gegen Deutschland zu bewegen, al- vielmehr für Die Zukunft den Keim zu Verwickelungen und Ge- dässigkeiten zu säen. Hoffentlich wird er auch in dieser Richtung sein Gift umsonst verspritzt haben.
Brüssel, 13. Oct. Au- Havre wird heute Nacht- telegraphirt: Oklean- ist von den Preußen besetzt. Die Nachrichten mit der Luftpost, Die dis zum 7. d. reichen, sind ohne Bedeutung. Der Ton Der Journale wird immer schwieriger für die Regierung. Der „Constitutionnel" und Die „France" verurtheilten die „Phrasen" Gambelta's und Den Aufschub Der Wahlen zur Constituante. Die „France" sagt: „Ohne Entsatzheer ist Der Widerstand von Pari- aussichtslos." Der „Constitutionnel" spricht Dem Gouvernement in Tours die Berechtigung zu Der ungeordneten Auflösung Der internationalen Ambulanzen ab. Garibaldi erklärt, daß Krankheit vorläufig seine Betheiligung am Kampfe verhindere.
Florenz, 11. October. Bei der Abstimmung der Alpenbahncommissio» wurden Drei Stimmen für die Gotthardbahn und zwei für die Splugenbahu abgegeben. Der Vorsitzende Mordini wurde zum Referenten gewählt.
Petersburg, Mittwoch 12. Oktober. Das „Journal De St. Petersbourg" schreibt, Die Proklamation Gambelta's bezeichne den 2. December der Republik, Denn sie verhindere, daß die Nation zu selbstständiger Berathung zusammentrete. Das Journal erklärt es für unbedingt nothwcndig, daß die Wahlen stattfinden, daß Die Vertreter Des Volkes zusammentreten und ein Waffenstillstand abgeschloffen werde.
Odessa, 11. Oct. General Jgnatieff ist durch einen Sturz beim Verlassen des Dampfschiffes an der beabsichtigten Reise nach Petersburg verhindert.
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